Heute in den Feuilletons

Bösgläubige Besitzer

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
20.11.2013. Sowohl SZ als auch FAZ befassen sich mit der Frage der Verjährung bei Raubkunst: So eindeutig scheint die Rechtslage nicht zu sein. Die NZZ erkundet das Gewaltregime des Daniel Ortega und ist nicht zufrieden mit einem chauvinistischen Blick auf die Art déco in einer Pariser Ausstellung. Auch die Welt verreißt: und zwar einen "Falstaff" an der Deutschen Oper Berlin, der öderweise in einem Altenheim spielt. Kenneth Roth von Human Rights Watch erklärt den amerikanischen Lesern im NYRBlog, wie die NSA die Meinungsfreiheit gefährdet. Und im Guardian fragt Simon Jenkins, wie man Geheimdiensten vertrauen soll, die britische Staatsgeheimnisse an 800.000 Amerikaner weitergeben.

Tagesspiegel, 20.11.2013

Die Filme der "Berliner Schule" langweilig? Ach was, das New Yorker MoMA widmet ihnen gerade eine eigene Ausstellung, meldet froh Christiane Peitz. "Spätestens jetzt sind Petzold und Co. ein unverbrüchlicher Teil der Filmgeschichte geworden, der deutschen genauso wie der des internationalen Autorenkinos. The Berlin School, die Übersetzung versöhnt mit dem Label. Das ungeliebte Etikett adelt sie nun."

TAZ, 20.11.2013

Im Interview mit Bert Rebhandl spricht die ägyptische Regisseurin Hala Lotfy über ihren Film "Coming Forth by Day", der von der Unmöglichkeit erzählt, eine als unerträglich empfundene Situation verändern zu können: "Ausgangspunkt war die persönliche Erfahrung mit meinem Vater, er war auch pflegebedürftig, allerdings betreute nicht ich ihn, sondern meine Schwester. Diese Verzweiflung war kaum zu ertragen. Ich wollte darüber einen Dokumentarfilm machen, und zwar wirklich auch deswegen, weil mir die Situation repräsentativ erscheint: 2007, 2008 war die Situation in Ägypten sehr schwer, viele hatten das Gefühl, das Land war paralysiert."

Weiteres: Die Neue Nationalgalerie holt für die Ausstellung "Ausweitung der Kampfzone" ihre Bestände aus dem Depot und erinnert Sabine Weier an die Platzprobleme in Berlin, aber auch daran, dass die Kunst einmal ihre Schlachten in der politischen Arena geschlagen hat, nicht nur am Markt. Rudolf Walther war auf einer Frankfurter Diskussion zur Prekarität. Andreas Busche hat sich Frances Lawrences "Panem"-Fortsetzung "Catching fire" angesehen. Dorothea Hahn berichtet, dass 50 Jahre nach der Ermordung John F. Kennedys sogar Außenminister John Kerry Zweifel an der offiziellen Version angemeldet hat.

Und Tom.