Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Die Nachtigallen der Türkei

12.09.2023. Bei Eurozine setzt der Schriftsteller Kaya Genc keine Hoffnung mehr in die türkische Opposition: Sie ist genauso machohaft und machtbesessen wie Erdogan, meint er. Die London Review lernt in der Courtauld Gallery einige einfallsreiche Kunstfälscher kennen. La vie des idees empfiehlt die Lektüre Gramscis - schon um den Rechtsextremen begegnen zu können. Der New Yorker lernt von Ross Douthat, dass eine zu enge Verbindung mit dem Staat nicht nur Religionen schwächt, sondern auch Ideologien.

Buckelwalisch, Kolibrinisch, Fledermausisch

05.09.2023. Wired und der New Yorker hoffen, bald mit Walen klicken zu können. Der Merkur lernt am Beispiel der Bahai, wie man im Iran den sozialen Tod stirbt. New Eastern Europe sucht die Unabhängigkeitsbewegungen in Astrachan. Projekt erzählt, warum in Russland manche Ehen lieber geheim gehalten werden. Die LRB lehnt Kapitalismus auch dann ab, wenn er woke ist. New Lines sieht die FPÖ in Österreich schon den Kanzler stellen. Im New Statesman erklärt Robert D. Kaplan, warum die Sahelzone unsere Zukunft vorwegnimmt.

Eine neue imperiale Tradition

29.08.2023. New Lines schildert, wie chinesischen Oppositionellen im Ausland ihre Identität gestohlen wird. Himal berichtet vom Unabhängigkeitskampf Belutschistans. Prospect fragt, was die britischen Royals mit den Hunderten Millionen Pfund machen, die sie mit der Ausbeutung des Meeresbodens einheimsen. Millionen Menschen könnten erblinden, weil wir zu wenig draußen sind, lernt Wired. Die New York Times erzählt die phantastische Familiensaga der Wildensteins.

Eine familiäre Veranlagung für Zeitreisen

22.08.2023. In Granta erzählt der Historiker Arthur Asseraf, wie die Demenz seiner Großmutter ihn zu einem interessanteren Historiker machte. Himal empfiehlt eine Anthologie tibetischer Exilautoren. Harper's blickt auf die Tragödie der zerstrittenen iranischen Diaspora und auf die Generation X. New Lines erkennt in Modis Indien, dass Dekolonisierung auch ein Projekt rechter Regierungen sein kann. Der New Yorker beobachtet Elon Musk auf dem Weg zur Weltherrschaft. Meduza erzählt von einem weiteren russischen Giftmordversuch auf deutschem Boden.

Ehrenwerte Ziel

15.08.2023. Das russische Investigativmagazin Projekt deckt in einer umfassenden Recherche auf, welche Oligarchen welche Waffen für Russland im Ukrainekrieg herstellen und liefern. Im New Yorker schreibt Masha Gessen über die illegale Zwangsumsiedlung vieler Ukrainer durch russische Soldaten. Himal stellt das tamilische Gegenwartskino vor. New Lines porträtiert einige der Silberschmiedinnen in Oman. Quillette erzählt die Geschichte des Pelzhandels in Kanada. Die London Review wägt die Vor- und Nachteile der Affirmative Action in den USA ab.

Die Normalitätsdefinierer

08.08.2023. Die London Review of Books versucht einem kriegsversehrten Kiew ins Gesicht zu sehen. Der Merkur fragt sich, ob nicht auch mal die Demokratiefähigkeit der überaus sendungsbewussten Mittelklassen in Deutschland untersucht werden sollte. In Novinki vergleicht der Historiker Miloš Řezník die polnische mit der tschechischen Geschichtspolitik. Die New York Times porträtiert den chinesischen Bestseller-Autor Hao Qun.

Für Kinder, nicht für die Liebe

01.08.2023. Liebe unter dem Schatten einer drohenden Sichelzellenanämie - davon erzählt Harper's in einer Reportage aus Nigeria. Eurozine ruft zur Dekolonisierung Osteuropas auf, auch wenn Habermas und Derrida das so nie gemeint hatten. So entblößt hat der New Yorker den männlichen Blick auf weibliche Körper noch nie gesehen, wie auf den Bildern der amerikanischen Malerin Lisa Yuskavage. Das Smithsonian Magazine amüsiert sich mit den Exzentrikern unter den englischen Gartenbesitzern. Susan Neiman erklärt, warum Links nicht gleich woke ist. Sudanesische Geschichte mal anders erzählt Africa is a Country.

Ein Spritzer Mondlicht

25.07.2023. Im tschechischen A2 erklärt Serhij Zhadan das Imperialistische der russischen Kultur. Tablet analysiert die Identitätswidersprüche vieler arabischstämmiger Franzosen. Das Smithsonian Magazine feiert die magischen Zutaten der Webkunst Dorothy Liebes'. In Eurozine erklärt Stanislav Aseyev, warum nicht nur Putin, sondern auch Wanja verantwortlich ist für die Zerstörung der Ukraine. Die LRB taucht mit Geigerzähler ein ins Britannien des Kalten Krieges. Der New Yorker erzählt aus dem gefährlichen Leben eines Lokalreporters.

Ambrosia der Sprachkontrolle

18.07.2023. Die LRB durchmisst mit zwei Büchern die Untiefen der forensischen Anthropologie in Argentinien und Guatemala. Der Neurowissenschaftler Erik Hoel verabschiedet in seinem Substack-Newsletter den globalen Marktplatz. Novinky verabschiedet mit Milan Kundera einen König der Widersprüche. Kunst muss unpolitischer werden, fordert Tablet. Der New Yorker stößt im failed state Haiti auf einige äußerst robuste Ansichten zur Verbrechensbekämpfung.

Faust und Kopfkissen

11.07.2023. Die LRB erzählt, wie Clyde Snow 1984 in Argentinien mit unerschrockenen Studenten die forensische Anthropologie begründete. In Harper's staunt Ian Buruma, dass in Zeiten zur Schau gestellter Tugendhaftigkeit sogar Waffen- und Junkfood-Produzenten woke sein können. In La Règle du Jeu pocht Christine Angot darauf, dass auch Opfer freie Menschen sind. In Elet es Irodalom möchte der Philosoph Sándor Radnóti das System Viktor Orbans nicht zu einer Dikatur hochtadeln. Eurozine fordert Bürgerräte für die Öffentlich-Rechtlichen. Und im New York Magazine erklärt John Woo seine Liebe zum französischen Film