Heute in den Feuilletons

Hätte das menschliche Ohr einen G-Punkt

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
26.06.2008. In der FR kritisiert Georges-Arthur Goldschmidt die Herausgeber der "Pleiade": Die Pariser Klassikerbibliothek nimmt Ernst Jünger auf, aber nicht Thomas Mann. Die FAZ schildert eine respektvolle Begegnung zwischen Jürgen Habermas und Tariq Ramadan. Die NZZ ist abgestoßen von reichen Russen, die sich selbst als ihr eigenes Ideal ansehen. Die Zeit mag Streichquartette: Hier gilt's noch der Kunst.

FR, 26.06.2008

Ernst Jünger wird in die Pleiade aufgenommen, die französische Klassikerbibliothek, ein Pantheon für Schriftsteller. Der Autor und Übersetzer Georges-Arthur Goldschmidt kann es nicht fassen. Oder vielmehr: er fasst es nur zu gut. "Durch eine solche Publikation wird fast absichtlich die deutsche Emigration, der deutsche Widerstand gegen die Hitlerbarbarei, in den Hintergrund verschoben. Das wahre Deutschland sind daher weder Döblin noch Thomas Mann und Walter Benjamin, alles Emigranten, wenn nicht Nestbeschmutzer. So haben sie nicht die leiseste Chance, in die 'Pleiade' aufgenommen zu werden, stehen sie doch auf der falschen Seite, auf der des Widerstands, auf der auch de Gaulle stand. Ohne dass man es wahrhaben will, vollzieht sich hier eine gewisse Rechtfertigung der Kollaboration und eines Europas ohne Juden und ohne Kommunisten."

Im Interview erklären die Architekten Magnus Kaminiarz und Jo. Franzke, warum sie kein Problem damit haben, in Tripolis ein neues Stadtviertel zu bauen. "Einer der Söhne Gaddafis, Saif al Islam al Gaddafi, hat in Wien Architektur studiert, und viele der Leute, mit denen wir zusammenkommen, haben in England studiert und haben, soweit wir das beurteilen können, durchaus Vorstellungen, wie man mit den Ressourcen des Landes anders umgehen kann als zu Gaddafis Zeiten noch üblich." Dass ein Dialog mit westlichen Demokratien für einen Wandel der Diktaturen sorgt, glaubt Franzke allerdings nicht. "Das ist eine Mentalitätsfrage. Ich bin der Meinung, dass in der islamischen Welt nur drei nach unseren Maßstäben als demokratisch zu bezeichnende Regimes bekannt sind. Der Rest wird von mehr oder minder stark autoritär geprägten Regierungen gelenkt."

Weitere Artikel: In Times Mager denkt Christian Schlüter über den Endowment-Effekt nach. Daland Segler schreibt zum Tod des Schauspielers Pinkas Braun. Auf der Medienseite stellt Tilmann P. Gangloff eine Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) zum Kinderfernsehen vor, die "ganz eindeutig" zeigt, dass "Mädchen unterrepräsentiert sind und stereotyp dargestellt werden".

Besprochen werden Lucie Puenzos "meisterhafter" und "ungewöhnlicher" Liebesfilm über einen Hermaphroditen "XXY", Jon Polls Schulkomödie "Charlie Bartlett", die Musikdokumentation "La Paloma", Stephan Wackwitz' Band mit Reiseerzählungen "Osterweiterung" und Philip Manows Buch "Im Schatten des Königs" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Weitere Medien, 26.06.2008

Zwei Urteile zu Urheberrechtsfragen: netzpolitik.org weist auf einen Artikel bei Focus hin, der ein Urteil des Landgerichts München resümiert, wonach der Computer ein "gefährlicher Gegenstand" sei, den man Kindern nicht unbeaufsichtigt überlassen dürfe. Hintergrund: eine 16-Jährige hatte aus Kinderfotos eine Collage gebastelt und ins Netz gestellt. Die Fotografin klagte wegen Urheberrechtsverletzung und verlangte Schadenersatz.

Der Tagesspiegel meldet, dass Stefan Raab laut einem BGH-Urteil "nicht ohne weiteres" Filmausschnitte aus anderen Sendern in seiner Show "TV Total" zeigen darf. Raab war von der Verwertungsgesellschaft des Hessischen Rundfunks (hr) verklagt worden. Hier das Urteil als pdf.

NZZ, 26.06.2008

Die Lyrikerin Olga Martynova macht sich angesichts superreicher Russen, die sich mal eben einen Fußballclub leisten, Gedanken zum Verhältnis von Geld und Kultur. Die Reichen der vorletzten Jahrhundertwende hätten immerhin noch den Aufstieg in eine höhere Gesellschaftsschicht vor Augen, die heutigen Reichen hingegen seien ihr eigenes Gesellschaftsideal: "Ab und zu werden wertvolle Sammlungen - wie jene des verstorbenen Violinisten (tatsächlich: Cellisten) Rostropowitsch, gekauft von Alischer Usmanow - dem Staat geschenkt, um die Beziehung zwischen der Obrigkeit und dem Mäzen zu polieren. Man gründet Stiftungen, gibt Geld für 'Projekte', man tut dies und jenes. Doch gibt es einen wesentlichen Unterschied zu damals: Die Kultur ist ein Mittel, das nur dann zum Einsatz kommt, wenn es passt."

Weiteres: Sieglinde Geisel warf einen Blick in die Literaturzeitschrift Schreibheft. Konrad Tobler flaniert durch die Berner Doppelausstellung "Jenseits von Eden. Eine Gartenschau" im Zentrum Paul Klee, wo er anhand von 130 Werken des Malers dessen Verhältnis zur Botanik erforscht: "Das Naturerlebnis wurde Klee immer wieder zum Bild. Es wuchs zu seinem eigenen Zaubergarten, zum Ausgangspunkt für imaginäre Welten."

Besprochen werden Sebastian Faulks James-Bond-Roman "Der Tod ist nur der Anfang", Andre Winters Familiensaga "Die Hansens". Dany Boons Filmkomödie "Bienvenue chez les Ch'tis", die ganz Frankreich zu Kinogängern gemacht hat, so Christoph Egger, und Steve Buscemis Film "Interview": Alexandra Stäheli vernahm "eine Meisterleistung in performativem Widerspruch" in diesem Remake eines Films des ermordeten Regisseurs und Publizisten Theo van Gogh.
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TAZ, 26.06.2008

In tazzwei erzählt Filmemacherin Sigrid Faltin über das am häufigsten gecoverte Lied der Welt, das in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiert und buchstäblich auf der ganzen Welt zuhause ist: "La Paloma". "Es ist auf jeden Fall eine Projektionsfläche für Emotionen. In Mexiko ist es der Wunsch nach Demokratie, in Kuba nach Freiheit, in Rumänien ist es die Sehnsucht nach denen, die weggegangen sind auf der Suche nach einem besseren Leben. In Hawaii ist es die Sehnsucht, die Gelassenheit, jenen 'Aloha-Spirit', zu erhalten. Und in Auschwitz, als es Coco Schumann und die 'Ghetto Swingers' spielten für die, die auf dem Weg in die Gaskammern waren, war es schlicht der Wunsch nach Überleben." Diese "Ursonate des Pop" ist Gegenstand eines von ihr gemeinsam mit Andreas Schäfler herausgegebenen Buchs sowie ihres Dokumentarfilms "La Paloma", der jetzt im Kino anläuft.

Auf den Kulturseiten stellt Alexander Cammann die jüngste Ausgabe der Zeitschrift marbacher magazin vor, die sich mit der Ausstellung "Das geheime Deutschland. Eine Ausgrabung" im Deutschen Literaturarchiv beschäftigt - einer "speziellen Hinterlassenschaft" des Stefan-George-Kreises: zweihundert Köpfe aus Gips, Holz, Stein und Bronze aus der Hand von Ludwig Thormaelen, Frank Mehnert und Alexander Zschokke. Peter Böhm informiert über die boomende nigerianische Filmwirtschaft. Dirk Knipphals stimmt auf den diesjährigen Bachmannpreis in Klagenfurt ein.

Besprochen werden der Spielfilm "XXY" von Lucia Puenzo über einen intersexuellen Teenager und auf der Medienseite die Ausstellung "Pigozzi and the Paparazzi" in der Helmut Newton Foundation Berlin, die sich dem Verhältnis von Star und Fotograf widmet.

Und hier Tom.

Welt, 26.06.2008

Michael Pilz bespricht neue CDs von Ry Cooder und T Bone Burnett. Hildegard Strausberg fragt sich, ob eine Doppelseite im Kölner Stadtanzeiger (hier und hier) gegen den Entwurf des in Köln geplanten jüdischen Museums und distanzierende Äußerungen des Kölner Oberbürgermeisters dem Einfluss des Verlegers Neven-Dumont zuzuschreiben sind. Rüdiger Suchsland hat auf dem Filmfest München den Film "La traque" gesehen, in dem Franka Potente die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld spielt. Hanns-Georg Rodek schreibt zum Tod des Schauspielers Pinkas Braun. Tilman Krause resümiert einen Streit um die Linie des Literaturarchivs von Marbach. Elmar Krekeler wirft einen Blick auf das morgen beginnende Klagenfurter Wettlesen, das gründlich renoviert wurde. Peter Dirrmar berichtet, dass ein Monet-Gemälde für 80 Millionen Dollar versteigert wurde und damit in die Hitliste der zehn teuersten Gemälde der Welt aufstieg.

Besprochen werden ein "Rigoletto" in Dresden ("Hätte das menschliche Ohr einen G-Punkt, die Stimme von Diana Damrau wäre besser als jeder Vibrator", schreibt Manuel Brug zur Sängerin der Gilda, während de umschwärmte Juan Diego Florez als Duca ein laueres Komplimemnt bekommt: Es ehre ihn, "dass er die ambivalente Rolle dem Klammergriff der reinen Testosteron-Tenöre entwinden will") und Filme, darunter die Schulkomödie "Charlie Bartlett" und Nicolas Philiberts "Rückkehr in die Normandie" (mehr hier).

SZ, 26.06.2008

Mit zwei Leitartikeln macht heute das Feuilleton auf: Thomas Steinfeld erklärt im Kommentar zum Schlägerprozess von München, dass böse Ichs die Überlegenheit genießen, die in der Gewalt steckt, auch dann, wenn sie nicht wissen, was sie tun. Johan Schloemann weiß, warum Fettleibigkeit ein Problem für den Liberalismus ist: "Das Ich gerät in Gefahr, sich nicht als Beitrag zur Vielfalt der Welt zu verstehen, sondern als Risikofaktor; Persönlichkeit und Leib rücken im Gesundheitsressourcen- Verteilungskampf enger zusammen, als es der modernen Autonomie des Menschen prinzipiell lieb sein kann."

Weitere Artikel: Von einer Tagung in Elmau zum Thema "Muslime und Juden im christlichen Europa", bei der unter anderem Tariq Ramadan und Jürgen Habermas aufeinandertrafen, berichtet Janek Schmidt. Für wenig vernünftig hält es Annika Müller, dass im Baskenland nun Spanisch als Schulsprache abgeschafft wird. Jörg Königsdorf porträtierten den designierten Intendanten der Berliner Komischen Oper Barrie Kosky. Nur von ferne wehte die Stimme der Kritik in die allzu harmonische Eröffnung des umstrittenen Maritimen Museums in Hamburg hinein, bedauert Jens Schneider, der bei der Gelegenheit gerne etwas nachdenklichere Worte von Horst Köhler gehört hätte. Den teuren Beschluss zur Verlängerung des Berliner Bahnhofsdachs begrüßt Gerhard Matzig.

Susan Vahabzadeh hat beim Münchner Filmfest politische Filme aus den USA und von anderswo gesehen. Außerdem war sie bei einer Alexander Kluge-Matinee und berichtet, dass der Regisseur derzeit heftig an seinem Projekt der Verfilmung des "Kapitals" nach Plänen von Sergej Eisenstein arbeitet. Martin Krumbholz berichtet vom Düsseldorfer deutsch-amerikanischen Theater-Festival "Gimme Shelter". Arnd Wesemann hat den Auftakt des Berliner "In Transit"-Festivals besucht. Von den Hummelfiguren (hier Bilder des Grauens), deren Produktion zum Endes Jahres eingestellt wird, verabschiedet sich Oliver Herwig. Christine Dössel schreibt zum Tod des Schauspielers Pinkas Braun.

Auf der Medienseite wird gemeldet, dass es nun auch in Großbritannien Ärger zwischen der gebührenfinanzierten BBC und Zeitungsverlegern gibt: "Die Newspaper Society kritisiert Pläne der gebührenfinanzierten BBC, für 68 Millionen Pfund (86 Millionen Euro) 65 Websites einzurichten, die On-Demand-Videos mit Lokal- und Sportnachrichten bereitstellen. Die Zeitungsverleger sehen dadurch ihre kommerziellen Interessen gefährdet."

Auf der Literaturseite gibt es unter anderem Rezensionen zu Robert Muchembleds Sexualitätsgeschichte "Die Verwandlung der Lust" und zu Enrique Vila-Matas' Roman "Doctor Pasavento" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Besprochen werden die große Man-Ray-Retrospektive in Berlin, neue Filme, darunter Jon Polls Komödie "Charlie Bartlett" und zum 75. Geburtstag von Claudio Abbado eine Box mit Mozart-Einspielungen, die er dirigierte.

FAZ, 26.06.2008

Bei einer Tagung in Elmau begegneten sich - wenn auch wegen des nur auf Stippvisite anwesenden Ramadan nur knapp - der umstrittene Islam-Reformer Tariq Ramadan und Jürgen Habermas, um über Islam und Europa vorzutragen. Julia Encke meint: "Je deutlicher Tariq Ramadan sich, eloquent und charismatisch, in dieser Mittler-Rolle verteidigte und gegen die Kritik anredete, er sei ein Doppelagent und verfolge in Wahrheit nichts anderes als die Islamisierung Europas, desto plausibler und überzeugender erschien dieser programmatische Spagat. Wie sollte es anders gehen? Habermas begegnete Ramadan mit großem Respekt. Das Misstrauen gegenüber Muslimen sei in Europa auch auf ein Misstrauen gegenüber sich selbst zurückzuführen, erklärte er. Historisch gesehen, seien die europäischen Werte keine Selbstverständlichkeit."

Weitere Artikel: Oliver Jungen ist in Klagenfurt, aber nicht wegen Fußball, versteht sich (der ist eh nicht mehr in Kärnten), sondern vorlesender und kritisiertwerdender DichterInnen wegen - und er seufzt: "Es soll ja, bitte schön, auch kein Badeurlaub am Wörther See sein, sondern Arbeit." Dafür hat Ingeborg Harms Fußball im Kopf, genauer gesagt: den russischen Stürmer Andrej Arschawin, auf den sie ein Loblied singt. Gina Thomas begutachtet die vom Künstler Anthony Gormly mit freiwilligenden Lebendmenschen bestückte Wechselausstellung auf einem Sockel am Trafalgar Square. Außerdem weiß sie zu berichten, dass die Universitäten Oxford und Cambridge jetzt auch, wie ihre amerikanischen Elite-Vorbilder, Ehemaligen-Gelder im großen Stil einwerben. Jordan Mejias verabschiedet sich vom legendären Diner "Florent" im Manhattaner Meatpacking District. Martin Wilkening porträtiert den designierten Intendanten der Berliner Komischen Oper, Barrie Kosky. In der Glosse sondiert Paul Ingendaay Vermischtes, das er verpasste. Außerdem meldet er auch die Vergabe des Prinz-von-Asturien-Preises in der Kategorie Literatur an Margaret Atwood.

Sehr schwärmt auf der Kinoseite Rüdiger Suchsland vom französischen Kino, dessen jüngste Meisterwerke - etwa Arnaud Desplechins "Un conte de Noel" - er auf dem Münchner Filmfest zu sehen bekam. Auch nicht schlecht schwärmt Michael Althen, der ebenfalls in München ist und dort den per Komplett-Retro gefeierten Herbert Achternbusch wiederentdeckt und wie nebenbei erwähnt, dass dessen Filme ab Herbst auf DVD erscheinen. Auf der Medienseite stellt Henning Hoff die Ergebnisse einer Studie zum Journalismus im arabischen Raum vor. Lorenz Jäger schreibt zum Tod des Schauspieles Pinkas Braun.

Auf der Forschung-und-Lehre-Seite berichtet Martin Hufner von einer Tagung über das Werk des Musikwissenschaftlers Carl Dahlhaus. In einem Gespräch erklärt der Psychologe Detlef Rost, dass Hochbegabte meist überhaupt nicht sonderlich, sondern total normal sind. Und ständig extra gefördert werden müssen sie auch nicht.

Besprochen werden eine venezianische Aufführung von Benjamin Brittens Oper "Tod in Venedig", das theatrale Stadtprojekt "Illegal" der Münchener Kammerspiele, Lucia Puenzos Film "XXY" und Bücher, darunter Wole Soyinkas Erinnerungen "Brich auf in früher Dämmerung" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Zeit, 26.06.2008

Volker Hagedorn war beim Wettbewerb um den Premio Paolo Borciani in Reggio Emilia und führt uns in die Welt der Streichquartette ein: "Von den Gemetzeln der Solistenwettbewerbe ist man hier weit entfernt. Während sich anderswo Geiger und Pianisten erst mal mit Virtuosenstücken niederspielen müssen, geht es hier sofort um die Kunst... Für Besucher, die sich zeigen wollen, ist der Premio uninteressant. Das Streichquartett ist auf eine Weise elitär, die Alphatiere nicht begreifen. Es etabliert, anders als Orchester, Solostars oder Oper, keinen Machtbereich der Kunst. Es ist von fast allen wichtigen Komponisten bis heute zu einem Medium entwickelt worden, in dem Extreme erforscht und realisiert werden, die durch die Einheitlichkeit der Besetzung aneinander messbar sind - in Reggio von Mozarts 'Dissonanzenquartett' (1785) bis zu den 'Sonnets et rondeaux' von Giovanni Solima (2008). Die Gattung Streichquartett ist ein Teilchenbeschleuniger, der nicht mehr Platz wegnimmt, als man für vier Leute braucht. Also sehr demokratietauglich."

Tuvia Tenenbom, Autor und Leiter des New Yorker Jewish Theaters, hat sich von einem Linken- und Araber-hassenden Ultra-Orthodoxen aus Brooklyn durch Hebron führen lassen und weiß jetzt, "dass der Grund, warum der Konflikt nicht gelöst wird, weniger in den Streitigkeiten über Land oder Religion zu suchen ist, sondern eher in dem Vergnügen, mit dem diese beiden semitischen Volksgruppen sich in ihrem dunklen Hass aufeinander suhlen".

Weiteres: Evelyn Finger sah die ersten Stücke auf dem Festival "Theater der Welt" in Halle: "Das bisher Schönste kam aus Japan." Jens Jessen überlegt, ob die Dresdner Brückenbauer vielleicht ihre Seele an den Leibhaftigen verkauft haben. Wilhelm Trapp besucht die Proben am Pariser Theatre du Chatelet zu David Cronenbergs Oper "Die Fliege". Groß ist die Freude nicht bei Heinrich Wefing über die anstehende Eröffnung der amerikanischen Botschaft am nun fertiggestellten Pariser Platz: "Kaum eines der Häuser ist derart missraten." Peter Kümmel schreibt den Nachruf auf Klaus Michael Grüber.

Besprochen werden die Ausstellung zum Renaissancemaler Sebastiano del Piombo in der Berliner Gemäldegalerie und das Schifffahrtsmuseum des Sammlers Peter Tamm in Hamburg.