Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Erben, heiraten oder stehlen

17.09.2024. Wired trauert um die Einstellung von Google Everyday Robots: Wer wird in der Zukunft in Fabriken, Krankenhäusern und Restaurants arbeiten? In der London Review fragt sich John Lanchester, warum etwas so nutzloses wie Finanzspekulationen unsere Gesellschaft prägen darf. The Insider veröffentlicht die letzten Worte Alexej Nawalnys vor Gericht. Bei tvar erzählt die tschechische Roma-Schriftstellerin Ilona Ferková, warum Sex bei den Roma tabu ist. Und der New Yorker möchte mit seinem Fahrrad lieber cruisen als rasen.

Bibliothek entglittener Gesten

10.09.2024. Tote Russen in Kursk scheren weder Putin noch die apathische Bevölkerung, konstatiert Desk Russie. Lieber investiert Putin in Projekte für gesundes Altern, die bis 2030 "175.000 Leben retten" sollen, sekundiert Meduza. Wie Russland indes Armut und Enttäuschung vom Westen in Niger ausnutzt, berichtet NewLines. Außerdem blickt NewLines auf die Lektüreliste von US-Generälen und entdeckt ein neues Genre: FICINT. In Kenia geht die Gen Z auf die Straße, weiß die LRB. In Artalk analysiert der Übersetzer Robert Švarc die nazistische Rhetorik der slowakischen Regierung. Und HVG meldet: Das in Ungarn erlassene Handyverbot stellt Schulen vor massive Herausforderungen.

Es ist einfacher, den Kopf wegzudrehen

03.09.2024. Newlines schildert, wie die orthodoxe Kirche in Georgien Stalin zum Heiligen mit Superkräften stilisiert. In HVG erzählt die in Siebenbürgen geborene Ärztin Juli Havas, wie die Angst auch Jahrzehnte nach der Ceausescu-Diktatur noch ihr Leben bestimmt. Das New York Magazine kann die schmutzigen Deals, die die ganze Trump-Familie mit despotischen Regimen macht, kaum noch zählen. Der New Yorker lernt von der Historikerin Rebecca L. Davis, wie Sklavinnen für die Entwicklung der modernen Gynäkologie ausgenutzt wurden. Und der Guardian staunt, was Pablo Escobar den Kolumbianern hinterlassen hat: Eine ausgemachte Flusspferdplage.

Der Kommandant wollte sich betrinken

27.08.2024. Takie Dela porträtiert eine der letzten unabhängigen Redaktionen Russlands, Swobodnyje Nowosti aus Saratow. Der New Statesman schildert die Geschichte des islamischen Hasspredigers Anjem Choudary, der jahrzehntelang unbehelligt in UK agitieren durfte. Walrus besucht den Chemiker Frederik Vanmeert, der weiß, mit welchen Substanzen Jan Vermeer die Glanzlichter auf der Perle und im Gesicht des Mädchens mit dem Perlenohring setzte. New Lines trifft sudanesische Flüchtlinge in Kenia. "We have a Historikerstreit on our hands!", ruft Engelsberg Ideas. Und die New Left Review sucht nach der siebten Generation des chinesischen Kinos.

Die Raiwomen leben längst in Frankreich

20.08.2024. In Le Grand Continent feiert Kamel Daoud die Algérianité Orans. In HVG erzählt Gergely Péterfy, warum es derzeit so viele ungarische Autoren nach Todi in Umbrien zieht. The Insider lauscht einem über Korruption und Unfähigkeit verzweifelnden russischen Bürgermeister aus der Region Kursk. Wer in Kenia Jesus treffen will, wird anschließend einige lebenswichtige Organe vermissen, lernt der New Yorker. Warum die Hungerkatastrophe im Sudan hausgemacht ist, berichtet New Lines. Die London Review taucht mit der Biografie des Musikers und Komponisten Arthur Russell ins aufregende New York der Siebziger ein.

Auf einem Pony zur Schule

13.08.2024. New Lines begutachtet den neuesten Trend in der Pfingstbewegung, wonach sich Gottes Segen nur im eigenen Wohlstand manifestiert, auch wenn er auf Drogenhandel basiert. Die New York Times begibt sich im Sudan auf die Spuren des Sudan People's Liberation Movement. Denik Alarm beobachtet die Säuberungen der slowakischen Kulturministerin Martina Šimkovičová. Das Times Literary Supplement leidet mit William Morris an einer Welt, in der handgefertigte Waren zu teuer für die Armen sind.

Raumschwingungen

06.08.2024. Der New Yorker porträtiert den Hamas-Führer Yahya Sinwar, der seine eigenen Landsleute folterte, bevor er den 7. Oktober orchestrierte. Lidove noviny stellt die Fotografin Dagmar Hochová vor. In Mediazone denkt der im russischen Straflager sitzende Kommunalpolitiker Alexei Gorinov über die kosmische Ewigkeit nach. Im Observator Cultural verteidigt der rumänische Dichter Cosmin Petra atypische Literatur. Der Guardian feiert den ukrainischen Monuments Man Leonid Marushchak. New Lines erzählt, wie sich Rumänien seiner Beteiligung an der Judenvernichtung im Zweiten Weltkrieg stellt.

Eine Sprache der wunderbaren Unmöglichkeit

30.07.2024. New Lines lernt von den Huthi, wie man Gotteskrieger heranzüchtet. Yasha Mounk erklärt uns, was Luxusüberzeugungen sind. Die Türkei ist auch für muslimische Dissidenten kein sicheres Pflaster, lernt Eurozine. In einem hat Macron recht, meint die LRB: Die Franzosen lieben einen König. Words Without Borders stellt die Literatur des frankophonen Pazifiks vor. Wired fürchtet das Umlegen des AMOC-Schalters. Der New Yorker blickt in eines Haifischs scharfen Schlund.

Messianische Sequenzen

23.07.2024. William T. Vollmann besucht für Harper's die südkoreanischen Bauern, die schon mal für die Cousins und Cousinen im Norden Lebensmittel anbauen. Tablet bewundert den Überlebenswillen Sonia Delaunays. Granta beobachtet den Goldschmuggel in der Sahara. Osteuropa lässt sich erklären, was eine "globale Kriegspartei" in Georgien ist. Israel droht ein Vierfrontenkrieg, fürchtet der New Yorker. New Lines verfolgt die die nicht unproblematische Reise von Malcom X durch Afrika. Der Guardian lernt, dass neueste Technik den Ärmsten der Welt auch helfen kann.

Mit Ziel auf die Tavernen und Bordelle

16.07.2024. Der Observator Cultural berichtet von einem unwirklichen Besuch Michel Foucaults im Bukarest der 60er Jahre. In Forum 24 erklärt der Historiker Timothy Snyder eine selten beherzigte Lehre aus der Geschichte: Am Ende gewinnen immer die Kleinen. Die London Review betrachtet die deprimierende Situation der Frauen in Afghanistan. In HVG reflektiert der ungarische Autor Laszlo Darvasi die Debatte in Ungarn. Der New Yorker untersucht den Zusammenhang zwischen Piraten und Sex. New Lines würdigt den Beitrag der Mittelschicht zu den Protesten in Kenia.