Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
24.08.2002. Die FAZ zieht Bilanz Jahrhundertflut. In der SZ wird sie vom Historiker Mike Davis sogar als "Fünfjahrhundertflut" beschrieben. In der FR denkt Claus Leggewie über Nachhaltigkeit nach (für die Jeremy Rifkin in der FAZ übrigens Wasserstoff empfiehlt). In der NZZ schreibt Adolf Muschg über Goethe als Naturwissenschaftler. Und alle bereiten sich auf das morgige Fernsehduell Schröder-Stoiber vor.

SZ, 24.08.2002

Der Historiker Mike Davis ("Casino Zombies") macht sich Gedanken darüber, was die "Fünfhundertjahrflut in Mitteleuropa verursacht" hat. Von dem aristotelischen Kausalitätsmodell ausgehend ("materielle Ursache", "Wirkursache", "Zweckursache" und "formale Ursache") kommt er erstens zu einem wenig verblüffenden Schluss ("Ich tendiere jedoch zur Annahme, dass die 'Zweckursache' - in diesem Fall die politischen und wirtschaftlichen Quellen der globalen Erwärmung - am wichtigsten ist") und zweitens zu einem ziemlich verblüffenden Schluss: "San Diego hat die schlimmen Überschwemmungen dieses Sommers verursacht." Tja, die alten Griechen waren immer für eine Überraschung gut, oder?

Michael Ott untersucht "das Duell als exklusive Metapher". Dabei findet er heraus, dass ein TV-Rede-Duell nicht die ultima ratio der Politik darstellt: "Am 25. März 1852 duellierten sich Otto von Bismarck und Georg Freiherr von Vinke, ein liberaler Abgeordneter im Preußischen Landtag. Der Anlass war scheinbar banal: Ein Streit im Parlament war eskaliert, Bismarck hatte öffentlich die gute Erziehung des Gegners infrage gestellt, und daraufhin hatte dieser ihn auf Pistolen gefordert." Der Einzige, der sich dennoch keine Sorgen um seine Gesundheit machen muss, ist Guido Westerwelle. Denn er "gleicht - in der Logik des Duells, wohlgemerkt - im Moment einem ehrgeizigen Kleinbürger, der von einem Grafen keine Satisfaktion fordern kann".

Weitere Artikel: Für die neue Reihe "Deutschland extrem" hat Sibylle Lewitscharoff ("Der höfliche Harald") herausgefunden, wo die meisten Frauen wohnen. Na sicher: in Würzburg. In der Reihe über die "Zukunft der Architekten" beklagt Gert Kähler, dass die Zunft nur noch die "systemstabiliserenden Rolle des Fassadendekorateurs" spielt, statt eine "Diskussion um die Stadt" zu führen. Sven Brömsel staunt nicht schlecht über die eigentümliche Partnerschaft zwischen Karl Kraus und dem deutsch-nationalen Vorkämpfer Houston Stewart Chamberlain. Jens Bisky ist der Ansicht, für eine Bilanz der Schäden an den Kunst- und Bauwerken Dresdens sei es noch zu früh. Und der Dresdner Intendant Christoph Albrecht versucht sich vorzustellen, wie die Zukunft der Semper-Oper in Dresden aussehen könnte.

Gottfried Knapp stellt dar, "wie Finanzmanager das "'Ludwig'-Musical ruinieren wollen". Sebastian Wehlings macht sich Sorgen um den "Coldplay"-Sänger Chris Martin. Fritz Göttler hat es mit der ideologischen Unzuverlässigkeit von Filmemachern zu tun, die je elf Minuten zu einem Film über den 11. September beigetragen haben. Cjos erklärt uns, warum wir die Geisteswissenschaften brauchen. Alex Rühle gratuliert Marie Marcks, "der Zeichnerin mit dem stabilen ästhetisch-moralischen Knochenbau", zum Achtzigsten. Gemeldet wird, dass der Wilhelm-Raabe-Preis an Jochen Missfeldt ("Gespiegelter Himmel") verliehen wird. Wert immerhin: 25.000 Euro. Sus. erzählt von den Erfolgschancen der Blasphemie.

Auf der Medienseite vertieft sich Hans Leyendecker in die Causa, wie der WAZ-Konzern um die Springer-Anteile mit Leo Kirch verhandelt und die Bild-Zeitung publizistisch dagegenhält.

Besprochen werden Joel Schumachers neuer Film "Bad Company" (mit Anthony Hopkins und Chris Rock) und Bücher, darunter Berenice Abbotts erstmals 1939 erschienener Band "Changing New York" (viele Bilder hier), den Andrian Kreye als Grundlagenwerk der Dokumentarfotografie neu entdeckt, und ein Buch über die Parkanlagen von Wörlitz, die von Dichtern gefeiert wurden (siehe auch unsere Bücherschau Sonntag ab 11 Uhr).

In der SZ am Wochenende bedauert Joachim Bessing ("Tristesse-Royal"), vom Katastrophenfernsehen gleichermaßen sensibilisiert wie desensibilisiert, den Verlust der Empfänglichkeit für "ein Rauschen" "unter unseren Gärten und Städten", "das sich plötzlich Bahn brechen kann, mitten durch unsere Welt." Um dieses fatale Rauschen hören zu können, gibt es jedoch zu viel weißes Rauschen in der Welt, meint Bessing. "Keine Wunde bleibt lange genug offen, um uns richtig weh zu tun. Überall schütten wir Sprache drüber und Bilder. Wir lassen uns längst nicht mehr von Katastrophen überfluten, halten uns tausende Kanäle dafür frei."

Eine ähnliche Medienskepsis legt Larry Hagman im Gespräch mit Alexander Gorkow an den Tag, aber bei ihm zeigen sich dabei auch moralkritische Motive: "Aber 'Dallas' war eine Droge, ja. Hypnotisch. Heute könnten Sie das so nicht mehr drehen. Zu lange Einstellungen, zu lange Dialoge, kein einziger bewundernswerter Charakter." Zugleich lässt Hagman die Abgeklärtheit des Alters aufscheinen, ein Versöhntsein mit seiner Existenz: "Ich bin über 70 Jahre alt. Zweite Leber. Das Leben ist großartig. Warum sollte ich Sie voll lügen?"

Weitere Artikel: Ingo Mocek erzählt die Geschichte von Benni, 22, der in die Universität wollte und auf dem Strich landete. Andreas C. Knigge stellt die Comic-Hauptstadt Europas vor: Brüssel. Und Rainer Stephan meditiert über die Notwendigkeit von Kunst.

FR, 24.08.2002

Nachhaltigkeit, "der Kernbegriff des rot-grünen Projektes", bringt, wie Claus Leggewie schreibt, "eine ebenso einfache wie zwingende Weisheit zum Ausdruck, die aus der Forstwirtschaft stammt: Man soll nicht mehr Holz schlagen, als angepflanzt wird." Das klingt zwar vernünftig. Aber: "Dass man mehr Geld ausgeben soll, als man besitzt, lautet das gegenläufige Prinzip einer auf Kredit und Wachstum aufbauenden kapitalistischen Geldökonomie." So ist es nur folgerichtig, dass Leggewie im Nachhaltigkeitsbericht der Bundesregierung (hier als pdf-Datei, hier das ursprüngliche Papier des Nachhaltigkeitsrates) die (Welt-)Kultur vermisst, da man mit ihr bekanntlich kein Geld verdienen kann. "Die Verfasser (und vermutlich auch der Rat) haben offenbar noch nie etwas von Weltmusik und HipHop, von den Diskurs-Plattformen der Documenta oder gar von den dort vertretenen Künstlern gehört", mutmaßt der Autor. Das ist durchaus möglich. Die Ignoranz der Sachverständigen hat Leggewie um so mehr zu bedauern, als "fairer Kulturaustausch... das einzige Mittel gegen das dramatische kulturelle Artensterben" ist.

Weitere Artikel: Krystian Woznicki trampt der Lonely Planet-Revolution hinterher, die vor dreißig Jahren mit dem Buch "Across Asia on the Cheap" begonnen hat. Von einem "rechteckigen Kunstklotz" auf der Maininsel träumt Elke Buhr: "Die Frankfurter Ausstellungshalle Portikus." Auf die Geschichte des Goethepreises während der Nazizeit blickt Björn Schaal zurück.

Besprochen wird eine ungeahnt aktuelle Ausstellung über das Leben an Rhein und Maas in Düsseldorf, Hans Lachenmanns Oper "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" auf CD (Olaf Karnik sieht beim Hören Adorno mit dem Kopf nicken. Warum? Ganz einfach: "Musik zum Aushalten ist für Lachenmann nicht zum Aushalten.") und Bücher, darunter Frank Schulz' Roman "Morbus fonticuli" und Jack Goodys "Geschichte der Familie" (siehe auch unsere Bücherschau Sonntag ab 11 Uhr).

Auf der Medienseite herrscht Wahlkampf. Sebastian Engelbrecht versucht herauszufinden, wie die Moderatoren des Schröder-Stoiber-Rededuells, Peter Kloeppel und Peter Limbourg, es schaffen wollen, ebenso hart wie fair zu sein. Ob das nun aber gelingt oder nicht, fest steht jedenfalls, was Limbourg sagt: "Spontan kann man da nicht so richtig sein".

Das Magazin ist diese Woche ein Wahlkampf-Special. Im Interview mit Barbara Mauersberg und Mark Obert zeigt Gerhard Polt, was knallharter Politjournalismus auch sein kann: "FR: "Herr Polt, erstmals in der deutschen Geschichte könnte ein Bayer Kanzler werden. Was hat Deutschland dann zu erwarten?" Polt: "Keine Ahnung." FR: "Wie sehen die Bayern ihren Edmund Stoiber?" Polt: "Keine Ahnung." Kein Wunder, dass dieses Gespräch übertitelt wurde mit "Da sieht man, wie's um Deutschland steht"!

Wer politische Analysen weniger kryptisch mag, hält sich besser an Gore Vidal. Der weiß: "Alles nur Show". Und seziert bündig "den Mythos der Fernsehduelle", "von Kennedy/Nixon bis heute." Schöne Bildschirmmomente in der nächsten Zeit lässt der Satz erwarten, mit dem Kennedy seinerzeit seinen Kontrahenten aushebelte: "Ich brauche von Mr. Nixon keine Belehrung in Sachen Patriotismus!"

TAZ, 24.08.2002

Auch die taz hat das Wahlkampffieber gepackt. An einer politischen Ikonographie versucht sich Stefan Reinecke. Während der Bundeskanzler auf den Wahlplakaten "als ernster Staatsmann inszeniert" werde, komme der Herausforderer "als freundlicher Kommunikator" daher. Reinecke zieht daraus den zumindest nicht unbedingt zwingenden Schluss: "Schröder kann sich in Stoiber, Stoiber aber nicht in Schröder verwandeln." Man ahnt aber, was Reinecke meint, wenn man liest, Edmund Stoiber tue, "was fast alle Politiker auf Plakaten tun: Er lächelt." Denn wer will daran zweifeln, dass dazu auch jemand in der Lage ist, von dem wir Folgendes hören: "Der Kanzler sitzt am Schreibtisch. Rechts hinter ihm schimmert hinter dem Fenster die blaue Nacht. Es ist spät geworden, Deutschland schläft, aber im Kanzleramt brennt noch Licht"?

Weitere Artikel: Harald Fricke gratuliert der Kestner-Gesellschaft in Hannover zum 75-jährigen Jubiläum. Zur Feier des Tages gönnen die Niedersachsen sich Imi Knoebels Ausstellung "Pure Freude". Und Michael Kasiske bestaunt die Verwandlung der mexikanischen Expo 2000-Pavillons in die Bibliothek der Braunschweiger Hochschule für bildende Künste.

Auf der Medienseite hat Roland Hofwiler eine neue Form des Internetgebrauchs entdeckt: "In diesem Jahr sprießen Politikadressen und Linksammlungen wie Pilze aus dem Netz." (Wenigstens setzt das so etwas wie Kreativität bei den politischen Köpfen frei, denn es gehe "nicht um die Eigendarstellung der jeweiligen Standpunkte, sondern ausschließlich um die Diskreditierung der Mitstreiter.")

Im tazmag klärt Wolfgang Sachs vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie Jan Feddersen auf: "Das Auto ist ein Irrtum". Nun ja, war ja eigentlich klar - spätestens, nachdem Peter Unfried aus Kalifornien auf die Frage, ob das Auto für Kalifornien erfunden wurde oder Kalifornien für das Auto, die schöne "amerikanische Antwort" mitbrachte: "Ja, klar!"

Schließlich Tom.
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NZZ, 24.08.2002

Dresdens Kunstschätze, oder was davon noch übrig ist, hat Sieglinde Geisel inspiziert. Jetzt geht es Dresden erst mal um Spenden. "Sachsen hat kein Geld, und man muss handeln, solange die Augen der Welt noch auf Dresden schauen: Wenn die Besucher sehen, dass man hier nicht mehr mit dem Schlauchboot zur Arbeit fährt, ist es mit der Spendierfreudigkeit schnell vorbei." Und zweitens um Besucher. "Wie damals New York appelliert nun auch Dresden an die Touristen. Wer der Stadt helfen wolle, solle sie besuchen."

Alena Wagnerova hat sich in Tschechien umgesehen, wo die Schäden an den Kulturgütern erheblich höher sind. "In der wissenschaftlichen Bibliothek in Budweis sind nach erster Information 250 000 Bände zerstört, in den Depots des Nationalmuseums der Technik in Prag-Karlin ist das ganze Archiv, das die Dokumentation zur Geschichte der technischen Entwicklung in Böhmen wie auch in Prag und zahlreiche Nachlässe enthält, total überflutet worden." Die Nummer des Spendenkontos ist praktischerweise gleich mit angegeben.

Ansonsten ärgert sich Matthias Messmer über die peinliche Absage einer Einstein-Ausstellung in China, weil das jüdische Genie gerade nicht ins politische Konzept passt. Thomas Meissen gedenkt des vielleicht einflussreichsten Historikers des 20. Jahrhunderts, Fernand Braudel, während Daniele Muscionico das "versatilste Podium" der Schweizer Expo vorstellt, das "Arteplage mobile du Jura".

Besprochen wird eine einsame Ausstellung - im Swiss Institute in New York sind Bilder von Annemarie Schwarzenbach (mehr hier) zu sehen - und einige Bücher, "Ein schnelles Leben" von Zoe Jenny, das der Rezensentin Schmerzen bereitet hat, "Der Strom" von Gerhard Roth, neue Biografien über Goethe und sein (Liebes-) Leben, außerdem "Und träumten vom Leben", ein Sammelband kolumbianischer Erzählungen, herausgegeben von Peter Schultze-Kraft (mehr gibt es in unserer Bücherschau sonntags ab 11 Uhr).

Einer schönen Tradition gemäß glänzt die Wochenendbeilage Literatur und Kunst wieder mit Essays in Feiertagslänge: Adolf Muschg (mehr hier) sinniert über Goethe als naturwissenschaftlichen Dilettanten und die Sinnlichkeit, um dann weise zu schließen: "Alle Dinge sind leicht; schwer ist nur die Kunst, dahin zu gelangen, wo sie es werden. Warum wünschen wir erst den Toten, die Erde möge ihnen leicht sein, und nicht schon den Lebenden? Nur weil es schwer ist? Wenn wir Goethe lesen: Es ist nicht schwerer als wir selbst."

Weitere Artikel: Alois Riklin erinnert an den Staatsmann Emmanuel Joseph Sieyes, der die Französische Revolution maßgeblich geprägt hat. Passend dazu untersucht Peter Stadler das historische Muster des Verhältnisses von Masse und Macht, das seit dem Sturm auf die Bastille immer wieder unterschiedlich gedeutet wurde. Zu guter Letzt spricht Uwe Stolzmann ausführlich mit dem peruanischen Schriftsteller Alfredo Bryce Echenique (mehr hier) über die Genüsse des ewigen Exils und die Tücken einer übereilten Heimreise.

FAZ, 24.08.2002

Der Technokritiker Jeremy Rifkin (mehr hierplädiert für Wasserstoff als künftige Energiequelle, und er sagt auch warum: "Früher glaubten die Experten, wir könnten noch gut vierzig Jahre mit einer billigen Erdölversorgung rechnen. Inzwischen sagen jedoch einige führende Erdölgeologen, die weltweite Förderung werde ihren Höhepunkt möglicherweise schon Ende dieses Jahrzehnts erreichen und dann stark zurückgehen, so daß die Ölpreise in die Höhe schießen. Die nicht zur Opec gehörenden Förderländer nähern sich schon heute dem Höhepunkt ihrer Förderkapazität; bald wird daher der größte Teil der Erdölreserven im politisch instabilen Mittleren Osten liegen. Wegen der steigenden Ölpreise werden die Entwicklungsländer sich immer tiefer verschulden. Weite Teile der Dritten Welt sind damit auch weiterhin zur Armut verdammt."

Auf Seite 1 prangt die alphabetisch geordnete Schadensbilanz der Jahrhundertflut in Militärstil: "Deiche auf ostelbischer Seite zu DDR-Zeiten von unten durch Bisamratten, von oben durch Jeeps der Volkspolizei marode gemacht, trotzdem alles gehalten."

Auf Seite 3 geht die Schadensbilanz mit richtigen Artikeln weiter: Apokalyptische Bilder beschreibt Dieter Bartetzko, der Dresdens Barockbauten besucht hat: "Dresdens Glanz steht auf faulendem Grund. Anderes kam man in den Gruften der Hofkirche nicht mehr glauben. Ein Kindersarg auf einem Treppenabsatz kündigt den Schrecken an. Drunten dann Sarkophage, von Postamenten gerissen, hintüber gekippt, einer ist trotz schwerer Metallhülle vom Wasser quer über andere geschoben worden. Wie groteske Archen oder wahr gewordene christliche Bilder vom Jüngsten Tag müssen die eichenen Särge knapp unterhalb des Scheitels der Tonnengewölbe umhergetrieben sein. Den Wasserstand nämlich lassen die ehemals weißen Wände erkennen, die nun von triefendem Schlick überzogen sind wie von einem grässlichen Ekzem." Ferner besucht Ingeborg Harms die Elbe bei Neu-Darchau. Regina Mönch sieht sich die von Soldaten errichtete Zeltstadt bei Pirna an, wo Platz für 20.000 Personen ist. Ingolf Kern spricht mit dem Maler Andreas Wachter, dessen Atelierscheune in einem kleinen Dorf bei Grimma zerstört wurde. Peter Richter besucht Meißen. Eberhard Rathgeb berichtet aus Hamburg, das sich "vor den Wassermassen der Elbe in Sicherheit" wiegt. Und Siegfried Stadler bringt die tröstliche Meldung, dass zumindest das Wörlitzer Gartenreich ziemlich unversehrt blieb.

Weitere Artikel: Jürg Altwegg widmet seine französische Zeitschriftenschau dem Thema Film im Faschismus. Jochen Schmidt schreibt zum 60. Geburtstag des Tänzers Egon Madsen. Auf der Medienseite erinnert Verena Lueken an das historische Fernsehduell zwischen John F. Kennedy und Richard Nixon (mehr hier), das auch die Folie abgibt für die Duelle zwischen Schröder und Stoiber (das erste ist für morgen Abend angesetzt). (???) erinnert in den Ruinen von Bildern und Zeiten an den Historiker Fernand Braudel, er in diesen Tagen hundert Jahre alt würde.

In der Frankfurter Anthologie stellt (???) einen Gedicht von Durs Grünbein vor: "Traum vom fliegenden Fisch".

"Ein Fisch, der fliegt - so fing Columbus' Traum
An einem Morgen an, mit einem Willkürakt...."

Besprochen wird der Hugh-Grant-Film "About a Boy". Auf der Schallplatten-und-Phonoseite geht's um Mahler-Sinfonien unter Claudio Abbado, um eine neue Einspielung von Offenbachs Operette "Die schöne Helena" mit den Musiciens du Louvre, um eine CD des weißen Soulmans Remy Shand, um Chormusik von Morton Feldman und um historische Aufnahmen mit der Pianisten Greta Sultan.