Heute in den Feuilletons

Die Aus-Funktion wird mitgedacht

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
11.12.2010. Wikileaks treibt die Zeitungen immer noch stark um. Leiden Journalisten an dem Umstand, dass nicht sie die Dokumente lancierten? Sie sind erstaunlich schlechte Verlierer, schreibt Hans-Martin Tillack in seinem Stern-Blog. Wikileaks ist totales Denunziantentum, meint James Carinsson in der Welt. Im digitalen Zeitalter lassen sich Daten nicht mehr schützen, informiert Tim Renner mit der Erfahrung der Musikindustrie in Carta. Hans Leyendecker stellt sich in der SZ die bange Frage, ob er Teil des Systems sei. Taz und Tagesspiegel staunen über die Linke auf dem Kunstmarkt.

Aus den Blogs, 11.12.2010

Hans-Martin Tillack spricht in seinem Stern-Blog ein wahres Wort über die Kollegenschaft: "Ich gebe zu: Die Depeschen aus dem US-Außenministerium hätte ich auch gerne exklusiv und vorab gehabt. Also Glückwunsch an die Kollegen von Spiegel, Guardian, Le Monde und so weiter. Und ich finde es erstaunlich, wie viele schlechte Verlierer es im deutschen Journalismus gibt. Nicht wenige Kollegen spielen die Bedeutung der Papiere herunter und sprechen von Enthüllungen, die wir angeblich nicht brauchten, weil sie nur 'mit mäßigem Nährwert' ausgestattet seien."

Tim Renner kommentiert auf Carta die harschen Reaktionen auf Wikileaks (Forderungen nach Todesstrafe in den USA!) aus Sicht der Musikindustrie: "Sind Daten erst einmal digitalisiert, kann man sie nur noch schwer oder gar nicht kontrollieren. Das ist eine bittere Erkenntnis. Da platzt einem schon mal der Kragen. Aber verglichen mit Euch waren wir in unserer Reaktion fast milde. Familienväter und Mütter von Urheberrechtsverletzern wurden von uns mit Klagen über Hundertausende von Dollar überzogen, nach Leib und Leben trachten wir ihnen nicht. Naja, wir verloren durch Datenkopien ja auch nur Geld, Ihr aber Glaubwürdigkeit."

Wer am Wochenende Zeit und Lust hat, sich mit dem Inhalt der Diplomaten-Depeschen zu befassen, sei auf den Spiegel verwiesen, der einige Artikel online gestellt hat und eine interaktive Karte, die die amerikanischen Botschaften anzeigt und auf die dazugehörigen Artikel verweist. Wer bereit ist, Englisch zu lesen, dem seien die absolut phantastische Live-Blogs des Guardian empfohlen (vom 6.12., 7.12., 8.12., 9.12., 10.12.), die auf alle Artikel zum Thema und die Reaktionen verlinken. Auch hier gibt's eine Karte, die man sogar nach Stichworten durchsuchen kann. In den USA hat The Nations Greg Mitchell live gebloggt.

FR, 11.12.2010

In der Zeit hat Peter Sloterdijk kürzlich mit seiner steuerfeindlichen Gaben-Theorie noch einmal nachgelegt. Elke Brüns widerspricht und findet, dass Sloterdijk gerade seinen Kronzeugen Jacques Derrida nicht genau genug gelesen hat: "Es ist ausgerechnet der von Sloterdijk als Denker einer immer als 'noch im Kommen begriffenen Demokratie' zitierte Jacques Derrida, der die Gabe als 'Figur des Unmöglichen' radikal entidealisiert hat: Die reine, wirkliche Gabe folge einer anökonmischen, der Tauschzirkulation entzogenen Logik... Die reine Gabe darf weder dem Geber noch dem Empfänger ins Bewusstsein treten - welch ein Kontrast zur Vision eines Finanzministers, der Sloterdijk zufolge künftig sein 'Ressort als Seminar für Geberbildung zu führen' habe."

Weitere Artikel: Judith von Sternburg berichtet von einer Podiumsdiskussion zum Pastior-Securitate-Komplex: Herta Müller wie Ernst Wichner nahmen dabei nach aktuellem Kenntnisstand Oskar Pastior in Schutz gegen die Darstellung Dieter Schlesaks, die nämlich "blanker Unsinn" sei. Daniel Kothenschulte gratuliert dem Schauspieler Jean-Louis Trintignant zum Achtzigsten.

Besprochen werden ein Konzert der Kings of Leon in der Frankfurter Festhalle, ein Frankfurter Konzert des HR-Sinfonieorchesters mit Varese, Bernstein und Ives, der Tanzabend "Babel(words)" von Sidri Larbi Cherkaoui in Berlin, die Aufführung der Neufassung von William Forsythes "Yes we can't" in Frankfurt, der erste Abend des Frankfurter ROT-Festivals für aktuelle Musik, ein Auftritt des Concerto Köln mit Bachs "Weihnachtsoratorium" in der Frankfurter Alten Oper und die über die Museen der Stadt verteilte Ausstellung "New Frankfurt Internationals" (Website).

TAZ, 11.12.2010

Ingo Arend interviewt zum zwanzigsten Geburtstag der Kunst(theorie)zeitschrift Texte zur Kunst (Website) deren Mitgründerin und Herausgeberin Isabelle Graw, die erklärt, dass die Zeitschrift nicht dogmatisch ist, sondern einfach eine klare Haltung hat: "Damals wie heute gilt: Wir sind links! Das bedeutet, den Kapitalismus als ein Ungleichheiten produzierendes System zu begreifen und diese Ungleichheiten nicht als gegeben hinzunehmen. Kunst ist natürlich niemals unschuldig, sozusagen Teil des Problems. Andererseits kann sie symbolisch so etwas wie ein anderes Leben in Aussicht stellen." 

Weitere Artikel: Über den Test, dem wegen Verfolgung ihrer Homosexualität Asyl Suchende in Tschechien ausgesetzt wurden, informiert Sascha Mostryn: Sie müssen Hetero-Pornos gucken und ihre Reaktionen werden gemessen, auf dass man erfahre, ob sie eventuell doch nicht schwul oder lesbisch sind. Auf den vorderen Seiten berichtet Adrienne Woltersdorf über die chinakritische Lobrede des Nobelpreiskommittees auf Liu Xiaobo; Jutta Lietsch schildert die Reaktionen bzw. Nichtreaktionen in China - und weiß auch: "Chinesische Bürgerrechtler haben ein neues Symbol: den leeren Stuhl". In der "Leuchten der Menschheit"-Kolumne liest Wolfgang Gast statt der Wikileaks-Depeschen lieber Anna Dauns wissenschaftliche Untersuchung "Auge in Auge", in der es unter anderem um die Bereitstellung deutscher Infrastruktur für CIA-Verbrechen geht.

Besprochen werden der Tanzabend "Babel" von Sidi Larbi Cherkaoui und Damien Jalet in Berlin, Florian Henckel von Donnersmarcks erster Hollywoodfilm "The Tourist" (außerordentlich Angelina-Jolie-fixiert und gänzlich "uninspiriert" findet ihn Cristina Nord), Yann Tiersens neues Album "Dust Lane" und Bücher, darunter die erste deutsche Übersetzung der Urfassung von Jack Kerouacs Klassiker "On the Road" und Norman M. Naimarks historische Studie "Stalin und der Genozid" (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).

Und Tom.
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NZZ, 11.12.2010

Im Feuilleton schreibt Joachim Güntner über die Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland - eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik. In der Kolumne "Digitaler Alltag" spricht Brigitte Kronauer lieber über ihre Kindheit als über ihren Computer.

Besprochen werden die große Bonnard-Ausstellung im Von-der-Heydt-Museum Wuppertal, Igor Bauersimas Stück "Kap Hoorn" im Theater in der Josefstadt zu Wien, eine Ausstellung über den Comicautor Jean Giraud alias Moebius in Paris und Bücher, darunter Georges Perecs "Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

In Bilder und Zeiten legt der Kunsthistoriker Oskar Bätschmann dar, wie man ein Porträts Hans Holbeins des Jüngeren "liest". Eva Clausen besucht eine Cranach-Ausstellung in der Galleria Borghese in Rom. Otfried Höffe bekennt seine Skepsis über lokale Demokratiebewegungen in einer globalisierten Welt. Hans Bernhard Schmid liest Niklas Luhmanns frühe "Politische Soziologie".

Und Ludger Lütkehaus geht noch einmal den letzten Weg Walter Benjamins, eine nicht ungefährliche und zumindest seinerzeit beschwerliche Schmugglerroute von Banyuls nach Port Bou an der Grenze zu Spanien. Der Weg "heißt heute, nach seiner offiziellen Eröffnung als Wander- und Philosophenweg, 'Sentier de la liberte Walter Benjamin', kurz: 'Chemin Walter Benjamin', in Spanien: 'Ruta Walter Benjamin'." (hier eine Karte als pdf-Dokument.)

Tagesspiegel, 11.12.2010

Die Manifesta in Spanien und das von der Zeitschrift Texte zur Kunst organisierte Symposium "Wo stehst du, Kollege" in Berlin nimmt Kolja Reichert zum Anlass, über die neue Bessenheit der Kunst von der Realität nachzudenken. Und über die neue Revolutionsrhetorik! "Beliebig herausgegriffen eine aktuelle Ankündigung für einen Vortrag in den Berliner Kunst-Werken: 'Lorenzo Chiesa umreißt in seinem Vortrag die Art und Weise, in der die subjektive Figur des Partisanen es ermöglicht, eine Zone der Unbestimmtheit zwischen provisorischer Moralität und radikaler Politik zu denken.' Partisanen! Radikale Politik! Dazwischen: Die Unbestimmtheit. Da sitzen wir jungen schönen Kunstliebhaber und lauschen mit ernster Miene. Mit einem Deleuze-Bändchen in der Manteltasche treten wir später hinaus in die Winterkälte und blasen den Rauch unserer Zigaretten ins fahle Laternenlicht der Auguststraße."

Außerdem: Andre Anwar erklärt, was Schwedens Justiz dem Wikileaks-Gründer Julian Assange konkret vorwirft. Und was Verschwörungstheoretiker behaupten.

Welt, 11.12.2010

Kolja Reichert porträtiert den Maler Eberhard Havekost, der zwei Ausstellungen in Berlin und Dresden und eine Professur in Düsseldorf hat und auf dem Gipfel seines Erfolgs steht: "In seiner Ausstellung im Dresdner Lipsiusbau hängen vier Ölgemälde desselben Flachbildfernsehers aus leicht variierten Blickwinkeln. Das digitale Bewegtbild, Altar der Jetztzeit? Das Ende der Malerei? So einfach ist es nicht. Havekost malt auch leere Leinwände. Immer auf Leinwand. Aber: 'Es wird Zeit, dass in der Betrachtung des Ölbildes die Aus-Funktion mitgedacht wird.'"

Weitere Artikel: Elmar Krekeler porträtiert die Schauspielerin Maren Eggert, die am Deutschen Theater Berlin und im Kieler "Tatort" reüssiert. Hannes Stein erzählt, wie der ultrakonservative Moderator Glenn Beck zur Ikone der amerikanischen Opposition wurde.

In der Literarischen Welt bespricht Georg M. Oswald zwei neue Bände von Hans Magnus Enzensberger - "Meine Lieblings-Flops" und "Album". Hellmuth Karasek erinnert an Friedrich Dürrenmatt, der vor zwanzig Jahren gestorben ist.

Rezensiert werden außerdem Peter Esterhazys jetzt übersetztes Debüt "Ein Produktionsroman", Barbara Goldsmiths Biografie über Marie Curie und die Lebenserinnerungen der höchst glamourösen Salka Viertel, die als Schwester des Pianisten Eduard Steuermann in Galizien geboren wurde und es es zu einer gefeierten Hollywood-Chronistin brachte.

In der Reihe mit Artikeln gegen Wikileaks lässt die Forumsseite den Autor James Carinsson schreiben: "Wikileaks bedient eine wenig edle, aber motivationsstarke Seite der Menschen: das Denunziantentum. Diktaturen begründen darauf ihre Macht. Mit Wikileaks hat sich das Denunziantentum verselbstständigt."

Berliner Zeitung, 11.12.2010

Florian Henckel von Donnersmarck, dessen zweiter Film, "The Tourist" mit Angelina Jolie und Johnny Depp, jetzt anläuft, erzählt im Interview von den Dreharbeiten, seinem Verhältnis zu Ulrich Mühe und von Hollywood, wo er täglich zu einem besseren Regisseur werde, weil man mit so vielen Profis reden kann: "Oliver Stone beispielsweise veranstaltet einmal im Monat ein Treffen mit acht Regisseuren, wo man sich austauscht. Oder ich gehe mit Kathryn Bigelow wandern und wir besprechen dabei Filmstoffe."

Arno Widmann hält ein Plädoyer für den Wettkampf, auch wenn der - wie bei dem Wett-Kandidaten Samuel Koch - tragisch ausgehen kann: "Wenn die Ehrgeizlosen eine Gesellschaft nach ihrem Bilde fordern, dann ist das verständlich, aber - sagen wir es so - undemokratisch. Denn für alle anderen, die Ehrgeizigen also, gäbe es keinen Ort in dieser Gesellschaft. Und es wäre dumm. Denn so sehr die Ehrgeizlosen, die es dennoch geschafft haben, die Ehrgeizigen, die es noch nicht geschafft haben oder gar niemals schaffen werden, verachten mögen - der Glaube, dass die Gesellschaft von Sterntalerkindlein, die alles hingeben, auf dass ihnen alles in den Schoß falle, vorangebracht wird, ist der menschenfeindliche Irrglaube einiger von den Göttern verwöhnter Herrschaften, die auf ihren Privilegien beharren."

SZ, 11.12.2010

Einerseits kritisiert Hans Leyendecker auf der Medienseite den Veröffentlichungsradikalismus von Wikileaks. Er ist andererseits aber auch bereit einzusehen, dass er mit seiner Haltung vielleicht auf verlorenem Posten steht: "Es ist eher zweifelhaft, dass sich die Alten, die Journalisten, die das Portal wegen seiner Radikalität kritisieren, mit ihrer Definition von Vertraulichkeit am Ende durchsetzen werden. Die Kommentierung vieler klassischer Medien, auch der Süddeutschen Zeitung, ist aus Sicht der Alten berechtigt und notwendig, aber sie entfremdet die Jungen. Journalisten, die argumentieren, dass auch Staaten in bestimmten Fällen ein Recht auf Verschwiegenheit haben, sind aus ihrer Sicht nicht Teil irgendeiner Lösung, sondern ein Teil des Systems."

Weitere Artikel: Für feuilletonaufmacherwichtig hält Tobias Kniebe "The Tourist", den ersten Hollywoodfilm Florian Henckel von Donnersmarcks, schon. Aber sicher nicht, weil er gelungen wäre: "'The Tourist' wird schon morgen rückstandslos verpufft sein." Aus aktuellen Anlass (mehr dazu in der Zeit) erinnert Alexander Menden an die Londoner Protesttradition. Aus Schweden berichtet Laura Weissmüller, dass Malmö sich mit großen Erfolg als Kreativ- und Wissenschaftsstadt neu erfunden hat. Rainer Gansera gratuliert dem Schauspieler Jean-Lous Trintignant zum Achtzigsten. Zum Tod des Jazzmusikers James Moody schreibt Andrian Kreye.

Im Aufmacher der SZ am Wochenende meditiert Gerhard Matzig über Widerstände gegen die Urbanität. Auf einer Doppelseite empfehlen SZ-Kritiker kaufbare Kulturdinge fürs Weihnachtsfest. Die Historienserie zum Verhältnis von Orient und Okzident schließt mit einem Blick auf die Kolonialisierung des Ostens durch den Westen. Rebecca Casati unterhält sich mit Sophie Marceau über den "Ruhm".

Besprochen werden eine Münchner Aufführung von Mahlers Dritter, bei der Mariss Jansons das br-Symphonieorchesters dirigierte, Inszenierungen neuer Stücke von Sibylle Berg und Jan Neumann in Bonn und in Bochum, eine Ausstellung in der Berliner Alten Nationalgalerie, die über "Verlust und Wiederkehr" in der eigenen Sammlung informiert, die Herline-Koelbl-Ausstellung "Mein Blick - Werkschau 1976-2010" im Münchner Stadtmuseum, Disneys "Rapunzel"-Film und Bücher, darunter Ken Folletts jüngste Saga "Sturz der Titanen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

FAZ, 11.12.2010

Auch ohne von der Regierung indoktriniert zu sein, sehen viele Chinesen den Nobelpreis für Liu Xiaobo als Verschwörung des Westens, schreibt Mark Siemons. Grund dafür sei ein immer größerer Nationalismus: "Ein Gutteil des Rumorens im Internet kritisiert die Kommunistische Partei von dieser Seite her: Sie reagiere zu schwach und versöhnlerisch auf die Zumutungen des Westens. Diese Halbstarken-Attitüde hat in dem Maß Oberwasser bekommen, in dem das Land ökonomisch mächtiger wurde."

Weitere Artikel: Gina Thomas erklärt die Hintergründe für die Studentenproteste in London. Jürgen Dollase isst für seine Gastrokolumne Austern im Hamburger Restaurant "Cöllns Stuben". Tilman Spreckelsen meldet, dass Regina Dürig den "Goldenen Prick" für ihr Jugendbuch "Disneyland" bekommen hat. Hubert Spiegel besucht die Herta-Müller-Ausstellung in Stuttgart, die nach den vorherigen Stationen München und Berlin verändert wurde - nun werden Dokumente aus Oskar Pastiors Täterakte gezeigt. Wolfgang Sandner schreibt zum Tod des Jazzsaxofonisten James Moody. Auf der letzten Seite schreibt Melanie Mühl über die Frauenquote in der CSU (die alten Männer waren dafür, die jungen Frauen dagegen).

Besprochen wird Daniel Catans Oper "Il Postino" mit Placido Domingo in Wien. Auf der Schallplatten-und-Phonoseite geht's um Sinfonien des Beethoven-Zeitgenossen Franz Danzi, eine Neuaufnahme der italienischen Lieder Hugo Wolfs it Christoph Pregardien und die posthume CD von Michael Jackson.

Bilder und Zeiten bringt einen Reisebericht Viktor Jerofejws aus dem Iran. Den Russen nimmt man übel, dass sie die Wahlfälschung unterstützt hätten, schreibt er: "'Kein Wunder', gebe ich zu, 'einige unserer Regierenden würden gern in die gleiche Richtung gehen wie Teheran. Die Orthodoxe Zivilisation: eine Allianz des Präsidenten mit dem Patriarchen, der im Handumdrehen zum geistigen Führer unseres Landes wird - das ist eine Bedrohung für mein Land, für mich persönlich. Dann werde ich zum echten Feind des Volkes.'"

Außerdem wirft Bert Rebhandl anlässlich des deutschen Starts von Xavier Beauvois' Film "Von Menschen und Göttern" einen Blick auf Priesterfiguren im französischen Kino. Auf der Literaturseite geht?s um Hans Magnus Enzensbergers "Album" und um "Notizbücher" von Brecht. Für die letzte Seite unterhält sich Felicitas von Lovenberg mit Umberto Eco, der über seine Liebe von Büchern spricht und übrigens nur noch Schurrbart trägt ("mein Bart wurde immer grauer, während mein Schnurrbart dunkel blieb. Ich sah aus wie Dschingis Khan!")