Heute in den Feuilletons

Das Andauern des kommenden Abschwungs

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
08.04.2009. Der Kapitalismus geht unter - und kein Mucks von links, nörgelt die FAZ. "Kapital" lesen bringt's jedenfalls nicht, meint Mathias Greffrath in der Berliner Zeitung, es kömmt darauf an, die Erde bewohnbar zu machen. In der FR versuchen unterdes drei Star-Ökonomen eine Billiarde in neuen Derivaten unter Kontrolle zu bringen. In der SZ erklärt Ai Weiwei, warum er nach den Kindern aus den Tofu-Schulen sucht. In der NZZ bewältigen Deutsche und Schweizer 4000 Meter Empörung.

FR, 08.04.2009

Elefantenparade in der FR, die gleich von drei Star-Ökonomen die einschlägigen Texte zur Wirtschaftskrise druckt.

Der Columbia-Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz attackiert den 500-Milliarden-Rettungsplan, mit dem die amerikanische Regierung den Banken die toxischen Papiere abkaufen will - und mit dem seiner Meinung nach nur die Banken und Investoren gewinnen können und der Steuerzahler nur verlieren: "Nehmen wir ein Wertpapier mit einer 50-prozentigen Chance, innerhalb eines Jahres entweder auf 200 Dollar anzusteigen oder auf null abzufallen. Der durchschnittliche "Wert" dieses Papiers ist 100 Dollar. Lässt man Zinsen beiseite, würde man das Papier also für 100 Dollar auf dem Markt verkaufen. Soviel ist das Papier "wert". Nach dem Plan von Finanzminister Timothy Geithner, würde die Regierung also 92 Prozent des Geldes bereitstellen, um das Papier zu kaufen, aber nur 50 Prozent aller etwaigen Gewinne einstreichen, dafür aber fast die gesamten Verluste tragen. Eine tolle Geschäftsbeziehung!"

Der peruanische Ökonom Hernando de Soto meint dagegen, dass nicht allein die berüchtigten toxischen Papiere das Problem sind, sondern Wertpapiere insgesamt, die kein Vertrauen mehr genießen: "Zu Beginn des Jahrzehnts gab es etwa 100 Billionen Dollar in Wertpapieren, die weltweit greifbare Werte repräsentierten wie Grundstücke, Immobilien und Patente. Daneben gab es noch etwa 170 Billionen Dollar in Hypotheken, Aktien und Anleihen. Seitdem aber haben uns aggressive Finanziers nach Schätzungen der Internationalen Bank für Zahlungsausgleich eine Billiarde in neuen Derivaten beschert (mit Immobilien besicherte Anleihen, forderungsbesicherte Wertpapiere und Credit Default Swaps), die den Markt überschwemmt haben."

Und last but not least plädiert Wirtschaftsnobelpreisträger und NYT-Kolumnist Paul Krugman für weitere Staatsausgabe, um die Wirtschaft am Laufen zu halten: "So sitzen wir in dem andauernden, sich selbst weiter treibenden Abschwung wie in einer Art Deflationsfalle, aus der nur schwer herauszukommen ist. Genauso war es in den 1990ern in Japan. Je länger es andauert, desto gefährlicher wird es. Es ist also von äußerster Wichtigkeit - selbst, wenn man nicht in der Lage ist, einen Aufschwung herbeizuführen -, alles zu tun, um das Ausmaß und das Andauern des kommenden Abschwungs, so gut es geht, zu verringern."

In Times mager erinnert Christian Schlüter an Husserl, der vor 150 Jahre geboren wurde.

Berliner Zeitung, 08.04.2009

Der Marxkenner Mathias Greffrath rät von zuviel "Kapital"-Lektüre ab: "Die Marxisten, könnte man sagen, haben den Kapitalismus nur mit unterschiedlichem Erfolg kritisiert - jetzt kommt es darauf an -, die Wirtschaftsordnung, die auf ihn folgt, zu gestalten. Anders gesprochen: den gegenwärtigen Versuch der ökonomischen und politischen Welteliten, mit ein paar regulierenden Korrekturen weiterzumachen, zu verhindern..." und "die Märkte der Welt so zu regeln, dass Ungleichheit und Ausbeutung aufhören und die Erde bewohnbar bleibt". Machen wir mit links!
Stichwörter: Ungleichheit

Aus den Blogs, 08.04.2009

Matthias Spielkamp attackiert in seinem Immateriblog den Literaturwissenschaftler Uwe Jochum, der gestern in der FR gegen Open Access polemisierte - unter anderem mit dem Argument, dass die Anhänger von Open Access anders als die Unterzeichner des "Heidelberger Appells" namentlich nicht bekannt seien: "Bereits vor mehr als fünf Jahren haben zahlreiche Unterstützer mit ihrem Namen die Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen unterzeichnet - bis heute sind es 262 geworden, darunter so prominente Wissenschaftler wie Jürgen Mittelstraß, Dieter Simon, Hans-Jörg Bullinger, Karl Max Einhäupl und Dieter Lenzen. Dazu kommen die 7399 Unterzeichner der Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft. Sehr anonym, Herr Jochum!"

Noch ein Aspekt des Internetzeitalters, ein eher unheimlicher: "Wir alle werden dank des Web 2.0 wieder lernen müssen, mit unseren Biografien zu leben statt gegen sie", schreibt Klaus Jarchow in Medienlese. "Auch deshalb, weil wir sie ja gar nicht mehr ändern können. Jede Biographie ist dabei notwendigerweise fleckig... Nachträgliche Korrekturen sind komplett sinnlos: Was jemand getan hat, das hat er getan - er kann es nur plausibel in seine Vita einbauen. Biografiearbeit ist gefragt - keine Unterlassungserklärungen auf Druck von Anwälten oder Reputationsagenturen."
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Gegendarstellung, 08.04.2009

Auf www.perlentaucher.de vom 26.03.09 wird in "Heute in den Feuilletons" die Berliner Zeitung vom 26.03.09 wiedergegeben mit "Der Vorsitzende der Organisation Milli Görüs steht unter dem Verdacht der Geldwäsche, des Betrugs und Missbrauchs von Geldern".
Hierzu stelle ich fest:
Weder wird dieser Verdacht auf mich von der Berliner Zeitung vom 26.03.09 geäußert, noch werde ich wegen Geldwäsche, Betruges oder Missbrauch von Geldern verdächtigt.
Rösrath, den 31.03.09
Osman Döring (Vorsitzender der IGMG Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs e.V.)

(Anm. der Perlentaucher-Redaktion: Herr Döring hat Recht. Die Berliner Zeitung sprach nicht vom Vorsitzenden, sondern vom Generalsekretär von Milli Görüs. Wir bedauern den Fehler und haben ihn auch in unserem Archiv korrigiert.)
Stichwörter: Geldwäsche

NZZ, 08.04.2009

Ach, die Schweizer und die Deutschen - es hört nicht auf. Peter von Matt führt uns die Jahrhunderte vor Augen, in denen sie sich geprügelt haben, und kommt dann zum Heute: "Die politische Klemme, in der die Schweiz heute steckt, darf nicht auf das Verhältnis Schweiz - Deutschland zurückgeführt werden. Das Problem liegt vielmehr in der dramatischen Differenz zwischen der Selbstwahrnehmung der Schweiz und ihrer Außenwahrnehmung. Zu lange wollten wir davon nichts hören. Wir wissen ja wohl am besten, wer wir sind, oder? Man ist aber auch der, als der man gesehen wird."

Die Schriftstellerin Brigitte Kronauer fragt, nach vielen Komplimenten Richtung Schweiz, vorsichtig an, ob nicht eine gewisse "Überempfindlichkeit" der Schweizer "uns Deutsche manchmal zu hochverwerflicher Grobheit verleitet? Man muss die heikle schweizerische Tradition des Sich-klein-Machens – für Fremde irritierend und ein potenziell lauerndes Glatteis wie das Hamburger understatement, doch diesem nicht verwandt – als wohltrainiertes Zeremoniell begreifen, das dem allzu einfältigen Gast leicht zur Falle wird. Nie sollte man sich von ihm einschläfern lassen, es um Gottes willen niemals, und sei es aus Zerstreutheit, wörtlich nehmen oder ihm naiv glauben. Dann nämlich recken die Verkannten sich in blitzschneller Empörung zur Viertausendergröße auf."

Weiteres: Naomi Bubis berichtet, dass die Wirtschaftskrise nun auch Israel erreicht - obwohl dort keine einzige Bank Konkurs angemeldet hat. Dirk Pilz war bei der Verleihung des 13. Europäischen Theaterpreises, die anlässlich des internationalen Grotowski-Jahres diesmal im polnischen Wroclaw stattfand - und hat dort einige Peinlichkeiten erlebt: Rodrigo Garcia, der auf offener Bühne einen Hummer hinrichtete und Krystian Lupa, der für seinen "vollkommen autistischen Seelenkitsch" die stolze Preissumme von 60.000 Euro erhalten hat.

Besprochen werden ein Konzert von Cecilia Bartoli in der Zürcher Tonhalle (ein "Glücksfall" für Thomas Baltensweiler, der das Gefühl nicht los wurde, der Triller sei das eigentliche Mitteilungsmedium der menschlichen Stimme), Cathy Marstons "Sturmhöhe" in Bern, Anna Viebrocks Uraufführungs-Projekt "Die Bügelfalte des Himmels hält für immer" am Theater Basel und Mithu M. Sanyals historisches Buch "Vulva - Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts".

TAZ, 08.04.2009

Heute erscheinen John Updikes "Witwen von Eastwick" auf Deutsch, was Stephan Wackwitz für einige grundsätzliche Bemerkungen über den Fortsetzungsroman nutzt: "Liberal, protestantisch und heroisch ist aber nur die väterliche Ahnenreihe des Fortsetzungsromans. Mütterlicherseits kommt er aus der literarischen Gosse, dem Zeitungswesen des 19. Jahrhunderts. Noch die hochkulturell nobilitierten Glanzstücke des klassischen Feuilletonromans der Belle Epoque - die Romane Balzacs und Dostojewskis - tragen die Buckel, Trichterbrustkörbe, Hakenwurmbefunde und Pickel ihrer niedrigen Herkunft durch die Literaturgeschichte: Entstehung unter Zeitdruck und Geldmangel, schlecht integrierte Handlungsstränge und Figuren, abrupte Neuanfänge und Schlüsse, Deus-ex-Machina-Konstruktionen, Mängel in der stilistischen Durcharbeitung, Wackligkeiten der Konzeption."

Besprochen werden zudem Rene Polleschs Theatertexte "Liebe ist kälter als das Kapital" und Willie Nelsons neues Album "Naked Willie".

In der tazzwei berichtet Ralph Bollmann, wie Nobelpreisträger Günter Grass eine Ausstellung über sein politisches Engagement und den Wahlkampf für die SPD eröffnet hat: "Er sagt jetzt ohne jeden Anflug von Ironie: 'Wir sind gut aufgestellt mit Steinmeier und Steinbrück.' Es ist nicht so, dass Günter Grass solche Sätze peinlich fände. Im Gegenteil. Sie sollen illustrieren: Hier ist einer, der sich für den politischen Nahkampf nicht zu schade ist."

Und Tom.

Welt, 08.04.2009

Hendrik Werner macht so unterhaltsam wie informativ mit dem Phänomen Twitter bekannt und fragt dann: "Liegt die Zukunft der Literatur also im lakonischen Gezwitscher? Ja, glaubt der britische Schriftsteller Stephen Fry: 'Beschränkungen bringen das Beste an Esprit, Einblick und Beobachtung hervor', schreibt er in seinem Micro-Blog."

Weitere Artikel: In der Leitglosse hofft Hanns-Georg Rodek auf den endgültigen Untergang der immer nervigeren Kinowerbung. Hannes Stein hat sich in New York die neuen Baseballarenen der Yankees und der New York Mets angeguckt und fühlt sich an erhabene Vorbilder erinnert: ersteres "macht völlig ungeniert auf Kolosseum", zweiteres könnte "der Circus Maximum" sein. Berthold Seewald erinnert an den Tiroler Aufstand, mit dem Andreas Hofer vor 200 Jahren den modernen Guerilla-Krieg begründete. Rha. gratuliert dem Schauspieler Hans Korte zum Achtzigsten.

Besprochen werden eine Ausstellung über das Design von Ikea in der Münchner Pinakothek der Moderne, Calixto Bieitos Inszenierung der Gluck-Oper "Armida" an der Komischen Oper Berlin, eine Performance des Duos Signa in Köln und einige CDs.

FAZ, 08.04.2009

Christian Geyer hört keinen vernünftigen Mucks von links, und das in der Krise. Wie kann das sein, fragt er, und zerbricht sich freundlicherweise ein bisschen den Kopf der Linken: "Wo etwa bleibt die fundierte Kritik an der Wissenschaft der politischen Ökonomie, deren Lehrbücher doch die Drehbücher der gegenwärtigen Krise sind? Tatsächlich ist es das naturgesetzliche Gebaren dieser Wissenschaft, das es nachhaltig zu erschüttern gilt. Aber wer macht den Erschütterer? Wer stellt sich hin und weist einmal systematisch die Regellosigkeit des geregelten Wirtschaftens nach?"

Weitere Artikel: In der Glosse analysiert Jochen Hieber das Wirken des Jürgen Klinsmann in München und anderswo. Andreas Kilb war dabei, als Günter Grass in der SPD-Zentrale einen Auftritt hatte. Jordan Mejias informiert darüber, dass demnächst ein postumer Roman - eine Abenteuergeschichte aus dem 17. Jahrhundert - von Michael Crichton erscheinen wird. Auf der Geisteswissenschaften-Seite warnt Jürg Altwegg, dass Nicolas Sarkozys Uni-Reformen angesichts des ohnehin desolaten Zustands der französischen Universitäten schnell zur Explosion führen können: "Brennende Autos, Barrikaden, Straßenschlachten und Streiks erinnern an den Mai 68."

Besprochen werden die Ausstellung "Caravaggio in Holland" im Frankfurter Städel, Daniel Slaters Genfer Inszenierung von Benjamin Brittens Oper "Peter Grimes", ein Münchner Konzert von The Whitest Boy Alive, dreimal Mamet am Stück, als "Work, Sex and Politics" auf die Bühne gebracht von Elmar Goerden in Bochum, Jan Schüttes Film "Bis später, Max" und Bücher, darunter Matt Beynon Rees' Krimi "Ein Grab in Gaza" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

SZ, 08.04.2009

Henrik Bork führt ein beeindruckendes Gespräch mit dem chinesischen Künstler Ai Weiwei, der die Namen der bei dem Erdbeben von Sichuan umgekommenen Kinder sucht - viele Kinder sind gestorben, weil sie in sogenannten Tofu-Schulen, einsturzgefährdeten Gebäuden, unterrichtet wurden: "Wenn von diesen Kindern nur eine Zahl übrigbleibt, werden wir nie herausfinden, wer wo gestorben ist und warum. Mehr als die Hälfte der Eltern wissen nicht einmal, wo ihre Kinder begraben sind. Sie haben die Leichen nicht gesehen und leiden darunter bis heute. Die Leichen der Schulkinder wurden einfach abtransportiert. Die Krankenhäuser sagen, sie hätten sie nie bestattet. Wo genau sind diese Kinder geblieben?"

Weitere Artikel: Kia Vahland zieht nach dem Erdbeben von L'Aquila eine kulturhistorische Schadensbilanz, erwähnt aber noch nicht, dass Berlusconi gern Obama als Sanierer einspannen würde: "Wenn die USA Italien ein konkretes Zeichen ihrer Nähe geben wollen, können sie die Verantwortung für den Neuaufbau der Kirchen übernehmen, Obama hat sich damit einverstanden gezeigt", soll er laut dem Wiener Kurier gesagt haben. Thomas Steinfeld empfiehlt das neue Du-Heft, das sich Archiven und ganz besonders der "Fabbrica" des berühmten Kurators Harald Szeemann widmet. Stephan Speicher beobachtete Günter Grass bei seinem ersten Wahlkampfauftritt für die SPD. Jonathan Fischer hat in den USA James Tobacks Interviewfilm mit dem gefallenen Boxer Mike Tyson gesehen. Und Christoph Bartmann erinnert angesichts der künstlerischen Bewältigung früherer Finanzkrisen durch die Operette daran, dass "der Champagner (wie die Operette) zwar ein Symptom der Krankheit ist, zugleich aber ein Therapeutikum ersten Ranges".

Besprochen werden eine Veroperung von Händels Oratorium "Messiah" in Wien, Verdis "Macbeth" in Paris, eine Ausstellung über die Fotografie des amerikanischen Westens in New York und Bücher, darunter Derrick Jensens radikalökologisches Manifest "Endgame - Zivilisation als Problem".

Zeit, 08.04.2009

Francesca Viscone macht ihrem Ärger über deutsche Zeitungen Luft, die die sogenannte Mafia-Musik romantisiert haben: "Der Spiegel, das Hamburger Abendblatt, die Hamburger Morgenpost, die Bild-Zeitung, der Stern, die Frankfurter Rundschau und die Frankfurter Allgemeine Zeitung, ja sogar die Zeit - sie alle haben über die musizierende Mafia berichtet, ganz so, als handele es sich um die Musik eines kleinen tapferen Völkchens, das sich an einen althergebrachten Ehrbegriff klammert." Aber die Mafia benutzt die uralte Kultur Kalabriens nur, um ihre Morde zu rechtfertigen, so Viscone.

Weitere Artikel: Christian Schüle schildert auf einer ganzen Seite den Versuch der IBA, aus dem verarmten Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg eine Modellstadt zu machen. Im Aufmacher erklärt Sabine Rückert, warum sie an die Auferstehungsgeschichte glaubt. Robert Leicht stellt eine kleine Quellenkunde für Atheisten dazu. Gero von Randow hat Milan Kunderas - bisher nur auf Französisch erschienenen - neuen Essayband "Une rencontre" (Gallimard) gelesen und hält mit Blick auf die Verratsaffäre fest: "Er rechtfertigt sich, wo es nichts zu rechtfertigen gibt." Jens Jessen schreibt zum 250. Todestag von Georg Friedrich Händel.

Besprochen werden eine Neueinspielung von Telemanns "Brockes-Passion" durch Rene Jacobs und die Akademie für Alte Musik Berlin, Dieter Dorns Inszenierung von Botho Strauß' Stück "Leichtes Spiel" am Münchner Residenztheater, Stefan Herheims Inszenierung des "Lohengrin" an der Berliner Staatsoper, die Ausstellung "George Grosz, The Years in America 1933-1958)" in der Nolan Judin Gallery in Berlin und die Verfilmung von Marcel Reich-Ranickis Autobiografie "Mein Leben" durch Dror Zahavi ("bieder und artig", urteilt Ijoma Mangold).

Im Aufmacher des Literaturteils schreibt Volker Ullrich über Briefe und Tagebuch des Helmuth James von Moltke aus der Haft 1944. Leichte Zweifel befallen Ursula März bei der Lektüre von Sarah Kuttners Roman "Mängelexemplar": Dieser Jargon der Romanheldin Herrmann, ist das vielleicht einfach heutige Romansprache? "Man nimmt ja von Leuten im Alter von Karo Herrmann auch Mails mit dem wortlaut 'Supi, bis Mittwoch, knutsch' entgegen." Fritz Raddatz bespricht John Updikes letzten Roman "Die Witwen von Eastwick" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).