Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
07.04.2004. Europa steht heute in Frage - und zwar heftig. In der FAZ veröffentlicht Andre Glucksmann eine wütende Polemik gegen das europäische Kneifen vorm Terrorismus. Auch der libanesische Autor Fouad Ajami warnt in der Zeit, dass die eigentliche Auseinandersetzung zwischen Islamismus und dem Westen in Europa stattfinden wird. Claudio Magris wünscht sich in der FR mehr Leidenschaft Europas für Europa. Die taz erinnert an die schändliche Rolle Frankreichs in Ruanda. Und in der NZZ warnt Richard Wagner vor der in Westeuropa üblichen Verharmlosung der Verbrechen Stalins.

Zeit, 07.04.2004

"Der Tag der Abrechnung wird kommen", prophezeit der libanesische, an der John Hopkins School lehrende Autor Fouad Ajami in einem düsteren Essay über die islamistische Bedrohung in Europa. Die eigentliche Auseinandersetzung zwischen Islamismus und dem Westen wird in Europa stattfinden, und da nützt auch ein europäischer Antiamerikanismus nichts, sagt er weiter: "Es stimmt dass Spanien den amerikanischen Feldzug im Irak unterstützt hat. Aber bei etwas genauerem Hinsehen fällt auch auf, dass Spanien die arabischen Anliegen viele Jahre lang unterstützt hat. Unter allen größeren Staaten der Europäischen Union haben die Spanier stets das meiste Verständnis für die Palästinenser an den Tag gelegt. Das hat sie nicht geschützt."

In der Ausgabe vor Ostern besinnt sich die Zeit auf das Religiöse und präsentiert auch einige Artikel über den Islam. Jan Ross sieht in einem Seite-3-Essay die größte Gefahr darin, dass Europa in Reaktion auf den Islam "in einen öden Säkularfundamentalismus" zurückfällt, "in das Auf-Nummer-Sicher-gehen durch spirituelle Leere".

Der Kulturteil wird eröffnet mit einer Umfrage, die zwei Schüler 1962 unter Schriftstellern durchführten und die seitdem nicht veröffentlicht wurde. Die schlichte Frage lautete, ob das Leben einen Sinn habe. Es antworteten etwa Max Frisch, Martin Walser und Luise Rinser, und wir zitieren Raoul Hausmann: "Soweit ich jemals sehen konnte, hat das Leben KEINEN Sinn. Das ist dumm und traurig, aber man muss sich bescheiden können."

Weitere Artikel: Hanno Rauterberg legt in einer materialreichen Recherche dar, dass die an Berlin verliehene Flicksammlung die ausstellenden Museen derart viel Geld kosten wird, dass sie kein Geld mehr für fällige Renovierungen oder gar für andere Ausstellungsprojekte haben werden, und fragt: "Ist es richtig, der Flick Collection so große Bedeutung beizumessen, obwohl sie nach sieben Jahren die Stadt wieder verlassen soll?" Thomas E. Schmidt schickt eine Reportage aus Alexandria, einer Stadt, die sich zwischen den Lockungen des Westens und den Verheißungen des Islams entscheiden muss. Evelyn Finger singt eine Hymne auf das Kasseler "Dali-Projekt" des Regisseurs Jo Fabian, dem sie endlich den verdienten Ruhm wünscht.

Besprochen werden außerdem der Film "Mein Name ist Bach" (mehr hier) von Dominique de Rivaz, "Cosi fan tutte" unter den Hermanns und Simon Rattle in Salzburg, die neue CD der Freiwilligen Selbstkontrolle und die Kubrick-Ausstellung im Frankfurter Filmmuseum.

Aufmacher des Literaturteils ist Volker Ulllrichs Besprechung von Sebastian Haffners Feuilletons aus den dreißiger Jahren. In den Zeitläuften erzählt Andreas Schlüter die Geschichte der Freundschaft zwischen Andy Warhol und Truman Capote.

FR, 07.04.2004

Der Schriftsteller Claudio Magris wünscht sich in einem Interview, dass wir Europa mit mehr Leidenschaft aufbauen. Den neuen Beitrittsstaaten im Osten, die um ihre Unabhängigkeit fürchten, gibt er zu bedenkten, dass "die Verschiedenheiten der Menschen und Kulturen von den großen Systemen vielleicht besser geschützt werden als von immer kleineren Stämmen, die ihre Besonderheit feiern. Umso wichtiger ist das alles noch in Zeiten der Globalisierung. Ein Kodex an Garantien ist immer besser als das Gesetz des Wilden Westens. Und Europa bietet diese Regeln. Nur Europa kann verhindern, dass die Großen die Kleinen verschlingen, dass Berlin Bratislava kauft. Oder dass sich die Rutenen, die Sorben, andere kleine Völker gegenseitig massakrieren. Die Union ist vielleicht die einzige Möglichkeit, die Souveränität nicht zu verlieren."

Weitere Artikel: Georg-Friedrich Kühn resümiert kurz die Berliner "MaerzMusik". In Times Mager kommentiert Ina Hartwig das Urteil des Oberlandesgerichts München, wonach Maxim Billers Roman "Esra" definitiv nicht mehr vertrieben werden darf: Hier wurde das Persönlichkeitsrecht der Klägerin "aus guten Gründen geschützt", meint Hartwig. Stephanie Prochnow erzählt, warum die Ausstellung "Berlin-Moskau" im Historischen Museum Moskau etwas anders aussieht, als zuvor im Berliner Gropius Bau.

Besprochen werden die Aufführung von Horvaths "Kasimir und Karoline" am Nationaltheater Mannheim, zwei Theaterstücke über die neue Arbeitswelt, die Ausstellung "New Blood" in der Londoner Saatchi Gallery und Bücher, darunter Botho Strauß' "Der Untenstehende auf Zehenspitzen" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).

FAZ, 07.04.2004

"Die Europäer oder, besser gesagt, zwei verweichlichte, heuchlerische, aber mit unglaublichem Anspruch auftretende Generationen kneifen vor der Herausforderung durch den weltumspannenden Terrorismus." In einer wütenden Polemik fordert Andre Glucksmann die europäischen Regierungen auf, endlich gemeinsam etwas gegen den islamischen Terrorismus zu unternehmen, denn dem Gegner "sind alle Mittel recht". Während in Europa "die guten Seelen wohlmeinende Schilder mit der Aufschrift 'Frieden' schwenken, beendet die lynchende Menge in Falludscha ihr Fest mit Hackenschlägen auf die brennenden Leichen. Die Europäer treten ein paar Züge verspätet in den Krieg gegen den Terrorismus ein. Die Spanier hoffen, sich ihre Ruhe erkaufen zu können, indem sie ihre Soldaten aus dem Irak abziehen. Die Franzosen pflegen ihre Freundschaft mit arabischen Despoten. Kommissionspräsident Prodi setzt auf Kredite, Hilfszahlungen und Subventionen, um der Plage Herr zu werden. In der stillen Hoffnung, als Milchkuh werde Europa nicht länger Zielscheibe sein, weil die Meistersänger sich auf ihre eigenen Interessen besinnen. Aber der Madrider Ground Zero dürfte ihnen eher beweisen, daß solche Anschläge sich lohnen, weil das Huhn um so mehr goldene Eier legt, je mehr man ihm mit Bomben einheizt."

Heute wird ein französisches Gericht darüber entscheiden, ob der italienische Terrorist Cesare Battisti nach Italien ausgeliefert wird. Die Unterstützung, die Battisti von linken Intellektuellen in Frankreich erfährt, "hat zum Zerwürfnis zwischen den Linken und den Intellektuellen der beiden Länder geführt", berichtet Jürg Altwegg. "In der Repubblica kritisierte Mario Pirani die 'schlechten Lektionen der Meisterdenker'. Man verwechsele die Flucht eines rechtmäßig verurteilten Mörders mit dem Exil eines politisch Verfolgten. 'Battisti ist nicht Dreyfus', ruft Barbara Spinelli ihren französischen Freunden zu und nennt namentlich die Menschenrechtsapostel Levy und Bernard Kouchner." Auch Claudio Magris sei entsetzt. Er "misstraut den Reuebekenntnissen, hält sie für oberflächlich und kitschig. Die Terroristen waren keine Widerstandskämpfer, ruft er den Franzosen in Erinnerung: 'Die Dinge so zu sehen hieße, Papon und Barbie für Helden der Resistance zu halten.'"

Weitere Artikel: Mark Siemons stellt den Report "Der Westen und die islamische Welt" vor, den gestern das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) vorgestellt hat. Verfasst haben ihn sechs muslimische Wissenschaftler und Journalisten: "die Autoren bestehen auf der Möglichkeit einer 'islamischen Moderne', meinen aber: 'Der Westen scheint große Probleme zu haben, Differenzen zu akzeptieren.'" Eleonore Büning resümiert die Berliner MaerzMusik, die ein toller Publikumserfolg war. In Scharen strömten die Berliner in eine "Oper für vier Kampfhunde, Video, Laptop und Streichoktett" oder eine "Performance für Kanarienvögel, Strohviolinen-Quartett und Phonograph". Hubert Spiegel gratuliert dem Sprachwissenschaftler Theodor Ickler zum Sechzigsten, Hannes Hintermeier dem Schriftsteller Johannes Mario Simmel zum Achtzigsten.

Auf der Medienseite berichtet Hans-Christian Rössler von einem Aufblühen der Medienlandschaft in Pakistan. Selbst Kritik am Militärregime ist erlaubt. So überraschte Geo TV "die Zuschauer schon mit einer Programmunterbrechung für eine angebliche Botschaft des Präsidenten Musharraf. Doch das war nur eine Satire, die jedoch mittlerweile so populär ist, das angeblich schon die Mutter Musharrafs um die Videobänder bat, weil sie ihr so gut gefielen. Mir Ibrahim Rahman wundert sich trotzdem immer noch, was in Pakistan mittlerweile für Journalisten möglich ist, wenn auch mit Einschränkungen. 'Es gibt mehr Redefreiheit, aber nicht immer Freiheit, nachdem man geredet hat', scherzt er." Zhou Derong meldet das Erscheinen des Männermagazins Maxim in China. Zwei verschiedene Ausgaben soll es geben: "die eine, etwas gewagter gestaltet, für die Hongkonger, die andere, züchtigere für den Rest der Volksrepublik. Das Mädchen auf dem Umschlag wird eine Chinesin sein."

Auf der letzten Seite schreibt Andreas Platthaus über Ausstellungen in Paris zur Kunst unter Karl VI.. Warum die Islamisten sich in die Luft sprengen, obwohl der Islam den Selbstmord verbietet, erklärt Joseph Croitoru mit einem Religionsgutachten, das algerischen Freiheitskämpfern in den Sechzigern den Selbstmord bei Gefangennahme erlaubte, um zu verhindern, dass unter der Folter Geheimnisse verraten wurden. Dieses Gutachten, so Croitoru, wurde in den letzten Jahren von dem Saudi Scheich Abdelaziz Bin Salih al-Dscharbu wiederentdeckt und erweitert. Seine "Schrift 'Empfohlenes in der religionsgesetzlichen Frage des Selbstmords bei gefürchtetem Verrat eigener Geheimnisse' genießt mittlerweile hohe Autorität und kursiert vor allem im arabischsprachigen Internet." Dirk Schümer schließlich feiert vierzig Jahre Nutella.

Besprochen werden eine Ausstellung der Schätze aus dem Grab des Tutanchamun im Basler Antikenmuseum, Gus Van Sants Film "Elephant" über das Schulmassaker an der Columbine High School in Littleton, die Aufführung von Pirandellos "Quando si e qualcuno" im Teatro di Roma und eine Ausstellung der Aquarelle und späten Gemälde von Lovis Corinth in der Kunsthalle Emden.
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NZZ, 07.04.2004

Der Schriftsteller Richard Wagner ergreift in der Debatte um die Opfer von Nationalsozialismus und Kommunismus das Wort: "Die These von der Unvergleichbarkeit der beiden totalitären Systeme ist eine These der Nachkriegszeit, sie kam etwa in Deutschland als eine Polemik gegen Ernst Nolte daher, widerspricht aber Hannah Arendt. Sie drückt zwar verständliche Ängste vor dem Revisionismus aus, letzten Endes verharmlost sie jedoch den Stalinismus, die 'Welt ohne Erbarmen', wie Gustaw Herling sie erlebt hat... Die Unterscheidung zwischen den verbrecherischen Regimen in Moskau und Berlin fußt auf dem Thema der Judenvernichtung. Diese ist in ihrer rassistischen Begründung, der erklärt eliminatorischen Absicht und ihrer schrecklichen Ausführung durch die Vergasung einzigartig. Daran ist nicht zu rütteln. Das muss auch den Osteuropäern klar werden, die die großen Debatten des Westens noch vor sich haben."

Weitere Artikel: Stefan Zweifel hat im Antikenmuseum Basel den Pharao Tutanchamun ins Jenseits begleitet: "Eine Reise für jeden Besucher durch das Nachtreich der eigenen Träume und Ängste." Marianne Zelger-Vogt hat in Lissabon das Teatro Sao Carlos bestaunt. Besprochen werden zwei Bücher über Bildung: Werner Fulds "Die Bildungslüge" und "Der europäische Bildungskanon" von Manfred Fuhrmann sowie Urs Bitterlis "Golo Mann"-Biografie (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

TAZ, 07.04.2004

Die taz erinnert an den Völkermord in Ruanda vor zehn Jahren. Der Reuters-Journalist Jean-Baptiste Kayigambai, ein Tutsi, erzählt, was er damals erlebte. Sein Artikel fängt so an: "Ich habe meine Eltern zum letzten Mal Ende 1993 gesehen. Als ich mich von meiner Mutter verabschiedete, sagte sie: 'Wenn du wiederkommst, werden die Hutu uns alle umgebracht haben.' Sie sollte recht behalten. Das Jahr 1994 überlebten von meiner Familie außer mir nur zwei Schwestern und eine kleine Nichte. Sie erhielt einen Machetenhieb und fiel hin. Die Mörder ließen sie liegen. Später kletterte sie aus dem Leichenberg heraus und lebte weiter. Das ist alles."

Dominic Johnson erinnert an die schändliche Rolle Frankreichs bei den Ereignissen. "Neueste Erkenntnisse, die über die Befunde einer parlamentarischen Untersuchungskommission von 1998 hinausgehen, belegen das Ausmaß der Kollaboration und ziehen jetzt Forderungen nach umfassender Untersuchung nach sich." Zum Beispiel: "Nach Angaben der britischen Journalistin Linda Melvern beim internationalen Ruanda-Forum in London Ende März waren 47 hochrangige französische Offiziere in Ruandas Armee 'eingebettet - sie arbeiteten mit den Extremisten und sahen der Milizenausbildung zu'." In weiteren Artikeln konstatiert Dominic Johnson, dass die Weltpolitik dem heutigen Gedenken in Kigali fern bleibt (Deutschland schickt eine Staatssekretärin, kein Joschka in Sicht). Francois Misser berichtet über die schwierige Versöhnung in Ruanda. Misser berichtet aber auch, dass Ruanda heute ein anderes Land sei als vor zehn Jahren. Alle Artikel finden Sie hier.

Im Kulturteil schreibt Oliver Pfohlmann über die Lage von Literaturzeitschriften im Zeitalter des Internets. Reinhard Krause meldet, dass unter den Pulitzer-Preisträgern das Theaterstück "I am my own wife" von Doug Wright ist - das Stück handelt von Charlotte von Mahlsdorf. Besprochen wird Tim Burtons neuer Film "Big Fish". Auf der Medienseite berichtet Silke Burmester, dass jetzt auch der Stern online als E-Paper zu haben ist. Und Steffen Grimberg freut sich über die Gründung einer neuen Zeitung, der Görlitzer Allgemeinen.

Und Tom.

SZ, 07.04.2004

Jens Bisky ruft "Freiheit statt Wohlstand" und begrüßt von München aus freudigst die neue Debatte um den Aufbau Ost, der vor allem "herrliche Kulissen, komfortables Elend, dauerhafte Abhängigkeit und Ruhe im Osten" hervorgebracht habe. "Als putzige Figur mit kulturellen Besonderheiten, nicht als Bürger, wurde der Ossi lieb gewonnen. Zum Glück ist all das zu teuer und unbezahlbar geworden. Statt dem Volksgemeinschaftsideal der 'inneren Einheit' zu folgen, können die Deutschen Ost und West nun ein republikanisches, offenes Verhältnis zueinander gewinnen. Eine Neiddebatte, wie sie jetzt zu beginnen scheint, wäre fruchtbarer als realitätsblinde Sanftmut."

Weitere Artikel: Arne Perras zürnt der Weltgemeinschaft, die zehn Jahre nach dem Völkermord von Ruanda noch immer nur Interesse an Afrika heuchelt. "tost" vergleicht in der Randglosse, die "Regelmäßigkeit, mit der das Verbot von Maxim Billers Roman 'Esra' in Frage gestellt und bestätigt wird", mit dem "Versuch einer Fliege, eine Glasscherbe zu durchqueren". Sonja Zekri liefert Anmerkungen zu den Extravaganzen von Bundesbankchef Ernst Welteke und die Kultur der Käuflichkeit. Johannes Willms erinnert an den 8. April 1904, an dem die gar nicht herzliche Entente cordiale zwischen Frankreich und Großbritannien geschlossen wurde. Joachim Kaiser gratuliert Johannes Mario Simmel zum Achtzigsten.

Auf der Schallplatten-Seite kürt Reinhard J. Brembeck die Dirigentin Emmanuelle Haim (mehr hier) zum neuen Star der barocken Opernszene. Helmut Mauro unterhält sich mit dem Countertenor Max Emanuel Cencic. Rezensionen widmen sich Lev Vinocours Schumann-Einspielung und Roger Norringtons Beethoven Aufnahmen.

Auf der Medienseite verabschiedet sich Oliver Fuchs betrübt von The Face, dessen vorerst letztes Heft morgen erscheint: "Diese eiskalt blickenden Models, diese arrogant ins Leere starrenden Popstars, diese seltsam gestauchten und bizarr gequetschten Schriften, vor allem aber: diese Ordnung!").

Besprochen werden die Schau von Grabschätzen aus dem Tal der Könige im Antikenmuseum Basel und Bücher: Urs Bitterlis Golo-Mann-Biografie und Joe Saccos Palästina-Zeichnungen (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).