Heute in den Feuilletons

Giftpilze gesellschaftlichen Zusammenlebens

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
17.01.2008. Der Schirrmacher-Jessen-Clinch versetzt die Feuilletons in Aufruhr. Die taz teilt Jens Jessens Vorurteil gegen den zusammengeschlagenen Rentner ganz einfach. Die Welt entlarvt in Frank Schirrmachers Artikel die deutsche Sehnsucht, endlich als Opfer auf der richtigen Seite zu stehen. Die SZ verurteilt den Hohn, die Häme. In der NZZ sieht der Soziologe Günter Seufert das türkische Problem nicht im Islamismus, sondern in der Gleichschaltung. Die FAZ findet die amerikanischen Jugenderziehungslager nicht nachahmenswert.

TAZ, 17.01.2008

Im Schirrmacher-Jessen-Krieg steht Jan Feddersen auf Jessens Seite. Er teilt Jessens Vorurteil gegen den zusammengeschlagenen Rentner ganz einfach: "Wer in diesem Lande lebt, weiß, wovon der ethnologisch versierte Mann von der Zeit spricht: eine Nation von Hausmeisterinnen, Gestapozuträgern und Pöblern, die hinter jeder Ecke ihrer Nachbarschaft jenen Gestank vermuten, den sie ja vornehmlich selbst verströmen: Es sind die Giftpilze gesellschaftlichen Zusammenlebens, und seien sie noch so sehr Opfer im ganz wörtlichen Sinne." Daniel Bax spricht in einem Kommentar auf der Meinungsseite zur gleichen Sache von "konservativem Gesinnungsterror".

Weitere Artikel: Martin Saar und Thomas Seibert führen eine kleine akadamische Debatte über die Relevanz Alain Badious antiliberaler (heute in einer "Mosse-Lecture" vorgebrachten) Thesen. Ekkehard Knörer gräbt aus den DVDs dieser Welt heute Guillaume Canets Thriller "Tell No One" aus.

Besprochen werden Park Chan-wooks Science-Fiction-Film "I'm a Cyborg, But That's Ok" (der auf Dietmar Kammerer "wie ein exzentrisch aufgemotzter, alkoholfreier Cocktail" gewirkt hat) und Barbara Alberts Film "Fallen".

Und Tom.

Perlentaucher, 17.01.2008

Die Bild-Zeitung hat gestern Frank Schirrmachers Artikel nachgedruckt - und sich als Multiplikator für sein Jessen-Bashing betätigt. Thierry Chervel kommentiert: "Es ist nicht das erste Mal, dass die Bild-Zeitung nachtritt, wenn Schirrmacher mit dem Finger auf einen bereits angetätschten Feind weist. Bei der Harpprecht-Affäre seinerzeit wurde die gleiche Machttechnik angewandt."

FR, 17.01.2008

Der Schlagwerker Martin Grubinger spricht im Interview über die sportlichen Dimensionen seines Berufs und die eleganten: "Ich denke, dass elegante Bewegungen eher elegante Klänge erzeugen können. Wenn ich mit einer eckigen, aggressiven Bewegung auf eine Trommel schlage, klingt das Ergebnis völlig anders, als wenn es eine federnde, schwingende Bewegung ist, die mit Elastizität und Spannung ausgeführt wird. Wenn man auf einen Spielfluss und auf bestimmte Klangbilder hin arbeitet, hat das, was man an Bewegungsabläufen sieht, eben auch einen Charakter, aus dem man das ablesen kann."

Weiteres: In der Kolumne Times Mager beschäftigt Christian Schlüter die Tatsache, das Papst Benedict XVI. nach tagelangen Studentenprotesten heute nicht die Eröffnungsrede zum 705. akademischen Jahr der römischen "La Sapienza" halten wird. Besprochen werden Frank Darabonts Stephen-King-Verfilmung "Der Nebel" (die Daniel Kothenschulte "mit einer für einen amerikanischen Genrefilm seltenen Beklemmung" entließ, weshalb er sich fragt, wie Darabont mit diesem erstaunlichen Werk überhaupt durch die obligatorischen Testvorführungen gekommen ist.), John Carneys Musicalfilm "Once", Park Chan-wooks Science-Fictionfilm "I'm a Cyborg, But That's Ok" (Heike Kühn sieht beeindruckt "Tod und Wahn in das Genre der romantischen Komödie" eingeführt), die Gilgamesch-Schau im Kestner-Museum in Hannover und Paul Freedmans Kulturgeschichte des Geschmacks "Essen" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Zeit, 17.01.2008

Zum aktuellen Aufreger-Thema um FAZ, Bild und Jens Jessen (mehr hier) haben wir nichts gefunden, nur einen Kommentar von Giovanni di Lorenzo zur Jugendgewalt im Wahlkampf und Jens Jessens Reaktion auf wütende Leserkommentare: "Es ist sinnlos, mit Rechthaberei auf solche Wutausbrüche zu reagieren. Aber die Menge der Zuschriften hat mich doch erschrocken, die ganz augenscheinlich meinen Kommentar nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollten oder nur auf eine Gelegenheit zum Losschlagen warteten."

Steht Italien vor dem Kollaps? Angesichts brennender Müllberge von Neapel sieht der Schriftsteller Peter Schneider schwarz. Auch dass ein Komiker wie Beppe Grillo auf Anhieb 50.000 Menschen mobilisieren kann, die mit gestrecktem Mittelfinger gegen die politische Kaste demonstrieren, ist ihm nicht geheuer: "Neu an diesen Ausbrüchen von Zorn und Verzweiflung ist die Abwesenheit eines eindeutigen Adressaten. Oder wie es der Kommentator Ilvo Diamanti. sagt: Es handelt sich nicht um ein konstruktives, sondern um ein destruktives Misstrauensvotum - um ein Misstrauen ohne Hoffnung, ohne Zukunft, ohne eine positive Leidenschaft. Er hätte statt 'Misstrauen' auch das Wort Wut wählen können. Italien, ein Land, das wohl mehr zur Weltkultur beigetragen hat als jedes andere, zeigt in einigen seiner Regionen bereits das gesicht eines 'failing state'."

Im Feuilleton wertet Frank Zöllner neue Quellenfunde im Streit um die Mona Lisa als Bestätigung dafür, dass es sich um die Kaufmannsfrau Lisa del Giocondo handelt. Vor zwei Wochen hatte Philipp Blom in der Zeit gegen die kultische Verehrung des Alten angeschrieben, heute antwortet ihm der Philosoph Christoph Türcke, der in Museen vor allem als "Apotheken gegen Geschichtslosigkeit" sieht. Zu lesen ist Günter Grass' Rede, in der Literaturnobelpreisträger der SPD-Fraktion die Leviten las. Die Schriftstellerin Mely Kiyak klärt uns darüber auf, wer die Aleviten sind. Georg Diez trifft die Tochter aus schwieriger Familie Sibylle Havemann.

Besprochen werden - im Aufmacher - Jürgen Goschs Inszenierung von Tschechows "Onkel Wanja", Marc Forsters Verfilmung von Khaled Hosseinis Afghanistan-Roman "Der Drachenläufer", die Ausstellung "Habitat" zum Anarchisten Luis Jacob im Hamburger Kunstverein und Bücher, darunter Hans Magnus Enzensbergers Buch "Hammerstein oder Der Eigensinn".

Im politischen Teil gibt es einen Schwerpunkt zu China: Der amerikanische Theoretiker Robert Kagan etwa hält im Interview den Glauben an den Wandel durch Handel in China für sehr bequem: "Ich denke, es müsste mehr von dem geben, was in dieser Strategie fehlt: Unterstützung für Dissidenten, Engagement für politische Öffnung." Frank Sieren begleitet einen unter dem Vorzeichen doppelter Zensur stehenden Kulturaustausch: Das Gastspiel einer Pekingoper in Teheran.

NZZ, 17.01.2008

Nicht aus dem Islamismus rührt die größte Gefahr für Schriftsteller und Künstler in der Türkei, meint der in Istanbul lebende Soziologe Günter Seufert, sondern aus der "andauernden Beschwörung der nationalen Einheit". Die Gleichförmigkeit sei zum "tiefsten Glaubensgrundsatz der türkischen Gesellschaft" geworden sei: "'Wir sind alle Türken', lassen an vielen Orten die Bürgermeister auf städtische Plakatwände schreiben, 'Wir sind alle Soldaten', heißt es im Ferienort Çesme, und 'Wir sind alle Muslime' ist das Motto der Religionsbehörde. Wo ohne die verordnete Gleichheit aller die nationale Einheit ständig bedroht ist, erstaunt es kaum, dass jedes Anderssein als Sicherheitsrisiko betrachtet wird. Und wo Geheimdienst, Militär und Polizei zum Beispiel christliche Missionare als Gefahr für den Staat wahrnehmen, hilft es wenig, dass der Regierungschef vor 'Religionsnationalismus' warnt."

Besprochen werden eine Ausstellung zu Ferdinand Hodler im Pariser Musee d'Orsay, Gerlind Reinshagens Kolmar-Monolog "Die Frau und die Stadt" und Christine O'Neills Gespräche mit Fritz Senn "Zerrinnerungen".

Die Filmseite widmet sich Marc Forsters Verfilmung von Khaled Hosseinis Bestseller "Der Drachenläufer" mit einer Besprechung und einem Interview mit dem Regisseur.

Bild, 17.01.2008

Die Bild bringt Kommentare von Rentnern: "Adolf Jennerwein (74) aus München: "Ich finde die Aussage von Herrn Jessen unverschämt. Man kann doch nicht alle deutschen Rentner über einen Kamm scheren. Ich bin eher der Meinung, dass die Rentner hierzulande benachteiligt sind - da sollten wir nicht noch zusätzlich derartig verhöhnt werden.'"

Welt, 17.01.2008

Auch Eckhard Fuhr greift den Feuilletonistenclinch der letzten Tage auf. Weder Jens Jessen noch Frank Schirrmacher kommen dabei sehr gut weg. Besonders aber kritisiert Fuhr, dass Schirrmacher die Jugendgewalt mit dem Islamismus in Verbindung bringt: "Die Mischung aus Jugendkriminalität und muslimischem Fundamentalismus sei 'potenziell das, was heute den tödlichen Ideologien des 20. Jahrhunderts am nächsten kommt'. Willkommen daheim im Weltbürgerkrieg! Aber diesmal sind die Deutschen als potenzielle Opfer auf der richtigen Seite."

Weitere Artikel: Berthold Seewald kommentiert die polnischen Debatten um Jan T. Gross' Thesen zum Antisemitismus in Polen nach dem Krieg. Michael Pilz porträtiert den gestern angeschossenen Rapper Massiv, dessen neue Single "Weißt du, wie das ist" morgen herauskommt. Matthias Heine erinnert an einen theaterhistorischen Moment: Vor zehn Jahren änderte Mark Ravenhills Stück "Shoppen und ficken" radikal die Szenerie. Marion Leske, berichtet, dass das Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde umzieht. Besprochen werden Filme, unter anderem Park Chan-wooks Komödie "I Am a Cyborg Buth That's Okay" (mehr hier).

SZ, 17.01.2008

Der "Hohn, die Häme, die verbalen Gewaltandrohungen und Verwünschungen", die Jens Jessen für sein Videoblog in der Zeit einstecken musste - auf der Medienseite wird Lothar Müller leicht übel angesichts der Reaktionen in der Bild-Zeitung und auf der Website Politically Incorrect: "Dass es in Deutschland jene Atmosphäre aggressiver Intoleranz gibt, von der Jens Jessen in seinem Videoblog spricht, ist durch die Reaktionen zahlreicher Deutscher auf diesen Blog erwiesen."

Im Feuilleton erklärt Gerhard Mätzig, warum Architekten, die einst die Königsdisziplin der Künste vertraten, heute ein Imageproblem haben. "Das akademische Prekariat ist das der Architektur. Das belegt die Arbeitslosenstatistik. Das liegt auch daran, dass viele Entwurfsleistungen, etwa im Wohnungsbau, nicht mehr von Architekten nachgefragt werden, sondern in irgendwelchen Bauträger-Abteilungen, wo sich der Juniorchef als Laienplaner verwirklichen darf, so nebenher zu erledigen sind. Der gebauten Umwelt sieht man das an. Die Baukultur hat sich abseits der Event-Architektur aus unserem Alltag verabschiedet."

Weitere Artikel: Im Aufmacher ruft Kia Vahland erleichtert aus: "Das Geheimnis der Mona Lisa ist nicht gelüftet!" Alex Rühle resümiert das Buch des französischen Soziologenduos Francois Jost und Denis Muzet über Nicolas Sarkozy, "Le Telepresident". Bernd Graff sitzt baff vor dem "unfassbar selbstironischen" Video, mit dem sich Ur-Nerd Bill Gates von der Microsoft-Konzernleitung verabschiedet hat. Johann Schloemann stellt Zhou Xuns und Francesca Taroccos leider nur auf Englisch erhältliche Phänomenologie des unter dem Überbegriff 'Karaoke' global reüssiernden öffentlichen Laiengesangs vor. Wolfgang U. Eckart klärt über den Ursprung des Liedes "Wir lagen vor Madagaskar" auf.

Eine Meldung informiert uns, dass der Spiegel demnächst zwei Chefredakteure haben wird: Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron. Außerdem erfahren wir, dass Martin Scorseses Rolling-Stones-Film "Shine a Light" als erster Dokumentarfilm die Berlinale eröffnen wird.

Besprochen werden Richard LaGraveneses neuer Film "P.S., I love you" mit Hilary Swank, Marc Forsters Khaled Hosseinis-Verfilmung "Drachenläufer" (die Fritz Göttler mit einiger Bewegung bespricht; es gibt auch ein Interview mit Forster), Pia Marais' Debütfilm "Die Unerzogenen" (den Florian Kessler für seine Subtilität lobt), und Bücher, darunter Matthias Brauns Studie über die Akademie der Künste der DDR "Kulturinsel und Machtinstrument" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Berliner Zeitung, 17.01.2008

Christian Esch unterhält sich mit den Journalisten Waleri Panjuschkin und Michail Syga, die ein Buch über Gazprom vorgelegt haben: "Das Paradox besteht darin, dass man bei Gazprom fest überzeugt war, die Europäer müssten den Konzern lieben, weil er ihre Wohnungen heizt. Dass die Reaktion der Europäer umgekehrt ausfiel, haben die gar nicht verstanden."

Stephan Speicher nimmt Position im Feuilletonistenclinch um Ausländergewalt. Zu Jens Jessens deutschen Spießer-These meint er: "Daran kann man mancherlei Einwendungen knüpfen."
Stichwörter: Spießer

FAZ, 17.01.2008

Schlechte Nachrichten für Roland Koch und seine Erziehungscamp-Ideen hat Jordan Mejias aus den USA zu überbringen. Dort hat man jede Menge Erfahrung mit diesen Lagern, und keine gute: "Erst vor einem Vierteljahr veröffentlichte nicht irgendeine pazifistisch-linksliberale Interessengruppe, sondern das Government Accountability Office (G.A.O.), die Untersuchungsbehörde des amerikanischen Kongresses, eine ernüchternde Studie, die Bootcamps und ihrem militärischen Drill jede Eignung absprach, kriminelle Jugendliche zurück auf den Weg der Tugend zu bringen. Ganz im Gegenteil könnten die umstrittenen Umpolungslager das Problem noch verschlimmern."

Weitere Artikel: Christian Geyer erklärt, was der designierte neue Bundesverfassungsgerichtsvize Horst Dreier ("eine Spitzenwahl für einen Spitzenjob!") und sein allzu strenger Begriff von Menschenwürde und der Rücktritt Kardinal Lehmanns miteinander zu tun haben. In der Glosse von Hannes Hintermeier geht es um Doping und musikalischere Formen von Wiener Blut. Walter Burkert, emeritierter Altphilologe, kann Raoul Schrotts Thesen zur Herkunft Homers zwar nicht zustimmen, freut sich aber, dass der Autor und Übersetzer die wenig bekannte Kulturlandschaft Kilikien ins Zentrum des Interesses gerückt hat. Über britische Kritik an den Privatschulen informiert Gina Thomas. Nur bedauern kann Paul Ingendaay die Kündigung der Suhrkamp-Lektorin Michi Strausfeld, der der Verlag sein exzellentes spanisch-portugiesisches Programm zu verdanken hat. Gescheitert ist, wie Paul Ingendaay berichtet, die Suche nach einem Text für die spanische Nationalhymne: das Nationale Olympische Kommittee, das den Wettbewerb ausgeschrieben hatte, will den Siegertext nicht akzeptieren. Edo Reents porträtiert Ringo Starr, Sohn der Kulturhauptstadt Liverpool. Andreas Rossmann hat die Internationale Möbelmesse Köln besucht und vermeldet außerdem erfreut, dass ein August-Macke-Selbstbildnis in Bonn bleiben kann. Auf der Medienseite schildert Dirk Schümer, wie Silvio Berlusconi wegen seines Widerstands gegen ein neues Mediengesetz wohl auch die italienische Wahlrechtsreform scheitern lassen wird.

Die Gerüchte verfestigen sich: Matthias Müller von Blumencron und Hauptstadtbüroleiter Georg Mascolo werden die neue Spiegel-Doppelspitze. Online kommentiert Michael Hanfeld: "Mit Mathias Müller von Blumencron würde nun jemand die Chefredaktion des Magazins übernehmen, der den Online-Auftritt zum Marktführer gemacht hat - in dieser Personalie könnte man dann also auch so etwas wie einen Paradigmenwechsel sehen, wenn man wollte."

Auf der Kinoseite berichtet Rüdiger Suchsland vom Filmfestival in Marrakesch. Andreas Kilb meldet, dass Marc Forsters in Afghanistan spielender Film "Drachenläufer" ebendort nicht gezeigt werden darf. Eine Stuttgarter Ausstellung zu Veit Harlans Propagandafilm "Jud Süß" hat Rüdiger Soldt besucht.

Besprochen werden Stanislaw Muchas Spielfilmdebüt "Hope", Teresa de Keersmaekers Pariser Tanzabend "Zeitung" (ein "düster leuchtender dreidimensionaler Kosmos voller Wunder und Waghalsigkeiten", staunt Gerhard R. Koch) und Bücher, darunter mehreres zu Wilhelm Busch (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).