Magazinrundschau

Selbstzensur ist ein Thema

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
16.04.2013. Wer Mathematik besser verstehen will, sollte stricken, empfiehlt der American Scientist. The Quarterly Conversation erklärt, warum Czesław Miłosz Kalifornien liebte. Elet es Irodalom besucht eine Robert-Capa-Ausstellung. Der New Yorker porträtiert die Mars-Pioniere Adam Steltzner und John Grotzinger. In n+1 erklärt Sally Potter, warum sie den Hass auf Margaret Thatcher frauenfeindlich findet. In La regle du jeu erklärt Atiq Rahimi, warum sich globale Krisen immer in Afghanistan kristallisieren. Der Global Mail besucht Flüchtlinge im indonesischen Sex-Ferienort Cisaru. Vanity Fair porträtiert Felix Baumgartner.

American Scientist (USA), 01.04.2013

In einem ganz wundervollen Artikel erklärt die Mathematikerin Sarah-Marie Belcastro, wie man mathematische Objekte strickt. "Sie mögen sich fragen, warum irgendjemand das wollen sollte. Ein Grund ist, dass die fertigen Objekte sehr gute Lehrhilfen sind. Ein gestricktes Objekt ist flexibel und kann physisch manipuliert werden, anders als schöne und mathematisch perfekte Computergrafiken. Und der Prozess selbst bietet einige Erkenntnis: Indem man ein Objekt neu erschafft, nicht dem Muster eines anderen folgend, kommt man zu einem tiefen Verständnis. Die Kunst, die körperliche Version einer Abstraktion zu schaffen, setzt voraus, dass man die Struktur der Abstraktion gut genug verstanden hat, um zu entscheiden, welche Eigenschaften hervorgehoben werden müssen. Solche Entscheidungen sind ein entscheidender Teil des Designprozesses, aber damit die Einzelheiten Sinn ergeben, müssen wir das Stricken geometrisch betrachten." (Links im Bild eine Kleinsche Flasche. Illustration von Barbara Aulicino, Foto von Austin Green)