Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
08.11.2002. Die Zeitungen würdigen heute ausführlich den gestern verstorbenen Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein, die "Rache des Intellektuellen an der Macht", wie die FAZ schreibt. Weiteres: die taz weiß von einer Internetsparte, die schwarze Zahlen schreibt. In der FR wirft Navid Kermani den europäischen Intellektuellen Islamfeindlichkeit vor. Die SZ hat sich auf eine Reise durch das jüdische Deutschland begeben. Die FAZ kennt das dickste Schwein in China.

FAZ, 08.11.2002

"Er war die Rache des Intellektuellen an der Macht selbst: die Wiedergutmachung der Börne, Heine, Ossietzky, Tucholsky." Zum Tod von Rudolf Augstein, schreibt natürlich Frank Schirrmacher: "Aber er erlebte auch die Rache der Macht am Intellektuellen. Sein bekennender Zynismus kam aus der Erfahrung mit einer Epoche, die sich ihm darbot wie Kafkas Schlange: sich windend vor Hingabe und Opportunismus, und ihn noch aufspürend im letzten Winkel der Welt. Jawohl: Die Menschen hatten Angst vor ihm. Wenn je einer gefürchtet war, dann Rudolf Augstein. Seine Macht war ungeheuer. Zeitweise war er der mächtigste Mann im Staate. Er konnte vernichten, in einigen Fällen blitzte der Bannstrahl bis in dritte Glied. Manche seiner niedergestreckten Gegner schleifte er noch dreimal um die belagerte Feste, um die Eingeschlossenen zur Aufgabe zu zwingen."

Dazu druckt die FAZ Augsteins allerersten Artikel vom 14. August 1941. Michael Hanfeld schildert auf der Medien-Seite, wie Stefan Aust das Spiegel-Imperium aufs Fernsehen ausdehnte, Mark Siemons hat Enzensbergers Essay über den Spiegel wiedergelesen. Die letzte Seite schließlich versammelt Stimmen zu Augsteins Tod.

Sehr zu empfehlen ist ein wunderbarer Text von Zhou Derong über Chinas Superreichen, die ziemlich nervör geworden sind, seit Forbes die Liste der hundert reichsten Chinesen veröffentlichte. Schließlich gelte hier das Sprichwort "Das dickste Schwein wird geschlachtet, der erste Vogel, der sich hervorwagt, wird abgeschossen", wie Derong schreibt. "Das Schicksal von Yang Bin scheint diese Volksweisheit zu bestätigen. Bevor er auf die Forbes-Liste kam, kannte ihn kaum einer. Dann fand man ihn im vergangenen Jahr auf Platz Zwei. Heute sitzt er... in Untersuchungshaft." Das gleiche gelte auch für Nummer drei. In einer anderen Zeitschrift war nämlich die Liste der größten Steuerzahler des Jahres 2000 abgedruckt. "Und siehe da: Von den einhundert Superreichen waren nur vier auf der Liste der Super-Steuerzahler." Die Frage ist jetzt natürlich, was mit dem dicksten Schwein passiert ist.

Weiteres: Christian Schwägerl wundert sich, warum die Deutschen bei den UN-Verhandlungen über die Klonkonvention nicht gegen "Klon-Eldorados wie Großbritannien, Singapur und China" Front machten, sondern gegen die USA - und damit zum Scheitern der Verhandlungen beitrugen. Matthias Grünzing weiß, wie mühsam Magdeburgs Aufschwung vorankommt. Karol Sauerland kündigt den Bericht der polnischen Historikerkommission zu Jedwabne an. Paul Ingendaay leitet den Vorabdruck von Garcia Marquez' Erinnerungen ein. Felicitas von Lovenberg berichtet begeistert von A.L. Kennedys Lesung in Frankfurt.

Besprochen werden eine Ausstellung des englischen Porträtmalers Thomas Gainsbeorough in der Tate Britain, die Schau "Public Affairs" in Zürich, das "European Jazzfestival" auf Schloss Elmau, Bellinis Belcanto-Oper "Il Pirata" an der New Yorker Met, Urs Eggers Film "Epsteins Nacht" und Bücher: etwa Elke Heidenreichs und Bernd Schroeders Hörbuch "Rudernde Hunde", Dubravka Ugresics Essays "Lesen verboten" und Sachbücher zu Thomas Becket, der Würde des Tieres, Justinian und zur Geometrie (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

TAZ, 08.11.2002

Rudolf Augstein wird auf der Tagesthemenseite von Jürgen Busche verabschiedet. Für ihn war Augstein schlicht "der beste Journalist seiner Zeit" (hier eine kurze Biografie). Busche bewundert zudem Augsteins Gespür fürs Geldverdienen. "Mit Voltaire hatte Augstein mithin nicht nur messerscharfe Intelligenz und grenzenlose Streitlust gemein, sondern auch ein hohes Maß an Geschäftstüchtigkeit. Allein schon als Unternehmensgründer wäre der Sohn eines Fotokaufmanns aus Hannover ein Musterexemplar aus der Erfolgsgeschichte der alten Bundesrepublik. Die publizistische und finanzielle Unabhängigkeit des Spiegels über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg ist ein gar nicht kleines Wunder in der Pressegeschichte dieser Jahrzehnte." Ob sich die taz da eine Scheibe abschneiden kann?

Ums Geld geht es auch bei Konrad Lischka, der im Feuilleton von einer der wenigen Internet-Sparten zu berichten weiß, die schwarze Zahlen schreibt, den Online-Rollenspielen. Tiefschwarze Zahlen: "Glaubt man dem Hersteller von Everquest, einem anderen Onlinespiel, verbringt ein durchschnittlicher Spieler 20 Stunden je Woche in der fiktiven Welt von Norrath. Er zahlt dafür 12,95 Dollar Abo-Gebühren im Monat. Laut Marktforschern sollen im Jahr 2004 die Einnahmen aus diesen Gebühren für Online-Rollenspiele 2,3 Milliarden Dollar betragen. Der Markt boomt."

Weitere Artikel: Christine Heise war auf einem Konzert von Ryan Adams in der Berliner Passionskirche und erklärt geläutert die Zukunft des Rock für männlich. Klara Wallner schreibt einen sehr persönlichen Nachruf auf den Berliner Künstler Michel Majerus (Bilder seiner Werke), der am Mittwoch beim Absturz der Luxair Maschine in Luxemburg ums Leben kam.

Auf der Medienseite spekulieren Arno Frank und Steffen Grimberg schon über die Nachfolge Rudolf Augsteins. Die Nachfolge nicht antreten werden ihrer Meinung nach Franziska und Jakob Augstein und Frank Schirrmacher. Auf der Meinungsseite stellt Patrik Schwarz den Jungstar der amerikanischen Politphilosophie vor, Jedediah Purdy (mehr hier), dessen Vorname für Schwarz klingt, "als sei der Mann ein Jedi-Ritter".

Besprochen werden "Alien. 10 Songs from beyond", ein Installationsprojekt des Museums Folkwang Essen für den RWE-Turm sowie Kool Savas Debüt als Pornorap-König mit "Der beste Tag meines Lebens".

Und schließlich TOM.

FR, 08.11.2002

In der FR erfährt Rudolf Augstein eine Würdigung durch den Politikwissenschaftler Iring Fetscher (mehr hier), der sich an eine Geburtstagsfeier "vor vielen Jahren" erinnert, auf der Alexander Mitscherlich über Augsteins jugendliches Aussehen witzelte: "Sie sehen noch immer wie ein frühreifer Gymnasiast aus." In letzter Zeit habe sich das geändert, schreibt Fetscher. "Als er unlängst den Börnepreis - eine von vielen Ehrungen, die ihm zu Teil wurden - empfing, wirkte er gebrechlich und hinfällig. Er hatte sich im Dienst der Publizistik und durch ein rücksichtslos mit der eigenen Physis umgehendes Leben verbraucht."

Navid Kermani (mehr hier) wirft den europäischen Intellektuellen vor, dem Islam kollektiv feindlich und unfair gegenüberzustehen, und lässt in seiner Polemik an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig: Es "breitet sich in den westlichen Ländern eine Rhetorik aus, die nicht mehr konkrete Gruppierungen, Richtungen oder Staaten der islamischen Welt für gefährlich erklärt, sondern den Islam als solchen, damit also jeden Muslim. Da sie längst auch Medien erreicht hat, die als liberal und anspruchsvoll gelten, kann es nicht mehr lange dauern kann, bis die Hetze politisch instrumentalisiert wird. In Dänemark, Holland und Italien wird mit dem Feindbild Islam bereits Politik gemacht."

Weitere Artikel: Helmut Höge beschäftigt die Tatsache, dass es in Bremerhaven, wo einst Deutschlands größte Fischereiflotte stationiert war, mittlerweile mehr stillgelegte Museumskutter gibt als bemannte Trawler. Frank Keil sieht in Times mager schon die Lenzsche Pfeife dampfen, wenn nun ganz Hamburg kollektiv "Der Mann im Strom" des Wahlhamburgers Siegfried Lenz liest. Gemeldet wird, dass erstens Raul Hillberg den Geschwister-Scholl-Preis und zweitens Gianni Vattimo den Hannah-Arendt-Preis bekommt.

Besprochen werden Adam Shankmans Erweckungsfilm "Nur mit Dir", eine Retrospektive für Gio Ponti im Niederländischen Architekturinstitut in Rotterdam, zwei Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst aus China in Duisburg und Oberhausen, zwei neue Jazzplatten von Joshua Redman und Brad Mehldau sowie Aufnahmen des klasssichen Pianisten und Geigers Kolja Lessing als CD der Woche.
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NZZ, 08.11.2002

Die NZZ hat anlässlich des Todes von Rudolf Augstein ein kurzes Gespräch mit Alexander Kluge geführt, der Augsteins Rolle in der Bundesrepublik folgendermaßen beschreibt: "In der Vierten Gewalt, den Medien, hatte er eine ganz bestimmte Rolle. Er war ein Fremdling in einer uniformen Bundesrepublik. Jemand, der sich selbständig verhielt und keine Rücksicht nahm. Immer eine Art Störer." Den Nachruf schreibt Heribert Seifert.

Zum Feuilleton: Die Londoner Theater sind in der Krise, berichtet Patricia Benecke. In den meisten Vostellungen war sie von einem Publikum im Alter von 50 Jahren aufwärts umgeben. Das sei bei den durchschnittlichen Kartenpreisen, die sich kaum ein junger Mensch leisten könne, auch kein Wunder: "Peter Brook hat einmal gesagt, die Zukunft des Theaters liege in billigen Plätzen. Langsam merkt vielleicht auch der Londoner Mainstream, dass an dem weisen Wort des alten Maestros tatsächlich was dran sein könnte."

Andrea Köhler untersucht das Verhältnis der Amerikaner zur Gewalt. In den USA sei Gewalt etwas Gewöhnliches, weil "der Bürger dem Staat und seiner Fähigkeit, ihn zu schützen, zutiefst misstraut". Daher sind die Amerikaner auch nicht bereit, ihr Recht auf eine Waffe aufzugeben oder die Todesstrafe abzuschaffen. Je leichter jedoch Waffen verfügbar sind, desto einfacher ist es, sie einzusetzen: "Die alltägliche mörderische Gewalt und ihre Ursachen, die der Staat nicht in den Griff bekommt - die brutale Armut in den ausfransenden Rändern der großen Städte und den heruntergekommenen Dörfern des Südens -, rühren bei vielen an einem amerikanischen Urinstinkt: dem Gefühl, ganz auf sich selber gestellt zu sein und sich notfalls mittels Waffengewalt verteidigen zu müssen. Und wenn ihnen jemand das Gewehr wegnehmen will, dann nur from their dead cold hands."

Weitere Artikel: Ujw. meldet, dass der Geschwister-Scholl-Preis an Raoul Hilberg für dessen Quellenforschungen zum Holocaust geht. Besprochen werden die Manet-Ausstellung in Stuttgart, Bachs Matthäuspassion in Zürich und die Ausstellung mit Buchmalerei in Loewen.

SZ, 08.11.2002

Die SZ widmet Rudolf Augstein eine erstaunliche Anzahl von Artikeln, verfasst von den führenden Federn des Feuilletons. Ulrich Raulff beschreibt ihn als Geschichtspolitiker, der besessen war "von Hitler, dem Dämon, dem Zerstörer, und in der Tat: Kein anderer politischer oder historischer Essayist in Deutschland, nicht Joachim Fest und nicht Sebastian Haffner, hat mit so bohrender und selbstquälerischer Energie immer wieder die Gestalt Hitlers ins Zentrum seines Schreibens und Redens, vor allem aber seiner publizistischen Aktivitäten gestellt." Thomas Steinfeld betont seine Nähe zu Deutschlands Dichtern und Denkern: "Dieser Mann war Literatur." Willi Winkler erinnert an das konspirative Bündnis mit dem Cheflektor des Aufbau-Verlags Wolfgang Harich, nicht eher zu ruhen, bis die Einheit Deutschlands vollbracht sein würde. Michael Naumann schildert seine Rolle in der Redaktion des Spiegel. Außerdem druckt die SZ einen Auszug aus einem Spiegel-Editorial von 1950.

Hans-Jürgen Jakobs und Hans Leyendecker zeichnen Augsteins Karriere auf der Seite 3 nach, ohne jede Spekulation über seine Nachfolge. Auf der Medienseite geht das Defilee weiter, mit Würdigungen von Michael Jürgs, Peter Glotz, Klaus Bölling, Klaus von Dohnanyi, Klaus Harpprecht und last not least spricht Augstein selbst, in Zitaten.

Zum Feuilleton: In herbstlichen Farben ist Alexander Kisslers Bericht seiner Reise durch das jüdische Deutschland gehalten. Bonmots hat er aber auch parat, wie etwa das vom Leiter der jüdischen Landesgemeinde Thüringens Wolfgang Nossen, "vor zwei Jahren, als er für den Jüdischen Friedhof neue Grabplatten bestellte. Dem Steinmetz schilderte er sein Anliegen, man unterhielt sich über Form und Farbe, und plötzlich schlug der Steinmetz vor: ?Dann nehmen wir doch SS-Marmor.? Auf Nachfrage erfuhr Nossen, dass er sich für schwarz glänzenden Marmor entschieden hatte, also für einen ?Schwarzen Schweden?."

Weitere Artikel: Holger Liebs erzählt angesichts einer Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen vom Siegeszug der japanischen Manga-Comics, deren "posthumane Ästhetik" unsere westlichen Identitätsvorstellungen untergräbt. Oliver Fuchs macht keinen Hehl aus seiner Bewunderung für Tom Jones und erklärt ihn kurzentschlossen zu "einem der coolsten Männer des Planeten". Henning Klüver berichtet von den heftigen Attacken, die die italienische Autorin Oriana Fallaci, wegen ihres islamkritischen Buches selbst umstritten, gegen das erste europäische Social Forum reitet. Alex Rühle bedauert, dass die Tochter von Andre Breton nach 36 Jahren gezwungen ist, dessen gewaltigen Nachlass zu versteigern - Frankreich gibt kein Geld zur Erhaltung. Thomas Urban begrüßt das Weißbuch Jedwabne, das die Ermordung der Juden des ostpolnischen Städtchens während des Zweiten Weltkrieges zu einem deutsch-polnischen Verbrechen erklärt. Ijoma Mangold hat bei der Verleihung des Corine Buchpreises den Parkettplaudereien gelauscht. Gemeldet wird kurz, dass Schauspielerin Winona Ryder des Diebstahls schuldig gesprochen wurde. Und Jörg Heiser schreibt zum Tod des Berliner Malers Michel Majerus, der beim Flugzeugabsturz in Luxemburg ums Leben gekommen ist.

Besprochen werden Faith Atkins filmische Italien-Feldforschung "Solino", eine Ausstellung mit Bildern des Anti-Struwwelpeters Friedrich Karl Waechter in Troisdorf und Bücher, darunter der Briefwechsel zwischen Karl Kraus und Herwarth Walden, eine Anthologie der Briefe und Schriften von Auguste Renoir und ein Sammelband mit Texten von Bazon Brock (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

Weitere Medien, 08.11.2002

In der Berliner Zeitung denkt Thomas Schuler darüber nach, ob die Augstein Kinder Franziska und Jakob ihrem Vater als Herausgeber folgen könnten. Sie hätten es schwer, denn Augstein hatte bestimmt, "... dass sie das für Mehrheitsbeschlüsse entscheidende eine Prozent nach seinem Tod abgeben müssen. G+J und die Mitarbeiter KG haben eine Verkauf-Option auf je ein halbes Prozent. Mit 24 Prozent besäßen seine Erben eine schwächere Position. Sie können keine Entscheidungen mehr blockieren, die die Mitarbeiter und G+J durchsetzen wollen." Den Nachruf schreibt Dieter Schröder.

Der Tagesspiegel meldet, dass nach seinen Informationen "allein" Augstein-Sohn Jakob "die Erbengemeinschaft in der Gesellschafterversammlung vertreten" wird. Den Nachruf schreibt Helmut Karasek.

In der Welt gewährt Herbert Kremp Augstein einen "letzten Salut" - deutlich erkennbar von der anderen Seite der Barrikade: "Auch für Leute, die ihm näher standen, geistig und politisch, war er schwer zu durchschauen. Unwillkürlich fragte man sich bei solchen Generationsgenossen, was aus ihnen geworden wäre, hätte es das Jahr 1945 in dieser eindeutigen Form nicht gegeben. In ihm war ungewöhnliche Schärfe angelegt, Sprungbereitschaft, die nicht nur auf Erkenntnistrieb beruhte. Eine politische Klinge, eine Lust zu schneiden, zu sezieren, freizulegen, polemisch aufzuwirbeln, Unsicherheit ins Lager des Feindes zu tragen. Dabei eigentlich keine erkennbare Mission, keine herrschende, die Zeiten überdauernde Idee. Liberalität - nein, nur bedingt. Pazifismus wie bei dem älteren Maximilian Harden - auf keinen Fall. Eher, als kontinuierliches Merkmal: Investigation. Rudolf Augstein war der erste deutsche Journalist, der diesen Titel uneingeschränkt verdiente. Er verbreitete Furcht."

Auch die ausländische Presse würdigt Rudolf Augstein.

In der New York Times schreibt Alan Cowell: "Under his editorship, the liberal Der Spiegel grew as an acerbic critic of Konrad Adenauer's postwar government and as champion of investigative journalism into many domestic scandals."

Im britischen Independent nennt Sebastian Bogner ihn den "last giant of post-war German journalism".

Im Guardian erklärt John Hooper den Unterschied zwischen dem Spiegel und anderen deutschen Publikationen: "Where others give immense weight to florid writing and scrupulous analysis, Spiegel's editors and reporters can be counted on to remember that the first duty of a journalist is to get the story, especially if it is one the authorities wish to conceal."

Der Standard widmet Augstein ein ganzes Dossier. Und auch in El Pais haben wir einen Nachruf gefunden. Nicht fündig wurden wir in der französischen und der italienischen Presse.

Georges Marions Nachruf in Le Monde betont besonders die Verdienste des Spiegels um die deutsche Demokratie.