Andre Winter

Die Hansens

Roman
Cover: Die Hansens
Bilger Verlag, Zürich 2007
ISBN 9783908010883
Gebunden, 312 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

1973 kommt der elfjährige Jan Hansen einem dunklen Geheimnis auf die Spur. Es führt ihn zurück ins Jahr 1907, als sein Urgroßvater auf Usedom in einer Winternacht ertrank. Im selben Jahr schifft sich der siebzehnjährige Pankraz Linder aus Emmensee nach Buenos Aires ein. Zwei Ereignisse, die schicksalshaft am Anfang dieses grossen Familien- und Zeitromans stehen. Am 6. April 1909 erreicht Peary den Nordpol. 1916 begegnen wir dem Schriftsteller Hesse auf dem Monte Verita. 1933, die Black Harmonists spielen im Ballsaal in Luzern zum Tanz auf: JAZZ. Und weiter führt der Roman ins Jahr 1964: der Vietnamkrieg tobt. 1989 schließlich, zurück in Berlin, die Mauer fällt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2008

Als "starkes Romandebüt" würdigt Andrea Lüthi diese fast 100 Jahre und drei Generationen umfassende Familiensaga von Andre Winter. Die Handlung des zwischen der Schweiz und Deutschland pendelnden Romans findet sie gekonnt in historische Ereignisse wie die Machtübernahme der Nationalsozialisten oder die Verfolgung der Kommunisten eingebettet. Thematisch das zentrale Element des Romans ist für sie die Suche und das Herantasten an den Vater. Allerdings gelinge es keinem der Hansen-Söhne, die Wahrheit über ihren Vater herauszufinden. Deutlich wird für sie, wie Unausgesprochenes, Reue und Missverständnisse von Generation zu Generation weitergereicht werden. Besonders zeichnet sich der Roman in ihren Augen durch seine "scharf gezeichneten Charaktere" sowie durch sein "präzises Stimmungsbild" der Zeiten aus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2008

Beate Tröger hat Andre Winters Romandebüt "Die Hansens", überaus positiv aufgenommen. Im Mittelpunkt dieses Familienromans sieht die Rezensentin Jan Hansen, der als kleiner Junge erfährt, dass sein Vater nicht sein leiblicher Vater ist, eine Entdeckung, die ihn eine lange Jahre währende, mit vielen Gesprächen und Widerständen verbundene Suche auslöst. Wohltuend unterscheidet sich der Roman in ihren Augen von der Dramaturgie zahlreicher anderer Romane, die sich über drei Generationen hinziehen. Sie lobt den weit ausholenden Erzählduktus und die ruhige, gründliche, sprachlich mitunter minuziöse Darstellung der verwickelten Handlungsstränge sowie der Gedanken und Gefühle der Protagonisten. Beeindruckt hat sie Winters Umgang mit Motiven sowie seine Fähigkeit, Landschaften wie die Gegend um den Zugersee in der Schweiz oder die Ostsee entlang Usedoms Küste "mit Bedeutung" zu versehen, ohne je in penetrante Symbolik abzudriften. Außerdem schätzt Tröger die gekonnte Einbettung der Erzählung in das zeit- und sozialgeschichtliche Geschehen des letzten Jahrhunderts. Deutlich wird für sie nicht zuletzt auch die starke Prägung durch familiäre Muster, die mitunter über Generationen weiter wirken. Insgesamt hat Tröger das Buch so gut gefallen, dass sie schon jetzt auf den nächsten Roman des Autors gespannt ist.
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