Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
20.04.2006. Die Zeit zieht in mehreren Artikeln eine Bilanz der Frauen-Emanzipation. In der Welt kommt es zu einer historischen Begegnung von Staatsballett und freier Szene in Gestalt von Vladimir Malakhov und Sasha Waltz. In der FR fordert die deutsch-iranische Soziologin Farideh Akashe-Böhme einen Reformislam. Die FAZ berichtet über die Aufnahme des Films "Grbavica", der von der Vergewaltigung bosnischer Frauen durch Serben handelt, in Sarajewo und Belgrad. In der SZ sieht der palästinensische Literaturkritiker Hassan Khader den Sieg der Hamas als historische Niederlage.

Zeit, 20.04.2006

Im Leben überlegt Heike Faller, ob die jungen Frauen die Emanzipation verspielt haben. Der Gedanke kam ihr in dem Jahr, als sie den sechsten männlichen Chef in Folge bekam: "Es war das Jahr, in dem meine Freundin, eine sehr gut verdienende Investmentbankerin, heulend von einer Betriebsfeier kam, auf der ein neuer Kollege betrunken vor anderen zu ihr sagte: 'ich möchte dich demütigen', und am nächsten Tag nicht - in Worten: nicht - von seinem Chef gefeuert wurde oder auch nur zur Rede gestellt, obwohl seine Probezeit Tage später ablief... Das Jahr, in dem eine Sendung namens 'Desperate Housewives' zum Fernsehhit wurde."

"Egal, wie man sich die Jugend von heute vorstellt: In Wirklichkeit sieht sie anders aus", stellt Harriet Köhler im Feuilleton-Aufmacher anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Frankfurter Schirn klar: "Eine 40-Jährige, die Hello-Kitty-Handtaschen trägt, ist kein Kind. Und nicht erwachsen werden zu wollen bedeutet etwas anderes als jugendlich zu sein. Es gibt nur eine erste Zigarette, danach ist man einfach nur Raucher."

Weitere Artikel: Hannelore Schlaffer behauptet, dass Frauen sich in der Mode Coolness nur von den Männern borgen können: "Männer haben Sport und Mode, Frauen nur Sportmode." In einem Gespräch mit einem ihr zu Füßen liegenden Michael Naumann erzählt Jeanne Moreau von der Liebe, dem Tod und wunderbaren Männern. In der Leitglosse glaubt Achatz von Müller, dass die Rede vom "Integrationsunwilligen" uns nur von der Einsicht entlasten soll, "dass wir ihm weder Arbeit noch Auskommen bieten können". Hilal Sezgin schreibt zu der Londoner Ausstellung der National Gallery über Gentile Bellinis Aufenthalt in Konstantinopel, der das Wechselspiel von venezianischer und osmanischer Kunst einleitete. Klaus Walter verarbeitet den Schock, dass Blumfeld auf ihrem neuen Album "Verbotene Früchte" mit Naturlyrik aufwarten. Vom Kunstmarkt meldet Claudia Herstatt, dass bei Christie's Gemälde und Skulpturen des Zürcher Traditionsrestaurants "Kronenhalle" versteigert werden.

Besprochen werden Daniel Barenboims äußerst "entrückte" Inszenierung des "Tristan" an der Berliner Oper Unter den Linden, Elmar Goerdens Inszenierung von Botho Strauß' "Schändung" in Bochum, das Album "Yes, Virginia" der "stilvollen" Gruselband Dresden Dolls, Hörbücher von und zu Samuel Beckett und Edgar Vareses Klassiker-Album "Ionisation",

Im Aufmacher des Literaturteils preist Volker Ullrich Peter Longerichs "exzellente" Studie zum Holocaust "Davon haben wir nichts gewusst!". Im Dossier fragt Hanno Rauterberg Sammler, Künstler und Agenten: Woher die Euphorie auf dem Kunstmarkt?

Welt, 20.04.2006

Für den heute beginnenden Deutschen Tanzkongress der Bundeskulturstiftung arbeitet Sasha Waltz zum ersten Mal mit dem Leiter des Staatsballetts Vladimir Malakhov zusammen. "Das ist längst nicht so politisch wie es aussieht", meint Waltz im Gespräch mit Malakhov und Manuel Brug. "Der zeitgenössische, freie Tanz und das institutionalisierte Ballett - wir haben uns bisher kaum wahrgenommen. Es gab vielleicht auch Vorurteile. Aber weil heute alles auf dem Prüfstand steht, das Ballett, und der freie Tanz stärker geworden ist, seine eigene Sprache entwickelt hat, kann man sich leichter annähern."

Der Kunstmarktboom zeitigt nach der duesseldorf contemporary zwei neue Messen, berichtet G. Charles Rump, im August die art Salzburg für Kunst nach 1960 und im Dezember eine Münchner Schau von 40 Antiquitätenhändlern, deren Geschäft ebenfalls blüht. "Der legale Markt etwa für Antiken allein wird jährlich auf 300 Millionen Dollar geschätzt, was eine eher konservative Taxierung darstellen dürfte. Dazu kommt dann noch der 'graue' Markt und vor allem der Schwarzmarkt. Das sind noch einmal mehrere Milliarden. Legal gehandelt werden praktisch nur noch Antiken, die nachweislich aus alten Sammlungen stammen: Es zieht eine Horde nachschubdurstiger Antikenhändler vor allem durch England, um aus alten Schatzkammern, etwa denen der 'Grand Tourists' des 18. Jahrhunderts, antike Bronzen und Marmorstatuen loszueisen. Das sind gesicherte Werte, weniger spekulativ als zeitgenössische Kunst."

Weiteres: Sven F. Kellerhoff informiert, dass Bundesjustizministerium Brigitte Zypries die personenbezogenen Daten von 17,5 Millionen NS-Opfern nun doch freigeben will. Michael Pilz kann Neil Young das bevorstehende Antikriegsalbum nicht übelnehmen. "Er singt, was alle hören wollen." Uwe Sauerwein schreibt den Nachruf auf den Musiker Schnuckenack Reinhardt, der mit Liedern der deutschen Sinti und Roma bekannt wurde.

Auf der Medienseite vermisst das ehemalige SED-Politbüromitglied Günter Schabowski in einer ARD-Dokumentation über den Kommunismus eine Einschätzung zur Zukunftsfähigkeit desselben.

Besprochen werden Barbara Morgensterns neues Album "The Grass Is Always Greener" (der "Kopf-Hoch-Soundtrack für die unsanft von der Realität geweckten Nutella-Kinder", meint Josef Engels) und Filme: Francois Ozons "unentschlossene" Todesreflektion "Die Zeit, die bleibt", Mark Mylods Streifen "The Big White - Immer Ärger mit Raymond" (der laut Josef Engels aber nicht an das Vorbild "Fargo" heranreicht), Richard Donners Actionfilm "16 Blocks" sowie Rudolf Thomes "beschützenswerte" Arbeit "Du hast gesagt, daß du mich liebst".

FR, 20.04.2006

Die deutsch-iranische Soziologin Farideh Akashe-Böhme denkt über die Grenzen der Toleranz nach, die Europa und der Islam aufbringen müssen. "Der Islam wird in Europa praktisch geduldet, ohne dass man seine Inhalte auch nur zur Kenntnis nimmt, und der Islam nimmt die öffentliche Toleranz in Anspruch, ohne sich gleichzeitig für diejenigen Prinzipien, die diese Toleranz möglich machen, also etwa Laizismus und Gewaltverzicht, einzusetzen und sich einer kritischen Diskussion zu stellen." Ein in Ansätzen bereits existierender Reformislam müsse vor allem "Textkritik und Interpretationen des Korans" zulassen. "Auf der Basis einer diskursive Öffnung würde auch die Kritik des Islam an der westlichen Lebensform überhaupt erst ernstgenommen. Der Islam würde damit gleichberechtigt in den allgemeinen Diskurs über die Formen des richtigen Lebens eintreten."

Elke Buhr streift durch die Freud-Ausstellung im Berliner Jüdischen Museum und stellt fest, dass sie wohl vor allem den Bedürfnissen der jungen Besucher entspricht. "Illustriert werden die Begriffserklärungen mit kleinen Installationen, an denen die Besucher nach Herzenslust herumfummeln dürfen: Beim kleinen Hans zum Beispiel darf man Pferde in den Stall fahren und wieder heraus (Geschlechtsverkehr!), und wenn Dora - Stichwort Übertragung - von Freuds Zigarrenrauch träumt, so dürfen auch die Besucher ihre Köpfe in ein entsprechend duftendes Kämmerchen stecken."

Weitere Artikel: Uwe Dathe führt durch Bukarests "erstaunlichste Sehenswürdigkeiten", nämlich seine Buchhandlungen, und gibt Einblicke in aktuelle Themen und literarische Debatten. Daniel Bartetzko porträtiert den Jazz-Musiker Schnuckenack Reinhard, der am Ostersamstag fünfundachtzigjährig starb. In der Kolumne Times Mager stellt Hans-Jürgen Linke beunruhigt fest, dass es parallel zum demografischen Wandel auch mit der ehrwürdigen Tradition der Freiwilligen Feuerwehren bergab geht.

Besprochen werden die Ausstellung "Bühne des Lebens - Rhetorik des Gefühls" im Kunstbau der Städtischen Galerie im Münchner Lenbachhaus, Bohdan Slamas Film "Die Jahreszeit des Glücks" (Heike Kühn zufolge "in Tschechien der erfolgreichste Film aller Zeiten") und Francois Ozons Film "Die Zeit, die bleibt" mit Jeanne Moreau, Rudolf Thomes neuer Film "Du hast gesagt, dass du mich liebst".
Anzeige

TAZ, 20.04.2006

"Was heißt Karriere?" fragt Jeanne Moreau in einem Gespräch mit Claudia Lenssen. "Orson Welles hat gesagt: 'Ich bin ein Amateur.' Warum? Weil in dem Wort Amateur das Wort Amour steckt. Das sagt viel mehr über das Filmemachen als so ein Wort wie Karriere."

Weitere Artikel: Tilman Baumgärtl erläutert die Zusammenhänge von digitaler Kameratechnik und dem Boom des philippinischen Films. Brigitte Werneburg blättert durch die neue Vogue, die sich der "Magie der Kurven" verschrieben hat. Dorothea Marcus fragt sich, wieso Botho Strauss die Frauen in seinen letzten beiden Theaterstücken eigentlich so schrecklich demütigt und leiden lässt: Trägt er etwa die in seinen Alterswerk so oft thematisierte Selbstauslöschung der Gesellschaft auf dem Rücken der Frauen aus?

Auf der Medienseite berichtet Dorothea Hahn vom Streik der France-Soir-Mitarbeiter gegen das Konzept der Käufer des Traditionsblatts, das eine populäre tägliche Zeitung mit Sex, Crime und Pferdewetten vorsieht. Auf der Meinungsseite schreibt Hilal Sezgin über das feministische Dilemma in der Prostitutiondebatte.

Besprochen werden Richard Linklaters Baseball-Film "Die Bären sind los" und die DVD von Mamoru Oshiis Film "Ghost in the Shell 2: Innocence".

Schließlich Tom.

NZZ, 20.04.2006

Gabriele Hoffmann widmet sich den Zeichnungen und Bildern Thomas Schüttes in der Kunsthalle Baden-Baden und ist besonders von dessen architektonischen Formspielen angetan: "Ein Wachtturm nimmt die Form einer Axt an, eine von der Seite gesehene Fassade wird zum Grabstein. Die zwischen Architektur und Skulptur changierenden Zeichen haben etwas beängstigend Starres, wie ein in Beton gegossenes Grundgesetz."

Weiteres: Gottfried Schatz sinniert über das Wunder des Hörens: "Das Organ, das diese Wunderleistungen vollbringt, ist kaum größer als eine Murmel und lagert sicher in meinem Schläfenbein." Tom Verlaine, ehemaliger Kopf der Band Television blickt im Interview auf die abenteuerliche Musikerszene im New York der siebziger Jahre zurück. Und Jonathan Fischer erfreut sich am erfrischenden Agitprop der Hip-Hop-Band The Coup.

Besprochen werden Jean-Noel Jeanneneys Kampfschrift "Googles Herausforderung" und, in einer Sammelrezension, eine ganze Reihe von Neuerscheinungen zum 150. Geburtstag Sigmund Freuds, darunter die Biografien von Micha Brumlik, Barbara Sternthal und Annette Meyhöfer und der vom Verlag S. Fischer editierte Briefwechsel zwischen Anna und Sigmund Freud (mehr ab 14 Uhr in der Bücherschau des Tages).

Berliner Zeitung, 20.04.2006

Der Essayist Peter Glaser erinnert an Tschernobyl und die Challenger-Katastrophe vor zwanzig Jahren und sieht mit diesen Ereignissen das Ende der Ära der Großtechnologien angebrochen, zu denen er eindeutig auch die bemannte Raumfahrt zählt: "Die 'unbemannte' Raumfahrt hat eine Reihe von Segnungen gebracht, zu denen Kommunikationssatelliten und Navigationssysteme gehören. Der einzige Nutzen der bemannten Raumfahrt, der einem nach längerem Nachdenken einfällt, ist die Entwicklung von Kugelschreibern, mit denen man an der Decke schreiben kann."

FAZ, 20.04.2006

Michael Martens berichtet über die Aufnahme des Berlinale-Siegers "Grbavica" (mehr hier und hier) von Jasmila Zbanic in Bosnien und Serbien - der Film handelt von der systematischen Vergewaltigung bosnischer Frauen in Grbavica, einem Viertel von Sarajewo: "Auch bei der mit Nervosität erwarteten Premiere in der serbischen Hauptstadt erntete der Film am Ende stürmischen Applaus - freilich von einem liberalen Belgrader Publikum, das nicht erst von der Tatsache überzeugt werden musste, dass nicht allein Serben Opfer des Krieges in Bosnien waren. Die Gegner des Films, die darin antiserbische Propaganda sehen, waren der Vorführung ferngeblieben - bis auf einige nationalistische Zwischenrufer, die allerdings schon zu Beginn niedergebuht oder von unter das Publikum gemischten Polizisten in Zivil aus dem Saal geführt wurden." In Banja Luka, der Hauptstadt der bosnischen Serbenrepublik, konnte der Film allerdings noch nicht gezeigt werden.

Weitere Artikel: Christian Geyer bereitet uns im Aufmacher seelisch auf eine so seit Jahrezehnten nicht mehr gesehene Maikäferplage vor. Robert von Lucius berichtet über neue Kürzungspläne in der auswärtigen Kulturpolitik und die Zusage Außenminister Frank-Walter Steinmeiers, das Goethe-Institut von Kopenhagen zumindest in reduzierter Form zu erhalten. Nils Minkmar beobachtete die iranische Frauenrechtlerin Shirin Ebadi bei der Vorstellung ihres Buchs "Mein Iran" - sie trug kein Kopftuch und verwahrte sich gegen ein militärisches Vorgehen des Westens im Atomstreit. Heinrich Wefing berichtet ausführlich über Bestrebungen, die von der SED geschleifte Potsdamer Garnisonkirche wiederaufzubauen. Gerhard R. Koch berichtet angeregt vom "Heidelberger Frühling", einem engagierten Musikfestival, bei dem man auch den Komponisten Aribert Reimann, Jörg Widmann und Wolfgang Rihm begegnete. Kerstin Holm hat Moskauer Theaterpremieren gesehen, die unter anderem von dem bekannten, von offiziellen Stellen gepiesackten Regisseur Anatoli Wassilijew verantwortet werden. Ulrich Olshausen schreibt zum Tod des Jazzgeigers Schnuckenack Reinhardt. Oliver Tolmein stellt das österreichische Gesetz über Patientenverfügungen vor.

Auf der Kinoseite berichtet Bert Rebhandl über die Aufnahme der Schriften des Filmkritikers James Agee in die "Library of America". Anderas Kilb erzählt, dass Terrence Malicks Film "New World" "beduftet" wird: "Liebesszenen werden mit Blumendüften bedampft, Leid und Tränen mit Pfefferminz und Rosmarin." Daniela Seewald hat türkische Filme beim Festival in Istanbul gesehen. Und Peter Körte berichtet über kirchliche Bestrebungen gegen die Verfilmung von Dan Browns Megaseller "Sakrileg".

Auf der Medienseite wendet sich der britische Staatsminister für Kreative Industrien and Tourismus James Purnell gegen EU-Pläne zu Regulierungen im Internet: "Die Änderungsvorschläge der Kommission nehmen dem Verbraucher das Recht der freien Auswahl und versprechen ihm ein Maß an Schutz, das wir gar nicht erbringen können." Lorenz Jäger wirft einen kritischen Blick auf eine in der ARD ausgestrahlte Dokumentationsserie über die Geschichte des Kommunismus und vermisst einen Hinweis auf die Forschungen Ernst Noltes und auf die "Prominenz jüdischer Revolutionäre in der heroischen Phase des Bolschewismus". Roland Zorn schildert Auseinandersetzungen zwischen der Fußballfunktionären und der Telekom über die Handhabung der Internetrechte an den Bundesligaspielen. Und Michael Hanfeld meldet, dass Yahoo einen weiteren chinesischen Dissidenten ans Messer lieferte.

Auf der letzten Seite beklagt Reinhard Markner den lieblosen Umgang von Bibliotheken mit Schutzumschlägen. Und Dirk Schümer zeichnet ein Profil des französischen Unternehmers Francois Pinault, der seine berühmte Kunstsammlung künftig im venezianischen Palazzo Grassi ausstellt.

Besprochen werden Klaus-Michael Grübers Inszenierung von Mussorgskis "Boris Godunow" in Brüssel, Bohdan Slamas Film "Die Jahreszeit des Glücks" und eine Ausstellung über den Kunsthändler Paul Cassirer in Berlin.

SZ, 20.04.2006

"Der Wahlsieg der Hamas wird sich wohl in die lange Reihe von Siegen einreihen, die im Rückblick schlimmer waren als eine Niederlage", schreibt nach dem jüngsten, von der Hamas-Regierung gerechtfertigten Selbstmordanschlag von Tel Aviv, der palästinensische Literaturkritiker Hassan Khader, der in Ramallah die Literaturzeitschrift Alkarmel herausgibt, deren Chefredakteur Mahmoud Darwish ist. "Normalerweise braucht die Geschichte etwas Zeit, um die Maske des Sieges vom Antlitz der Niederlage zu reißen. Im Fall der Hamas scheint sie es jedoch sehr eilig zu haben - weil die Hamas nicht darauf vorbereitet war, die Macht zu übernehmen, und weil ihre Führer intellektuell nicht in der Lage sind, sich der veränderten Situation anzupassen."

Weitere Artikel: Jens Bisky schreibt über "die wichtigste und unbekannteste Baustelle Berlins", HG Merz' (mehr hier) Erweiterungsbau für die Staatsbibliothek Unter den Linden, für den am kommenden Montag der Grundststein gelegt werden soll. Zig schreibt zum 40. Geburtstag eine Hymne auf den "schönsten und zeitlosesten Kugelschreiber der Welt", den Lamy 2000. Auf der Literaturseite schwelgt Thomas Steinfeld in Räumen und Fresken des ehemaligen Gasthof "Zum Salmen" im Breisgauer Hartheim, der einst Dietrich Schwanitz gehörte, der bei dessen allzu eigenhändiger Instandsetzung ums Leben kam. Die Gemeinde habe Schwanitz' "Merzbau" jetzt von seinen Erben gekauft.

Besprochen werden Roland Schwabs Mozart-Projekt "Fragmente" an der Deutschen Oper Berlin, die Ausstelllung "Jacob van Ruisdael: Master of Landscape" in der Royal Academy of Arts London, das Theaterfestival "Warten auf die Barbaren?" mit Stücken aus dem "Neuen Europa" am Düsseldorfer Schauspielhaus, Bohdan Slamas Tristesse-Märchen "Die Jahreszeit des Glücks", Richard Shepards "Mord und Margaritas" mit Pierce Brosnan, Rudolf Thomes neuer Film "Du hast gesagt, dass du mich liebst" ("Noch immer geht von den Filmen von Rudolf Thome ein unerklärlicher Zauber aus, eine glasklare, gar nicht heimelige Märchenhaftigkeit, die schon mit dem ersten Bild einsetzt," schreibt Fritz Göttler), Richard Donners urbaner Western "16 Blocks", John Whitesels Komödie "Big Mamas Haus 2" und Miyuki Tsujis Buch "Wiedersehen mit Osaka. Spaziergänge in der Erinnerung" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).