Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Armee untoter Code-Gespenster

17.03.2026. Reuters ruft David Jones ein freundliches "Hallo Banksy" zu. Die New York Times beobachtet amüsiert, wie Coder plötzlich kommunizieren müssen. In Meduza erklärt der russische Lehrer Pavel Talankin, warum in einer Diktatur der offene Käfig das größte Gefängnis ist. HVG überlegt, wie man eine Einmischung Russlands in den ungarischen Wahlkampf neutralisiert. Der New Yorker erklärt, warum man ohne Geld einen Krieg verliert, ihn mit Geld aber nicht unbedingt gewinnt.

Was das Meer nicht will

10.03.2026. Der Guardian porträtiert den starken Mann und wahren Herrscher Libyens Khalifa Haftar. Kann die Trump-Regierung wirklich als Faschismus beschrieben werden? Im Merkur plädiert Patrick Eiden-Offe eher für "Faschisierung". Die New York Times erzählt die Geschichte der afghanischen Zero Units. In La Regle du Jeu lässt BHL noch einmal António Lobo Antunes zu Wort kommen. Die London Review fragt sich, wie Autismusdiagnosen innerhalb von 40 Jahren 5 pro 10.000 Menschen auf heute etwa 1 pro 100 steigen konnten. Und der New Yorker untersucht den Boom Klassischer Philologie in China.

Im Namen des Guten

03.03.2026. Die New York Times bringt eine erschütternde Recherche zu den Toten der iranischen Proteste vom Anfang des Jahres. Wie es im Iran nach dem Tod Ali Khameneis weitergeht, entscheiden die Revolutionsgarden, meint der New Statesman. Und Wired fragt sich, welche Folgen der Krieg für Trump haben wird. New Lines sammelt die Stimmen von glücklich Geschiedenen in Mauretanien. Der New Yorker fragt sich, warum Shere Hite heute fast vergessen ist, deren Report erstmals erklärte, wie amerikanische Frauen Sex mögen. In Atlantico erklärt der französische Intellektuelle Samuel Fitoussi, warum "Antifaschismus" ein kindischer Begriff ist.

Keine Weltschöpfung ohne Spiel

24.02.2026. Der New Yorker beobachtet im letzten Tiefland-Urwald in Europa die wahre Flüchtlingskrise. New Lines versteht an der ukrainischen Front den Wert von Fliegenpilzen. Der französische Historiker Georges Bensoussan spricht in Le Point über seine monumentale Geschichte des Zionismus. Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó erklärt in HVG, warum er heute in Amerika dreht. Harper's blickt auf die AI-infizierte Tech-Szene der Gegenwart. Tikvah Ideas analysiert den linken jüdischen Antizionismus in Amerika.

Unterwäsche, Ketamin und Munition

17.02.2026. New Lines erzählt, wie sich die Mullahs im Iran die Taschen voll machen. Respekt zeichnet nach, wie der tschechische Premier Andrej Babiš versucht, die Kontrolle über die Medien zu übernehmen. Wie Kirchen, Königshäuser und Staaten seit eher probierten, die Kontrolle über Nachrichten zu behalten, lernt die LRB beim Blick in die Geschichte der Postsysteme in Europa.  In Le Grand Continent erklärt der Historiker Amaury Coulomb, warum die AfD den Mythos vom deutschen Wald wiederbelebt. Aktualne feiert die tschechische Komponistin Vítězslava Kaprálová, die nicht weniger wollte, als alle drei B-B-B zu übertrumpfen.

Soll Jamie den Kanzler noch einmal anrufen?

10.02.2026.
Forbes fragt sich, wie der ehemalige Mathelehrer Jeffrey Epstein ein Vermögen von 600 Millionen Dollar ansammeln konnte. Der New Statesman versteht nicht, dass Labour nie auffiel, wie eng der britische Politiker Peter Mandelson und Epstein waren. Die NYT porträtiert den ehemaligen General und linken Politiker Yair Golan, der als einziger israelischer Politiker noch an eine Zweistaatenlösung zu glauben scheint. Der Merkur liest Peter Jelavichs Buch über Kunstfreiheit. Wired fragt sich, ob ICE eine Strategie hat oder nur dumm und brutal ist. Der New Yorker hört Joe Rogan.

Mandat des Himmels

03.02.2026. Der Trumpismus ist ein Fall von Neo-Royalismus, behaupten in Le Grand Continent die Politologen Stacie Goddard und Abraham Newman. Hari Kunzru wandert für Harper's durch London und versucht sich in praktischer Psychogeografie. Novinky erklärt, warum Petr Pavel immer mehr zum neuen Vaclav Havel wird. Die London Review rechnet die Kosten von KI ab und erinnert an Barnett Newman. Im Merkur entsorgt Heinz Bude seine Boomer-Bibliothek.

Eine unerfüllte Sehnsucht nach Zärtlichkeit

26.01.2026. Die New York Times hat Angst vor einem Bürgerkrieg in Amerika. In der New York Review of Books ist der Autor Joseph O'Neill überzeugt: Die Republikaner wollen eine eine Einparteienherrschaft errichten. Der Guardian besucht das syrische Aleppo, das im Bürgerkrieg seine traditionell multiethnische Stadtkultur verloren hat. New Lines wirft einen Blick auf die moderne Sklaverei in Nigeria. Eurozine stellt neue mexikanische Literatur vor.

Auf den Knien kann man nicht leben

20.01.2026. Im New Yorker schildert der Dichter Armando Ledezma das Fegefeuer der Venezolaner. Aktualne erinnert an den tschechischen Fotografen und Guru František Drtikol. HVG und Elet Irodalom trauern um Bela Tarr. Die London Review rekapituliert den Werdegang Xi Jinpings, kennt aber wenigstens einen lebenden Staatsmann, dem sie noch weniger vertraut. In New Lines fragt sich der srilankische Journalist und Politik-Professor Shyam Tekwani, wie man über einen Bürgerkrieg schreiben kann. Der Dlf fragt sich, wie ein neuer Literaturkanon aussehen könnte. 

Mut ist ansteckend

13.01.2026. Der Guardian staunt über die geschwinde Selbstzensur amerikanischer Institutionen unter Trump. Seit Trump Interesse für Grönland zeigt, interessieren sich auf die Dänen für die Schöne, lernt der New Yorker. In Elet es Irodalom erklärt der Autor Péter Bognár, wie sich im Krimi das Menschenbild der Moderne manifestiert. New Lines fragt: Wer wäre bereit für Tallinn zu sterben? Die London Review weiß, was Donald Trump in Venezuela will: Kuba. Eurozine stellt moldauische Literatur vor, die das Trauma des Landes verarbeitet: das sowjetische Experiment der Identitätsauslöschung.