Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
18.03.2006. Für den Tagesspiegel ist Sibylle Tönnies bei den Pariser Studentenprotesten mitgelaufern und wittert eine "Umwälzung der Generationen". Die SZ hält dagegen, dass die französischen Jugendlichen zu 75 Prozent von einem Beamtenstatus träumen. Auch die NZZ findet die französische Lage eher deprimierend. Die FR verteidigt immerhin die französischen Initiativen gegen Google Book Search. Und die Berliner Zeitung mokiert sich über den Einwanderer-Fragebogen der Hessen.

Welt, 18.03.2006

Leipzig feiert den "Ball der Debütanten", hier lesen die ganz Jungen, und ihr Star ist im Augenblick "der junge Leipziger Erzähler Clemens Meyer", erzählt Tilman Krause im Feuilleton. "Mit tosendem Applaus wurde der Einzug des Lokalmatadors begrüßt. Und Clemens Meyer, ein sanfter sächsischer Hüne, der mindestens so gern über seine ausgefallenen bunten Tattoos spricht wie über seine Texte ('Ich habe eine wahnsinnig gute Farbhaut! Und jedesmal, wenn ich irgendwo 100 Euro verdiene, kriegt mein kleiner grüner Drachen einen neuen Flügel'), Clemens Meyer also 'bediente' seine Freunde, wie er es von Mick Jagger oder Robbie Williams gelernt haben mochte. Bevor er sich ans Werk des Vorlesens machte, zeigte er großzügig erstmal sein dekoriertes Fleisch. Sein Debütroman 'Als wir träumten' über orientierungslose, aber sehr lebenslustige junge Leipziger Proletarier ist in diesen Breiten längst zum Kultbuch avanciert."

Weiteres: Usi. war bei der "Kulturellen Wiedereröffnung von Schloss Bellevue", wo Bundespräsident Horst Köhler "unangepassten" Kabarettisten applaudierte. Und Ulrich Weinzierl war dabei, als in Wien ein Band über die nationalsozialistische Vergangenheit des Wiener Auktionshauses Dorotheum vorgestellt wurde.

Besprochen werden die Aufführung von Gustav Holsts "Planeten"-Zyklus mit den Berliner Philharmonikern und Simon Rattle und die neue CD von Elvis Costello.

Thea Dorn hat für die Literarische Welt Necla Kelek besucht und erfahren, dass sie mit 17 Jahren Jugendvertreterin der IG Metall war und begeistert Marxismus-Leninismus-Schulungen besuchte. "Die Ungleichberechtigung von Mann und Frau, die der Marxismus-Leninismus gern als 'Nebenwiderspruch' beiseite rückte, wurde zum Schmerzzentrum von Keleks Denken und Handeln. Liegt hier der Grund, warum so viele 'Linke' heute das Gesicht verziehen, wenn sie den Namen 'Kelek' hören? Weil da eine endgültig aus der marxistisch-leninistischen Kutte gesprungen ist? Weil da eine mit solcher Verve an die Verantwortung des Einzelnen appelliert, als sei 'das Individuum' eben erst entdeckt worden - und nichts, was der abgeklärte Westler als 'neoliberal' zu diffamieren gelernt hat? Weil da eine die zweite, diesmal konsequent beide Geschlechter umfassende Aufklärung der Aufklärung fordert?"

Weiteres: Abgedruckt ist Franziska Augsteins Einleitung zu Hannah Arendts Vorlesung zu Fragen der Ethik, die in dem am Mittwoch erscheinenden Band "Über das Böse" versammelt sind, und zwei frühe Erzählungen von Siegfried Lenz. Uwe Wittstock überlegt am Beispiel von Thalia, was die Konzentration im Buchhandel für Verlage, Leser und Kritiker bedeutet. Besprochen wird unter anderem Edgar Wolfrums Studie "Die geglückte Demokratie" ("Dieses Buch wird auf Misstrauen stoßen. Wer die Geschichte der Bundesrepublik als Lernprozeß mit glücklichem Ausgang schildert, setzt sich dem Verdacht aus, Legitimationshistorie zu betreiben", schreibt Mariam Lau).

FR, 18.03.2006

In ihrer Rezension von Jean-Noel Jeanneneys Warnschrift vor dem Google-Bücherprojekt schlägt sich Martina Meister auf die französische Seite: "Frankreichs Sozialromantiker und Kulturkämpfer stören offensichtlich den ungebrochen naiven Glauben an das messianische Versprechen des Kapitalismus, nach den Waren nun auch das Wissen der Welt zu verteilen. Es sieht aus, als gäbe es alles umsonst. Aber Google lässt sich seine Informationsbeschaffung bekanntlich bezahlen. Es gilt eben nicht das Gesetz der Enzyklopädie, sondern immer noch die Logik des Dow Jones."

Weitere Artikel: Mit Süffisanz kommentiert Marcia Pally den Streit um die Vergabe von US-Hafensicherheitsaufträgen an eine Dubaier Firma. Im Interview spricht der Amateurmusiker-Wettbewerbsveranstalter Karl Rarichs über deutsche Musikkultur. Elke Buhr sondiert die Schatten, die die Veröffentlichung des neuen Prince-Albums "3121" vorauswirft. Karin Ceballos-Betancur sinniert in ihrer Bonanza-Kolumne über Schlaglöcher.

Besprochen werden eine Ausstellung über den Nationalsozialismus in München, eine Berliner Inszenierung von Marius von Mayenburgs "Augenlicht" mit Sepp Bierbichler und eine Ausstellung mit China-Bildern von Thomas Bayrle und Barbara Klemm im Frankfurter Museum für Moderne Kunst.

TAZ, 18.03.2006

Micha Brumlik versucht, in einem kompliziert zu lesenden Artikel Licht in einen heftigen Kleinkrieg zwischen verschiedenen Antisemitismusforschern zu bringen, die sich gegenseitig Antisemitismus vorwerfen. Gerrit Bartels kommentiert in seiner "Buchmessern"-Kolumne die Verleihung der Leipziger Bücherpreise und findet vor allem die Wahl Ilja Trojanows ein bisschen feige.

Besprochen werden die Alan-Moore-Verfilmung "V wie Vendetta", die Ausstellung "Deutsche Bilder aus der Sammlung Ludwig" in Schloss Oberhausen und Roger Vontobels Inszenierung der dramatisierten Version von Juli Zehs "Spieltrieb" in Hamburg und Bücher, darunter Joseph Weizenbaums und Gunnar Wendts computerskeptischer Band "Wo sind sie, die Inseln der Vernunft im Cyberstrom?", John Maynard Keyes' noch heute lesenswerte Analyse des Versailler Vertrags und Iain Levisons Bericht von einer Existenz als Ausgebeuteter in den USA "Abserviert" (mehr in der Bücherschau ab 14 Uhr).

Im Dossier des taz mag berichtet Natalie Tenburg von einem Ausflug an die "Tabak- und Getränkeoase" im Berliner Bezirk Neukölln: "Kismir inhaliert, lächelt und bläst den Rauch aus. Die Ladentheke vor ihm, eine drei Meter lange Glasvitrine, ist voll gestopft mit Zippo-Feuerzeugen und Porzellanfiguren. Hinter ihm türmen sich Zigaretten, fein sortiert, mehrere Reihen Schnaps, Wein und Raki verdecken die Wand. In einem Plastikfach liegt Börek neben Schrippen. Die Vielfalt an Materialien, die für die Einrichtung benutzt wurden, hinterlässt den Eindruck von Durcheinander. Das hier ist kein durchdesignter Lifestyleshop."

Weitere Artikel: Reinhard Krause hat in Hamburg die Ausstellung "Entfesselt" zum Hamburger Expressionismus gesehen - und preist die Tanzmasken von Lavinia Schulz. Thomas Spinnler nutzt die gegenwärtige Vogelgrippe-Sensibilisierung, um noch ein paar andere sehr unangenehme Tier-Mensch-Krankheiten vorzustellen.

Und Tom.
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Berliner Zeitung, 18.03.2006

Wollen wir nun Einwanderer oder wollen wir keine? Der Fragebogen der Hessen lockt jedenfalls keinen Hund nach Deutschland. Die Fragen sind einfach lächerlich, meint Arno Widmann. "Darf der Deutsche in spe die Frage 88 'Erläutern sie den Begriff Meinungs- und Pressefreiheit' mit Paul Sethe, dem ehemaligen Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, es handele sich dabei um die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten, beantworten oder muss er sich politisch korrekter ausdrücken, um aufgenommen zu werden ins Land der Deutschen. Der Witz der demokratischen Verfassung der Bundesrepublik Deutschland liegt doch gerade darin, dass Traditionen, Behauptungen, Überzeugungen in Frage gestellt werden können und zwar von jedem Bürger. Dieser Fragebogen aber setzt voraus, dass es jeweils nur eine richtige - lebensentscheidende - Antwort gibt oder doch nicht mehr Antworten als der fragende Beamte kennt. Das ist das Autoritär-Undemokratische und zugleich das Lächerliche dieses Unternehmens."

Im Feuilleton ärgert sich Wolfgang Fuhrmann über "Welt im Quecksilberlicht", ein Musiktheater nach Gedichten von Gu Cheng", das die MaerzMusik in Berlin eröffnete. Gu Cheng (hier ein Porträt) fiel im kommunistischen China in Ungnade, ging 1987 ins Exil. 1993 tötete er seine Frau und erhängte sich. "Die Musik von Cong Su - sei sie nun computergeneriertes Zirpen oder für die Sänger geschriebenes Zirpen - gibt dem Ohr sicher nichts zu tun. Aber wie bei der Chinapfanne soll man hier wohl nicht so genau die einzelnen Zutaten prüfen, sondern sich lieber freuen, dass aus der chinesischen Kulturrevolution und den Leiden eines Dichters eine so bunte Sache geworden ist, ganz toll offen und interkulturell noch dazu. Dass der Mord Cong Sus an seiner Frau und sein anschließender Selbstmord, in der Realität ein grauenvolles Ende, irgendwann zwischendurch als fröhliches Messerpieken dargestellt wurden, ist symptomatisch für den hier herrschenden Unernst."

Außerdem: Markus Schneider stellt das erfolgreichste HipHop-Label aller Zeiten vor: Def Jam. Andreas Mix war dabei, als die Deutsche Forschungsgemeinschaft erste Ergebnisse der Aufarbeitung ihrer Geschichte während des Nationalsozialismus vorstellte. Und Torsten Harmsen fordert die deutschen Studenten auf: Werdet französischer! Die Buchkritiken zum Bücherfrühling finden Sie hier.

Tagesspiegel, 18.03.2006

Protestieren die französischen Studenten nur gegen das neue Einstellungsgesetz für Berufsanfänger? Sibylle Tönnies, die in der Demo am Donnerstag mitgelaufen ist, glaubt es nicht. "Die unsichtbare Fackel, die hier getragen wird, kündigt eine Umwälzung an, die in der gesamten westlichen Welt überfällig ist: die Umwälzung der Generationen. Viel zu lange schon bestimmen wir Alten das Geschehen. Viel zu lange schon halten wir die Stellen besetzt, nehmen wir der Jugend die Chancen, die sie braucht, damit ihre Kräfte nicht in Autoaggression umschlagen. Wir Alten müssen den Jungen endlich Platz machen, auch das sagen die Pariser Demonstrationen."

Jan Schulz-Ojala hat Hauptstadt-Kreative aus Funk, Film und Fernsehen beim Familientratsch auf dem 18. Mediengipfel in Berlin beobachtet. Und Christiane Tewinkel bemerkte eine "gewisse Aufgeregtheit, ein allgegenwärtiges Vom-Hafer-gestochen-Sein" bei der Aufführung von Gustav Holsts "Planeten"-Zyklus mit den Berliner Philharmonikern und Simon Rattle.

NZZ, 18.03.2006

Literatur und Kunst präsentiert ein gelehrtes Dossier über Schrift an und für sich. Hier das Editorial von Angela Schader. Florian Coulmas meditiert über "die Schrift zwischen Symbol und Laut". Franz Pichler befasst sich mit "verborgenen Schriften, Codes und elektronischen Chiffraten". Ursula Seibold-Bultmann macht "Notizen zu Buchstaben und Lügen in Bildern". Thomas Macho führt ein in die Geschichte der Graphologie. Und Jost Hochuli schreibt über die Kunst der Typographie.

Auf das aktuellste Interesse mag Nicolai Sinais Essay über arabische Schrift und Koranüberlieferung stoßen. Sinai informiert über ein Grundproblem der arabischen Schrift, das sich auch auf die Korandeutung auswirkt: "In ihrer historischen Grundform ist sie nicht nur eine reine Konsonantenschrift, sondern verfügt mit insgesamt 18 (im Wortinneren sogar nur 15) Graphemen über einen außerordentlich begrenzten Zeichenbestand, der den 28 Konsonanten der arabischen Sprache nicht annähernd gerecht wird."

Im Feuilleton wirft Jürgen Ritte einen deprimierten Blick auf die französischen Studentenproteste gegen den Plan eines Ersteinstellungsvertrags, der eine Probezeit von zwei Jahren erlaubt: "Je größer der Öffnungsdruck auf die Gesellschaft, desto stärker, so scheint es, wird der Ruf nach dem totalen Versorgungsstaat. 'Ein fester Arbeitsplatz für alle', stand vergangenen Donnerstag auf den Transparenten mancher Manifestanten, oder: 'Weg mit der EU'."

Weitere Artikel: Peter Hagmann würdigt die Arbeit Simon Rattles mit den Berliner Philharmonikern und gibt seiner Bewunderung für den ungeheuren Reichtum des Berliner Musiklebens Ausdruck. Andreas Maurer gratuliert Ursula Andress zum Siebzigsten. Und Samuel Herzog stellt Projekte von Christo und Jeanne-Claude in Zürich und Lugano vor.

FAZ, 18.03.2006

Hubert Spiegel macht ein kleines Interview mit Marcel Reich-Ranicki, der bezweifelt, dass er den hessischen Fragebogentest für Einwanderer seinerzeit bestanden hätte. Christian Geyer glossiert das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das es dem Staat erlaubt, mehr als die Hälfte des Einkommens von Bürgern per Steuer einzuziehen. Jürgen Dollase verdaut mit "komplexer, körperlich-sensorischer Registrierung über psychische Verknüpfungen bis hin zu einer intellektuellen Verarbeitung, die jedwedes Abstraktionsniveau erreichen kann", ein kulinarisches Werk des Düsseldorfer Spitzenkochs Jean Claude Bourgueil. Michael Martens beschreibt die Szenerie der Ewiggestrigen am Sarg von Slobodan Milosevic. Michael Althen gratuliert der Schweizer Schauspielerin Ursula Andress zum Siebzigsten. Nils Minkmar hat in Berlin einem Vortrag des umstrittenen Islamwissenschaftlers Tariq Ramadan zugehört. Dieter Bartetzko begutachtet den siegreichen Entwurf des Büros Auer und Weber für den Neubau des Münchner Hauptbahnhofs. In der Zeitschriftenschau liest Joseph Croitoru ein Heft von Osteuropa, das sich mit Raub- und Beutekunst befasst. Eleonore Büning gratuliert dem Musikwissenschaftler Martin Geck zum Siebzigsten.

In der ehemaligen Tiefdruckbeilage wird ein Kapitel über die Geschichte des "Gottesfrevels" aus einem demnächst erscheinenden Buch von Arnold Angenendt vorabgedruckt. Und Werner Spies bringt einen Essay über Meret Oppenheim und die Surrealisten. Auf der Medienseite schreibt Michael Hanfeld über die umstrittene Berichterstattung des Münchner Boulevardblatts tz zur angeblichen Verwicklung von Bundesliga-Spielern in den Wettskandal. Und Jürg Altwegg berichtet über ein auf Wunsch der Kulturindustrie erlassenes französisches Urheberrechtsgesetz, das das Recht auf Privatkopien vollends abschafft.

Besprochen werden eine Ausstellung mit dem Gesamtwerk des Frankfurter Barockmalers Adam Elsheimer im Städel und natürlich Bücher, darunter Gedichtbände des slowenischen Lyrikers Tomaz Salamun und Arnon Grünbergs Roman "Gnadenfrist".

Auf der Schallplatten-und-Phono-Seite geht's um eine Recital-CD von Lang Lang mit "altklugen" (so Ulrich Schreiber) "Kinderszenen", ein neues Album des Schauspielers Billy Bob Thornton, Rudi Stephans Oper "Die ersten Menschen", das neue Album von My Morning Jacket und DVDs des französischen Labels Ideale Audience.

In der Frankfurter Anthologie stellt Marcel Reich-Ranicki höchstselbst ein Gedicht von Klabund vor:

"Ich baumle mit de Beene
Meine Mutter liegt im Bette,
Denn sie kriegt das dritte Kind;
Meine Schwester geht zur Mette,
Weil wir so katholisch sind. (...)

SZ, 18.03.2006

Als Symptom einer sehr tief greifenden Verunsicherung breiter Gesellschaftsschichten begreift Johannes Willms die Proteste von Jugendlichen in Frankreich. Das hat auch mit dem Berufswunsch zu tun: "Laut einer Umfrage ist es für 75 Prozent der unter 30-Jährigen der größte Wunsch, Beamter zu werden! Die darin zum Ausdruck kommende existenzielle Verunsicherung lässt sich nicht mehr mit wohlmeinenden Worten und Versprechungen oder nachgereichten Erklärungen zu einem Gesetz zerstreuen, das für sie angeblich ohne Bedeutung sei. (...) Das Erlebnis dieser Malaise, die den Jugendlichen die Erkenntnis zumutet, dass all ihre Diplome und Zeugnisse noch lange keinen sicheren Platz im beruflichen und gesellschaftlichen Leben verschaffen, wird von vielen Älteren geteilt."

Weitere Artikel: Volker Breidecker geht mit der um sich greifenden Literatur-Eventkultur auf der diesjährigen lit.Cologne recht hart ins Gericht. Bei einer Diskussion, auf der der Theologe Johann Baptist Metz die "Selbstabschaffung des Christentums" beklagte, war Alexander Kissler zugegen. Von einer Veranstaltung, bei der Moritz' "Neffe 6. Grades" Freiherr von Knigge über "Persönlichkeit, Stil und Statussymbole" sprach, berichtet Jens-Christian Rabe. Vorabgedruckt wird ein Text, den Tankred Dorst zu Ehren des im Mai seinen 80. Geburtstag feiernden Peter Zadek geschrieben hat. Etwas merkwürdig berührt es Helmut Schödel, dass die Ausstellung zum Mozartjahr in der Wiener Albertina bei der Pressebegehung noch gar nicht fertig war.

Besprochen werden Vanessa Jopps Film "Komm näher", das astronomische Konzert-Projekt der Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle und Roger Vontobels Inszenierung von Juli Zehs "Spieltrieb" in Hamburg. Auf der Literaturseite erklärt Christiane Schmidt, die Programmleiterin Belletristik bei der Deutschen Verlagsanstalt, worin der Job des Lektors besteht. Neben Notizen von der Leipziger Buchmesse findet sich eine Rezension zu Ilja Trojanows Abenteuerroman "Der Weltensammler" (mehr in der Bücherschau ab 14 Uhr).

Im Aufmacher der SZ am Wochenende stellt Kurt Kister fest: "Keller gehören zu jenen Dingen im Leben, die man als so genannter normaler Mensch wenig wahrnimmt." Vorabgedruckt wird eine Erzählung des Schriftstellers Edward P. Jones mit dem Titel "Ein Schmetterling in der F-Street". Im Interview mit Joan Baez geht es ums Thema "Risiko" und um Bob Dylan: "Aber in diesem Fall bin ich schlau genug festzustellen, dass ich Bob Dylan nicht verstanden habe. Dass ich ihn bis heute ganz und gar nicht verstehe."