Magazinrundschau - Archiv

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Klempner werden?

17.10.2017. Kapitalismus und Gleichberechtigung vertragen sich nicht, lernt Alena Wagnerova in Novinky. Die New York Times staunt über den Internationalismus der neuen Rechten. Die LRB sieht schwarz für Kurdistan. La vie des idees liest Identitätsmuster aus der Gänseleber. Im New Yorker erinnert sich Jonathan Franzen an den Rassismus im New York der Achtziger.

Die besten Jahre unseres Lebens

10.10.2017. In der New York Times fragt Thomas Chatterton Williams Ta-Nehisi Coates, warum Weiße auch im negativen Sinne immer etwas Besonderes sein sollen. Carlo Ginzburg erklärt in der New York Public Library, wie er Jude wurde. Der Merkur kreist um Exoplaneten. Die Paris Review erinnert an die sowjetische Kampffliegerin Lilja Litwjak. Hospodarske noviny würdigt den tschechischen Dichter František Listopad. In Film Comment erklärt Regisseur Todd Haynes, warum man in New York keine Spur der Siebziger mehr findet.

Im Knochenraum

04.10.2017. Anne Applebaum in der New York Review of Books über die Zukunft Europas, Gábor Schein in Elet es Irodalom über die Post-Orbán-Zeit, Wayne Bell in Quietus über seine Musique Concrète für das "Texas Chain Saw Massacre", Jiri Pehe in Novinky über den Geist Mitteleuropas und GQ über den Mord an Kim Jong-nam.

Götter der Objektivität

26.09.2017. Nationalismus muss nicht hässlich sein, versichert der Guardian mit Blick auf die Katalanen. Bei den Katalanen ist er sogar besonders hässlich, meint dagegen Letras Libres. Wired und das TLS suchen nach der Wahrheit. In Novinky sucht Ivan Krastev nach zukunftsgerichteten Ideologien. Und Bloomberg möchte sein Wasser lieber nicht von Nestlé kaufen müssen.

Im Nebel unser Irrtümer

19.09.2017. In A2 stellt Filmemacherin Marta Dzido die Frauen in der Solidarnosc-Bewegung vor. Linkiesta porträtiert den Kandidaten der Cinque Stelle für das Amt des Premiers, den 31-jährigen Luigi Di Maio. Der Guardian erzählt, wie Luxemburg die Ausbeutung des Weltalls vorantreibt. In El Espectador denkt Hector Abbad über die Möglichkeiten Gesichtserkennung nach. Der New Yorker bewundert die phantastischen 3-D-Haute-Couture Iris van Herpens. Die LRB feiert die bislang beste Filmdoku über den Vietnamkrieg vor.

Quellen der Andersartigkeit

12.09.2017. Die NYRB staunt über die Folgenlosigkeit der aufgedeckten Korruption in der Fifa. MicroMega staunt über die Unveränderlichkeit der Korruption in Italien. Der Guardian lernt von den Großgrundbesitzern Londons, was reich wirklich ist. Der New Yorker analysiert die Möglichkeit eines Nuklearkriegs mit Nordkorea. In Lapham Quarterly erklärt Suki Kim, warum man gerade als ängstlicher Mensch in Nordkorea überlebt. Granta beleuchtet die bedrückende Situation der Rohingya in Birma. In En attendant Nadeau erklärt Kamel Daoud, warum in muslimischen Ländern Häresie Pflicht ist.

In diesem Moment lebendig

05.09.2017. Robert Rauschenberg dachte nie verkehrt rum - mit einer Ausnahme, lernt The Nation. Im Guardian versucht Hilary Mantel Prinzessin Diana zu verstehen. Die London Review zeichnet ein durch und durch unsympathisches Bild Saudi-Arabiens. Je reicher, desto separatistischer, stellt Javier Cercas mit Blick auf die Katalanen fest. Die LA Review of Books lernt den Klassenkampf von unten im neuen "Planet der Affen"-Film. In Eurozine fragt Marci Shore: Ist Derrida schuld an Trump und Putin?

Wie die Wolke das Gewitter

29.08.2017. Die Boston Review erinnert daran, dass die größten Essayistinnen Kunst und Sentiment eisig auseinanderhielten. Im Guardian beschreibt Dina Nayeri, wie evangelikale Apokalyptiker den  USA die Zukunft rauben. Slate.fr sieht im Identitätsdenken multikulturelles und reaktionäres Dogma aufeinanderprallen. Elet es Irodalom beschwört Ungarns Schriftsteller, sich nicht mit staatlichen Stipendien kaufen zu lassen. Die New York Times bewundert die mühelose Eleganz des Roger Federer. Und in der LA Review of Books beteuert Alejandro Jodorowsky die Wahrhaftigkeit stilisierter Kunst.

Behauptung des Selbst

22.08.2017. In den Blättern erklärt Wendy Brown: Der Neoliberalismus zerstört die Demokratie. In Eurozine gibt Mark Lilla auch der modischen Linken Schuld, die keine Bürger mehr kennt, sondern nur noch Identitäten. Im Guardian erzählt der syrische Autor Khaled Khalifa, wie es war, aus Damaskus nicht zu fliehen. Im New York Magazine fragt Ellen Pao, warum sie im Silicon Valley keine Kekse bekommt. Im Film Comment erzählt Steven Soderbergh, warum er jetzt eine App-Serie dreht. HVG bemerkt, dass sich jetzt auch ungarische Kulturchauvinisten auf Multikulti-Festivals tummeln.

Löwinnen, Schildmaiden und Walküren

15.08.2017. Die Europäer liegen am Strand, während die Amerikaner interessante Magazine machen. Beides ist schön. In Atlantic erzählt Kurt Andersen, wie die akademische Linke der Rechten die Munition für einen Kampf lieferte, der im Wahlsieg Trumps gipfelte. Harper's erzählt die Geschichte der weiblichen Seite von Rechts. Das New York Magazine untersucht den neuen Kulturstalinismus. Und Vanity Fair macht Wuuhuu!