Heute in den Feuilletons

Sehr singuläre Klangerforschung

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
25.07.2008. In Capital empfiehlt der Werber Sebastian Turner allen Sponsoren der Olympischen Spiele ein diskretes Auftreten. Die FAZ liest die Comics von Dave Sim. Laut SZ bringt Salzburg nach Schumann und Scelsi Sciarrino. Im Deutschlandradio sieht Ulrich Johannes Schneider die Zukunft des Buchs als kursorisch, rollenförmig. In der NZZ denkt Bora Cosic nochmal über den schrecklichen Doktor Karadzic nach. In der FR sagt Handke gar nix. Die Blogs freuen sich: Sie haben einen weiteren Alternativmediziner zu Fall gebracht.

Weitere Medien, 25.07.2008

Capital bringt ein Interview mit dem Werber Sebastian Turner, der Sponsoren angesichts von Erdbeben und Menschenrechtsverletzungen empfiehlt, nicht allzu ostentativ in den VIP-Lounges der Olympiade mit Champagner zu feiern. Aber: "Wer im deutschen Fernsehen in Olympia-Werbeinseln wirbt, etwa mit der Botschaft 'Kauf doch mal diesen Rasierschaum, damit rasiert sich auch das Gewichtheberinnenteam aus dem Kaukasus', der hat nicht dieses Problem."

Aus den Radios, 25.07.2008

Ein sehr instruktives Gespräch über die Zukuft des Buchs im Zeitalter des Kindles (mehr hier) führte für das Deutschlandradio Dieter Kassel mit dem Direktor der Leipziger Uni-Bibliothek, Ulrich Johannes Schneider. Das Schreiben wird sich ändern, meint Schneider: "So wie es sehr buchförmige Inhalte gab in der Vergangenheit, wird es dann auch eher rollenförmigere, kursorischere Inhalte in der Zukunft geben. Ich wüsste nicht zu sagen, wie das genau aussieht. Ob es nur positive Effekte haben wird, wage ich auch zu bezweifeln. Denn sicher ist die Bildungskultur an so etwas wie Konzentration, Strukturierung, Überblick, also, angewiesen darauf, dass man so etwas lernt. Und da war das Buch auch ein ganz hervorragendes Medium." Aber: "Die Wissensliteratur, die Enzyklopädien, auch da war das Buch ein Notbehelf. Das macht Wikipedia viel besser." Leider gibt es für die Hördatei keinen direkten Link.

Freitag, 25.07.2008

Für eine umfassende Reform des öffentlich-rechtlichen Fersehens plädiert Christian Bartels. Statt lauter Alles-Mögliche-Programme, in denen selbst die besten Sendungen untergehen, wäre es an der Zeit, einige der vielen Kanäle wirklich zu profilieren: "Ein Nachrichtenkanal wäre schön für Zuschauer, die mittwochs in der ARD immer auf die Plasberg-Talkshow statt auf die Tagesthemen treffen. Und ein Krimikanal, der mit dem 'Tatort' Publikum ködert, alte Krimischätze wie den 'Kommissar' pflegt und daneben innovative, mit Blick auf die Quote schwierig zu vermittelnde Serien abstützt. Und ein reiner Kulturkanal, der sein Programm nicht mit Krimiwiederholungen strecken muss. Und einer für junge Zuschauer, die für den Kinderkanal (das einzig wirklich profilierte öffentlich-rechtliche Programm) zu alt sind. Dort könnten solche Sendungen laufen, bei denen die Gesellschaft für Konsumforschung viele Zuschauer unter 50 ermittelt."

Abgedruckt wird auch die Rede, die die Philosophin Susan Neiman zur Verteidigung der Aufklärung vor Bundespräsident Horst Köhlers Runde zur Moderne gehalten hat: "Die Aufklärung bekämpfte nicht die Ehrfurcht, sondern Götzendienst und Aberglauben. Sie glaubte nie, dass Fortschritt unabdingbar sein, sondern hielt ihn lediglich für möglich. Ganz bestimmt lassen sich Zitate aus dem 18. Jahrhundert finden, die diese Behauptungen in ihrer unausgereiftesten Form belegen. Aber zweitklassige Gedanken lassen sich zu jedem Thema finden."
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Aus den Blogs, 25.07.2008

Noch ein Alternativmediziner wurde zu Fall gebracht: Hademar Bankhofer, der in ARD-Gesundheitssendungen allzu oft die Empfehlung "Klostermelisse" aussprach, ein Markenzeichen der Firma mit dem "Klosterfrau Melissengeist", mit der Bankhofer einen Beratervertrag hatte. Die Blogger von Boocompany hatten das herausgefunden und Szenen zusammengeschnitten. Stefan Niggemeier kommentiert: "Vielleicht gehört Bankhofer auch zu den Menschen, von denen man in den letzten Tagen so viel hört, die eine Zeitschrift namens Der Spiegel lesen. Die berichtete in dieser Woche, dass Blogger in Deutschland ohne Relevanz und Wirkung seien: 'David hat keinen Stein in der Schleuder. Also schmeißt er mit Dreck.' Das mit der Wirkungslosigkeit würde Bankhofer heute vermutlich nicht unterschreiben, aber das mit dem Dreck, das sieht er genauso."

Ole Reißmann mokiert sich ein wenig über die Internet-Liveticker über ihn, der da war: "Noch eine Spur überdrehter liest sich der Obama-Hype auf Faz.net. Dort berichtet Marcus Jauer live aus Berlin. Bei ihm finden sich folgende Sätze:
'Er ist da.'
'Er trägt Sonnenbrille.'
'Er hat gewunken.'"

Selbst Titanic hat sich mitreißen lassen: "Heute um 9.55 Uhr ist Senator Barack Obama mit Senator Obamas Flugzeug in Berlin gelandet, um gegen 11 Uhr Obamas Amtskollegin Merkel zu treffen. Dabei schüttelte Bundeskanzlerin Merkel Obama herzlich Obamas Hand. Kurz nach 12.20 Uhr hat Obama eine erste Pause eingelegt, um Obamas Krawatte mit Obamas eigenen Händen neu zu justieren."

NZZ, 25.07.2008

Der serbische Schriftsteller Bora Cosic malt sich aus, wie sich der unselige Dr. Karadzic am serbischen Volkskörper zu schaffen machte. "Karadzic, den seine Ausbildung zur Arbeit als Psychiater berechtigte, sah sich in der Lage, ein ganzes Volk, das serbische, psychisch völlig umzuformen. Davon zeugen seine sehr gut besuchten alternativen Vorträge, die Versammlungen einer Sekte ähnelten, und seine schriftlichen Arbeiten, veröffentlicht in einer ebenfalls alternativen Zeitschrift, mit der Hoffnung, dadurch an der Gesundung dieses sehr komplizierten Landes arbeiten zu können."

Weiteres: Für Roman Bucheli hat Martin Walser im Interview mit Capital nur gesagt, was die meisten ohnehin denken. Wie er Walser zitiert: "Man tut dort nur so, als würde man das Geld nicht beachten. Tatsächlich ist Geldvermehren eine Kunst wie Dichten oder Musizieren." Tom Mustroph offenbart das Paradox des Gefängnistheaters anhand einer Aufführung von "Spartacus" in Tegel. Andrea Köhler berichtet von der Buckminster-Fuller-Retrospektive im New Yorker Whitney Museum.

Besprochen werden eine Frankfurter Ausstellung zu den "Launen des Olymps", Paul Trynkas Biografie zu Iggy Pop sowie eine Neuauflage von Wolfgang Voigts "Gas"-CD.

Auf der Medienseite testet "luc" den Standort Schweiz auf seine Attraktivität für Internet-Startups. Heribert Seifert liest die Berliner Zeitschrift Liebling des Markus Peichl, in der er - neben einigem angestrengten Dandyismus - viele interessante und gut erzählte Texte fand. 

Berliner Zeitung, 25.07.2008

Letzte Woche protestierten Herta Müller (hier) und Richard Wagner (hier) gegen eine Teilnahme von Securitate-Spitzeln bei einer Tagung des rumänischen Kulturinstituts von Berlin. Thomas Fitzel hat sich die Tagung angehört, auf der sich das Institut scharf gegen eine Auseinandersetzung mit den Vorwürfen sperrte, und er verfolgte einen Vortrag Andrei Corbea-Hoisies, der Schriftstellerkollegen unter Ceaucescu als Faschisten denunzierte. Seine IM-Tätigkeit wurde letztes Jahr publik: "Nach dieser Veröffentlichung musste Corbea-Hoisie von seinem Botschafterposten in Wien zurücktreten. Der DAAD, der ihm 2000 den Jakob-und-Wilhelm-Grimm-Preis zuerkannte, will nun darüber beraten, ob ihm dieser aberkannt werden soll. Auf der Sommerakademie hält Corbea-Hoisie einen klugen Vortrag über Paul Celan. Doch wie kann er ernsthaft über Celan nachdenken, ohne die eigene Verstrickung zu problematisieren?"

TAZ, 25.07.2008

Auf der Meinungsseite beschwichtigt Tarik Ahmia die Ängstlichen, die Google für einen "nimmersatten Datenkraken" halten. Das Geschäft von Google sei ein Tauschgeschäft: Wer von uns Information will, muss so viel über sich verraten, dass wir ihm maßgeschneiderte Werbung verkaufen können. "In diesem Tauschgeschäft spielt Vertrauen die zentrale Rolle. Google verspricht, nach bestem Wissen korrekte Suchergebnisse zu liefern. Im Gegenzug sammelt Google Nutzerdaten für das Anzeigengeschäft. Es hat kein Interesse, uns nach jeder Indiskretion, nach jedem persönlichen Detail auszuhorchen. Seine Server speichern lediglich, was wir bereit sind, der Suchmaschine mitzuteilen. Google will so viel von uns wissen, wie zum Verkauf von Anzeigen nötig ist. Nicht mehr und nicht weniger." (Na, da sind wir ja beruhigt.)

Im Kulturteil schwärmt Jenni Zylka vom ehrlichen Hardrock auf dem Album "Unter den Wolken" des Hamburger Trios Sport. Renate Klett hat sich Pina Bauschs "Orpheus und Eurydike" mit dem Ballett der Pariser Oper im Antiken Theater von Epidauros angesehen. In der zweiten taz nimmt Benjamin Weber das rechtsradikale Gegenstück zur Wikipedia, Metapedia, unter die Lupe.

Und Tom.

Welt, 25.07.2008

In einem von Bosheiten (auch gegen die Bayreuth-Visionen der FAZ) nicht ganz freien Artikel konstatiert Manuel Brug im Blick auf das bevorstehende Festival, dass "Wolfgang Wagner nicht mehr sonderlich stört": "Jetzt ist eben Katharina Kult. Kann sie was dafür? Sicher nicht, aber was bleibt ihr anderes übrig? Die Medien brauchen Supernasen als Identifikationsfiguren, und die Alphatierchen-Gene hat sie neben dem Charakterzinken auch mitbekommen. Anders als Halbschwester Eva, die nun doch noch als fleischgewordener Kompromiss mit ins Leitungsboot gehievt wurde und die offenbar komplett abgetaucht die schweigsame Frau gibt."

Dazu passt ein Interview mit Nike Wagner im Rheinischen Merkur: Frage: "Waren Sie von der halbschwesterlichen Versöhnung, die wir zurzeit bestaunen dürfen, überrascht?" Nike Wagner: "Überrascht? Amüsiert! Aber die Welt liebt Homestorys und sentimentalisiert noch die durchsichtigsten Zweckbündnisse."

Weitere Artikel: Dokumentiert wird eine Rede Hans Mommsens zum 65. Jahrestag der Bombardierung Hamburgs. Wieland Freund kommentiert die Sommerlektüren der Politiker (Westerwelle entblödet sich nicht, sein Telefonbuch als einziges buchförmiges Feriengepäck anzugeben). Wieland Freund bereitet uns schon mal seelisch auf die nächste Woche startende "Narnia"-Verfilmung vor. Gernot Facius erinnert an das Verbot von Verhütungsmitteln durch den Papst im schönen Jahr 1968. Und Matthias Heine erzählt, wie die Popkultur auf die päpstliche Enzyklika reagiert - überraschenderweise mit Antikatholizismus.

FR, 25.07.2008

In einer Antwort auf die Vorwürfe Herta Müllers schreibt der Leiter des Rumänischen Kulturinstituts, Horia Roman Patapievici, zu seiner Einladung früherer Securitate-Mitarbeiter, die er persönlich ebenfalls für eine "Plage" halte: "Als Repräsentant des Rumänischen Kulturinstituts habe ich aber die Pflicht, mich dem Prinzip zu unterwerfen, das es mir verbietet, staatliche Institutionen zur Durchsetzung meiner persönlichen Überzeugungen einzusetzen."

Marica Bodrozic hält eine Lobrede auf den kroatischen Dichter Delimir Resicki, der morgen den Hubert-Burda-Preis für junge osteuropäische Lyrik erhält: "Seine literarischen Figuren sind Bewohner einer Landschaft, in der auch die somnambulste Bemerkung ins Handfeste und Wirklichkeitstaugliche gewendet wird. Der Krieg formt ihre Erfahrungswelt, und vor diesem Hintergrund bekommen Liebesgeschichten, Trennungen, phantasierter, onanierter und geteilter Sex eine existentielle Dimension. Dabei geht dieser Schriftsteller mit der Behutsamkeit eines zärtlichen Geographen vor, selbst dann, wenn er das Hässliche und Abartige beschreibt"

Weiteres: Andre Müller musste bei Peter Handke anrufen, um zu hören, ob er was zur Verhaftung Karadzics zu sagen hatte: "Nein." Die Milliyet-Kolumnistin Ece Temelkuran, die gerade den Sacharow-Preis für geistige Freiheit des Europäischen Parlaments erhalten hat, schreibt zur Lage der Türkei: "Inzwischen erwägen viele türkische Intellektuelle, und zwar nicht nur die jungen, ernsthaft, das Land zu verlassen. Auch Jörg Plath kann sich nicht erklären, warum Bernd Lunkewitz nun mit einem Verkauf des Aufbau-Verlags einverstanden ist, vermutet jedoch Absprachen mit dem Insolvenzverwalter.

Auf der Medienseite berichtet Christiane Mitatselis von der Entscheidung des Kartellamts, das der DFL einen Strich durch ihre exklusive Fußballvermarktung gemacht hat.

Besprochen werden die Ausstellung "Berlin im Licht" im Märkisches Museum und Ludger Pries' Studie "Die Transnationalisierung der sozialen Welt".

FAZ, 25.07.2008

Dietmar Dath stellt die Frage, ob der Comiczeichner Dave Sim den Holocaust so realistisch darstellen dürfe, wie er es in seinem Comic mit dem deutschen Titel "Judenhass" tut, und beantwortet sie mit ja. In einem zweiten Artikel liest Andreas Platthaus Sims Comic "Glamourpuss", der mit heiteren Variationen auf die Ästhetik von Frauenmagazinen und Modestrecken ein Gegenprogramm entwirft. Edo Reents kommentiert die Äußerungen des "Untreue-Experten" Martin Walser zur übertriebenen Wirtschaftsmoral der Deutschen, die angeblich als einzige in der ganzen Welt korrupte Manager verfolgten. Joseph Hanimann kommentiert den neuerlichen Störfall im französischen Atommeiler Tricastin. Marcus Jauer überträgt das zweifelhafte Genre des Internet-Livetickers in den Print ("15:11 Uhr: Der zweite Fototermin mit Steinmeier dauert fünfzehn Sekunden. 'Hat er was gesagt?', fragt ein Fotograf in die Runde. Als niemand etwas sagt, fragt er: 'Hat er geatmet?'") Gemeldet wird, dass ein Streichquintett des (mehr oder weniger selbst vergessenen) Komponisten Max Bruch wiederentdeckt wurde. Jürgen Kesting legt in einem längeren Artikel dar, dass die neulich schon in einem Gespräch beschworene Krise des Wagnergesangs so alt ist wie dieser selbst. Zwei Seiten annoncieren Veranstaltungen im August.

Auf der Medienseite berichtet Robert von Lucius über ein Treffen von Kameraleuten und anderen Film- und Fernsehschaffenden, das sich mit den Errungenschaften der kommenden HD-Technik befasste. Auf der letzten Seite unterhält sich Jochen Stöckmann mit dem Kunstsammler Egidio Marzona, der seine Sammlung mit zum Teil völlig unbekannten Archivalien aus der Geschichte der Avantgardekunst der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vermachte. Und Kerstin Holm porträtiert den Bischof von Tschukotka, Diomid, der es schafft, sich noch reaktionärer zu äußern als die russische Amtskirche. Und Oliver Tolmein setzt sich mit einem Bericht über die Lage intersexueller Menschen (mehr hier) in Deutschland auseinander.

Besprochen werden eine Gustav-Klimt-Ausstellung in Liverpool und Sachbücher, darunter einschlägige Lektüre über "Zwangsstörungen".

SZ, 25.07.2008

Zwei Seiten Festivalvorberichterstattung heute. Eine zu den Salzburger Festspielen, die am Samstag beginnen: Der Pianist Markus Hinterhäuser, Programmchef der Festivalkonzerte, erklärt im Interview, warum der Komponist Sciarrino ein Schwerpunkt dieses Festivals ist: "Vergangenes Jahr gab es das Festspiel-Motto 'Die Nachtseite der Vernunft'. Da waren zwei Komponisten für mich ganz wesentlich: Schumann und Scelsi. Scelsi als das Unvernünftigste, was die Musikgeschichte der vergangenen 60, 70 Jahre zu bieten hatte - unvernünftig im schönsten Sinne des Wortes. Auch wenn Sciarrino ganz anders komponiert, so sind es zwei völlig anti-akademische Figuren, die beide eine sehr singuläre Klangerforschung betrieben haben, die sich nicht an akademischen Mustern orientiert. Der Weg, den Klang zu finden, die Untersuchung der Klänge vorzunehmen, der Weg, diese Sprache zu finden, das läuft bei Sciarrino über Stationen ab, die mir Musik an sich interessant erscheinen lassen."

Außerdem: Christopher Schmidt sammelt die Beleidigungen, mit denen Thomas Bernhard Salzburg bedachte: "Salzburg: wenn es eine Hölle gibt, so ist hier das Modell." Till Briegleb besucht den Theatermacher Jan Lauwers, der "Das Hirschhaus", den letzten Teil seiner Trilogie "Sad Face / Happy Face", aufführen wird.

Und eine Seite zu Bayreuth: Michael Struck-Schloen stellt den norwegischen Regisseur Stefan Herheim vor, der heute abend mit seiner "Parsifal"-Inszenierung die Festspiele eröffnet. Reinhard J. Brembeck hofft inbrünstig, dass die Festspiele nach der überfälligen Abdankung Wolfgang Wagners einen radikalen Neuanfang machen - ob mit Katharina und Eva Wagner oder ohne. Wolfgang Schreiber sah einen Dokumentarfilm über Katharina Wagners Bayreuther "Meistersinger"-Proben.

Weitere Artikel: Warum bekennt Martin Walser sich so hartnäckig zur Korruption?, fragt Hans Leyendecker. Bernd Graff fürchtet sich vor Google als Informationsverteilungsmonopolisten. Zwei Artikel würdigen den Besuch Barack Obamas in Berlin: Kurt Kister stellt die Denkmäler von Siegessäule bis Brandenburger Tor vor. Andrian Kreye untersucht die Bildregie der Wahlkampfmanager Obamas. (Wer wissen will, was der amerikanische Präsidentschaftskandidat gesagt hat, klicke vertrauensvoll auf die Rubrik Politik.) Ira Mazzoni berichtet über eine Denkmal-Mission im Irak, die falsch interpretiert wurde.

Besprochen werden Jan Hinrik Drevs' Film "Underdogs", eine Ausstellung über Hadrian im Britischen Museum in London, neuer junger Jazz aus Frankreich, die Manifesta7, Heinz R. Ungers "Zwölfeläuten" bei den Luisenburg-Festspielen und Bücher, darunter Wilfried Nippels Buch über die Begründung der Demokratie in Athen und in der Neuzeit (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).