Heute in den Feuilletons

Literarische Scheinriesen

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
12.03.2008. In der FR beklagt Gallimard-Lektor Eric Vigne die Vermarktlichung des Buchmarkts mithilfe der Presse. Die Welt denkt ähnlich und fordert weniger Littell-Besprechungen. Die NZZ beschreibt die vielfältige neue Hörkultur. Die taz ärgert sich über lustvoll inszenierte Unterwerfungsrituale in dem Film "Die Welle". Im Tagesspiegel fordert Heinz Bude weniger Selbstgerechtigkeit von den Saturierten. Die SZ erklärt, warum Bücherklau so wichtig ist für die Verlage. In der FAZ zeichnet der Schriftsteller Amir Hassan Cheheltan ein verzweifeltes Bild vom Iran. Außerdem: die Zeitungen berichten streng objektiv über die "Kooperation" von WAZ und WDR.

FR, 12.03.2008

In einem Interview beklagt Gallimard-Lektor Eric Vigne, Autor des in Frankreich vieldiskutierten Buchs "Le livre et l'editeur", die "Vermarktlichung" des Buchmarkts. "Der Lektor neuen Typs umwirbt einen Autor nicht mehr wegen seines Talents, sondern wegen der Bekanntheit, die er bereits in den Medien erlangt hat. Er wird ihn um ein Werk bitten, dessen verkürzte These in den Diskussionssendungen Aufsehen erregt, die wiederum vorbereitet werden durch ein paar schöne Seiten, die man einer großen Zeitschrift verkauft. Die hebt die Geschichte auf ihr Titelblatt, deren Urheber, wie der Autor, auch an der Sendung teilnehmen, damit der Zuschauer das Gefühl bekommt, dass es sich nicht nur um ein Thema handelt, mit dem Papier verkauft wird, sondern dass es wirklich existiert, da es ja in der Zeitung steht, im Buch erklärt und im Fernsehen diskutiert wird." Kommt uns irgendwie bekannt vor.

Weiteres: Tim Gorbauch gratuliert Paul Kuhn zum 80. Geburtstag. Und in Times mager denkt Hans-Jürgen Linke über das Image der Zigarettenindustrie nach.

Heute diskutiert der deutsche Presserat darüber, ob das Gebot der Trennung von werblichem und redaktionellem Teil überarbeitet werden muss. Rolf Seelheim von der Nordwest-Zeitung plädiert im Interview auf der Medienseite für eine Neuformulierung, die die Zeitungen besser stellt: "Es wird nicht differenziert zwischen möglichen Verstößen gegen das Trennungsgebot sowie bezahlter Schleichwerbung. Wer Veröffentlichungen aus kommerziellen Interessen Dritter akzeptiert, hat in Zeitungsredaktionen nichts zu suchen. Mir ist kein Fall dieser Art aus Redaktionen nationaler oder regionaler deutscher Zeitungen in den letzten Jahren bekannt, wohl aber bei den öffentlich-rechtlichen Medien. Wer versehentlich gegen das Trennungsgebot verstößt, handelt sich womöglich eine Rüge ein, die unter dem Begriff Schleichwerbung daherkommt. Und wird damit von einer weniger informierten Öffentlichkeit als 'käuflich' betrachtet. Das ist schlicht nicht akzeptabel." (Und was ist mit beabsichtigten Verstößen, die den kommerziellen Interessen der Zeitungen dienen, die ihre Bücher, CDs, DVDs etc. von ihren Redakteuren anpreisen lassen?)

Daland Segler berichtet über den Verkauf von WDR-Filmen an die WAZ: "In der Mitteilung der WAZ fehlt auch nicht der Hinweis darauf, dass sich 'weitere Kooperationen dieser Art' anbahnten. So hatte ZDF-Intendant Markus Schächter jüngst angekündigt, dass die Mainzer mit zehn Verlagen über Kooperationen sprächen und in Kürze erste Ergebnisse präsentieren könnten. Privatsender-Lobbyist Jürgen Doetz nannte die WAZ-WDR-Kooperation unterdessen einen 'Angriff auf die Meinungsvielfalt und den fairen Wettbewerb'."

Besprochen werden eine Aufführung von Richard Strauss? Oper "Intermezzo" an der Oper Zürich und drei Frankfurter Ausstellungen über japanische Comics im Deutschen Architekturmuseum, Deutschen Filmmuseum und Museum für angewandte Kunst.

Spiegel Online, 12.03.2008

Robin Meyer Lucht liefert 10 Argumente gegen den Netzklüngel von Öffentlich-rechtlichen und Verlagen. Hier Nr. 7: "WDR und WAZ werden aufgrund ihrer wirtschaftlichen Verknüpfung unkritischer miteinander umgehen. Eigentlich sollten sie einander als Antagonisten gegenüberstehen. Die Kooperation macht WAZ und WDR zu Kumpanen in einem latenten Meinungskartell."
Stichwörter: WDR

Tagesspiegel, 12.03.2008

In einem Interview mit Angelika Brauer spricht der Soziologe Heinz Bude über sein neues Buch "Die Ausgeschlossenen", nach dem man schon froh sein kann, wenn man überhaupt noch zur ungerechten gesellschaft dazu gehört: "Es gibt bestimmte Lagen in unserer Gesellschaft, wo sich Chancen zusammenballen. Und andere, wo sich Risiken kumulieren und die Leute immer weniger die Möglichkeit haben, aus eigener Anstrengung ihr Leben in die Hand zu bekommen. Ich finde es nicht problematisch, dass es Arme und Reiche in unserer Gesellschaft gibt. Auch nicht, dass die Reichen immer reicher und die Armen dementsprechend ärmer werden. Das ist zwar ärgerlich. Aber das Problem ist nicht der Abstand zwischen den Einkommen, sondern der Unterschied der Lebensweisen, der die einen zu den Abgehängten macht und die anderen zu den Saturierten." Seine Forderung: "Seid nicht selbstgerecht! Denkt nicht, wenn ihr Glück gehabt habt, weil ihr in Verhältnissen lebt, wo die Chancen sich kumulieren: Es steht mir zu!"
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Stichwörter: Heinz Bude, Glück

Welt, 12.03.2008

Wäre die deutschsprachige Literatur derzeit nicht so lebendig, wäre Elmar Krekeler mit ganz schön schlechter Laune zur Buchmesse nach Leipzig gefahren, so desaströs erscheint ihm die Lage der Branche: In einem immer brutaleren Preiskampf führen die Handelsketten die "ehrpusseligen oder verschnarchten" Verlage am Gängelband: "Der bejammerte Konzentrationsprozess, der gerade im Buchhandel jeden Tag tiefere Schneisen in eine ehemals lebendige Landschaft schlägt, findet längst auf beinahe allen Ebenen des Buchmarktes statt. Immer mehr Geld geben Kunden für immer weniger Titel aus (der Potter-Effekt, ein bis dahin bloß aus dem Kinderbuchbereich bekanntes Phänomen). Immer mehr mediale Aufmerksamkeit wird außerdem von immer weniger Titeln okkupiert. Man könnte wirklich weinen, wenn man überlegt, was man mit dem schönen Rezensionsplatz hätte anfangen können, der in diesem Frühjahr durch Mehrfach-Besprechungen literarischer Scheinriesen wie etwa Jonathan Littell besetzt wurde."

Weiteres: Thomas Lindemann berichtet von der digitalen Frankfurter Musikmesse, hier "ist selbst das, was wie ein Instrument aussieht, im Innern ein Computer." Marion Leske stellt ein besonders grässliches Exemplar von Perfektion vor: die gutaussehende, steinreiche Düsseldorfer Kunstmäzenin Julia Stoschek, die der Videokunst ein natürlich auf dem neuesten Stand der Technik gehaltenes Museum gewidmet hat. Dankwart Guratzsch beklagt, dass in Dresden die Tunnelalternative zur Waldschlösschenbrücke nicht hinreichend geprüft wurde.

Manuel Brug sieht durch Rolando Villazons Album "Cielo e Mar" die übellaunigen Kritiker des "Rampentigers" widerlegt. Ulrich Weinzierl erinnert daran, wie rasant die Wiener Staatsoper nach dem Anschluss auf NS-Kurs umschwenkte und Uta Baier besucht die Hamburger Ausstellung zur "Versuchung des heiligen Antonius" im Bucerius Forum.

NZZ, 12.03.2008

Christiane Zintzen beschreibt die vielfältige neue Hörkultur, die zum einen aus der Kooperation von Radiosendern und Audioverlagen entstanden ist, zum anderen aus rein unternehmerischen Initiativen, die in der Presse selten Beachtung finden. "In legendären Sphären schwebt der Erfolg der Hörbuchreihen des reichweitenstärksten Frauenmagazins: Von den insgesamt 24 Titeln der zwei Brigitte-Staffeln 'Starke Stimmen' (Random House Audio) wurden pro Titel durchschnittlich 100.000 Stück verkauft. Petra zog im Frühjahr 2007 mit von 'Scharfen Stimmen' gelesenen Erotika nach (Hoffmann und Campe), Geo und Geolino kooperieren seit 2007 in je zwölfteiligen Reihen ('Abenteuerliteratur') mit Random House Audio. Freilich entsprechen längst nicht alle dieser Cross-Marketing-Produkte dem guten Ruf, den sie eigentlich befördern sollten. Solche Schnelldreher suchen und finden ihren profitablen Markt jenseits der Empfehlungslisten und der Kritik. Gleiches gilt für das Gros der auditiven Krimi-, Ratgeber- und Konsumliteratur aus Häusern wie Lübbe-Audio oder Radioropa. Auch die 6.000 deutschsprachigen Hörbücher des Marktführers unter den digitalen Portalen, Audible.de, illustrieren das Auseinanderklaffen von realem Markt und dem schmalen Segment der in der publizistischen Öffentlichkeit präsenten Titel."

Weiteres: Wäre ein Papst, der Luther rehabilitiert, noch katholisch? Nein, meint Jan-Heiner Tück, und auch den "überzeugten Lutheranern" würde das keinen Eindruck machen. Schön wäre aber "eine theologische Würdigung Martin Luthers" durch den Pontifex.

Besprochen werden eine Ausstellung mit Werken der Surrealisten Duchamp, Man Ray, Picabia in der Tate Modern, eine Aufführung von Charles Gounods Oper "Faust" im Theater Basel und Bücher, darunter Valentin Groebners Studie "Das Mittelalter hört nicht auf", Haruki Murakamis Buch "Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede" und Alaa al-Aswanis Roman "Chicago" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

TAZ, 12.03.2008

"Einfach nur töricht" findet Ekkehard Knörer Dennis Gansels Film "Die Welle" mit Jürgen Vogel über ein authentisches Schulexperiment, in dem ein kalifornischer Geschichtslehrer 1967 zu Unterrichtszwecken die Bewegung "die dritte Welle" gründet, um seinen Schülern - erfolgreich - die Verführungsmechanismen des Dritten Reichs begreiflich zu machen. "Das Prinzip der Verallgemeinerung ist dabei nicht die Schärfung und Zuspitzung, sondern die Reduktion: des Individuums auf die Versuchsmaus, des Verhaltens auf seine Determinierung, des Charakters auf Typen und Stereotype (der Übereifrige, der Mitläufer, die Gekränkte, die Hippietochter etc. etc.) und der persönlichen Entscheidung auf ihre Motivation. Das Verblüffende - und zugleich sehr Zeitgemäße - dieser Filme ist, dass sie auf scharfe Kritik an dem, was früher mal 'autoritärer Charakter' hieß, so sehr verzichten wie aufs Analysieren von Zusammenhängen. Vielmehr ist es ihnen durchaus eine Lust, dabei zuzusehen, wie unfreie Wesen tun, was unfreie Wesen tun müssen. Nämlich blind und fremdbestimmt ins Verderben zu laufen."

Robert Schimke wundert sich über die Dienstfertigkeit des Leipziger Museums der bildenden Künste, das dem "gealterten Playboy" Gunter Sachs eine Retrospektive ausrichtet. Katrin Bettina Müller kommentiert den Wechsel an der Spitze des Vereins der Freunde der Berliner Nationalgalerie: Der Gründer und Jurist Peter Raue wird durch Kulturstaatsministerin a. D. Christina Weiss abgelöst.

Auf der Meinungsseite spricht die Direktorin des Berliner Büros des American Jewish Committee, Deidre Berger, im Interview über den immer offener auftretenden Antisemitismus in Deutschland.

Und hier Tom.

Aus den Blogs, 12.03.2008

WAZ und WDR wollen nicht nur redaktionell zusammenarbeiten, meldet turi2: "Überraschend auch im Paket der neu entdeckten Liebe zwischen Anstalt und Print-Platzhirsch: eine gemeinsame Werbevermarktung. Mediakunden können Spots für WDR2, 1Live und Online-Werbung auf DerWesten.de künftig aus einer Hand buchen. 'Hier wird ein neues Kapitel der medialen Entwicklung möglich', frohlockt, nicht ganz zu unrecht, WAZ-Chef Bodo Hombach. Privat-Lobbyist Jürgen Doetz protestiert ebenso energisch wie erfolglos."

In der Medienlese resümiert Ole Reißmann den Fall Eurotopics: "Dass ausgerechnet n-ost mit seinen FAZ-Verbindungen den Perlentaucher in Sachen 'Qualität und Preis' aussticht, ist zumindest ein unglücklicher Zufall. Oder wie die Frankfurter Rundschau bemerkt, die neuerliche Vergabe des Auftrags habe 'wie der Alemanne sagt, ein 'G?schmäckle''."

FAZ, 12.03.2008

Vor den Parlamentswahlen im Iran zeichnet der in Teheran lebende Schriftsteller Amir Hassan Cheheltan ein eher verzweifeltes Bild der politischen Lage des Landes: "Das Bild, das Iran heutzutage von sich verbreitet, weist Kennzeichen einer Gesellschaft auf, in der die Religion in allen Lebensbereichen die Hauptrolle spielt. Die Tatsache, dass Ahmadinedschad bei jeder Gelegenheit die Ankunft des Weltenretters verkündet, bedeutet, dass wir nicht mehr für unsere eigene Geschichte verantwortlich sein sollen. Diese Verantwortungslosigkeit ist mittlerweile zur Methode der Staatsführung in unserem Land geworden, wodurch sich Iran allmählich in einen Staat verwandelt, der nur aufgrund solcher Informationen interpretiert wird. Bald werden wir unsere wahre politische Substanz vergessen haben und uns der Vorstellung beugen, die andere von uns haben. Das ist eine Niederlage."

Weitere Artikel: Rainer Hermann berichtet von Kontroversen um eine türkische Neu-Edition der Aussprüche und Handlungen Mohammeds, die das Ziel hat, "die klassischen Quellen im Lichte des einundzwanzigsten Jahrhunderts zu lesen". In der Glosse macht sich Thomas Thiel über ein schlagwortsattes, aber personell ausgedünntes Treffen des Frankfurter Zukunftsrats lustig. Der klassische Philologe Manfred Lossau erkennt in Auseinandersetzung mit Raul Schrotts Thesen zur "Ilias" das Werk Homers nicht als Fortsetzung orientalischer Traditionen, sondern als Neubeginn der Epik. In der Reihe seiner New-York-Stadt-Porträts schreibt Jordan Mejias heute über die Morton Street. Andreas Rossmann feiert eine architektonische Meisterleistung im Bahnauftrag: die Brücke über den Humboldthafen gleich neben dem Berlin Hauptbahnhof. Tilman Spreckelsen gratuliert dem Musiker James Taylor zum Sechzigsten, Jordan Mejias dem amerikanischen Dramatiker Edward Albee zum Achtzigsten und Matthias Wegner erinnert anlässlich seines hundertsten Geburtstags an den Verleger Heinrich Maria Ledig-Rowohlt.

Auf der Medienseite berichtet Peter Schilder über die Zusammenarbeit von WDR und WAZ im Internet: Die Preisverhandlungen seien schwierig gewesen, habe WDR-Intendantin Monika Piel erklärt, "da es noch keinen richtigen Markt für lokale Fernnachrichten gebe. Wegen der hohen Produktionskosten des WDR, die Frau Piel mit der hohen Qualität begründete, sei der Preis auch nicht billig: 'Aber auch nicht so hoch, dass sich andere das nicht leisten könnten.' Beide Seiten haben eine Pauschale vereinbart." Über die Höhe dieser Pauschale wird nichts gesagt.

Besprochen werden die Luc-Tuymans-Retrospektive im Münchner Haus der Kunst, die Lyoner Uraufführung von Peter Eötvös' Oper "Lady Sarashina", ein Auftritt des Dänischen Nationalorchesters in Frankfurt und Bücher, darunter Sandra Hoffmanns Roman "Liebesgut" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Außerdem gibt es heute die Literaturbeilage zur Leipziger Buchmesse. Im Aufmacher schreibt Hubert Spiegel über Marcel Beyers "Kaltenburg". Und natürlich gibt es noch einmal - siehe Welt - ganze zwei Seiten zu Jonathan Littells "Die Wohlgesinnten".

SZ, 12.03.2008

Zum Auftakt der Leipziger Buchmesse schreibt Alex Rühle über den verbreiteten Bücherklau als Plage und Erfolgsindex. "Heute ist es für die Verlage eine unkonventionelle Art der Marktforschung, ein Lackmustest für den zukünftigen Erfolg. Denn was auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt geklaut wird, wird später auch gekauft. So klingt es nur halbironisch, wenn Martin Hielscher, Belletristik-Lektor beim Verlag C.H. Beck, sagt, der Bücherklau sei 'ganz wichtig, das ist für uns ein sehr gutes Signal, ob ein Buch sexy ist'. Insofern sähen das die Verlage auch 'mit einem gewissen Augenzwinkern'."

Weiteres: In einem Interview sprechen die Kuratoren der 5. Berlin-Biennale Elena Filipovic und Adam Szymczyk über deren Konzept und Programm. Tom Schimmeck berichtet über ein Wagner-Konzert der Dresdner Staatskapelle in Abu Dhabi. Ijoma Mangold staunt über ein seltsames Pyramiden-Projekt, das in Sachsen-Anhalt verwirklicht werden soll und das in Berlin nun prominent unter anderem von Rem Koolhaas beworben wurde. Mona Naggar informiert über die ertmalige Verleihung des Preises für arabische Literatur an Baha Taher. Gerhard Matzig gratuliert dem Mann am Klavier, Paul Kuhn, und Christopher Schmidt dem Dramatiker Edward Albee zum 80. Geburtstag. Uwe Ritzer und Holger Liebs informieren über eine offenbar aus Protest im Kontext der Steuerskandale abgesagte Münchner Ausstellung von Biedermeier-Malerei aus den Sammlungen des Fürsten von Liechtenstein.

Auf der Medienseite berichtet Dirk Graalmann, mit welcher Forschheit WDR und WAZ in das "tiefe Neuland" ihrer umstrittetenen Online-Kooperation gehen: "Da die Öffentlich-Rechtlichen im Online-Bereich kein Geld verdienen dürfen, wird das Geschäft über die 100-prozentige WDR-Tochterfirma WDR mediagroup abgewickelt. 'Das ist rechtlich die sauberste Lösung', so Piel. Nun hält einfach der Mediendienstleister des Senders die Hand auf."

Besprochen werden Dennis Gansels Film "Die Welle", flankiert von einem Interview mit dem Regisseur und dem Hauptdarsteller Jürgen Vogel, eine Inszenierung von Luigi Cherubinis "Medee" in der Originalfassung im Theater an der Wien und Irina Liebmanns Geschichte ihres Vaters Rudolf Herrnstadt "Wäre es schön? Es wäre schön!" (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).