Heute in den Feuilletons

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Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
13.10.2006. Orhan Pamuk überall! Die SZ bringt (auch online) das letzte Kapitel aus seinem demnächst erscheinenden "Istanbul"-Buch. Er ist der Autor, der "dem Westen den Osten und dem Osten den Westen" erklären kann, sagt Pamuk-Verleger Michael Krüger ebenfalls in der SZ. Die FR sieht im Nobelpreis für Pamuk ein Plädoyer für eine europafreundliche Türkei. Die NZZ erklärt, warum Pamuk nicht malt. Und im Tagesspiegel erzählt der Komponist Tayfun Erdem, warum Pamuk nicht liest, aber liebt. Für Frank Schirrmacher in der FAZ ist Pamuk der Westen. Auch die taz gratuliert.

SZ, 13.10.2006

Die Literaturseite bringt (auch online) das letzte Kapitel aus Orhan Pamuks demnächst erscheinenden Buch "Istanbul": "Die Straßen von Beyoglu mit ihren dunklen Ecken blinkten in meinem von Fluchtwünschen und Schuldgefühlen verwirrten Kopf wie Neonreklamen. Wenn ich besonders wütend oder ergriffen war, dann merkte ich, dass diese halb dunklen, halb betörenden Straßen, die ich so liebte, schon lange an die Stelle der zweiten Welt, meines Zufluchtsortes, getreten waren."

Voller Stolz äußert sich Verleger Michael Krüger, dessen Hanser-Verlag Orhan Pamuk seit Jahren herausbringt, im Interview mit Ijoma Mangold: "Wir fanden seinen ersten Roman 'Die weiße Festung' faszinierend, weil vollkommen deutlich wurde, dass hier ein Autor ist, der dem Westen den Osten und dem Osten den Westen erklären kann. Wir sind ja vollkommen blank in unseren Hirnen, was die türkische Literatur betrifft. Es gibt eine türkische Moderne seit Atatürk, aber die haben wir nicht zur Kenntnis genommen. Wir haben ein bisschen die in Deutschland geschriebene türkische Literatur rezipiert, das ist sehr schön, aber die türkische Literatur der Türkei, die all das aushalten muss, was auch Pamuk aushalten musste - bis hin zu den Gerichtsverfahren - die haben wir nicht kennengelernt."

Mehr zu Pamuk: "Diese Wahl trifft, sie ruht auf guten Gründen und besitzt Würde", schreibt ein hochzufriedener Thomas Steinfeld zum Nobelpreis für Orhan Pamuk. Kai Strittmatter sammelt "türkische Stimmen des Stolzes, der Freude und Begeisterung, aber auch der Kritik". Und auch ein kleines Interview mit dem Preisträger konnte Thomas Steinfeld organisieren: "Ich frage mich natürlich, wie man in der Türkei reagieren wird. Wird man stolz auf mich sein?"

Weitere Artikel: In der Reihe "Bei der Arbeit" porträtiert Gerhard Matzig den Münchner Architekten Peter Ebner. Roswitha Budeus-Budde gratuliert der Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger zum Siebzigsten.

Besprochen werden die Ausstellung "Politische Wahrheiten" mit Installationen und Videos neuester Künstler im Kunstverein Heidelberg, der Dokumentarfilm "Absolute Wilson" über Robert Wilson und Dimiter Gotscheffs (laut Peter Laudenbach "über die Maßen faszinierende") Inszenierung der "Perser" des Aischylos am Deutschen Theater Berlin.

Auf der Medienseite erklärt Christina Maria Berr, "warum ARD-Sportchef Hagen Boßdorf gehen muss".

Tagesspiegel, 13.10.2006

Der in Kreuzberg lebende Komponist und Freund Orhan Pamuks Tayfun Erdem bringt eine recht eigenwillige Hommage auf den Autor dar: "Als wir vor zehn Jahren ein Haus in der Türkei bauten, gab es große Probleme mit dem Bauunternehmer, da hat er mir viele nützliche Tipps gegeben. Von Musik hat er, wenn ich ehrlich bin, keine große Ahnung. Von Malerei versteht er sehr viel mehr - zumal er eigentlich Maler werden wollte. Anderseits habe ich von ihm fast nichts gelesen. Aber ich sage ihm dann: Sei doch nicht beleidigt, das ist wahre Liebe. Wir diskutieren trotzdem über alles Mögliche. So ist unsere Freundschaft: Ich habe von ihm nichts gelesen, er versteht nichts von Musik, aber es entsteht trotzdem etwas."
Stichwörter: Musik, Orhan Pamuk, Türkei

TAZ, 13.10.2006

Auf der Seite eins kommentiert Jürgen Gottschlich, dass der Nobelpreis ausgerechnet an dem Tag an Orhan Pamuk ging, als die französische Nationalversammlung beschloss, die Leugnung des Genozids an den Armeniern unter Strafe zu stellen: "Für Orhan Pamuk und die türkische Literatur insgesamt ist dies ein höchst unglückliches Zusammentreffen. Die Empörung vieler Türken über die dumme Entscheidung in Paris wird nun auch Pamuk treffen und die Freude, dass einer der Ihren mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird, erheblich schmälern. Pamuk hat sich zu Recht immer dagegen gewehrt, dass sein literarisches Werk hinter seinen politischen Stellungnahmen zu verschwinden droht. Er hat große Literatur produziert, die des Nobelpreises würdig ist, auch wenn er sich politisch niemals geäußert hätte."

Auch Tobias Rapp betont: "Es ist vor allem der Schriftsteller Pamuk, der den Preis bekommt. Er könne laut Horace Engdahl, dem Sekretär der Akademie, 'faszinierende Stadtschilderungen schreiben' wie 'kaum ein Autor der Weltliteratur'. Denn darum geht es in Pamuks Werk: seine Heimatstadt Istanbul, und die Melancholie, die es bedeuten kann, in den Ruinen einer großen Vergangenheit zu leben, die sich ohne weiteres eben nicht mehr deuten lassen, weil sich seit der Modernisierung der Türkei so viele Bedeutungsschichten über sie gelegt haben."

Daniel Bax dagegen gibt seine Bedenken zu Protokoll: "Eingefleischte Gegner von Orhan Pamuk, die meinen, dieser habe mit seinen politischen Statements schon immer auf den Nobelpreis geschielt, können sich durch die Entscheidung der schwedischen Akademie nun bestätigt fühlen."

Außerdem im Feuilleton: Robert Misik unterhält sich mit dem Wiener Philosophen Konrad Paul Liessmann über den Wissenschaftsbetrieb und unnützes Wissen. Annett Busch schreibt den Nachruf auf die französische Filmemacherin Daniele Huillet. Besprochen werden die CD-Compilation "Girl Monster" und neue Platten alter Idole.

Und schließlich Tom.
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FR, 13.10.2006

Ina Hartwig beleuchtet vorrangig die politische Dimension des Nobelpreises für Orhan Pamuk. "Es ist eine Wahl, die die muslimische Welt anerkennt und zugleich zu einer inneren Auseinandersetzung zwingt. Es ist ein Politikum, das den europafreundlichen, säkular-demokratischen Teil der Türkei stärkt und den nationalistischen, euroskeptischen zur Achtung eines Gegners zwingt. Denn Orhan Pamuk ist den türkischen Nationalisten ein Stachel im Fleisch. Politisch gesehen also eine überaus geschickte Entscheidung. Ästhetisch bedeutet es die Entscheidung für einen 'echten' Belletristen, einen komplexen, feinen, nicht zu Experimenten neigenden Erzähler."

Jörg Plath kann die Entscheidung auch literarisch nur begrüßen. "Pamuks Buchgletscher nehmen alles an Tradition und Gegenwart, Traum und Realität mit sich, was auf ihrem Weg liegt und auf zahlreichen, begeistert genommenen Umwegen." Die Kollegin Sevgi Özdamar schickt ein Glückwunschtelegramm. "Orhan, ich umarme Dich mit meinem ganzen Herzen, ich freue mich für Dich und für die Türkei und für die türkische Literatur, für unsere toten Dichter." Joachim Sartorius glaubt, es wird "nun schwer werden, Pamuk noch einmal vor ein Gericht zu stellen".

Harry Nutt resümiert ein Gespräch zum Urheberrecht in der Berliner Akademie der Künste. Besprochen wird zudem eine Ausstellung mit frühen Arbeiten des Malers Peter Doig im Leipziger Museum der bildenden Künste.

Berliner Zeitung, 13.10.2006

Christian Bommarius kommentiert die Verleihung des Nobelpreises an Orhan Pamuk auf der Meinungsseite: "Natürlich hat das Komitee für den Literaturnobelpreis mit der Vergabe an Orhan Pamuk ein Zeichen gesetzt. Aber es wäre ein Missverständnis zu denken, dieses Zeichen werde ausschließlich den Türken gesetzt. Die Geschichte der Türkei und der Türken in den vergangenen Jahrzehnten war der - natürlich prekäre, immer wieder fehlgeschlagene und immer wieder erneuerte - Versuch, den Anschluss an Europa zu finden. Diese Suchbewegung ist von Europa von Anfang an argwöhnisch beäugt worden, doch ist dieser Argwohn - unter dem Eindruck der islamistischen Bedrohung - inzwischen in teils offene Ablehnung umgeschlagen. Man mag das begrüßen, weil die kulturelle Differenz zwischen der Türkei und Europa am Ende unüberwindlich erscheint. Aber man sollte es befürchten: Eine Türkei, der die Anerkennung Europas verweigert wird, kann nur so reagieren eben wie einer, dem die Anerkennung verweigert worden ist."

Im Feuilleton meint Sabine Vogel: "Natürlich wird beim Nobelpreis zu allererst die hohe Kunst der Literatur gewürdigt, aber die ist eben auch nie ohne gesellschaftspolitische Dimension. Allein die Tatsache, dass Pamuk Türke ist und sich vehement für eine Aufnahme der Türkei in die EU einsetzt, ist ein nicht zu unterschätzendes Politikum: 'So wie ich mir keine Türkei vorstellen kann, die nicht von Europa träumt, so glaube ich auch nicht an ein Europa, das sich ohne die Türkei definiert'."

NZZ, 13.10.2006

"Mit Orhan Pamuk ehrt die Schwedische Akademie einen Autor, der seit über dreißig Jahren mit unermüdlicher Konsequenz und Konzentration alles, was er sieht, riecht, schmeckt, liest und erlebt, in Literatur verwandelt", schreibt Monika Carbe zum Nobelpreis für Pamuk und erzählt: "Danach gefragt, was ihn davon abgehalten habe, so konzentriert und ernsthaft weiterzumalen, wie er dies seit frühester Jugend getan habe, antwortete er 1996 in einem Interview mit Celal Özcan: 'Es lag wohl daran, dass ich damals überzeugt war, Schreiben sei die Möglichkeit, mit Worten die Stimme zu erheben, Malerei hingegen bedeutet Stummheit, und ich war geistig nicht so weit, diese Stummheit in Würde auszuhalten.'"

Weiteres: Dirk Pilz bescheinigt der Berliner Volksbühne, dringend eine "Neudefinition ihres rebellischen Auftrags" zu benötigen. Joachim Güntner war auf dem Soziologen-Kongress in Kassel. Besprochen werden die Ausstellung "Guggenheim Architecture" in der Bonner Bundeskunsthalle und ein Flötenkonzert von Marc-Andre Dalbavie in der Tonhalle Zürich.

Auf der Medienseite berichtet "set" von einer Studie des Instituts JupiterResearch, nach der die Europäer pro Woche länger im Internet surfen, als Zeitungen und Zeitschriften lesen: "Die europäischen Medienkonsumenten sind pro Woche durchschnittlich vier Stunden im Internet, drei Stunden lesen sie Zeitungen und Magazine. Basis des Reports ist die Ende 2005 erfolgte Befragung von 4500 Konsumenten in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Schweden. Aufgrund der gestiegenen Online-Nutzung, die sich laut der Studie seit 2003 verdoppelt hat, ist der gesamte Medienkonsum auf 19 Stunden pro Woche gestiegen, das sind vier Stunden mehr als noch vor drei Jahren."

Auf der Filmseite kündigt Elsbeth Gut Bozzetti die heutige Eröffnung des neuen Filmfestivals von Rom an. Besprochen werden unter anderem Ulrich Grossenbachers und Damaris Lüthis Dokumentation über gealterte Blumenkinder "Hippie Masala" und Erich Langjahrs Film "Das Erbe der Bergler".

Welt, 13.10.2006

Berlinale-Leiter Dieter Kosslik plaudert im Interview über das Filmfestival im nordkoreanischen Pjöngjang, von dem er gerade zurückgekehrt ist. "Als ich ankam, fühlte ich mich an die Berlinale in den Achtzigern erinnert. Da fuhr gerade die syrische Delegation - immerhin fünf der 50 ausländischen Gäste - unter Protest ab, weil der akkurate deutsche Jury-Präsident nicht akzeptieren wollte, dass der syrische Beitrag kurzerhand in den Wettbewerb befördert wurde. Abends beim Bankett, da wurde getanzt und gesungen, und viele Reden wurden gehalten über die Wichtigkeit kulturellen Austauschs. Am Ende habe ich mit dem Bibliothekar des Lesesaals ein gemeinsames Lied intoniert, 'Im kühlen Wiesengrunde'."

Tilman Krause beglückwünscht die Schwedische Akademie "die mit Pamuk nach einigen Jahren schauerlicher Abwege zum ersten Mal seit Imre Kertesz wieder einen Autor kürt, der dieses hohen Preises würdig ist". Krause hofft auf neue Leser für Pamuk, wünscht sich aber auch weltliche Folgen. "Sein Großvater war einer der ersten Fabrikanten Istanbuls. Ein schöner Schub für die Reformkräfte in seinem Land stellt also diese Auszeichnung auch dar. Hoffentlich wird das auch so begriffen und genutzt, denn das Klassenziel ist ja am Bosporus wahrlich noch nicht erreicht." Pamuk sei "der Preisträger, den sein Land, den die Türkei jetzt braucht", ergänzt Krause im beigefügten Kommentar.

Weitere Artikel: Auch wenn das Bode-Museum am Dienstag eröffnet wird, ob die Skulpturensammlung bleiben oder irgendwann doch die Gemäldegalerie einziehen wird, ist noch nicht entschieden, betont Gabriela Walde. Berthold Seewald erinnert an die schmerzhafte Niederlage von Jena und Auerstedt vor 200 Jahren und die Künstlichkeit der Entität Preußen. Gernot Facius überbringt dem ZDF-Gründungsintendanten Karl Holzamer Glückwünsche zum hundertsten Geburtstag. Vorgestellt wird Julis Album "Ein neuer Tag".

Gestern fand die mündliche Verhandlung der SZ und der FAZ gegen den Perlentaucher statt, das Urteil wird für den 23. November erwartet. Birgit Warnhold berichtet kurz. "Auf den Vorwurf von FAZ und SZ, dass die Perlentaucher-Texte dazu führten, dass die Kritiken der beiden Zeitungen nicht mehr gelesen würden, entgegnete die beisitzende Richterin laut (Perlentaucher-Anwalt Simon) Bergmann, dass sie durch die Perlentaucher-Texte zur Lektüre der ausführlicheren Kritiken angeregt worden sei und dass das möglicherweise auch anderen Lesern so gehen könne."

FAZ, 13.10.2006

Dem Literaturnobelpreis für Orhan Pamuk hat die FAZ gleich fünf Artikel gewidmet. Christian Geyer beschreibt das Subversive an Pamuks Werk: "Wo Pamuk die kulturelle Verflechtung beschreibt, unterläuft er die Anlässe zum Streit. Wo er den kulturellen Streit beschreibt, hintertreibt er ihn als vorgeschoben. Ja, Pamuk zielt auf das Fatale, auf das historisch und rechtspolitisch Falsche des Sinnbildes vom Streit der Kulturen. Ein solches Sinnbild setzt Kulturen als abgeschlossene Gebilde voraus, die sie historisch nie gewesen sind. Und ein solches Sinnbild, für die Gegenwart verwendet, immunisiert eine Kultur gegen jede Reformanstrengung."

Hubert Spiegel würdigt Pamuk als einen Autor, dessen Kunst "fest in der Türkei verwurzelt" sei. Frank Schirrmacher dagegen behauptet auf der Seite 1 der FAZ: "Pamuk ist der Westen". Ali Yumusak informiert über Reaktionen in den türkischen Medien: "Das Massenblatt Star betont erfreut, dass Orhan Pamuk den wichtigsten Literaturpreis der Welt bekommt. Dabei zeigt sich die Zeitung besonders stolz über die Tatsache, dass der Text mit der Bekanntgabe des diesjährigen Gewinners vom Nobelpreiskomitee auch auf Türkisch veröffentlich worden ist." Abgedruckt ist das Eingangskapitel aus Pamuks neuem Buch "Istanbul. Erinnerungen an eine Stadt", das am 18. November bei Hanser erscheint.

Ein kurze Meldung, in der die FAZ über die Einstweilige Verfügung berichtet, die Günter Grass gegen die FAZ erwirkt hat, beginnt mit dem Satz: "Im Interview mit dieser Zeitung vom 12. August gestand Günter Grass seine SS-Mitgliedschaft..." (Hat er das Buch denn nach dem Interview geschrieben?)

Weitere Artikel: Alexandra Kemmerer berichtet von einer Berliner Tagung zum hundertsten Geburtstag Hannah Arendts. Für Jürgen Kaube zeigt der Exzellenzwettbewerb deutscher Universitäten "die traurige Ahnungslosigkeit, mit der hierzulande an den Universitäten herumreformiert wird". Andreas Rossmann resümiert eine Bonner Konferenz zum Kulturgüterschutz. Rudolph Ganz beschreibt eine konzertante Aufführung mehrerer Szenen aus dem japanischen Epos "Heike monogatari" im Berliner Haus des Rundfunks. Tilman Spreckelsen gratuliert der Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger zum Siebzigsten. Lorenz Jäger schreibt zum Tod der Filmemacherin Daniele Huillet.

Auf der Medienseite berichtet Marco Dettweiler, welche Konsequenzen der Erfolg von YouTube für das deutsche Fernsehen haben könnte. Auf der letzten Seite porträtiert Joseph Hanimann die neue Intendantin der Comedie Francaise, Muriel Mayette. Jürg Altwegg berichtet über ein gestern von der französischen Nationalversammlung verabschiedetes Gesetz, wonach die Leugnung des Genozids der Türken an den Armeniern künftig mit einem Jahr Gefängnis bestraft werden kann. Und Al Gore zeigt sich im Interview überzeugt davon, dass wir unser Leben ändern müssen, um der Klimakatastrophe zu entgehen und "doch nicht auf Wohlstand verzichten und in Sack und Asche gehen müssen".

Besprochen werden Rene Polleschs Salonkomödie "L'affaire Martin! etc." in der Berliner Volksbühne, die Ausstellung "I like America" in der Frankfurter Schirn, die Ausstellung "Tödliche Medizin" im Dresdner Hygiene-Museum und Bücher, darunter Elena Tregubovas Erfahrungsbericht aus Russland "Die Mutanten des Kreml" (hier eine Leseprobe) und Essays des wunderbaren George-Arthur Goldschmidt (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).