Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
27.06.2002. In der FAZ arbeitet Jan-Philipp Reemtsma auf anderthalb Seiten heraus, dass auch die "feine Nase" einer Romanfigur als Beleg für Antisemitismus gelten kann. Ja, die Walser-Debatte ist wieder voll entflammt. In der FR schreibt Ruth Klüger einen offenen Brief an Martin Walser. Andere Themen des Tages: der Verkauf der Berliner Zeitung an den Holtzbrinck-Konzern und Jonathan Franzens Roman "Die Korrekturen", der in der Zeit und der NZZ besprochen wird.

FAZ, 27.06.2002

Wir hatten uns ja gestern schon gewundert, warum Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers", der jetzt erst in Buchform vorliegt, nicht mehr besprochen wurde. Aber auf das deutsche Feuilleton ist Verlass! Auf anderthalb FAZ-Seiten beschäftigt sich Jan Philipp Reemtsma mit dem umstrittenen (siehe dazu auch unser Link des Tages) Roman. Die entscheidende Frage, ob das Buch antisemitisch ist oder nicht beantwortet Reemtsma ganz klar mit JA. "Ehrl-Königs Vater war Bankier, aber es kursiert auch das Gerücht, er sei ein Pferdehändler gewesen. Was man als Jude so ist: Pferdehändler, Bankier oder im Kulturbetrieb. Jedenfalls sei der Vater 'eine schauderhafte Gestalt, klein, dicklich, große Ohren, die Mutter hat er, als sie siebzehn war, geschwängert', der Sohn sehe aus wie er: die Ohren, 'der stets das überentwickelte Kinn überwölbende Wulstmund', die 'so kräftige wie feine Nase'. Kräftige Nase muss sein, aber wieso soll das eine antisemitische Karikatur sein, höre ich jemanden einwenden, da steht doch 'feine Nase'? Ebendarum. Weil es auffällt, dass da etwas fehlt am Klischee, fällt es auf. Immer wenn Walser etwas verbergen will, zeigt er es überall herum." Ist Walser darum ein Antisemit? fragt Reemtsma zum Schluss. "Er ist niemand, dessen bisheriges Werk durch antisemitische Topoi geprägt wäre. Aber er ist jemand, der Roman belegt es, der ein antisemitisches Buch geschrieben hat."

In einem Kasten zum Thema werden noch kurz die drei unterschiedlichen Textfassungen des Romans verglichen und festgestellt, dass schon in der zweiten Fassung nationalsozialistische Institutionen oder Repräsentanten "systematisch verhüllt" werden. Am Gesamteindruck ändere dies jedoch nichts.

Weitere Artikel: Dirk Schümer beschreibt in seiner Venedig-Kolumne den Albtraum aller Touristen: einen Regentag in Venedig. Joseph Hanimann gratuliert Jerome Savary zum Sechzigsten. Auf der letzten Seite erzählt Jordan Mejias von einem Skandal um die als Superhausfrau auch geschäftlich ungemein erfolgreiche Martha Stewart. "Stewart hat den Verdacht auf sich gezogen, dank Insiderwissen für zweihundertachtundzwanzigtausend Dollar Aktien verkauft zu haben, die einen einzigen Tag später dreiundvierzigtausend Dollar weniger wert gewesen wären. Das sind Summen, die auf ihrem Bankkonto kaum zu Buche schlagen, nun aber ihr Medien- und Handelsimperium gefährden." Richard Kämmerlings porträtiert den Verleger Joachim Unseld, in dessen Frankfurter Verlagsanstalt gerade Bodo Kirchhoffs "Schundroman" erschienen ist, und Joseph Croitoru annonciert den dritten Roman von Saddam Hussein "Die Männer und die Stadt".

Auf der Filmseite stellt Bert Rebhandl den israelischen Regisseur Avi Mograbi und seine Filme vor. Und Michael Althen macht sich Gedanken über einen Artikel des Filmtheoretikers David Bordwell, der für das Fachblatt Film Quaterly herausgefunden hat, dass Kinofilme immer länger und trotzdem immer schneller werden: "So bewegen wir uns auf ein körperloses Erzählen zu, und wenn man Orson Welles glauben darf, dann geht das mit der totalen Infantilisierung einher", fürchtet Althen. "Der Meister hatte nämlich mal gesagt: 'Die lange Einstellung ist es, welche die Männer von den Jungs scheidet.'"

Auf der Medienseite berichten Jörg Thomann (hier) und Michael Hanfeld (hier) über den Verkauf der Berliner Zeitung an den Holtzbrinck Konzern. Mehr dazu im Wirtschaftsteil (noch ein Bericht über den Verkauf und ein Artikel über Auswirkungen der Anzeigenkrise auf alle Zeitungen). Auf der Gegenwarts-Seite schließlich erzählt Elisabeth Noelle die Geschichte vom Verbot der Frankfurter Zeitung im August 1943.

Besprochen werden eine Lucian-Freud-Ausstellung in der Tate Britain, eine fabelhafte Aufführung von Wolfgang Rihms Oper "Die Eroberung von Mexiko" an der Karlsruher Musikhochschule, Jonathan Glazers Regiedebüt "Sexy Beast", Hans-Peter Litschers "Potemkinsche Dörfer" beim Festival "Theater der Welt", eine Ausstellung zu etruskischer Bucchero-Keramik in Bochum und Bücher, neben Walsers "Tod eines Kritikers" (s.o.) werden Reisebücher besprochen (auch in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

FR, 27.06.2002

"Lieber Martin", schreibt die Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger in einem offenen Brief an Martin Walser, den sie seit 55 Jahren kennt. "Wäre 'Tod eines Kritikers' doch nur ein misslungener Roman! Das könntest Du dir schon leisten ... Doch das Gift, das Dir hier aus der Feder floss, ist Dir nicht einfach zu einem schlechten, es ist eher zu einem üblen Buch geronnen ... Als eine Jüdin, die sich beruflich mit deutscher Literatur befasst und sich mit Dir und Deiner Familie befreundet glaubt, fühle ich mich von Deiner Darstellung eines Kritikers als jüdisches Scheusal betroffen, gekränkt, beleidigt ... In Deiner Friedenspreisrede hast Du über eine Moralkeule gejammert, mit der Ungenannte Dich und andere Deutsche bedrohten. Jetzt spielst du weiter 'Sieger und Besiegte', und dabei ist Dir selber unversehens die von Dir heraufbeschworene Keule in die Hände gerutscht, aber wo, bitte, steckt denn hier die Moral?"

In einer Kritik versucht zugleich Jochen Hörisch, den "Tod eines Kritikers" unvoreingenommen zu lesen: "Stellen wir uns vor, Martin Walser hätte keinen Schlüsselroman, sondern eben nur einen Roman über den Literatur- und Medienbetrieb vorgelegt; stellen wir uns vor, es gäbe das Personal schlicht nicht, auf das Walsers überdeutlicher Schlüsselroman verweist - wie erhellend, wie komplex, wie stimmig, wie stilistisch ansprechend, wie elegant komponiert wäre dann diese Prosa?"

Weitere Artikel: Klaus Dermutz schreibt über den amerikanischen Theatermacher Richard Maxwell (mehr hier), Daniel Kothenschulte diagnostiziert lediglich "Kurze Schimmer von Schönheit" in den Filmen und Filminstallationen auf der documenta, wo er den Film als solchen eine zwiespältige Rolle spielen sieht. Und im Interview  spricht Jonathan Franzen über das Ende der Ironie, den Mythos der Coolness und seinen Familienroman "Die Korrekturen": "Mein einziger Ehrgeiz besteht darin, Romane zu schreiben, die dieselben Qualitäten aufweisen wie festliche Menüs: Sie haben viele Gänge, sprechen alle Geschmackssinne an und sind doch so leicht, dass man am Schluss nicht übersättigt vom Stuhl kippt."

Besprochen werden: Christian Pades Inszenierung des neuen Stücks von Lars Noren "November" in Stuttgart, Peter Burkes Eröffnungsvortrag zur Übernahme der zweiten Gadamer-Professur in Heidelberg, Takashi Murakamis Ausstellung seiner Hiropon-Factory in der Ursula-Blickle-Stiftung in Kraichtal, Rod Luries Film "Rufmord" und Bücher, darunter die "Fußballgebete" des österreichischen Dichters Franzobel (mehr in der Bücherschau ab 14 Uhr).

Zeit, 27.06.2002

Der amerikanischische Publizist David Brooks (Autor der "Bobos") erkennt den Ursprung für den Hass auf die USA, der seiner Meinung nach die Islamisten und viele Europäer eint, in der "Bourgeoisophobie" eines Flaubert oder Stendhal. Allerdings sind die Gefühle zwiespältig: "Viele Völker in vielen Ländern definieren sich im Gegensatz zu den USA. In ihrem Innersten wissen sie, dass wir eine beeindruckende Vitalität besitzen. Die Europäer betrachten uns als simple Cowboys, und hinterrücks gilt ihre Anerkennung doch dem Pioniergeist Amerikas - dem kühnen Geist, den sie in der Bequemlichkeit ihrer Wohlfahrtsstaaten vermissen lassen. Die islamischen Extremisten betrachten uns als laszive Hedonisten, und auf doppelbödige Weise anerkennen sie sowohl unsere Freiheit als auch unser Glück." (Eine etwas längere Version des Artikels finden Sie hier.)

Hanno Rauterberg bekennt, dass er den Palast der Republik vermissen wird und polemisiert gegen die Befürworter eines neualten Stadtschlosses in Berlin: "In Wahrheit .. plädieren die Schlossfreunde für eine Geschichte ohne Erinnerung. Wenn sie die Vergangenheit ernst nähmen, dann könnten sie auch mit deren Verlusten leben. Sie wollen aber keine unbequemen Denkmäler, die uns vom Gewesenen berichten. Sie wollen Denkmäler als Wohlfühlkulissen der Gegenwart. Und so würden barocke Schlossfassaden, wenn man sie denn neu errichtete, Zeugnis vor allem von einem ablegen: von der geistigen Armut der Gegenwart." (Während der Palast der Republik von der Größe der Vergangenheit zeugt?)

Weiteres: Gerhard Jörder unterhält sich mit der Schauspielerin Fritzi Haberlandt (hervorgehoben ist ein hübsches Zitat: "Bei Wilson .. hab ich schon gelernt, dass man sich dem Publikum nicht zu Füßen legen soll. Der sagte immer: Geh schon mit einer gewissen Arroganz auf die Bühne! Kill them!" Der Ethnologe Karl-Heinz Kohl unternimmt einen Documenta-Streifzug. Dietmar M. Steiner, Leiter des Architekturzentrums in Wien, kritisiert die "künstlerisch fatalen" Standesregeln der deutschen Architektenschaft für Architekturwettbewerbe. Jens Jessen schreibt zum Tod von Erwin Chargaff. Daniel Bax porträtiert den New Yorker Gitarristen und Produzenten Arto Lindsay. Und Hanno Rauterberg stellt das von Norman Foster erbaute Londoner Rathaus vor.

Besprochen werden Olga Neuwirths Oper "Bählamms Fest" in Hamburg, Randall Wallace' Film "Wir waren Helden", Jacques Rivettes neuer Film "Va savoir" und Rod Luries Film "Rufmord - Jenseits von Moral"

Aufmacher des Literaturteils ist Ulrich Greiners Besprechung von Jonathan Franzens Roman "Die Korrekturen". Und Jens Jessen vergleicht hier die Kritikermorde in Bodo Kirchhoffs "Schundroman" und in Martin Walsers "Tod eines Kritikers".

Hinzuweisen ist auch das Dossier, das nach den bei der FAZ beschlossenen Entlassungen den Qualitätsjournlismus in Gefahr sieht (aber der Holtzbrinck-Konzern, dem auch die Zeit angehört, rettet ja jetzt wenigstens die Berliner Zeitung).
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NZZ, 27.06.2002

Frank Schäfer analysiert die Kontroverse um den Boom der aggressiven "Nu Metal"-Musik und findet, dass die Diskussion um deren Wirkung - Hemmschwellenminderung oder Ventil? - auf müßige Weise geführt wird. Es "wird nun also einmal mehr diskutiert, ob es da nicht doch einen Kausalnexus gebe zwischen der Simulation und der Tat, zwischen fiktionaler und realer Gewalt. Und was man jetzt wieder hört, wie in all den Jahren und Fällen zuvor, sind Meinungen, nur Meinungen - denn empirisch steht das alles ja auf ganz dünnen Brettern".

Weitere Artikel: Kerstin Stremmel berichtet, dass nun auch der letzte Teil von Matthew Barneys "Cremaster"-Filmzyklus fertig ist und im Kölner Ludwig Museum präsentiert wird - im Rahmen einer als Retrospektive angelegten Ausstellung. Besprochen werden Bücher, darunter Jonathan Franzens Roman "Die Korrekturen" und Alexander Honolds Studie zu Hölderlins Griechenland-Bild (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).

TAZ, 27.06.2002

Dorothea Hauser und Andreas Schroth haben mit den Regisseuren Romuald Karmakar, Christian Petzold und Andres Veiel über die Frage diskutiert, ob das Kino politisch ist, wenn es politische Sujets behandelt. Petzold: "In dem Moment, in dem die öffentlich-rechtlichen Sender glauben, Filme machen zu müssen, die ein Thema in irgendeiner Form beenden, in dem Moment hast du das Ende des Politischen im Film. So wie meine Eltern sich irgendwelche Chronikbände zu Weihnachten schenken, hat man dann Übersichten, mit denen man vielleicht in einer Quizshow ein paar Fragen beantworten kann. Breloers 'Todesspiel' ist genau so ein Film.....Wenn man die Frage nach dem Politischen im Film wörtlich nimmt: Ist das Politische nur das, was dargestellt wird, oder ist die Darstellung politisch? Diese Unterscheidung ist wichtig. Geht es darum, mit Film oder Fernsehen irgendwelche Dinge, über die immer geschwiegen worden ist, auf der Inhaltsebene zur Diskussion zu bringen, wie das mit der Holocaust-Serie gewesen ist?"

Thomas Girst berichtet vom umbaubedingten temporären Umzug des Museum of Modern Art von Manhatten nach Queens.

Auf der ersten Seite (hier) und auf der Medienseite berichtet Steffen Grimberg über den Verkauf der Berliner Zeitung an den Holtzbrinck-Konzern, dem ja auch der Berliner Tagesspiegel angehört, und er belegt durch ein Zitat, wie sehr die Chefredakteure unserer geschätzten Blätter auf ihre journalistische Eigenständigkeit pochen: "'Ich bewundere den Mut unserer Verleger, mit Investitionen das Überleben von Qualitätszeitungen zu sichern', sagte Chefredakteur Giovanni di Lorenzo (vom Tagesspiegel) und meinte wohl auch das eigene Blatt."

Schließlich Tom.

SZ, 27.06.2002

Im Zeitalter des "Festspiel-Überflusses" hat sich Wolfgang Schreiber die Frage "Wieviele Festspiele braucht der moderne Mensch?" aufgedrängt, die er positiv beantwortet: "offenbar eine unübersehbar große Menge davon..... Im 'Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit' tritt auch in der Musik an die Stelle der Aura, der Echtheit, die beliebige Verfügbarkeit, ihr massenhaft-flacher Konsum, was eine zentrale menschliche Ressource nun doch gefährdet: Fantasie, Spontaneität Erlebnisfähigkeit. Festspiele, Musikfeste können dem begegnen. Sensibilität für Reichtum und Vielfalt der ... Kulturen, Empfindsamkeit der Festspieldramaturgen für die herbeizulockende Vitalität junger Menschen in einem oft überalterten Kulturbetrieb, das könnte zum Zauberstab werden gegen den Ausverkauf, den Verschleiß im globalisierten Musikfestivalgetriebe."

Alex Rühle berichtet von einer Pressekonferenz, in der Reinhold Messner eine Leni-Riefenstahl-Dokumentation zu deren 100. Geburtstag präsentiert: "Er, der ein Leben lang gegen das Luis-Trenker-Image der Bergsteiger kämpfte, gegen 'diese Sprache und Geisteshaltung, die uns Bergsteiger in eine rechte Ecke stellt', sitzt jetzt mit Riefenstahl vor seinem Schloss, weil auf seine Initiative hin dieser Film entsteht, und weil endlich Lenis Klettertagebuch der Weltöffentlichkeit vorgestellt werden muss .... Messner sagt, kein Zweifel, Leni Riefenstahl gehörte zu den besten Kletterern der dreißiger Jahre. Leise ist im Hintergrund ein Grollen zu hören, das muss die Vorwarnung sein für die mächtige Lawine, die im August über Deutschland hinwegrollen wird ... wenn also Leni Riefenstahl im August ihren hundertsten Geburtstag feiern wird."

Weitere Artikel: Tim B. Müller ist enttäuscht von dem britischen Historiker Peter Burke, der offenbar nicht nur in seinen Büchern, sondern auch in seiner Antrittsrede für die zweite Gadamer-Professur an der Universität Heidelberg manche analytische Schwäche offenbarte. Da weckt der dritte Gadamer-Professor mehr Freude in Müller: "Im nächsten Jahr kommt Jacques Derrida." Hans Wollschläger erinnert sich an Erwin Chargaff. Frauke Hanck stellt anlässlich des übermorgen beginnenden Münchener Filmfestes das Dok-Film Duo Pennebaker/Hegedus vor. Jörg Häntzschel informiert über den wegen Umbau vorübergehenden Auszug des New Yorker Museums of Modern Art aus Manhatten nach Queens. Außerdem wird Bruno Racine, der neue Direktor des Pariser Centre Pompidou, vorgestellt, und es wird ein Gespräch mit Tom Schilling (Jahrgang 1982) geführt, der in Michael Gutmanns Film "Herz im Kopf" den Jakob spielt.

Auf der Medienseite macht sich Hans Leyendecker Gedanken über den Verkauf der Berliner Zeitung an Holtzbrinck und skizziert die Verhandlungen von Gruner und Jahr mit Holtzbrinck und der WAZ-Gruppe. Hans-Jürgen Jakobs berichtet über eine turbulente Hauptversammlung des Axel Springer Verlags: Der Kirch-Berater Ronald Frohne forderte, den Vorstand "nicht zu entlasten", sondern mit "Sonderprüfung sowie Schadensersatzklage" zu bedenken. "Da wirkten die Mienen von Vorstandschef Mathias Döpfner und seinen jungen Getreuen, als habe der Weihnachtsmann verkündet, er werde im Dezember Urlaub nehmen. Auch Verlegerin Friede Springer sah pikiert aus - Jurist Frohne forderte tatsächlich die Nicht-Entlastung der stellvertretenden Aufsichtsratschefin für das Geschäftsjahr 2001. Das war mehr als ein Affront, es war eine Kriegserklärung."

Besprochen werden: Jacques Rivettes neuer Film "Va Savoir", den es in Paris auch mit einer Stunde mehr gibt, Jana Sterbaks Schau "I can hear you think" im Münchner Haus der Kunst, Robert Carsens Inszenierung von Antonin Dvoraks "Rusalka" an der Pariser Bastille-Oper, Christian Pades Inszenierung des neuen Stücks von Lars Noren "November" in Stuttgart, sowie literarische Filme, die im Rahmen des Münchner Filmfest laufen werden und Bücher, darunter ein bisher nur auf portugiesisch erschienenes Buch über Max Weber aus lusitanischer Sicht von Rafael Gomes Filipe, zwei Bände des britischen Historikers Michael Howard über den Ersten Weltkrieg aus britischer und den Frieden aus allgemeiner Perspektive und Martina Hesslers Kulturgeschichte der Haushaltstechnisierung "Mrs. Modern Woman" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).