Magazinrundschau - Archiv

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Schmerzhaftes Quietschen

17.01.2017. Im Jacobin fordert der syrische Autor Yasser Munif die westliche Linke auf, endlich die Anatomie des syrischen Regimes anzuerkennen. Im CulturMag analysiert Dominik Graf liebevoll die erstaunlichen Sonderwege des deutschen Films. Es war Frauenverachtung, die Donald Trump nach oben gebracht hat, hält die LRB fest. In HVG erklärt Verleger Sándor Mészáros, warum der slowakisch-ungarische Verlag Kalligram nach 25 Jahren aufgeteilt wird. London ist der sichere Hafen für korruptes Kapital, lernt der Guardian.

Auf der Höhe eines Tatami

10.01.2017. Vergesst Amerikaner und Briten, die Schweden sind die wahren Feldherren im Cyberkrieg, berichtet die New York Review of Books. Il Post weiß, warum Heroin ein Comeback feiert. Film Comment grübelt über die traurigen Filme des Trump-Beraters Steve Bannon. Das New York Magazine grübelt über die fehlenden politischen Ansichten des Trump-Beraters Jared Kushner. Slate.fr erklärt den Unterschied zwischen einem Hollywoodfilm und einem IS-Film.

Eine Erfindung des modernen Lebens

03.01.2017. Wer eine Wirtschaft ohne Markt ersehnt, lese Karl Polanyi, empfiehlt The Nation. Nichtwestliche Länder hatten ein tolles 2016, dank der Globalisierung, freut sich Novinky. Im Merkur erinnert sich Ahmet Cavuldak an seine Kindheit in deutschen Asylunterkünften. Die wirklich großen Soziologen sind auch große Schriftsteller, behauptet La vie des idees. Die NZZ würdigt Imre Kertesz. In der NYRB stellt J.M. Coetzee den argentinischen Autor Antonio Di Benedetto vor. In der New York Times freut sich Woody Allen über eine saftige Mary-Astor-Biografie.

Goldmine im eigenen Garten

20.12.2016. Die London Review erklärt, warum man in Manchester besser nicht aufs Klo muss. In Ideas denkt Pablo Stefanoni über die Abwahl der Linken in Lateinamerika nach. Der Guardian wüsste gern, warum der NSU-Prozess kein Ende findet. Hlidaci pes erinnert sich an Zeiten, als die Zigarette noch Freiheitsfackel hieß. Die New York Times sucht Künstliche Intelligenz und findet Google Brain.

Außerhalb des Sechsecks

13.12.2016. Die New York Review of Books lässt aus den Datenkraken im Netz die Luft raus. Der New Yorker sucht einen Job. La vie des idees hofft für Amerika auf eine neue Oppositionsbewegung ohne weiße Männer. Novinky diagnostiziert einen Machtkampf zwischen Milliardären und traditionellen Eliten. Gentlemen's Quarterly besucht die Republik Liberland an der Donau. Die New York Times porträtiert die Astrophysikerin Sara Seager.

Wenn Trump und Farage übernehmen

06.12.2016. Die NYRB steht noch unter Trump-Schock. Den hält einfach niemand für echt, meint Martin Amis in live mint. Die NYT blickt verzweifelt nach Deutschland. Der Merkur und Osteuropa entdecken den russischen Autor Andrej Platonow wieder, der den Aufstand der "Übrigen" schon erlebt hat. In 168 óra erinnert sich der ungarische Autor György Spiró, dass er schon 1995 wusste, dass die Vergangenheit auslöschbar ist. Tablet porträtiert den Alt-right-Vordenker Paul Gottfried.

Ich brauche keinen Dolly

29.11.2016. Die Wähler vertrauen auf die Institutionen, glaubt die London Review, sonst hätten sie nicht Brexit oder Trump gewählt. Die politische Führung in Ost und West war  vor 1989 fortschrittlicher als heute, meint Gáspár Miklós Tamás in Magyar Narancs. Russen und Weißrussen wollen keine Freiheit, meint Swetlana Alexijewitsch in Hospodarske noviny. Regisseur Yasujiro Ozu fand seine Freiheit erst in der Beschränkung, erklärt Paul Schrader in Film Comment. En attendant Nadeau denkt mit Maurice Blanchot über Shelleys Gedicht "The Revolt of Islam" nach.

Selbstliquidierung der Demokratie

22.11.2016. Brexit war schon schlimm. Nach Trump ist alles schlimmer. John Gray verzweifelt im New Stateman wie stets in wohlgesetzten Worten.  Der Sieg Trumps ist unter anderem auch eine krachende Niederlage des Politkberater- und Medienguru-Genres, meint die New Republic. Die New York Times erzählt, warum gar nicht so wenige Latinos für Trump stimmten. In Novinky fragt Vaclav Belohradsky, ob Mitteleuropa zum Westen gehört und warum nicht? Filmcomment rät zur Wiederentdeckung Tomu Uchidas. En attendant Nadeau lotet die innige Feindschaft von Wissenschaft und Religion aus.

Ist das jemand wie ich?

15.11.2016. Trump-Wähler haben einen Horror davor, ihre weißen Privilegien zu verlieren, glaubt Toni Morrison im New Yorker. Bei den Wahlen geht es immer mehr um Identität, das versteht auch die abgehängte Landbevölkerung, meint die Soziologin Kathy Cramer in der Washington Post. Warum gibt's eigentlich keine ordentlichen Verrisse mehr in der Literaturkritik, fragt der New Statesman. Und Elet es Irodalom trauert um den Pianisten und Dirigenten Zoltán Kocsis.

Der perfekte Meeresklang

08.11.2016. In El Salvador können Frauen wegen einer Abtreibung für 50 Jahre ins Gefängnis wandern, berichtet Harper's. Der Guardian staunt über die mercedesfahrende Mörderin der spanischen Politikerin Isabel Carrasco. In Ceska pozice möchte J.M. Coetzee  lieber kein Afrikaaner sein. In HVG fordert Gáspár Miklós Tamás die Ungarn zum Trauermarsch für Népszabadság auf. Die New York Times blickt der Virtual Reality ins Auge.