Heute in den Feuilletons

Wahnsinn ohne Methode

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
06.09.2008. Juri Andruchowytsch erwartet in der NZZ, dass der "bespredelschtschik" Russland sich als nächstes die Ukraine vornimmt. Peter Glaser huldigt in der taz der zehnjährigen "Jetzt-sofort-alles-Maschine" Google. Die Welt erschrickt über venezianisches Mittelmaß. Die SZ spricht mit Dina Babbit, die für Josef Mengele Porträts malen musste, die FAZ plaudert mit dem gefürchteten Literaturagenten Andrew Wylie über das Verhältnis von Brad Pitt und Literatur.

NZZ, 06.09.2008

Russland ist ein "bespredelschtschik", ein Krimineller, der sich an gar keine Regeln hält und somit selbst unter Verbrechern geschasst wird, bemerkt der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch im Feuilleton. Sein Heimatland fürchte sich zurecht, als nächstes sei nämlich die Ukraine dran. "Seit dem 8. August leben wir im Ausblick auf die nächste 'Friedenserzwingung'. Wann wird das sein? Wie viel Zeit hat Russland anberaumt für die Vorbereitung der nächsten Operation, diesmal 'zum Schutz der eigenen Bürger und aller russischsprachigen Einwohner der Süd- und Ostukraine'? Einen Monat? Ein Jahr? Wenn Südossetien das Sudetenland des Jahres 2008 ist, was haben wir dann für das nächste Jahr zu erwarten - einen September 2009? Wir leben in einer Zeit der Erwartung."

In der Beilage Literatur und Kunst liefert die Autorin Oksana Sabuschko die geschichtliche Grundierung zu den düsteren Prognosen ihres Landsmanns Andruchowytsch und erinnert an die Massengräber im Wald von Bykiwnja am Stadtrand von Kiew, in dem bisher 130.000 Opfer des sowjetischen Geheimdiensts entdeckt wurden: "Alle wurden sie nicht mit jener methodischen Genauigkeit getötet, welche die Nazis charakterisierte und von welcher nach 1945 die ganze Welt erfahren hat. Die 'russische Handschrift' ist eine andere. In der Sprache Hamlets: Es war 'Wahnsinn ohne Methode'. An vielen Schädeln sieht man am Hinterkopf drei bis sechs Einschusslöcher (wurden da Wettschiessen veranstaltet?), die Brustbeine sind von den vierkantigen Bajonetten zerteilt (waren das die Gnadenstöße oder übte man am lebenden Objekt?), und die Menschen wurden in die Grube geschleudert, ohne dass man sie vorher beraubt hatte (war man in Eile wegen der Deutschen?), in Kleidung und Schuhwerk, mit den Goldzähnen im Mund, mit der Uhr am Handgelenk - und mit viereckigen Zetteln, die man ihnen eilig in die Tasche geschoben hatte, darauf das Urteil mit Stempel und Unterschrift des 'Vollstreckers'?".

Der Kunstkritiker Georg Imdahl begutachtet Jasper Johns' "Flag" von 1954 im Lichte der aktuellen amerikanischen Verfassung. Hans-Joachim Müller unterhält sich mit dem amerikanischen Maler Robert Ryman, der sich in seinen meisten Bildern auf Quadrate und die Farbe Weiß beschränkt (hier ein paar Beispiele). "Es stimmt ja nicht ganz, dass ich immer nur quadratische Bildträger benutzt hätte. Es gibt auch rechteckige Formate in meinem Werk." Jörg Plath stellt das Imre-Kertesz-Archiv in der Berliner Akademie der Künste vor. Und Michel Mettler analysiert Gustave Courbets "Portrait de l'artiste, dit Le Desespere" (dieses und andere Bilder hier).

Im Feuilleton erinnert Markus Bauer an die erste jiddische Sprachkonferenz 1908 im ukrainischen Czernowitz. Auf die Samstagsfrage nach dem Schweizerischen kommt der Schriftstellerin Friederike Kretzen eine selbstvergessene Nackte in den Sinn.

Besprochen werden eine Ausstellung des Malers und Videokünstlers Francis Alys in der Münchner Sammlung Goetz, und Bücher, darunter Philipp von Boeselagers Erinnerungen "Wir wollten Hitler töten", der bisher nur auf Englisch erhältliche 9/11-Roman "Netherland" von Joseph O'Neill sowie Erwin Enzingers Gedichte "Hunde am Fenster" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

TAZ, 06.09.2008

Der Intimkenner technischer Lebenswelten und Bachmann-Preisträger Peter Glaser gratuliert Google mit einem großen Essay zum zehnten Geburtstag. Er beschreibt auch die gar nicht virtuelle, sondern sehr reale Macht, die die "Jetzt-sofort-alles-Maschine" längst hat: "Am 16. November 2003 änderten sich die Sortierungen der Trefferlisten zum ersten Mal teils dramatisch. Zahllose Websites, die zuvor unter den Top 100 zu finden gewesen waren, wurden degradiert oder waren überhaupt nicht mehr zu finden. Auf manchen Sites versiegte der Besucherstrom und damit die Umsätze. Die Existenz zahlloser kleiner und großer Unternehmen hängt heute am seidenen Faden ihrer Positionierung auf einem der vorderen Plätze einer Google-Antwort."

Weitere Artikel: In ihrer lidokino-Kolumne erzählt Cristina Nord, warum der italienische Wettbewerbsbeitrag "Il seme della discordia" nicht zum Aushalten und der Ringer-Film "The Wrestler" mit Mickey Rourke ein Lichtblick war. Oliver Küch (?!) war in Mainz bei einer Diskussion rund um die Molekularküche. Ob die Galeristen-Ausstellung "art berlin contemporary" nun auch noch sein muss, fragt Brigitte Werneburg.

In der zweiten taz kann Jörg Sundermeier kaum fassen, mit welcher Begeisterung der Boulevard sich über die bescheuerte Idee des dänischen Künstlers Marco Evaristti entsetzt, den Leichnam eines Hingerichteten an die Fisch zu verfüttern. Cigdem Akyol unterhält sich mit der Schauspielerin Juliana Götze, die mit Down-Syndrom geboren wurde.

Besprochen werden die "etwas wirre" Ausstellung "In der Wüste der Moderne" im Berliner Haus der Kulturen der Welt, PeterLichts neues Album "Melancholie und Gesellschaft" und Bücher, darunter Tim Weiners Studie "CIA. Die ganze Geschichte" und Amitav Goshs Roman "Das mohnrote Meer" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Im Dossier des taz mag erzählt Deniz Yüzel die Geschichte des Erdal Kilicaslan, der ein großer deutscher Fußballstar zu werden versprach - und heute die deutsche Staatsbürgerschaft abgelegt hat und in der anatolischen Provinz spielt. Jutta Lietsch berichtet, wie Nordkoreas großer Führer Kim Jong Il den sechzigsten Geburtstag seines Landes durch eine große Massengymnastik-Veranstaltung ("Arirang") feiern lassen wird.

Und Tom.

Welt, 06.09.2008

Ganz schön ramponiert sieht Peter Zander Venedig im Ring der Filmfestspiele stehen: "Nach einem fulminanten Auftakt mit dem Coen-Film 'Burn after Reading', der leider außer Konkurrenz lief, und dem sehr achtbaren deutschen Beitrag 'Jerichow' dümpelte der Wettbewerb auf erschreckendem Mittelmaß dahin. Nicht nur große Stars, auch überraschende Entdeckungen aus dem Arthouse-Bereich vermisste man schmerzlich. An Hayao Miyazakis berauschendem Trickfilm 'Ponyo on the Cliff by the Sea', dem einzig herausragenden Werk, kommt diese Jury eigentlich nicht vorbei. Aber kann man sich unter einem Jury-Präsidenten Wenders wirklich vorstellen, dass der Goldene Löwe an ein Goldfischli-Märchen geht?"

Weitere: Eckhard Fuhr freut sich über das "Füllhorn akademischer Ehren?, das Berlin nun über Wolf Biermann ausschüttet, und hofft weiter auf seine Rückkehr: "In der Hauptstadt der Patchwork-Biografien wäre Biermann ein stabilisierendes, Bürgerlichkeit stärkendes Element.? Matthias Heine trommelt für die arte-Aktion, Europas größten Dramatiker wählen zu lassen. Michael Pilz versucht, dem Phantom PeterLicht näherzukommen. Berlins einstiger Senatsbaudirektor Hans Stimmann beklagt die große Autoschneise, die das östliche Zentrum zerteilt. Berthold Seewald berichtet, dass Archäologen am Kaspischen Meer die legendenumwobene Hauptstadt des Chasaren-Reiches Itil gefunden haben wollen. Vom Kunstmarkt melden Godfrey Barker und Gerhard Charles Rump verstärkte Diadochenkämpfe beim Londoner Antiquitätenhändler Partridge.

In der Literarischen Welt huldigt Bernhard Schlink der kanadischen Autorin Alice Munro: "Sie erzählt die gleiche Geschichte, und sie erzählt sie immer wieder neu. Sie erzählt Variationen ihrer Lebensgeschichte und -geschichten. Die Variationen stimmen nicht weniger als die Geschichte und Geschichten, die sie tatsächlich erlebt hat. Die beinahe gelebten, die gerade verpassten, die entschlossen vermiedenen, die vergebens erhofften, die fantasierten Leben sind ebenso die eigenen wie das tatsächlich gelebte."

Außerdem besucht Marko Martin den israelischen Schriftsteller Assaf Gavron. Vorabgedruckt wird ein Auszug aus Henryk M. Broders neuem Buch "Kritik der reinen Toleranz? über Europas neue Lust am Appeasement
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Berliner Zeitung, 06.09.2008

Der Leiter des Berliner Zoos Bernhard Blaszkiewitz verwahrt sich im Gespräch mit Jakob Buhre gegenüber einer zu romantischen Einstellung gegenüber der Tierwelt. ""Ein gutes Steak ist natürlich nicht von einer alten Kuh, sondern meistens vom Ochsen, der wird kastriert, damit das Fleisch schön ansetzt, und wenn der anderthalb Jahre alt ist, schmeckt der am besten. Das ist seine Bestimmung. Der Mensch hat Wildtiere domestiziert, damit er davon leben kann, damit er nicht mehr rumlaufen und jagen muss. Dann hat er die Haustiere und die Nutzpflanzen geschaffen, und so hat er dann auch schlaue Bücher schreiben und viele Erfindungen machen können. Das konnte er vorher nicht, weil er die ganze Zeit unterwegs war, um das Essen zu holen. Das ist einfach unsere Kulturgeschichte. Und ich finde es ehrlich gesagt ein bisschen billig, in der heutigen Zeit leben zu wollen, aber bei diesem Punkt zu sagen: Das ist alles ganz schlimm."

SZ, 06.09.2008

Rafael Medoff unterhält sich mit Dina Babbitt, die einst dank ihrer Porträts für Josef Mengele Auschwitz überlebte. Die Insassen-Porträts befinden sich heute im Museum von Auschwitz, das sie, trotz dringender Forderungen Babbitts, nicht zurückgibt. Babbitt erzählt unter anderem: "Ich sagte zu [Mengele]: Und was ist mit meiner Mutter? Ich hatte gehört, dass sie in einer Gruppe war, die bald vergast werden sollte. Also sagte ich Mengele, dass ich die Porträts nur malen würde, wenn er dafür sorgt, dass meine Mutter verschont wird. Falls nicht, habe ich ihm damit gedroht, mich auf den Elektrozaun zu werfen, der um das Lager herumführte. Ich weiß, es war das, was wir im Jiddischen 'Chuzpe' nennen. Damals war noch ein anderer jüdischer Gefangener im Raum, ein Arzt. Als er hörte, was ich da verlangte, sagte er: 'Du kannst doch nicht...', aber Mengele unterbrach ihn und sagte, dass er tun würde, was ich verlangt habe. Kurz darauf brachten sie meine Mutter zu mir."

Weitere Artikel: Andreas Zielcke fragt anlässlich des US-Wahlkampfs, welche Art von Politikern heute zeitgemäß ist, und erläutert an konkreten Beispielen einzelne Typen. Thomas Steinfeld befasst sich mit dem großen, leeren, White-Trash-Alaska der Sarah Palin. Von einem zwar bluesigen, dennoch offenbar ganz versöhnlichen Abschluss des Festivals von Venedig mit Filmen über Irakkrieg, Ringen und einen Brand bei Thyssen-Krupp berichtet Fritz Göttler. Michael Knoche, Leiter der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, informiert darüber, wie die beim Brand beschädigten Partituren restauriert werden. Matthias Lüdecke macht darauf aufmerksam, dass Michael Moore seinen neuen Tournee-Film "Slacker Uprising" vor der Wahl zum Gratis-Download anbieten will, bevor er ihn dann auf DVD verkauft. Lothar Müller gratuliert dem Germanisten Gerhard Sauder zum Siebzigsten.

Besprochen werden nur Bücher, darunter Orhan Pamuks neuer Roman "Museum der Unschuld" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Der Aufmacher der SZ am Wochenende ist ein Vorabdruck, ein Auszug aus den Aufzeichnungen des Deutschen Jens Söring, der seit 1986 wegen Doppelmords - möglicherweise unschuldig - in einem Gefängnis in Virginia sitzt. Marc Felix Serrao hat Götz Kubitschek getroffen, einen der rechten Störer bei Günter Grass' Hamburger Auftritt. Auf der Historien-Seite geht es um den PR-Fachmann Ivy Ledbetter Lee. Vorabgedruckt wird die Erzählung "Wald, Wein und Waffen" des georgischen Autors Aka Morchiladze. Alexander Gorkow unterhält sich mit Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister, der sich als "Abba"-Fan outet. Um Arschlöcher geht es aber auch: "Na, das berühmteste ist natürlich Bush. Sogar andere schon sehr große Arschlöcher halten ihn für das größte Arschloch des Universums."

FR, 06.09.2008

In ihrer US-Kolumne hat Marcia Pally vor allem Hohn und Spott übrig für Sarah Palin, die Frau aus Alaska. "Sie wird, sollten die Republikaner die Wahl gewinnen, nur einen Herzschlag vom Oberbefehl über unser nukleares Waffenarsenal entfernt sein. Und dafür ist sie, die sich auf dem republikanischen Parteitag einen Pitbull mit Lippenstift nannte, gut vorbereitet. Immerhin verfügt Palin über zwei Jahre Erfahrung als Gouverneurin in Alaska, in einem Staat also, der so viel Einwohner hat wie in meinem New Yorker Wohnblock leben. Außerdem weiß sie, wie man auf die Jagd geht, und sie ist gegen ein Verbot von Schusswaffen. Braucht es denn mehr Erfahrungen, um der Nationalen Sicherheit zu dienen?"

Weitere Artikel: Vom runderneuerten AlpenKlassik-Festival in Bad Reichenhall berichtet Hans-Klaus Jungheinrich. Ina Hartwig begibt sich für eine Times Mager auf die Kinderspielplätze der Herren Walser und Grass.

Besprochen werden die Ausstellung "Becoming Istanbul" im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt, Christoph Büchels Ausstellungsprojekt "Deutsche Grammatik" in Kassel, ein Konzert mit Musik von Kagel, Bartok und Mendelssohn-Bartholdy in der Alten Oper und Väter-Bücher, in einer Rezension verklammert Wladimir Kaminers "Salve Papa!" und Dieter Thomäs philosophische "Väter" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

FAZ, 06.09.2008

In Bilder und Zeiten plaudert Felicitas von Lovenberg mit dem Londoner Literaturagenten Andrew Wylie, in der Branche auch als "der Schakal" bekannt. Seinen Biss setzt Wylie aber nur im Sinne seiner Autoren ein, wie er beteuert. Beispiel Film: "Unsere Autoren wissen, dass wir zurückhaltender mit Filmrechten sind als viele Kollegen in der Filmindustrie. Oft genug haben Agenten dort ein Buch - und sie haben Brad Pitt. Und dann wägen sie ab und kommen zu dem Schluss, dass Brad Pitt viel mehr wert ist als irgendein Buch. Und dann widmen sie Brad Pitt sehr viel und dem Buch sehr wenig Aufmerksamkeit. Da ich ausschließlich das Buch vertrete, kann ich nur sagen: me ne frego Brad Pitt! Ich schlage in solchen Fällen gern vor, dass man dem Autor für die Rechte so viel bezahlt wie Brad Pitt. Darauf wird müde gelächelt. Und dann sage ich, dass der Autor auch viel besser Englisch spricht als Brad Pitt."

Außerdem widmet sich Ingeborg Harms dem Marathon-Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Sie schildert den "Sonnenkönig", als Workaholic mit preußischer Disziplin, vor allem gegenüber sich selbst. "Das Thema der Liebe tut der Couturier mit dem kaum noch empfindlich klingenden Satz ab: 'Ja, aber das Problem ist die Liebe der anderen!'" Und Hannes Hintermeier begeht das Skulpturenfeld von Alois Wünsche-Mitterecker im bayerischen Eichstätt.

Im Feuilleton bezweifelt Jürg Altwegg, ob Frankreichs Schulreform bei zwei mal zwei Tagen Unterricht pro Woche etwas bringt. Elke Heidenreich schwärmt vom superschönen Puccini-Festival in Torre del Lago. Jürgen Dollase warnt, dass es beim Pariser Koch Pierre Gagnaire manchmal sogar für ihn zu vielschichtig zugeht. In Salzburg staunt Christian Wildhagen, wie Nicolaus Harnoncourt dem hochgehandelten Dirigenten Gustavo Dudamel und seinem Simon Bolivar Jugendorchester aus Venezuela mit freundlicher Unerbittlichkeit die Leviten liest. Alexander Kosenina begrüßt die zweite Auflage des Killy-Literaturlexikons, dessen erste drei Bände jetzt zu haben sind. Der Literaturwissenschaftler Friedmar Apel wird sechzig, und Hubert Spiegel gratuliert. Auf der letzten Seite porträtiert Julia Voss die Paläoanthropologin Miriam Haidle, die nicht glaubt, dass die Neandertaler unbedingt die gleichen Rollenbilder pflegten wie Haidles männliche Kollegen.

Die Schallplatten- und Phonoseite präsentiert die "fabelhafte" Neuinterpretation von Robert Schumanns Violinsonaten durch Carolin Widmann und Denes Varjon, das neue Album "Electric City. Düsseldorfer Schule" der Elektropop-Band Rheingold sowie die digitale multimediale Version der Werke des Zwölfton-Pioniers Josef Matthias Hauer.

Besprochen werden die Ausstellung "Die Gewalt des Wassers" im Russischen Museum Sankt Petersburg, ein Konzert von Jeff Tweedy in Valencia und Bücher, darunter Marlene Streeruwitz' Roman "Kreuzungen".

In der Frankfurter Anthologie bespricht Michael Braun ein Gedicht von Else Lasker-Schüler.

(Ich glaube, wir sind alle für einand' gestorben)
Ich glaube, wir sind alle für einand' gestorben -
Und auch gestorben unser Cafe in Berlin
Arm zog ich aus, ich habe nichts erworben.
Doch Thränen liess ich in Berlin.
..."