Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
20.05.2006. Abdelkader Benali bedauert in der FAZ den Weggang des islamischen Don Quichotte Ayaan Hirsi Ali aus den Niederlanden. In der Welt zeigt sich Faraj Sarkohi ratlos angesichts der mit modernen Waffen ausgerüsteten iranischen Sphinx Ahmadinedschad. In der SZ sieht Tony Judt Israel am Scheideweg. In seltener Einmütigkeit loben FR und FAZ die Frankfurter Fotoschau "Humanism in China". Und alle haben am politisch-sozialen Cannes bisher wenig auszusetzen.

NZZ, 20.05.2006

"In meiner Phantasie lebt sie weiter als ein islamischer Don Quijote." Der aus Marokko stammende nierderländische Schriftsteller Abdelkader Benali bedauert den Weggang von Ayaan Hirsi Ali, auch wenn er ihre Auffassungen oft genug "grotesk" fand. Aber "dass wir nun die Trümmer des niederländischen Modells betrachten, ist auch befreiend. Jeder Einzelne wird aus diesem Trümmerhaufen für sich ein neues System schaffen müssen, das den politischen Institutionen sehr kritisch gegenübersteht und eher auf dem individuellen Eigensinn basiert. Der Wohlfahrtsstaat kann dem Individuum nicht den Schutz bieten, den es braucht. Hirsi Alis Beitrag zur multikulturellen Debatte besteht darin, dass sie mit ihrem eigensinnigen, solistischen Auftreten deutlich gemacht hat, dass der, der aus eigner Kraft und aufgrund von eigenen Ideen handelt - manchmal mit ein wenig Beistand - am weitesten kommt. Ein Talent, das ihr in den Vereinigten Staaten sehr zugute kommen wird, auch wenn ihre Religionskritik weniger Freunde finden wird."

Weiteres: Cannes ist in diesem Jahr stark gestartet, berichtet Martin Walder, dem der soziale und politische Fokus der Filme zu gefallen scheint.

Drei Seiten der Beilage Literatur und Kunst gelten Henrik Ibsen. Die isländische Schriftstellerin Steinunn Sigurdardottir verwundert es, dass Ibsens emanzipatorische Frauenfiguren Nora und Hedda ausgerechnet in der norwegischen Provinz des 19. Jahrhunderts entstanden sind. Aldo Keel schildert die schwierige Beziehung zum Heimatland Norwegen. Klaus Völker referiert die Wirkungsgeschichte der Ibsen-Dramen in Deutschland.

Desweiteren würdigt der Romanist Gustav Siebenmann den vor fünfhundert Jahren gestorbenen Cristobal Colon alias Kolumbus. Und Jean-Claude Wolf erinnert an den vor zweihundert Jahren geborenen utilitaristischen Philosophen John Stuart Mill.

Besprochen werden eine "herausragende" Schau über den aus Flandern stammenden Bildhauer Giambologna in Florenz, eine Ausstellung über "Die Jesuiten und das Klementinum" in Prag, und Literatur, darunter Bragi afssons Roman "Die Haustiere" und Ib Michaels Roman "Der Papst von Indien" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Welt, 20.05.2006

In einem Essay in der Literarischen Welt bringt der iranische Schriftsteller Faraj Sarkohi die allgemeine Ratlosigkeit zum Ausdruck, wie man das Teheraner Regime von seinem Atomprogramm abbringen könnte. Weder Verhandlungen noch wirtschaftliche oder militärische Sanktionen scheinen erfolgversprechend. "Eine religiöse Regierung, die Werten von vor tausend Jahren verpflichtet ist und die Welt islamisieren sowie bayt al-muqaddas (Jerusalem) befreien will, ähnelt, wenn sie in den Besitz moderner Waffen gelangt, einer Sphinx, die aus den Tiefen der Geschichte auf einer viel befahrenen deutschen Autobahn auftaucht und mit Gewalt die Antwort auf ihr Rätsel einfordert. Die Weltgemeinschaft und die Iraner, die sich Frieden und Demokratie wünschen, haben die Antwort auf das Rätsel der modernen Sphinx noch nicht gefunden."

Besprochen werden unter anderem Rene Oths Buch "Bevor Kolumbus kam" über mögliche präkolumbianische Entdecker Amerikas, Ralph Ghadbans kritische Sicht auf "Tariq Ramadan und die Islamisierung Europas" und eine Aufsatzsammlung zum Stand der Comicwissenschaft. Zu lesen ist auch ein Vorabdruck aus David Foster Wallaces neuem Essayband "Consider the Lobster".

Im Kulturteil schreibt Wolf Lepenies zum zweihundertsten Geburtstag des "Heiligen des Rationalismus", John Stuart Mill. Uwe Wittstock meldet, dass die heftig kritisierte Sondernummer der Zeitschrift Volltext nun doch nicht erscheinen wird. Hanns-Georg Rodek hat sich in Cannes Filme von Ken Loach, Pedro Almodovar und Richard Linklater angesehen. Besonders beeindruckt hat ihn aber György Palfis Film "Taxidermia" über Sportessen im Fernsehen: "entweder verlässt man nach einer Viertelstunde voller Ekel das Kino, oder bleibt morbide fasziniert bis zum Ende." Die Münchner Biennale lässt Egbert Tholl und Manuel Brug wieder "hoffnungsfroh in die Zukunft des zeitgenössischen Musiktheaters blicken". Und Gerhard Charles Rump schildert, wie sich die Kunstmessen in Deutschland gegenseitig das Wasser abgraben.

Berliner Zeitung, 20.05.2006

Mit der "schwül-expressiven" Malerei von Pavel Mitkov bei den Bulgarischen Kulturtagen in Berlin nicht zufrieden, sondiert Sebastian Preuss die Kunstszene vor Ort und wird fündig. "Sprichwörtlich für Sofia sind die streunenden Hunde, die man selbst vor den eleganten Cafes und Boutiquen der Innenstadt antrifft. Im Stadtpark sollen schon Jogger von Rudeln zerfleischt worden sein, doch wurde die Plage in den in- wie ausländischen Medien derart ausgeschlachtet, dass Krassimir Terziev darauf mit seiner grotesk-dramatischen Fotomontage 'The City of Dogs' antwortete. Riesige, wolfsähnliche Hunde haben hier die Herrschaft über die postsozialistische Plattenbaustadt übernommen. 'Es ist die Rache der Natur', amüsiert sich Terziev."
Anzeige
Stichwörter: Berlin, Innenstadt

SZ, 20.05.2006

Der britische Historiker Tony Judt sieht Israel am Scheideweg. Wenn das Land jetzt den Zeitpunkt zum Umsteuern verpasse, so werde die Zukunft wohl "düster" aussehen. Vor allem der Treue der USA dürfe sich der Staat nicht mehr sicher sein, meint Judt: "Dass Israel inzwischen in den Augen junger Amerikaner auf derselben Stufe wie Francos Spanien steht, sollte Israelis erschrecken und ihnen fünf vor zwölf als Weckruf dienen. Nichts hält ewig, und es kann sein, dass wir später einmal zurückblicken werden auf die Jahre 1973 bis 2003 als eine Ära der tragischen Illusionen für Israel: Jahre, die verschwendet wurden in der bizarren Meinung, Israel könne für alle Zeiten auf die bedingungslose Unterstützung der USA zählen und nie einen backlash riskieren, egal was es tue oder verlange."

Weitere Artikel: Susan Vahabzadeh hat sich beim Filmfestival in Cannes von Richard Linklaters leidenschaftlicher Predigt "Fast Food Nation" den Appetit verderben lassen und bewundert Pedro Almodovar dafür, wie er aus "Pulp etwas Großes" macht. Sehr angetan zeigt sich Jenny Hoch von der Bonn Biennale (Website) mit ihrem diesjährigen Indien-Schwerpunkt. Juliane Matthey weiß zu berichten, dass die Museen gerade dabei sind, die Rentner als Zielgruppe zu entdecken. Im ungarischen Mosomagyarova hat Alex Rühle Menschen aus aller Welt beobachtet, die sich hier für wenig Geld die Zähne richten lassen. Zehn Regeln stellt Werner Bartens vor, bei deren Befolgung "aus Praxen und Kliniken Profit-Center" würden. Henning Klüver war dabei, als Ulla Unseld-Berkewicz den "Premio Grinzane-Editoria" erhielt. Gemeldet wird, dass die Archäologin Susanne Osthoff das für ihren Begriff viel zu durchlässige Gesetz zum Kulturgüterschutz verhindern will.

Besprochen werden eine Schinkel-Ausstellung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam, die Münchner Inszenierung - im Schulambiente - von Jose Maria Sanchez Verus Oper "Gramma. Gärten der Schrift" und Fow Pyng Hus Film "Paradise Girls".

Auf der Literaturseite wird das neueste Heft der Zeitschrift Bella Triste besprochen. Außerdem finden sich Rezensionen zu neuen Büchern über Christoph Kolumbus, zu Helmut Lethens "großartiger Studie" über Gottfried Benn mit dem Titel "Der Sound der Väter", zu einer von August Diehl gelesenen Hörbuch-Ausgabe von "Im Westen nichts Neues" (mehr in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Im Aufmacher der SZ am Wochenende unternimmt zum 20. Geburtstag der Zeitschrift Tempo Andrian Kreye den Versuch einer "Verklärung" des auch schon wieder lange toten Magazins: "Statt Che Guevara und Jack Kerouac standen der neuen Generation Beau Brummel und Dorothy Parker Pate, statt Freiheitskampf und Utopie zählten Stilbewusstsein und scharfer Verstand. Das war kein Bruch mit der Kulturgeschichte und schon gar kein Bekenntnis zum Konservatismus."

Weitere Artikel: Thomas Avenarius porträtiert Amr Khaled, den populärsten arabischen Prediger. Den nunmehr wohl doch recht berühmten Musiker und Künstler Daniel Johnston stellt Tanja Schwarzenbach vor. Von einer in Brooklyn entstandenen neuen jüdisch-amerikanischen Jugendkultur berichtet Lorraine Haist. Auf der Historien-Seite erinnert Birgit Weidinger an die Pilotin Elly Beinhorn, und in "Es war einmal" lässt Willi Winkler Christoph Kolumbus das Paradies entdecken. Im Interview spricht der Pink-Floyd-Musiker David Gilmour über "Erfolg", der wenig mit Geld und Ruhm zu tun hat: "Ich lebe. Ich habe eine wunderbare Frau. Ich habe acht Kinder."

TAZ, 20.05.2006

Der Popmusiker mit dem Pseudonym Peter Licht erklärt im Interview die Sache mit dem von ihm auf seiner neuen Platte proklamierten "Ende des Kapitalismus": "Es könnte doch sein, dass es den Kapitalismus ab morgen nicht mehr gibt. Dass die Menschen sich rausstellen und einmal das System betrachten - anstatt zur Arbeit zu gehen. Die Proklamation vom Ende des Kapitalismus ist auch der Versuch, einen schönen Gedanken wie eine Blase aufsteigen zu lassen und zu beobachten, wie weit er fliegt."

Weiteres: In Cannes hat sich Cristina Nord von Pedro Almodovars Wettbewerbsbeitrag "Volver" berücken lassen. Tarik Ahmia informiert über die Einwände des Bundesrats gegen die Urheberrechtsnovelle ("zu industriefreundlich").

In der zweiten taz stellen Qiang Zhaohui und Georg Blume junge chinesische Modemacherinnen wie Feng Ling vor: "Auf kleiner Fläche, zwischen Schmuck- und Kunsthandwerkläden, bietet Feng Ling ihren revolutionären 60er-Jahre-Look an. Als Logo ihres Labels grüßt ein grün-weiß-schwarzer Stern auf rotem Untergrund. Ihr Stil erinnert chinesische Kunden an die Kulturrevolution unter Mao Tsetung und westliche Besucher an die Protestbewegung der 68er-Generation." In einem weiteren Artikel denkt Kirsten Reinhardt über WM-bedingte Privatzimmervermietung nach.

Rezensionen finden sich zu Jutta Brückners Film "Hitlerkantate", Erich Kandels neurowissenschaftlicher Studie "Auf der Suche nach dem Gedächtnis", zu Eric Gujers BND-Buch "Kampf an neuen Fronten", oder zu den Erinnerungen des Musikers John Fahey mit dem Titel "Blaugrasmusik" (mehr zu alledem in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Fürs taz mag gehen Jan Feddersen und Ivor Lyttle die Beiträge des European Song Contest von heute Abend durch. Der deutsche Beitrag von "Texas Lightning" schneidet dabei allerbestens ab: "Ist kein Country. Amerikanisch erst recht nicht. Die Sängerin trägt einen rosa Kunstpelz und singt wie auf Helium; die Herren tragen Anzüge wie für die Motto-Party 'Red River'; noch nie hat ein Song mit Banjo gewonnen. Alles Extraklasse, künstlich, ergreifend."

Weitere Artikel: Kolja Mensing spricht im Interview mit dem polnischen Historiker Jan Rydel über die kurze Besatzung des Emslands durch Polen 1945. Als gekürzte Übernahme aus dem Merkur finden sich Überlegungen des Juristen Horst Meier zum sogenannten "Feindstrafrecht".

Und Tom.

FR, 20.05.2006

Interessiert, aber nicht ohne Skepsis ist Mirja Rosenau durch die direkt aus China übernommene Ausstellung "Humanism in China" im Frankfurter Museum für Moderne Kunst gegangen: "Eine nie da gewesene Ansicht der 'Innenseite eines kulturellen Umbruchs' eröffne 'Humanism in China', ist man im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt überzeugt, wo die Ausstellung nun ihre erste deutsche Station hat. Gezeigt wird das Leben einfacher, überwiegend auf dem Land lebender Menschen: Geschichtenerzähler, Winterschwimmer, Kampfhahnbesitzer, Diabolospieler. Sie stellt traditionelle gegen moderne Sportarten, Kosmetikverfahren und Hochzeitszeremonien. Sie zeigt Latrinen, Arme und Kranke, Hausierer und frisch gebackene Väter, thematisiert Bevölkerungswachstum und Umweltverschmutzung, Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch und Wohnungsnot, sogar ein Foto zur Todesstrafe kommt vor."

Weitere Artikel: Marcia Pally fühlt sich durch den Brief Mahmud Ahmadinedschads vor allem an einen erinnert: George W. Bush . Das Neueste vom Filmfestival in Cannes berichtet Daniel Kothenschulte. Wolfgang Templin gratuliert dem Übersetzer und Kulturvermittler Karl Dedecius zum 85. Geburtstag. Gemeldet wird, dass die Zeitschrift "Volltext" das hoch umstrittene Fördergeld in Höhe von 300.000 Euro zurückgibt. In Christina Meisters "plat du jour"-Kolumne geht es heute um Mademoiselle Jeanne Moreau.

Besprochen werden ein Carlos-Santana-Konzert in Frankfurt und eine Inszenierung der Oper "Andrea Chenier" bei den Maifestspielen.

FAZ, 20.05.2006

Aids-Spitäler, Drogenentzugskliniken, Arbeitslose, Bettler: dass die 590 Dokumentaraufnahmen aus China nun im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt gezeigt werden dürfen, ist schon erstaunlich, meint Andreas Platthaus. Aber "die Präsentation ist doppelt bemerkenswert, weil es keine deutsche Nachkuratierung der Schau gibt. Udo Kittelmann, Direktor des MMK, spricht deshalb von einem 'Ausstellungsdokument': Die Bilder werden in der Anordnung gezeigt, die für die drei chinesischen Museen und vor allem auch den Original-Katalog gewählt wurde. Ziel ist die Simulation eines bestimmten Ausstellungserlebnisses für ein vollkommen anderes Publikum - gewagt, aber allemal interessant. Nur um eine Winzigkeit zu kleine Räumlichkeiten des MMK verhinderten, dass es eine genaue Wiedergabe des ursprünglichen Arrangements gab; ansonsten sehen wir nun das, was man auch in China sah."

Weiteres: In Cannes findet Verena Lueken ein Stück Fleisch im Pressefach und sieht entprechende Filme von György Palfi ("Taxidermia") und Richard Linklater ("Fast Food Nation"). Joachim Müller-Jüng referiert neue und nicht mehr allzu neue Entdeckungen darüber, wie nahe die Affen dem Menschen wirklich sind. "fvl" begrüßt die Ablehnung der umstrittenen 300.000 Euro Fördergeld durch die Redaktion der Literaturzeitschrift volltext. Ingeborg Harms porträtiert den schwedischen Designer Lars Nilsson, der seit drei Jahren die Traditionsmarke Nina Ricci modernisiert und dabei auf ein Farbmusterbuch für Seidenstoffe aus dem achtzehnten Jahrhundert vertraut. Reinhard Wandtner schreibt zum Siebzigsten des Zellforschers Günter Blobel. Auch die indischen Christen sind nun mit der "Sakrileg"-Verfilmung einverstanden, meldet Martin Kämpchen. Die chinesischen Christen wollen dagegen weiter boykottieren, liest man zwei Seiten später. Rainer Flöhl gratuliert dem in Mannheim tätigen Psychiater Heinz Häfner zum Achtzigsten.

In der ehemaligen Tiefdruckbeilage würdigt Gerhard Stadelmaier Henrik Ibsen und seine "zu ewiger Gegenwart verdammten" Figuren. Die Autorin Anita Albus porträtiert die berühmte Kollegin Tania Blixen und ihre Vorliebe für Vögel.

Auf der Schallplattenseite wird das Album "Fundamental" der Pet Shop Boys vorgestellt, das laut Andreas Platthaus gar nicht so politisch ist, außerdem Bela-Bartok-Aufnahmen mit Michael Gielen, der Sampler "Various, Nordische Kombination" mit Beispielen skandinavischer Indie-Musik sowie wieder aufgelegte Arienrecitals mit Felicia Weathers und Huguette Tourangeau.

Im Medienteil berichten Michael Hanfeld und Tilmann Lahme neue Einzelheiten aus der Liaison von BND und Journalisten. Wie umfangreich sie wirklich war, soll bald die geplante Veröffentlichung des sogenannten Schäfer-Berichts dokumentieren.

Besprochen werden Christoph Hochhäuslers Film "Falscher Bekenner" (Andreas Kilb warnt den Regisseur vor zu viel "Kinogralshütertum mit Stefan-George-Pose"), Anne Teresa De Keermaekers "glanzvoller" Tanzabend "D'un soir un jour" nach Musik von Claude Debussy, die 6 CDs umfassenden Aufnahmen zu Samuel Beckett "Wir sind Zauberer. Godot und die anderen" und Bücher, darunter Sandor Marais Leitfaden "Schule der Armen" und Paul Almasys Fotografien aus dem "Frühwerk" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

In der Frankfurter Anthologie nimmt sich Georg Wöhrle Robert Gernhardts Ode "Auf den Lateinlehrer Otto Kampe" vor:

"Er ist wie Crassus sehr gerissen
und so beredt wie Cicero.
Wie Maecen ist er kunstbeflissen,
ein Wüstenfuchs wie Scipio..."