Heute in den Feuilletons

Die 30-jährigen Blonden

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
19.04.2008. In der NZZ erinnern Richard Wagner und Wlodzimierz Borodziej an 1968 in Rumänien und Polen. In der Welt kritisiert Amos Oz das Israelbild deutscher Medien. In der FR zieht Jürgen Boos von der Frankfurter Buchmesse eine Grenze für den Gastauftritt Chinas im nächsten Jahr. Die SZ zieht beim Tod als Live-Erfahrung eine Grenze in der Kunst. Für die taz spiegelt sich im neuen Feminismus der Egoismus der Mittelschicht. Die FAZ erklärt, warum es für Kulturstaatsminister Neumann gut ist, dass Katharina und Eva Wagner künftig Bayreuth leiten werden.

Welt, 19.04.2008

In der Literarischen Welt ist ein Autorengespräch zu 60 Jahre Israel dokumentiert. Es diskutierten Katharina Hacker, Michael Krüger und Amos Oz, der erklärt, warum Deutschland zu den Obsessionen der israelischen Literatur gehört und fragt, warum Israel umgekehrt so wenig in der deutschen Literatur vorkommt. Auch das Medienbild von Israel kritisiert er: "Wenn ich die deutschen Medien betrachte oder auch andere europäische Medien und das Bild sehe, das sie von Israel vermitteln, dann ergibt sich daraus, dass Israel sich angeblich aus achtzig Prozent religiösen Fanatikern, zehn Prozent Siedlern im Westjordanland, neun Prozent brutale Soldaten und nur einem Prozent Intellektuelle zusammensetzt, die die Regierung kritisieren und wundervolle Schriftsteller sind. Das ist natürliche eine Verzerrung der Wirklichkeit."

Außerdem druckt die Literarische Welt eine Erzählung von Hans Magnus Enzensberger. Marko Martin unterhält sich mit Yasmina Reza über ihr Sarkozy-Buch. Thomas Lindemann porträtiert die Comic-Autorin Isabel Kreitz. Besprochen wird unter anderem Ulla Berkewicz' neues Buch "Überlebnis" (mehr hier).

Im Feuilleton schreibt Hanns-Georg Rodek über die Insolvenz des Berliner "Kopierwerks" und fragt, was aus dem riesigen Archiv aus Filmrollen werden soll. Peter Dittmar schreibt eine Glosse über die ehemaligen deutschen Fürstenhäuser, die vom Staat Entschädigungen für Besitztümer erwarten, welche sie dem Volk schon einmal abgepresst haben. Carolin Fischer versucht, den dritten Wahlsieg Berlusconis zu vestehen. Michael Loesl unterhält sich mit Luke Pritchard von der Band The Kooks. Michael Stürmer erinnert an Napoleon III., den "kleinen", der vor 200 Jahrenn geboren wurde.

Besprochen wird Peter Brooks Stück "Warum Warum" in Zürich. In seiner Kolumne "Fuhrs Woche" fragt sich Eckhard Fuhr, was Pasolini heute wohl über Berlusconis Wahlsieg und manch anderes gesagt hätte.

TAZ, 19.04.2008

Auf der Meinungsseite sieht Ines Kappert Charlotte Roches "Feuchtgebiete"-Erfolg als Symptom für eine - allerdings ambivalente - Wiederbelebung des Feminismus: "Bei Tarantino dürfen Frauen schön und gewalttätig sein, bei Charlotte Roche weisen sie den zeitgemäßen Schönheitswahn zurück und öffnen die Tür für das Spiel mit Schamhaar, Schleim und Perlenrüssel. Auf der Strecke bleibt jeweils die Sorge um andere, um Schwächere. Der aktuell massentaugliche Feminismus spiegelt den Egoismus der Mittelschicht wider."

Weitere Artikel: Thomas Schramme stellt die Ansätze der Medical Humanities vor, ein neues Bild des kranken Menschen zu entwerfen, bei dem es auch um "kulturelle, philosophische, historische, religiöse, politische und künstlerische Aspekte der Gesundheitsfürsorge" geht. In seiner Euro-Kolumne informiert Tobi Müller über "die drei peinlichsten Fußballmeldungen der Schweiz". Ulrich Fleischmann schreibt zum Tod des martinikanischen Dichters Aime Cesaire. Weiter vorne kommentiert Goldene-Zitronen-Sänger Schorsch Kamerun im Gespräch Schwarz-Grün in Hamburg: "Anscheinend wächst da was zusammen, was zusammenwachsen will."

Besprochen werden Bücher, darunter Finn-Ole Heinrichs Erzählungen "Die Taschen voll Wasser" und der von Elke Brüns herausgegebene Sammelband "Ökonomien der Armut" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Im taz zwei-Interview spricht der Schauspieler Andreas Schmidt über seine Rolle als Gurki in der Heinz-Strunk-Verfilmung "Fleisch ist mein Gemüse" und über unerwünschte Festlegungen: "Gerne würde ich einen nicht-mordenden Familienvater oder zum Beispiel auch einen Literaturprofessor spielen. Aber diese Art von Rollen können sich Caster oder Redakteure immer noch schwer in Verbindung mit mir vorstellen. Schade! Weeß jar nich, woran dit liegen könnte!" Jan Feddersen warnt die zum Eurovisions-Contest nach Belgrad Reisenden vor grassierender serbischer Schwulenfeindlichkeit.

Fürs taz mag hat sich Martin Reichert mit dem adidas-Kultdesigner Michael Michalsky unterhalten, der jetzt unter eigenem Namen firmiert. Meike Laaf singt ein Loblied auf den Werkstoff Beton. Natalie Tenberg beobachtet einen Trend zum dicken Teppich.

Außerdem hat die taz heute eine große 1968-Beilage, in der unter anderem Rainer Langhans, Karlheinz Dellwo und Adam Michnik zu Wort kommen. Online nur der Auszug aus einem Gespräch mit dem Folk-Sänger Arlo Guthrie.

Und Tom.

NZZ, 19.04.2008

Die Samstagsbeilage Literatur und Kunst widmet heute zwei Artikel dem Jahr 1968 in Rumänien und Polen. Der Schriftsteller Richard Wagner erklärt, warum auch in Rumänien die Jahre 1965-71, in denen Ceausescu seine Macht festigte, wie ein Aufbruch zu mehr Freiheit erschienen. "Am 21. August, als Ceausescu, der damals fünfzigjährige rumänische Parteiführer, auf den Balkon des Zentralkomitees in Bukarest trat und vor der versammelten Menge eine Rede hielt, eine Rede gegen den Einmarsch der Sowjetarmee und ihrer Vasallen in Prag. Das war unerhört, und es war uns aus dem Herzen gesprochen, uns allen, den Jungen, den Alten, den Kommunisten und den Antikommunisten, der Mehrheit und den Minderheiten. Es war einzigartig im gesamten Ostblock. Wie aber war so etwas möglich?"

In Polen mündeten die Studentenproteste 1968 nicht in einer Liberalisierung, sondern in einer Judenhetze des polnischen Staates, schreibt der Historiker Wlodzimierz Borodziej. Das Klima dafür war schon vorbereitet. Seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Israel 1967, galt es wieder als ok Fragen nach der jüdischen Herkunft zu stellen. "Jene, die das Thema aufwarfen, nannte man bald - ebenso inoffiziell - die '30-jährigen Blonden': junge Funktionäre, die ihre Aufstiegschancen durch die Präsenz der 'Alten' in den höheren Etagen der Macht auf unabsehbare Zeit blockiert sahen. Als ihr Anführer galt der Innenminister Mieczyslaw Moczar. Er zeigte sich gerne in Begleitung der Kombattanten der nichtkommunistischen Resistance, förderte Journalisten und Schriftsteller, die die definitive Verankerung des Staatssozialismus in der Nationaltradition predigten; der Fingerzeig auf die 'Juden' mobilisierte Anhänger inner- und außerhalb der Partei."

Der Musikwissenschaftler Pavel B. Jiracek würdigt die englische Komponistin und Frauenrechtlerin Ethel Smyth an ihrem 150. Geburtstag. Der Musikwissenschafter Chris Walton beschreibt das Schicksal des südafrikanischen Komponisten Michael Moerane als exemplarischen Fall für die Grausamkeit der Apartheid. Rüdiger Görner vertieft sich in die - bisher nur auf Englisch veröffentlichten - Briefe des scharfzüngigen Dramatikers Noel Coward. Jürgen Kasten erinnert an die dänische Filmdiva Asta Nielsen. Hans Dünki beschreibt am Beispiel von Nilsens "Hamlet" die Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Restaurierung eines Films aus dem Jahr 1920.

Besprochen werden Bücher, darunter Marta Kijowskas Streifzug durch Polens literarische Landschaften "Polen, das heißt nirgendwo" und Alek Popovs Roman "Die Hunde fliegen tief" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Im Feuilleton berichtet Andrea Köhler über den USA-Besuch des Papstes. Auf die Frage "Was ist schweizerisch" antwortet heute der senegalesische Schriftsteller Boubacar Boris Diop. Andrea Eschbach berichtet über neue Möbeltrends beim Salone del Mobile in Mailand. Christian Herchenröder resümiert die Art Cologne und wünscht sich von der jüngeren Kunst weniger Posen, dafür mehr Position.

Besprochen werden die Aufführung von Peter Brooks "Warum Warum" im Schiffbau (eine unfertige und "absturzgefährdete Wanderung auf dem zerklüfteten Grat zwischen gespieltem Leben und gelebtem Spiel", schreibt dennoch beeindruckt Barbara Villiger Heilig), Janaceks Oper "Katja Kabanova" in Wien und ein Konzert des Tonhalle-Orchesters Zürich mit Ton Koopman.
Anzeige

Aus den Blogs, 19.04.2008

Malte Dahlgrün erzählt im dummyblog, wie es bei zoomer.de zu diesem Aufmacher kam:



Die Blogs dikutieren über die "Nationale Initiative Printmedien", mit der unser Kulturminister Bernd Neumann die angeblich immer illiteratere Jugend ans Zeitungslesen heranführen will. Die Jugend, weist Klaus Jarchow in Medienlese nach, ist heute in Wirklichkeit wesentlich literater als früher. Neumanns Kampagne stellt "eine untaugliche Diagnose über die Ursachen des Zeitungssterbens, und muss deshalb zwangsläufig in Quacksalberei enden. Nicht die Jugend ist das Problem - unsere Zeitungen sind das Problem!" Ähnlich sieht es Thomas Knüwer in Indiskretion Ehrensache.
Stichwörter: Blogs, Printmedien, Zeitungen

FR, 19.04.2008

Im Gespräch mit Arno Widmann erläutert Jürgen Boos, Chef der Frankfurter Buchmesse, wo die Grenzen liegen für den geplanten Gastlandauftritt Chinas 2009: "Ich gehe davon aus, dass es hier Demonstrationen geben wird, zu Tibet, zur Falun Gong. Die Taiwanfrage wird vielleicht hochkommen. Wenn der Gast versuchen würde, Einfluss zu nehmen in dem Sinne: Ich komme nur, wenn ihr sicherstellt, dass es keine Diskussion gibt, dann wäre eine Grenze erreicht."

Weitere Artikel: Gabriele Renz macht plausibel, warum vielen Zuschauern mulmig wird, wenn sie auf der Frequenz des Kinderkanals nach dessen Programmende auf die esoterischen Plaudereien des Thomas G. Hornauer stoßen. Der Vorstellung der neuen "edition unseld" im Frankfurter Naturmuseum widmet Christian Schlüter eine Times Mager. In ihrer US-Kolumne bekommt es Marcia Pally diesmal mit der heiligen Wasserinquisition zu tun.

Besprochen werden Peter Brooks' Zürcher "Theaterlektion" mit dem Titel "Warum warum" und die Eröffnung des Frankfurter Theaterfestivals "Plateaux" mit der Performance "Comeback" von Monster Truck.

SZ, 19.04.2008

Nicht ohne Schaudern berichtet Holger Liebs von einem geplanten Kunstprojekt des vielfach ausgezeichneten Künstlers Gregor Schneider: "Der Tod spielt schon lange eine tragende Rolle in seiner Kunst, nicht nur in 'toten'Räumen - als sein Alter Ego Hannelore Reuen etwa posierte Schneider schon wie tot in Ausstellungen... Nun sagt er, er wolle eine Person im Rahmen einer künstlerischen Arbeit zeigen, die gerade eines natürlichen Todes stirbt oder soeben gestorben ist... Bislang hatte Schneider, selbst in seiner unheimlichsten Erlebniskunst, die Grenze vom ästhetischen Schein zum wirklichen Sterben nie überschritten. Diese Gratwanderung - dass man nie weiß, was echt und was inszeniert ist - machte nicht zuletzt den Reiz seiner Arbeit aus. Mit dem Tod als Live-Erfahrung überschreitet er diese Grenze. "

Aus der Medienseite fragt Simon Feldmer unter dem Titel "Die politische Debattenkultur ist in Deutschland bisher nicht im Internet angekommen": "Weshalb gibt es in Deutschland kaum eine Blogger-Stimme, die dezidiert Position bezieht? Ein Weblog, das soziale oder globale Themen so diskutiert, dass sie auch außerhalb des Bildschirmformates wahrgenommen werden? Von rechtslastigen Seiten wie dem Anti-Islam-Leitblog Politically Incorrect (PI) mal abgesehen." (Und was ist mit der Achse des Guten, ist sie auch zu rechts? Oder mit der großen Debatte über Islam in Europa? Was ist mit Netzpolitik.org?)

Weitere Artikel im Feuilleton: Holger Liebs war in Berlin unterwegs und ließ sich dort durch einen mit Kunst des Sammlers Christian Boros gefüllten Hochbunker führen. Tobias Moorstedt kommentiert die Bilder des amerikanischen Demokratenvorwahlkampfs und fragt: "What makes a video go viral?" Das 68-Programm der Berliner Akademie der Künste stellt Dorion Weickmann vor. Stefan Rethfeld informiert über Diskussionen über eine neue Musikhalle in Münster. Gekürzt abgedruckt wird ein Vortrag über den Boom des Altertums, den Johan Schloemann zur Eröffnung des diesjährigen Altphilologenkongresses hielt. Besprochen wird Peter Brooks' Zürcher Theater-"Projektli" - so Christopher Schmidt - "Warum warum".

Auf der Literaturseite referiert Volker Breidecker eine Mainzer Poetendebatte zur Frage nach der Wirklichkeit in der Literatur - es macht den Eindruck, als seien alle irgendwie unzufrieden gewesen mit Thema und Diskussion. Rezensionen gibt es zu Anne Goldgars bisher nur auf Englisch erschienener Tulpenmanie-Studie "Tulipmania" und einer von seinem Sohn verfassten Biografie des Dirigenten Joseph Keilberth (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Im Aufmacher der SZ am Wochenende stellt die Werbestrategin Karen Heumann (ein Porträt) Überlegungen dazu an, wie man dem Image Chinas aufhelfen könnte, wenn man denn wollte. Solange China ein Unrechtsregime ist, würde sie, versichert Heumann, aber nicht wollen und erprobte Strategien stoßen ohnehin an Grenzen: "Wo Systemgegner eingesperrt und gefoltert werden, zieht der Spruch 'Das hätten wir besser kommunizieren müssen' nicht." Maren Preiß porträtiert Fulvio Pierangelini, Italiens besten Koch. Auf der Literaturseite gibt es Jochen Jungs nach-paradiesische Erzählung "Wenn die Kinder schlafen" zu lesen. Der CSU-Bundestagsabgeordnete und Anwalt Peter Gauweiler spricht im Interview über Ohnmacht und auch über 1968: "Der eine war für Pol Pot, der andere für Mao, was mickymaushaft komisch wäre, wenn's nicht um Blutsäufer ginge."

FAZ, 19.04.2008

Eva Wagner-Pasquier will sich "nach reiflicher Überlegung" der "Bitte nicht verschließen", die Leitung von Bayreuth zusammen mit Katharina Wagner zu übernehmen. Laut Patrick Bahners war Eva von Bayerns Kunstminister Goppel und Kulturstaatssekretär Bernd Neumann zu einer gemeinsamen Bewerbung mit Katharina aufgefordert worden. Warum die Eile, fragt Bahners im Leitartikel auf der Seite 1 der FAZ: "Den Zeitdruck, der die maßgeblichen Stiftungsratsmitglieder bewogen hat, ein vom Stiftungsrat erst vor wenigen Monaten eingeleitetes Verfahren der Nachfolgevorbereitung tatsächlich abzubrechen, haben Neumann und Goppel nicht plausibel gemacht. Die Planungen für die kommenden Jahre stehen, und für den Fall eines plötzlichen Interregnums ist ein Interimsintendant eingesetzt. Woher also die Eile? In Abwesenheit sachlicher Gründe darf man daran denken, dass 2009 Bundestagswahl ist, vor der Bernd Neumann seine Bilanz präsentieren wird." Auf Kosten Nike Wagners.

Im Feuilleton erklärt die Psychologin Vera F. Birkenbihl, wie Spiegelneuronen auf unser Hirn wirken. Oliver Jungen berichtet von einer wenig bemerkenswerten Poetikrunde in der Mainzer Akademie. Gina Thomas schreibt zum Tod von Joan Hunter Dunn. Jürgen Dollase wünscht sich von dem niedlerländischen Koch Paul van de Bunt mehr "haarstäubend minutiöse Präzision". Walter Hinck schreibt zum Tod des Germanisten Peter Michelsen. Andreas Rossmann stellt Markus Lüpertz' Fenster für den Kölner Dom vor. Freddy Langer gratuliert dem Fotografen William Klein zum Achtzigsten. Niklas Maak begutachtet den Kunstbunker des Sammlers Christian Boros in Berlin.

Besprochen werden die Uraufführung von Harrison Birtwistles neuer Oper "Minotaur" in Covent Garden und Peter Brooks Inszenierung von "Warum Warum" in Zürich. Auf der Schallplatten- und Phono-Seite geht's um eine CD des Marcin Wasilewski Trios, eine Aufnahme von Händels Oper "Richard Löwenherz" mit Nuria Rial und dem Countertenor Lawrence Zazzo, Weltmusik auf den Spuren des heiligen Franz Xaver nach Japan und türkische Walzer.

Bilder und Zeiten macht auf mit einem Vorabdruck aus James Woods neuem Buch "How Fiction works"; es geht um den Stoff, aus dem die Romanfiguren sind. Lisa Zeitz besucht den Künstler Vik Muniz in seinem Atelier in Brooklyn. Ralph Martin informiert sich über die neue deutsche Küche, die angeblich in den USA der letzte Schrei sei, und stellt fest: "Man kann in Deutschland so gut essen wie anderswo auf der Welt, aber hin und wieder sehnt man sich nach angenehmerer Gesellschaft." Ulla Berkewicz spricht im Interview über den Tod.

In der Frankfurter Anthologie stellt Peter von Matt ein Gedicht Michael Krügers vor:

"Die Schlüssel

Beim Aufräumen des Schuppens
fand ich ein Kästchen alter Schlüssel,
schweres Gerät mit schönen assyrischen Bärten.
Jeder träumte von einer anderen Tür
..."