Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Beeindruckend waren vor allem die Schreibtisch-Blogger

23.06.2009. Der Economist zeigt, wie umfassend amerikanische Medien und Blogger im Netz über den Iran berichteten. Outlook India sucht die Rassisten im eigenen Land. In Le Point ruft BHL zur Unterstützung der iranischen Opposition auf. In Salon.eu.sk untersucht Zygmunt Bauman weiter die Nachwirkung der Totalitarismen in Polen. Im Guardian erklärt Wallace Shawn, warum Sex immer noch schockiert. Al Ahram singt ein Loblied auf die Pakistani, die die Taliban aus ihren Dörfern vertrieben haben. In Nepszabadsag erklärt Lajos Parti Nagy, warum er kein Ungar sein will. Das TLS hält sich die Nase zu in Versailles.

Komplex ist alles

16.06.2009. MicroMega will kein Ritual der 1000 Frauen - schon gar nicht für Gaddafi. Outlook India erzählt, wie das Hindu-Theater mit Hilfe von Bert Brecht revolutioniert wurde. Der polnische Autor Pawel Huelle erzählt in Salon.eu.sk, wie er auf dem Fahrrad lernte, dass seine Stimme zählt. Der Guardian lernt von Abbas Kiarostami, worin die Schönheit der Kunst liegt. Im Nouvel Obs überlegt Breyten Breytenbach, was in Südafrika schief läuft. Elet es Irodalom ärgert sich über Intellektuelle, die nicht ins Theater gehen. The New Republik liest türkische Bücher über den Genozid an den Armeniern, die NYRB liest Bücher über Darfur. Die New York Times freut sich schon auf das neue Großparis.

Kann man in einer Synekdoche sterben?

09.06.2009. Al Ahram fragt sich, was die Araber eigentlich Obama anbieten können. Outlook India meint, Obama hätte besser zu den nicht-arabischen Muslimen gesprochen. Charlie Kaufmans Film "Synecdoche, New York" löst in der London Review existentielle Fragen aus. Polityka entdeckt in Polen eine Republik der Solisten. Der Economist versenkt sich in das Leben eines amerikanischen Träumers, den 483.000 Dollar Schulden drücken. In Clarin fragt Beatriz Sarlo: Was will Buenos Aires sein? In Elet es Irodalom beschreibt Ignac Romsics den Unterschied zwischen west- und osteuropäischen Rechten. NZZ-Folio reist ans Schwarze Meer. Und im Guardian greift der Bildhauer Alexander Stoddart zur Pistole.

Schuld ist immer das Schwein

02.06.2009. Explodierende Tunesier erlebte Al Ahram beim arabischen Theaterfestival in Kairo. Im Observer erklärt der ägyptische Schriftsteller Alaa Al Aswani: Die Demokratie kommt nach Ägypten, bald. Polityka ärgert sich über die Nörgler, die den Polen den 4. Juni vermiesen. Der Statesman, Prospect und The Nation widmen sich China. Im Nouvel Obs erklärt Michel Pastoureau unsere biologische Verwandschaft mit dem Schwein. Zygmunt Bauman widerspricht in Salon.eu.sk Slavoj Zizek. Das Bookforum untersucht den Boom afrikanischer Literatur.

Kirche aller Ketzer

26.05.2009. Wired erklärt, was Google ist: ein Auktionshaus. Die New York Review of Books sieht Pakistan am Rande der Anarchie. Elet es Irodalom stellt eine neue Zeitschrift zur Kultur der Peripherie vor. The Nation greift die Kundera-Affäre auf. In Literaturen liest Barbara Vinken Sexgeschichten von Kindern. Die LRB lobt das hervorragende Beispiel eines Wikis. In El Espectador schildert Hector Abad die fatalen Folgen des Lesens. Der Espresso porträtiert die Faschisten des dritten Jahrtausends.

Es gibt nur Stilisierungen

19.05.2009. Wie findet man Lebensglück?, fragt The Atlantic. Outlook India feiert den Sieg der säkularen Politik in Indien. Der Spectator sieht die Stunde der Mediävisten gekommen. Der Economist erklärt, warum der Perlentaucher lebenswichtig ist. Der New Statesman kauft Damenunterwäsche in Saudi-Arabien. Magyar Narancs fragt sich, was der 8. Mai eigentlich in Ungarn bedeutet. Die afghanischen Ehegesetze widersprechen dem Koran, erklärt Nasr Abu-Zayd in ResetDoc. Jazz stirbt in Polen, erkennt Polityka.

Kreuzung aus Igel und Schnecke

12.05.2009. Der Nouvel Obs bringt ein Interview mit Imre Kertesz über das Überleben nach dem Überleben. Die New York Review of Books feiert die reiche und kluge Madame de Stael. Tygodnik Powszechny freut sich über die erste Stasiuk-Verfilmung. Im Guardian fragt sich Elaine Showalter, warum amerikanische Autorinnen notorisch unterschätzt werden. Le Point porträtiert Dieudonne, der seinen Antisemitismus zur Kunst erklärt. Rue 89 fragt: Sind Internetsperren links? Im New Republic liest sich John Banville durch die Briefe Samuel Becketts.

Ihr wolltet frisches Blut

05.05.2009. The Nation porträtiert den bulgarischen Mafioso und Autor Georgi Stoev, der genauso ermordet wurde, wie er es in seinen Büchern beschrieben hat. In Nepszabadsag erklärt der Dichter Akos Szilagyi, warum ein Gesetz gegen Holocaustleugnung nicht die Meinungsfreiheit einschränkt. Der New Yorker wünscht sich mehr Befehlsverantwortung. In der Gazeta Wyborcza fordert Roza Thun von den Polen mehr Leidenschaft für die EU. Im New Statesman glaubt Andrew Orlowski nicht an den Long Tail im Internet. In der NYT erklärt Russell Shorto den Unterschied zwischen einem Holländer und einem Amerikaner.

Och, ich häng' ein bisschen rum

28.04.2009. Im Merkur macht sich Ralf Dahrendorf für den stakeholder stark. Im Guardian warnt Kazuo Ishiguro alle Schriftsteller: Man kann es sich in seinen Dreißigern nicht gemütlich machen. In Literaturen erklärt Peter Sloterdijk: 10.000 Übungsstunden braucht ein passabler Handwerker - oder ein Musiker. Die London Review erklärt den Reiz Sharia-kompatibler Banken. In Le Monde denkt der tunesische Philosoph und Theologe Mezri Haddad über die Vampirisierung des Islam nach. Die NYT weiß, wie man erfolgreich Drogen schmuggelt.

Das Ideal der Jugend

21.04.2009. Im Espresso ruft Suketu Mehta seinen Schriftstellerkollegen zu: Rettet die Sprache vor den Bankern! Im Guardian liest Julian Barnes das einzige bezahlte Gedicht von Arthur Hugh Clough, "Amours de Voyage". Die polnische Sprache ist ein einziger Ausdruck des Misstrauens, klagt Tygodnik Powszechny. In Commonweal beschreibt Terry Eagleton den Kampf von Kultur und Zivilisation. Google kann hellsehen, stellt der Economist fest. Die Finanzelite verhindert genau jene Reformen, die sie retten soll, erklärt The Atlantic.