Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
23.03.2005. In der Zeit beklagt Jens Jessen den Exzess des Gedenkens: "schlecht verhehlter Charakter fortgesetzten Drogenmissbrauchs". Die NZZ meldet: Utrecht versöhnt sich mit Descartes. Nach 363 Jahren wurde es auch Zeit. FR und FAZ sind sich uneins über Clint Eastwoods "Million Dollar Baby". Die SZ fragt: War der niederländische Widerstandskämpfer Jan Campert ein Verräter? In der FAZ warnt Gerhart Baum die Rundfunkintendanten vor der EU: keine Kultur, keine Gebühren.

Zeit, 23.03.2005

Nazis auf allen Kanälen, Hitler und Speer in immer neuen Meisterwerken, vor Begeisterung taumelnde Kritiker (hier und hier) - Jens Jessen kann es nicht mehr ertragen: "Tatsächlich ist es nicht unser ehrliches Interesse an der Naziwirklichkeit, das eskaliert. Es eskaliert etwas ganz anderes. Es eskaliert die narzisstische Beschäftigung mit uns selbst. Wir kämpfen nicht mit dem 'Dritten Reich'. Wir kämpfen nur noch mit den Spukgestalten, die die Beschäftigung mit dem 'Dritten Reichs' in unseren Köpfen hinterlassen hat." Und schließlich wird Jessen ganz böse: "Das ist der Fluch, der auf der deutschen Vergangenheitsbewältigung ruht. Sie interessiert uns nur insofern, als sich aus ihr Argumente im ideologischen Grabenkampf der Gegenwart destillieren lassen. Die Nazizeit ist der stärkste Schnaps, den man sich zur eigenen inneren Aufrüstung oder zur Betäubung des Gegners ausschenken kann. Es ist der schlecht verhehlte Charakter fortgesetzten Drogenmissbrauchs, der über allem Umgang mit der NS-Vergangenheit liegt, der den gegenwärtigen Exzess so widerwärtig macht."

Weiteres: In einem recht unterhaltsam Gespräch zu seinem Sechzigsten plaudert Übersetzer Harry Rowohlt über den "stinklangweiligen" James Joyce, sein Talent zur Feindschaft und deutsche Humorprobleme: "Der normale Literaturkritiker reagiert stinkig, wenn er sich unterhalten fühlt. Wenn er nicht nach Strich und Faden dumm- und krummgelangweilt wird, kann er Texte nicht ernst nehmen." In einem weiteren Interview mit Thomas Assheuer spricht der Religionsphilosoph Rene Girard über archaische Religionen, heilige Gewalt und blutige Opfer. Der Historiker Yehuda Bauer stellt das neue Shoah-Museum der Gedenksätte Yad Vashem in Jerusalem quasi als Gegenentwurf zum Berliner Holocaust-Mahnmal dar, indem die Opfer nicht als passive Leidtragende dargestellt werden.

Katja Nicodemus ist bei Clint Eastwoods Boxer-Film "Million Dollar Baby" dahingeschmolzen: "Man muss sich anschauen, wie Eastwood, der am Anfang kaum die Zähne auseinander kriegt, mit statuarischer Zurückhaltung durch diesen Film wandelt. Wie sein Gesicht, das im scharfen Schattenriss manchmal nur noch Schädel ist, aus der Dunkelheit hervortritt. Eine Skulptur der Härte, ein Panzer gegen die Affekte."

Auf der Discothek-Seite rühmt Birgit Glombitza Marcel Carnes Film-Klassiker "Kinder des Olymp", vorgestellt werden Bachs Osterkantate "Christ lag in Todesbanden" und Katharina Thalbachs Lesung von Arnold Bennetts Roman "Hotel Grand Babylon". Außerdem besprochen werden Bernd Eichingers Inszenierung des "Parsifal" an der Berliner Staatsoper und das neue Album der britischen Band New Order "Waiting for the sirens' call".

Im Aufmacher des Literaturteils feiert Hubert Winkels Thomas Klings Gedichte "Auswertung der Flugdaten".

NZZ, 23.03.2005

Endlich! Am heutigen Mittwoch versöhnt sich Utrecht nach 363 Jahren mit dem Philosophen Rene Descartes, berichtet Christoph Lüthy: "In der öffentlich verlesenen lateinischen Erklärung steht: 'Nach Beratungen mit den Professoren aller Fakultäten widerrufen wir, Willem Hendrik Gispen, jetziger Rektor dieser Universität, und Annie Brouwer-Korff, jetzige Bürgermeisterin der ruhmreichen Stadt Utrecht, feierlich das vom Universitätssenat verabschiedete 'Urteil über die neue Philosophie' vom 17. März 1642 (alten Stils), welches am 24. März desselben Jahres vom Rat der Stadt bestätigt worden ist.' Die Versöhnungsformel endet mit Entschuldigungen an die Adresse von Descartes und dem Wunsch, dass dessen 'Philosophie an dieser Universität bis in alle Ewigkeit gelehrt werden möge'."

Der Pariser Soziologe Farhad Khosrokhavar beobachtet bei den Immigranten in Frankreich und Deutschland eine doppelte Abkapselung in kultureller und religiöser Hinsicht, weil die Anbindung an die Mehrheitsgesellschaft gescheitert ist. "Teilweise sind die Strukturen, die früher für soziale Kohäsion sorgten - in Frankreich etwa politisches Bewusstsein und Parteizugehörigkeit -, mittlerweile in Auflösung begriffen. Andere gesellschaftliche Binnenräume sind Zugewanderten von vornherein nicht zugänglich, so zum Beispiel die regionalen Identitäten - englisch, schottisch, walisisch -, auf die sich gebürtige Briten berufen können."

Besprochen werden eine Carel-Fabritius-Ausstellung im Staatlichen Museum Schwerin und Bücher, darunter eine Studie zur Schweizer Kulturpolitik der 1930er Jahre und Thomas Steinfelds Buch "Der leidenschaftliche Buchhalter" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

FR, 23.03.2005

Daniel Kothenschulte hat sich im Verlauf von Clint Eastwoods Boxerdrama "Million Dollar Baby" erst interessiert, dann konsterniert, dann desillusioniert gezeigt, bei der eindimensionalen Schilderung der "White Trash"-Verwandtschaft der Protagonistin hat er fast in seine Lehne gebissen. "Maggies Sippschaft ist ein Haufen geldgieriger Nichtsnutze, die man platter nicht hätte karikieren können. Diese Szenen sind so grässlich geschrieben und inszeniert, dass man kaum glauben kann, dass sie von einem der größten amerikanischen Filmemacher stammen. Das letzte Drittel dieses hochgelobten Films ist - ganz unabhängig von der getroffenen Aussage - so erbärmlich, dass auch seine Stärken, insbesondere die phantastisch herausgearbeitete Männerfreundschaft - wenig wert sind."

"Der Erdball war für ihn eine Baustelle." Christian Thomas rät in seinem Nachruf auf den japanischen Architekten Kenzo Tange, nur aus der Luft könne man dessen gewaltige Gebilde überhaupt erfassen (für die gutgemachte Website reicht ein Bildschirm). Peter W. Jansen verrät in seiner Würdigung der Schlagersängerin Lale Andersen, dass ihr sogar die Allierten verfallen waren. "Auch ihre Armeen schalteten auf den deutschen Sender, wenn der lockte: "Wenn sich die späten Nebel drehn, werd ich bei der Laterne stehn, wie einst Lili Marleen". Sebastian Moll nutzt Times mager, um auf die neuen Bücher von Jonathan Safran Foer und Ian Mc Ewan hinzuweisen, die vorderste Front in Sachen literarische Aufarbeitung des 11. September.

Harald Keller berichtet im Medienteil vom Kampf um den Chefsessel der Hamburg Media School. Auf der dritten Seite informiert Knut Pries, dass man im Auswärtigen Amt in der Debatte um Nachrufe auf Diplomaten des Dritten Reichs nun einen Kompromiss vereinbart hat: Vorerst wird gar niemand mehr geehrt.
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SZ, 23.03.2005

Stefan Koldehoff schildert den Fall des Scheich Saud Mohammad Al-Thani, der jahrelang einer der wichtigsten Kunden Londoner Kunsthändler war, wo er für sein Land Katar alles kaufte, was gut und teuer war, um Museen aufzubauen. Ihm wird nun Veruntreuung vorgeworfen: "Außerdem könnte, so vermuten Londoner Händler, die stark pro-westliche Ausrichtung seiner Sammlertätigkeit den Unmut des Staatsoberhauptes hervorgerufen haben. Im Juni 2002 etwa erwarb Al-Thani bei Christie's in London für acht Millionen Pfund eine römische Marmor-Statue der unbekleideten Göttin Venus."

Eine tieftraurige Geschichte aus den Niederlanden in der Nazizeit erzählt Siggi Weidemann. Sie handelt von dem Dichter Jan Campert, der für sein "Lied der 18 Toten" berühmt ist. Nun soll er ein Verräter gewesen sein: "Der neunzigjährige frühere Widerstandskämpfer Gerrit Kleinveld hatte dem NRC Handelsblad erzählt, dass Campert im KZ Neuengamme bei Hamburg nicht an Entkräftung gestorben, sondern von niederländischen Mitgefangenen ermordet worden sei. Den Auftrag dazu habe der Blockälteste, der holländische Kommunist Jan van Bork, gegeben. Grund für die Exekution: Der Dichter soll Mithäftlinge verraten haben im Tausch für mehr Essen und leichtere Arbeit."

Weitere Artikel: Alexander Kissler nimmt Bezug auf den Fall Terri Schiavo und skizziert im Aufmacher den aktuellen Stand der Diskussionen über Sterbehilfe. Susan Vahabzadeh hat sich Clint Eastwoods Film "Million Dollar Baby" angesehen, wo es ja auch um dieses Thema geht, und konstatiert: "Die Frage, die gestellt wird in der entscheidenden Szene in 'Million Dollar Baby', ist nicht, ob es Recht ist oder Unrecht, jemanden zu töten, sondern was Liebe ist - wie sich Bei-sich-behalten-wollen und Gehen-lassen-müssen zueinander verhalten." chka meditiert in der Leitglosse über das "unheimlich heimelige Google" und verweist auf eine Studie zu Google auf der Homepage der Grünen. Diedrich Diederichsen begutachtet das Personal von Big-Brother und anderen Shows der Privatsender und kommt zu dem Ergebnis: "Diese Fernseh-Unterschicht ähnelt am ehesten dem, was in der Antike ein Gladiator gewesen sein muss." Stefan Koldehoff meldet, dass das Maspro Art Museum in Japan seinen gesamten Bestand an klassischer Moderne verkaufen will. Johannes Willms stellt ein großes Filmstudio-Projekt vor, das der französische Regisseur Luc Besson mit Staatsgeld bei Paris verwirklichen will. Gottfried Knapp schreibt zum Tod des Architekten Kenzo Tange. Auf Seite 3 gratuliert Hilmar Klute dem literarischen Phänomen Harry Rowohlt zum Sechzigsten.

Auf der Literaturseite werden zwei neue Biografien über Hans-Christian Andersen vorgestellt, und Lothar Müller resümiert die deutsch-israelischen Literaturtage.

Besprochen werden Tina Laniks Inszenierung von Schillers "Jungfrau von Orleans" am Stuttgarter Staatstheater, Kat-Chernins Ovid-Opern-Parodie "Iphis" in Freiburg und Brittens Oper "Peter Grimes" bei den Salzburger Osterfestspielen.

Tagesspiegel, 23.03.2005

Morgen hat Botho Strauß' Stück "Die eine und die andere" im Berliner Ensemble Premiere. Die großen Heroen und Tragödinnen sind noch einmal versammelt: Regie führt Luc Bondy, die Hauptrollen spielen Jutta Lampe und Edith Clever. Im Interview mit Rüdiger Schaper und Peter Laudenbach sagt Bondy: "Botho Strauß hat in vielen seiner Stücke bestimmte Zeitgefühle um die sechzig vorausgeahnt, vorausgeschrieben. 'Die eine und die andere' hat sicher auch mit seinem Alter zu tun. Die beiden Frauen in dem Stück, beide um die sechzig, formulieren vielleicht etwas von seinem eigenen Zeitgefühl. Er philosophiert auf eine unverfrorene Weise über das Alter, das ist ziemlich kompliziert und überhaupt nicht nett. Wobei er für die beiden Jungen im Stück ein verrücktes, ein Gegenwartsgefühl hat, wenn man überhaupt über so etwas sprechen kann, zärtlich und melancholisch. Das ist schön, weil er, ohne so allgemein psychologisch zu werden, zerrissene Menschen herstellt."

TAZ, 23.03.2005

Die EU überlegt ein Verbot arabischer Sender, die über europäische Satelliten radikale Inhalte verbreiten, berichtet Daniela Weingärtner in einem Schwerpunkt auf den vorderen Seiten. Der saudi-arabische Sender Iqra (hier eine Einordnung des baden-württembergischen Landesamtes für Verfassungsschutz), das in Teheran produzierte Programm von al-Alam und al-Dschasira wurden von Journalisten der Onlinezeitung Proche-Orient im Auftrag des Transatlantischen Instituts über zwei Wochen ausgewertet. "Die Ergebnisse, die der Rechtsextremismusexperte Jean-Yves Camus zusammenfasste, sind auf den ersten Blick schockierend. Al Dschasira stelle die Besetzung des Iraks als Teil der jüdischen Weltverschwörung dar und biete Geiselnehmern ein Podium, die die Enthauptung ihrer Opfer rechtfertigen. Über den saudi-arabischen Sender Iqra schreibt Camus: 'Iqra treibt die antiwestliche Paranoia bis zur Hysterie. Gott wird angerufen, den Muslimen den Sieg über die Ungläubigen zu gewähren, der Sender propagiert schlicht und einfach Dschihad.' Allerdings ist die Auswertung umstritten.

Im Interview verteidigt der Journalist Nemri Mondher die Überzeugungen seines Senders al-Alam: "Bin Laden ist immer noch ein CIA-Agent." Thilo Guschas stellt "Äther 28" vor, das für den arabischen Raum produzierte Jugendmagazin der Deutschen Welle.

Im Feuilleton erfährt ein skeptischer Jan-Hendrik Wulf aus den neuen Ausgaben des "Kursbuchs" und der Frankfurter Hefte, wie sich ein neues deutsches Selbstbewusstsein formiert. Der taz-Naturbeauftragte Cord Riechelmann warnt vor voreiligen Schlüssen in Hinsicht auf das komplexe System Leben. Tobias Rapp bespricht die neuen Alben von Beck und Moby. In der zweiten taz ärgert sich Bettina Gaus über die schamlose Berichterstattung der privaten Sender im Zusammenhang mit der Komapatientin Terri Schiavo. Juliane Gringer nimmt sich die Kommerzialisierung des Fastens vor und lässt drei Praktizierende zu Wort kommen. "Fra" und "Sat" polemisieren gegen die Schuldzuweisungsroutinen, die nach dem jüngsten Amoklauf in einer Schule in Minnesota nun wieder anlaufen.

Und Tom.

FAZ, 23.03.2005

Der ehemalige Innenminister Gerhart Baum warnt die Rundfunkintendanten - vor allem Thomas Gruber (br) und Peter Voß (SWF) - vor einer allzu einschränkenden Interpretation ihres Kulturauftrags. Voß hatte in einem Papier erklärt, der Rundfunk habe "einen Vermittlungs-, keinen Entwicklungsauftrag. Und zur Vermittlung genügten vorhandene Tonträger. Mit dieser Argumentation begründet der SWR seine Entscheidung, sich vom Stuttgarter Festival Eclat zu trennen und das Vokalensemble des SWR so zu reduzieren, dass es seinen weltweit konkurrenzlosen künstlerischen Standard nicht wird halten können. Ein 'Umbau' der Rundfunkorchester ist für dieses Jahr angekündigt. Beim Fußball beschränkt sich die ARD nicht auf Vermittlung. Es werden die Rechte gekauft und damit die Entwicklung des Profi-Fußballs gesichert. Der Fußballer wird weiter bezahlt, der Musiker nicht mehr." Doch ohne eine echte Kulturförderung könnte die EU den Rundfunkanstalten den Geldhahn bald ganz zudrehen, warnt Baum. Sie verlangt nämlich "zur Rechtfertigung der Gebühren die klare Unterscheidbarkeit gegenüber privaten Anbietern". Mit Fußball ist das nicht zu machen.

Verena Lueken hat Clint Eastwoods Boxerfilm "Million Dollar Baby" gesehen und verteidigt den Regisseur und Hauptdarsteller vehement gegen den Vorwurf, er sei ein irgendwie ausdrucksloser Schauspieler: "Sergio Leone, der Clint Eastwood in den späten sechziger Jahren zum Star machte, hat einmal gesagt, er kenne nur zwei Gesichtsausdrücke Eastwoods, einen mit und einen ohne Hut. Inzwischen würde vielleicht auch er ihn eher einen Meister des Unbewegten nennen, einen Stoiker und Minimalisten, dem zuzuschauen in dieser Zeit des Mimikgetöses fast eine buddhistische Erfahrung ist."

Weitere Artikel: Joseph Croitoru stellt eine Studie über die Siedlerbewegung in Israel vor, die dort großes Aufsehen erregt hat. Die israelische Historikerin Idit Zartal und der Haaretz-Journalist Akiva Eldar beschreiben darin, wie die israelische Gesellschaft zur Geisel der Siedler geworden sei - keine ganz neue These, meint Croitoru, entscheidend sei jedoch "die präzise chronologische Beschreibung und Analyse einer politischen Bewegung, die sukzessive an Macht gewonnen und sich zu einer Art Staat im Staat entwickelt hat". Mark Siemons grübelt über die Bedeutung des Worts ZWEIFEL, das der norwegische Künstler Lars O Ramberg auf den Palast der Republik gesetzt hat. Jordan Mejias berichtet über erste kritische Reaktionen in den USA auf das Gesetz für den Fall Schapiro. Andreas Rosenfelder war an Bord der MS Rheinenergie, auf der Elke Heidenreich und Christian Schuller während der lit.Cologne mit Hilfe von Sängern und einer Pianistin ihre Lieblingsopern vorstellten. Patrick Bahners gratuliert dem Lektor Ernst-Peter Wieckenberg zum Siebzigsten. Dieter Bartetzko schreibt zum Tod des japanischen Architekten Kenzo Tange. Gemeldet wird, dass Györgi Ligeti den Frankfurter Musikpreis erhält.

Auf der letzten Seite porträtiert Paul Ingendaay den spanischen Countertenor Carlos Mena. Kerstin Holm stellt die Stars des russischen Panzermuseums Kubinka vor: "Zwei russische Besucher erkundigen sich schon an der Kasse, wo die 'Faschy', die deutschen Panzer, zu finden seien. Aber auch der Betreuer Boris Michailowitsch, ein freundlicher älterer Mann, der für seine metallenen Schützlinge geradezu väterliche Liebe zu empfinden scheint, geleitet die Fremdlinge beinahe feierlich zum deutschen Pavillon, als seien dort die edelsten Turf-Senioren untergebracht. Die Panzer der angelsächsischen Verbündeten in der Halle schräg gegenüber bedenkt Boris Michailowitsch mit einer großmütig wegwerfenden Handbewegung." Und Dirk Schümer berichtet, wie sich die Venezianer über den Verlust von Veroneses Gemälde Hochzeit zu Kana hinwegtrösten: Das von Napoleon geraubte und jetzt im Louvre hängende Bild wurde durch eine Dia-Projektion im Inselkloster von San Giorgio Maggiore ersetzt.

Besprochen werden John Adams Oper "The Death of Klinghoffer" in Wuppertal, eine Ausstellung von Albrecht Dürers Buchprojekten in der Bibliothek Otto Schäfer in Schweinfurt und ein Konzert von Willy de Ville in Stuttgart.