Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
16.11.2002. Die SZ sucht in Frankfurt einen Verleger mit Profil und findet in Hamburg einen "Putin in der Brandstwiete". Für die FR ist nach dem Tod von Augstein und Unseld sowieso alles vorbei. Die taz fragt, warum die Deutschen in Afghanistan so beliebt sind. In der NZZ kritisiert der liberale Ayatollah Montazeri das Todesurteil gegen den Universitätsprofessor Hashem Aghajari. Und die wankende FAZ reißt auch noch Institutionen wie die Kirche und Harald Schmidt in den Abgrund.

SZ, 16.11.2002

Wie geht es weiter nach dem Tod von Siegfried Unseld und Rudolf Augstein? Dazu gibt es zwei Artikel in der SZ.

Was den Suhrkamp Verlag angeht, erklärt Ijoma Mangold zunächst genau die Funktion der Stiftung, die Unseld hinterlassen hat. Fest stehe, dass die Unabhängigkeit des Verlags durch dieses Modell gesichert ist. Aber auch der betriebswirtschaftliche Erfolg? "Noch lebt der Verlag von seiner Backlist", so Mangold. "Die Zukunft lässt sich damit jedoch nicht sichern. Um die wichtigsten Stimmen einer kommenden Literaturgeneration an sich zu binden, bedarf es eines starken, profilierten Verlegers - man darf bezweifeln, ob für dessen Herausbildung die Stiftungskonstruktion die beste Voraussetzung ist." Mangold fragt sich auch, ob überhaupt jemand diese Rolle bei Suhrkamp anstrebt. "... was im Falle des Suhrkamp Verlags auffällt, ist, dass es niemanden gibt, der dieses Erbe tatsächlich autoritativ ergreift. Der Stiftungsrat zeichnete sich in den Wochen des Übergangs durch vornehmes Schweigen aus, und auch aus dem Verlag selber kommen keine deutlichen Zeichen. Es funktioniert alles sehr geräuschlos. Und genau das könnte zum Problem werden.

Klarer scheint hingegen die Nachfolge beim Spiegel, klärt uns Hans Leyendecker auf der Medienseite auf. Der Machtkampf sei bereits entschieden: "Beim Spiegel herrscht auch nach Augstein eine milde Diktatur. Und Aust, von dem manche glaubten, spätestens nach dem Tod des 'Alten', wie Augstein genannt wurde, werde er der Verlierer sein, ist erst mal der Gewinnler: Er wird wohl der neue Putin von der Brandstwiete." (Und was sagen die beiden SZ-Redakteure Franziska und Jakob Augstein dazu?) Außerdem wittert Hans-Jürgen Jakobs eine Erpressung: Zwei Ex-Bertelsmann-Manager, Jan Henric Buettner (37) und Andreas von Blottnitz (36), forderten von den USA aus 3,5 Milliarden Dollar vom Konzern.

Dass man Menschen nicht nur vor die Stirn schauen kann, zeigt nun auch Willi Winkler, der, wie etliche Medien zuvor, in Ulrike Meinhoffs geöffneten Schädel blickt, um dort vielleicht zu finden, was sie so böse gemacht hat. Winkler findet nichts, kann es sich aber nicht verkneifen, die Konkurrenz für ihre Hirnforschung zu schelten - andere Zeitungen doktorten am offenen Hirn der RAFlerin herum, "als würden Approbationen neuerdings beim Tengelmann ausgegeben."

Weitere Artikel: Im Interview äußert Wolfgang Benz, Leiter des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung, Zweifel an Bayerns neuer Gedenkstättenstiftung.: "Angesichts der Vielzahl an konservativen Politikern fürchte ich, dass die Arbeitsfähigkeit durch die politischen Interessen gefährdet sein könnte." Verena Auffermann war bei einer Veranstaltung der "Historischen Gesellschaft der Deutschen Bank" in Frankfurt, wo über den Begriff der "Corporate Culture" diskutiert wurde. Wolfgang Schivelbusch (mehr hier) vermutet, dass die "Fällung des WTC" das "goldene Zwischenzeitalter" der relativen Friedfertigkeit der USA nach dem Vietnamkrieg beendet hat - Grund: Die USA hätten "panische Furcht vor dem Fallen" und wollten daher einen Präventivkrieg führen.

"Psychiatrie und Folter und ein wenig Porno" seien die Eckpfeiler der Populärkultur - die MTV-Awards also ein schöner Anlass, um über "Pop als Spaßknast" zu räsonieren, rumpelt Oliver Fuchs kulturkritisch los. Und beschränkt sich dann doch darauf, den Weg des "großen Siegers des Abends", Eminem, vom Bürgerschreck zum Idol nachzuzeichnen. Patrick Roth unterhält sich mit Clint Eastwood über Katzenjammer und Frauenhasser. Heiko Krebs berichtet vom zahmen, konservativen deutschsprachigen Theaterfestival in Prag. Andreas Bernard porträtiert die US-Band "Q and not U", die auf Deutschland-Tour ist, und Verena Auffermann gratuliert Jose Saramago zum 80. Geburtstag.

Besprochen werden Eminems Leinwand-Debüt "8 Mile", die Aufführung von Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" am Schauspielhaus Zürich, ein Konzert des Emerson-Quartetts in München, der Auftritt des Saxophonisten Joshua Redman in Hamburg, ein Sammelband über die Geisteswissenschaften im Dritten Reich sowie eine philosophische Einführung in die Vernunft (mehr dazu in der Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Im Wochenend-Magazin läutet Christopher Schmidt die Todesglocke für das deutsche Theater, das immer häufiger Kino spiele - und so Publikum verliere. Wir verblöden gemeinsam, folgert Herbert Riehl-Heyse aus dem Umstand, dass immer mehr Medien Geld und Ideen ausgingen. Der Schriftsteller Norbert Niemann besichtigt in der Reihe "Deutsche Landschaften" den "aufgegebenen Teil Bayerns", die "Provinz der Provinz": Niederbayern.

FR, 16.11.2002

"Dies ist die Zeit der Könige nicht mehr" - mit Hölderlin kommentiert ein lesbar angeschlagener Martin Krumbholz die Tode von Rudolf Augstein, Siegfried Unseld und Rudolf Noelte: Könige mit einer gemeinsamen medizinischen Passion: "Gäbe es einen Beruf, den alle drei gemeinsam hätten ausüben müssen, wäre es der des Arztes. Augstein: natürlich Chirurg, mit messerscharfer Auffassungsgabe und stets mit dem Mut zu harten Schnitten; Unseld: Internist und praktischer Arzt, unbedingt mit Hörrohr ausgestattet (...) ; Noelte: Seelenarzt, weniger Therapeut als Analytiker". Für Krumbholz können die Tode "kein Zufall" sein (was dann?). Mit ihnen habe die Nachkriegszeit, die am 9. November 1989 zu Ende gegangen sei, nun ihr kulturgeschichtliches Ende gefunden. (Hat ihr historisches Schicksal sie umgebracht?)

"O hätt' ich so viel Lieder, / Als Wellen, du mein Meer / Ich schrieb sie alle nieder, / Und brächte sie dir her." Den Versen von Kaiserin Sissi (hier eine Fan-Page) widmet sich die Literaturwissenschaftlerin Hannelore Schlaffer und findet darin Melancholie und Misanthropie - und eine übersteigerte Liebe zu Heine: "Es war eine persönliche Eigentümlichkeit Elisabeths, die sie selbst auf familiäre Veranlagung zurückführte, dass sie durch alles, was sie betrieb, vereinsamte. Die Lektüre Heines wird ihr zu Religion, die keine Gemeinde duldet."

Weitere Artikel: Karin Ceballos Betancur gratuliert dem nicht-resignativen Jose Saramago zum 80. Geburtstag. Daniel Kothenschulte verabschiedet den verstorbenen Jazz-Kornettisten Bill Berry. Adam Olschewski erinnert an den genialen Schreiber und Zeichner Bruno Schulz, der vor 60 Jahren in Warschau von der SS erschossen wurde. Navid Kermani (mehr hier) erklärt im 17.Teil seiner Erzählungsreihe "Vierzig Leben" das Leiden abstiegsverdrossener Fußball-Fans in deutschen Kneipen.

Für das Magazin haben Petra Mies und Thomas Wolff einen ironischen Tom Jones interviewt. Schon immer habe er seinen Spaß mit zweideutigen Gesten auf der Bühne getrieben: "Es war nie die plumpe Anmache, wenn ich ein wenig zweideutig wurde. Ich wollte einfach frech sein und hatte meine Freude daran." Tempi passati: "Inzwischen bewege ich mich aber nicht mehr so viel und so heftig. Ein 62 Jahre alter Mann, der vom einen Ende der Bühne zum anderen springt, das würde doch lächerlich aussehen." Außerdem erklärt Antje Potthoff, warum sie mit sechs Kindern glücklich ist. Fritz Tietz versucht, mit 43 Jahren in die Disko zu kommen. Und Sigrid Mölck-Del Giudice wandert auf den Spuren des Schriftstellers Carlo Levi.

Besprochen werden Meret Matters Inszenierung von Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" im Schauspielhaus Zürich, das Münchner "Ring"-Projekt des amerikanischen Regisseurs David Alden, Lars Ole-Walburgs "Krieg um Troja" in Basel, ein Buch des Roboter-Bauers vom Massachusetts Institute of Technology Rodney Brooks, ein stickiger Roman über das Holland der dreißiger und vierziger Jahre, die satirische "Monumentalpropaganda" von Wladimir Woinowitsch über Russland und ein Fotoalbum von Charlie Chaplin (mehr dazu in der Bücherschau heute ab 14 Uhr).

TAZ, 16.11.2002

Gründe für die deutsch-afghanische Romanze erforscht Peter Böhm. Das Goethe-Institut nimmt in Kabul seine Arbeit wieder auf - und siehe da, die Deutsch-Sprachkurse sind dort so beliebt wie die Deutschen selbst. Warum? Weil beim deutschen Engagement in Afghanistan nie politische Interessen im Vordergrund standen, zitiert der Autor einen Afghanen. Ein anderer schließt sogar Blutsbrüderschaft nicht aus: "Denn schließlich gehören die Deutschen und die Afghanen ja zum selben Volksstamm. Wir sind beide Arier."

Das "reizend schüchterne Mädchen aus Athen", die "Stilistin für das Erbschleichergenre": Pop-Experte Jan Feddersen hat für das tazmag die einzig wahre Nana Mouskouri (hier die Homepage) vor ihrem Auftritt in Paris besucht - und singt ihr 450 Zeilen lang eine Hymne. In einem zweiten Magazin-Artikel gibt Feddersen Tipps zum Texten eines Pop-Songs ("Scheuen Sie keine Banalitäten"). Nicht ganz ohne Hintergedanken: taz-Leser sollen nämlich das dichten, was ein taz-Barde bei der nationalen Grand-Prix-Vorausscheidung in Kiel singen soll (hier die offizielle taz-Grand-Prix-Seite).

Im Tagesthema schmeichelt taz-Redakteur Michael Ringel der "besten Zeitung der Welt" und dem "seriösesten Chefredakteur Deutschlands". Hintergrund: Am Dienstag beginnt ein Prozess zwischen Bild-Chefredakteur Kai Diekmann und der taz, in der der Satiriker Gerhard Henschel über eine angeblich missglückte Penisverlängerung des Bild-Chefs geschrieben hatte.

Auf der Medienseite stänkert Lutz Hachmeister gegen selbstgefällige Journalisten mit "mangelnder Selbstdistanz, fehlender historischer Reflexion und Herrenclub-Mentalität".

Besprochen werden eine Wanderausstellung über "Neger. Schwarze im NS-Staat" in Köln, die nach Ansicht einer afrikanischen Journalistin auf den Müll gehört, James Wongs Actionfilm "The One" und Henk van Woerdens Porträt des Attentäters Demetrios Tsafendas, eines "obskuren weißen Parlamentsboten" (Nelson Mandela), der 1966 den Premierminister Südafrikas, Hendrik Verwoerd, ermordete (mehr dazu in der Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Und schließlich Tom.
Anzeige

NZZ, 16.11.2002

Der liberale iranische Ayatollah Ali Montazeri kritisiert in der NZZ das Todesurteil gegen den iranischen Universitätsprofessor und Journalisten Hashem Aghajari (mehr hier und hier), der das Regime der konservativen Theokraten angeprangert hat und nun wegen Gotteslästerung (nach 76 Peitschenhieben) hingerichtet werden soll. "Wenn jemand die Absicht hätte, den Islam, die islamische Ordnung und die schiitische Geistlichkeit in Verruf zu bringen, könnte er keinen besseren Weg wählen, als im Zeitalter der modernen Kommunikationsmittel wegen eines Vortrags, der in einem geschlossenen Raum gehalten wurde, im Namen des Islam und der Geistlichkeit ein so brutales Urteil zu fällen."

Weitere Artikel: Uwe Justus Wenzel stellt die Gründung des Adorno-Büros in Frankfurt, das die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Philophen im nächsten Jahr vorbereitet, unter sanft ironischen Kulturindustrie-Verdacht. Gerd Hammer gratuliert Jose Saramago (mehr hier) zum Achtzigsten. Besprochen werden Brechts Stück "Der gute Mensch von Sezuan" in Zürich, Lars-Ole Walburg mit "Krieg um Troja" am Theater Basel und eine Ausstellung des Maler Daniel Richter in Düsseldorf.

In Literatur und Kunst stellt Ralph Dutli russische russische Venedig-Gedichte vor - von Puschkin über Mandelstam bis Brodsky. Peter Köster richtet in einem längeren Essay "einen möglichst nüchternen Blick auf die gegenwärtige Situation der katholischen Kirche und der nationalen Katholizismen". Kersten Knipp porträtiert den spanischen Autor Juan Goytisolo, der ein differenziertes Bild des Islam und eine Selbstaufklärung des Westens fordert. Ferner finden wir einige eingehende Buchbesprechungen - über den letzten Band der Nabokov-Ausgabe mit den Romanen "Unsichtbare Dinge" und "Sieh doch die Harlekine!", über Alexander Nitzbergs neue Majakowski-Übersetzung in der Engeler Edition, über Christoph Schultes Studie "Die jüdische Aufklärung" (mehr hier), die hier von Micha Brumlik besprochen wird, und über einige Bände zu Flavius Josephus.

FAZ, 16.11.2002

Heute wanken die Institutionen aber gewaltig in der FAZ! Neben den Sozialsystemen hat Florian Illies noch einen Grundpfeiler der Gesellschaft entdeckt, der am Ende ist: Die Kirche in Deutschland. In keinem anderen Land genießt sie solch geringes Ansehen wie in Deutschland, wie eine Untersuchung des Davoser "World Economic Forum" ergeben habe. Die Schuld daran gibt Illies dem jahrzehntelangen Anbiederungskurs an gesellschaftliche Randgruppen und ruft verzweifelt."Wie weit soll dieses in der evangelischen Kirche schon fast zur Folklore gewordene kirchliche Bemühen, sich bis zur eigenen Unkenntlichkeit mit der Welt zu 'verständigen', noch führen? Wahrscheinlich erst, wenn sich die beiden Kirchen auch noch mit der letzten gesellschaftlichen Randgruppe in Deutschland verständigt haben, werden sie realisieren, dass sie selbst zur Randgruppe geworden sind."

Und Christian Geyer sieht auch noch Harald Schmidt versagen: Natürlich stehe nirgendwo geschrieben, dass sich Satire nicht auch am Genre des nationalen Notstands abarbeiten dürfe, meint Geyer, aber dafür müsse sie ihn erst einmal erkennen. "Seine Show, bislang die gültige Instanz der Bundesrepublik zur satirischen Begleitung des Zeitgeschehens, hat vermutlich als allerletzte von den Deutungsmächten unseres Landes zu befürchten, in die Milliardenlöcher des wackeren Hans Eichel zu plumpsen. Aber sie ist im Moment die erste, die sich als ernstzunehmende Instanz der Kritik, die sie einmal war, selbst demontiert."

Die schwedisch-israelische Schriftstellerin Cordelia Edvardson hält die Pressefreiheit in Israel für gefährdet. Die Regierung - und namentlich ihr Sprecher Danny Seaman - verfahre inzwischen unverhohlen gegenüber ausländischen Korrespondenten nach dem Motto: "Entweder ihr singt das Lied, das ich hören will, oder ich sehe zu, dass euch auf die eine oder andere Weise das Maul gestopft wird."

Weitere Artikel: Dieter Bartetzko resigniert angesichts der neuen knallbunten Evangelisten-Fresken in der Dresdner Frauenkirche und ob einer in Deutschland "zu allem entschlossenen Nostalgie". Anlässlich einer Tagung in Hannover berichtet Eberhard Rathgeb von ersten Versuchen deutscher Bibliotheken, die früheren Besitzer von den Nazis geraubter Buchbestände ausfindig zu machen. Jürg Altwegg weist auf einen französischen Skandal hin: Das Lexikon "Quid" listet unter dem Stichwort Auschwitz ohne Kommentar verschiedene Angaben über die Opferzahlen auf, darunter auch Behauptungen des notorischen Revisionisten Robert Faurisson. Beim Blick in deutsche Zeitschriften erkennt Ingeborg Harms einen neuen Hass auf falsche Idyllen. Und Paul Ingendaay gratuliert dem portugiesischen Schriftsteller Jose Saramago zum Achtzigsten.

Auf der Medien-Seite porträtiert Michael Seewald den Schauspieler August Zirner. Fast schon zu spät macht Martin Kämpchen auf das großartige indische Internetportal Tehelka aufmerksam, das mit seinen politischen Berichten und Kommentaren ebenso wie mit seinem zeitlos schönen Feuilletons die Printmedien weit hinter sich ließ, nun aber vor dem finanziellen Aus steht.

Besprochen werden: eine Ausstellung des Zeichners Hans Theo Richters im Kölner Käthe-Kollwitz-Museum, Lars-Ole Walburgs Basler Inszenierung von Euripides und Walter Jens, ein Konzert der Libertines in Frankfurt,und Bücher, darunter Martin Pollacks Rekonstruktion des Falls Philipp Halsmann "Anklage Vatermord", Hiltrud Häntzschels Porträts von "Brechts Frauen" und Ernst Jandls "radiophone texte" als Hörbuch (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Auf der Schallplatten-und-Phono-Seite finden sich Kritiken zu Westernhagens neuem Album "In den Wahnsinn", zu Filmmusiken von Morton Feldman oder der neuen CD von David Gray "A New Day At Midnight".

Was von Bilder und Zeiten übrig blieb: In einem ganzseitigen Essay untersucht der Historiker Reinhart Koselleck, wie sich nach dem Ersten Weltkrieg die Erinnerung an den Unbekannten Soldaten mit dem Reiterstandbild zur "Idealform nationalen Gedenkens" verband. Andreas Kilb schreibt zum Sechzigsten eine Hommage auf Martin Scorsese, "Gottes einsamsten Regisseur", den "Heiligen des amerikanischen Kinos". In der Frankfurter Anthologie stellt Wolfgang Werth ein Gedicht von Robert Gernhardt vor: "Klinik Lied".

"So lieg ich hier
Und denke mir
mein Teil zu manchen Dingen:
Nicht alles muss gelingen.
Du mußt's nicht immer bringen ..."