Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
29.09.2006. Die FAZ weist mit Hilfe zweier Grass-Briefe an Karl Schiller von 1969 und 70 nach, dass der Autor zumindest bei anderen freimütige Geständnisse über die Vergangenheit befürwortete. Die FAZ weist außerdem nach, dass die mittelalterlichen Handschriften des Landes Baden-Württemberg diesem auch gehören. In der SZ preist der Historiker Ulrich Herbert das Gesamtwerk Saul Friedländers über den Holocaust als epochal. Die "Idomeneo"-Affäre beschäftigt die Feuilletons weiter: Die Berliner Zeitung nimmt sich den Berliner Kultursenator Flierl und Innensenator Körting zur Brust, der Tagesspiegel verfährt ebenso mit den Intendantenkollegen von Kirsten Harms.

Berliner Zeitung, 29.09.2006

Auf der Seite 3 nimmt sich Harald Jähner den Berliner Kultursenator Flierl und Innensenator Körting zur Brust. Ausgiebig werden die Phrasen zitiert, mit denen die Herren die Verantwortung für die Absetzung des "Idomeneo" ablehnen. Jähners Resümee: "Kirsten Harms hat ihre Absage der Inszenierung mit der Gewissheit begründet, dass Politik und Presse über sie hergefallen wären, hätte sie trotz der Warnungen weitergespielt und wäre es daraufhin zu einem Anschlag gekommen. Dieses Maß an Unsolidarität, das Kirsten Harms unserer Gesellschaft unterstellt, muss erschrecken. Bedenkt man aber, wie wenig Politik und Verwaltung der sichtlich überforderten Intendantin im Moment ihrer höchsten Verunsicherung zur Seite gestanden haben, kann man ihre düstere Einschätzung unseres Zusammenhalts verstehen."

Tagesspiegel, 29.09.2006

Kirsten Harms hat mit der Absetzung des "Idomeneo" einen Fehler gemacht. "Wer behandelt wird wie in Kiel (und sich so behandeln lässt!), der denkt am Ende eben auch, er befände sich in Kiel", schreibt Christine Lemke-Matwey. Aber etwas mehr Solidarität hätte sie schon verdient. "Jetzt jedenfalls ist da keiner, der schützend oder auch nur moderierend die Hand über Kirsten Harms hielte. Kultursenator Thomas Flierl kann und muss das nicht: Die Chancen, dass er im neuen Senat sein eigener Nachfolger wird, stehen schlecht. Außerdem dürfte er erst einmal damit beschäftigt sein, Licht ins Dunkel seiner behördlichen Postwege zu bringen. Innensenator Erhart Körting will das gar nicht: Ihm geht es zunächst um die eigene Haut. Eine Gefährdungsanalyse in Auftrag zu geben und sich um deren Folgen nicht zu kümmern, ist auf jeden Fall nicht die feine politische Art. Und die lieben Kollegen in der Kunst, Peter Mussbach und Daniel Barenboim, der Intendant und der Generalmusikdirektor der Staatsoper, Andreas Homoki, der Intendant der Komischen Oper, und Michael Schindhelm, der Direktor der Opernstiftung? Sie schweigen, dass die Wände wackeln. Mussbach inszeniert gerade in Mailand 'Don Giovanni', Barenboim hält gerade in Boston die Norton Lectures, Homoki hält sich gerade grundsätzlich raus, und Schindhelm sagt bei jeder Gelegenheit, dass er nichts sagt."

FR, 29.09.2006

Im Interview mit Daniel Kothenschulte ärgert sich "Mozart"-Regisseur Milos Forman über die Absetzung des "Idomeneo": "Es ist mehr als lächerlich, es ist gefährlich. Die Inszenierung rief doch nicht zur Gewalt auf! Sie sagte doch nicht: Geht auf die Straße und bringt Muslime um, oder? Wo ist denn dann das Ende? Als ich meinen Film über den Sex-Verleger 'Larry Flint' drehte, sagten mir viele: Nein, das ist aber jetzt zu extrem, hier müssen wir schneiden. Extrem! Extrem! Wenn wir einmal damit anfangen, uns vor den Extremen zu fürchten, tragen wir am Ende alle Mao Tse-Tungs Tunika. Überall wird darüber geredet, wie viel Freiheit wir für unsere Sicherheit hergeben wollen. Okay, fängt man einmal an, wo hört man auf? Wollen wir hundert Prozent Sicherheit? Die gibt es tatsächlich in einem Land auf der Welt. Da ist man absolut sicher vor äußeren Gefahren. Nord-Korea!"

Weiteres: In Times mager witzelt Hans Jürgen Linke über das neue vielversprechende Berufsfeld des Dschihad-Gutachter. Besprochen werden drei Ausstellungen in Paderborn zum Gang nach Canossa, eine Ausstellung zur Malerin Marie-Louise von Motesiczky im Museum Giersch in Frankfurt und ein Konzert des Pianisten Pierre-Laurent Aimard ebenfalls in Frankfurt.
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NZZ, 29.09.2006

Ilma Rakusa berichtet vom Lemberger Literaturfestival, das bereits Mitte September stattgefunden hat: "Vor allem beim Kultautor Juri Andruchowytsch, aber auch bei dessen jüngeren Kollegen Serhi Zhadan und Ljubko Deresch erreicht die Stimmung im Saal Temperaturen, die Ingo Schulze zum Kommentar veranlassen, auch er wäre gern ein ukrainischer Autor."

Beatrix Langner trifft den Schriftsteller Ralf Rothmann, von dem gerade ein neuer Band mit Kurzgeschichten ("Rehe am Meer") erschienen ist: "'Ein Roman hat irgendwann seine Tonart, und der folge ich. Kurzgeschichten zu schreiben, ist anstrengender, auch physisch.'"

Weiteres: Der Architekt Jewgeni Ass spricht in einem Interview mit Marina Rumjanzewa über die elende Situation der russischen Baukunst: "Jahrzehntelang waren wir isoliert, aus dem internationalen Architekturdiskurs ausgeschlossen. Wir haben bestimmte Entwicklungen gar nicht mitgemacht." Alfred Zimmerlin war auf Frankreichs größtem internationalen Festival zeitgenössischer Musik Musica. Christoph Affentranger meldet die Verleihung des Finnischen Holzpreises an den Schweizer Architekten Peter Zumthor. Besprochen wird Meg Stuarts Performance "It's not funny" in Berlin.

Auf der Kinoseite werden unter anderem der Film "You, Me and Dupree" von den Brüdern Anthony und Joe Russo besprochen, die Episoden "Paris, je t'aime" und Michel Gondrys Tragikomödie "The Science of Sleep".

Für die Medienseite besucht Petra Tabeling den neuen Dortmunder Privatsender Düzgün TV, der sich an die türkischen Zuwanderer in Deutschland richtet: "'Wir reden hier in Deutschland von einer Parallelgesellschaft, und da gibt es noch viel Diskussionsbedarf', sagt der Juniorchef des Unternehmens, Cagdas Düzgün. 'Die meisten Türken, die in Deutschland leben, lesen nicht einmal die Lokalzeitung, sondern schauen die türkischsprachigen Programme aus der Türkei. Dabei geht es doch hier um sie. Da beginnt für uns die Integration', erklärt der 24-Jährige. So versteht sich der Sender als 'erster Integrationskanal' in Deutschland, der für eine deutsch-türkische Zielgruppe sendet und Informationen, Nachrichten, Sprachprogramme, Musik und Diskussionen bietet."

Gemeldet wird, dass einer einer Studie des Berliner Integrationsbeauftragten nur zwei Prozent der Journalisten in Deutschland einen Migrationshintergrund haben. Und diese arbeiteten vor allem für Nischenmedien.

Welt, 29.09.2006

Christian Seel hörte, wie der britische Zeitungsinvestor David Montgomery bei einem Kongress in Berlin seine Liebe und seinen Glauben an die Zukunft der gedruckten Zeitung erklärte. Etwas vage findet Roland Pawlitschko den von der Ikea-Stiftung ausgelobten Wettbewerb "Wohnen in der Zukunft". Uta Baier berichtet, eine wissenschaftliche Untersuchung der Mona Lisa habe ein "durchsichtiges Überkleid über dem dunklen Gewand" enthüllt, ein "guarnello", das italienische Frauen trugen, wenn sie schwanger waren. Torsten Thissen porträtiert den in Berlin lebenden holländischen Künstler Lucas Lenglet als "Star des neuen Skulpturen-Trends". Elisalex Clary bereitet uns auf den Berliner Kunstherbst vor. Der Kunstsammler Jean Mairet spricht im Interview über seine Sammlung und den Unterschied zwischen Paris und Berlin: "Wer aus Paris kommt, fragt in Berlin: 'Wo ist die Stadt?' Nehmen Sie die Auguststraße: Sie ist sehr bekannt, aber eigentlich ist es hier ganz ruhig." Ein langer dpa-Artikel klärt über die Hintergründe des Handschriften-Streits auf (Baden-Württemberg will wertvolle Handschriften versteigern, um Schloss Salem erhalten zu können).

Laut einer Meldung zur Idomeneo-Affäre - man sollte sie jetzt vielleicht besser Senats-Affäre nennen - haben Innensenator Körting und Kultursenator Flierl jetzt eingeräumt, es hätte "Kommunikationsprobleme" gegeben. Man hätte mehr mit Kirsten Harms sprechen müssen.

Besprochen werden eine Ausstellung mit französischer Malerei von 1972 bis heute im Berliner Martin-Gropius-Bau. Außerdem scheint es in der Welt heute eine Buchmessenbeilage zu geben.

TAZ, 29.09.2006

Der schwedische Autor Henning Mankell kommentiert im Interview mit Ulrike Herrmann den 3-Prozent-Erfolg der rechtsnationalistischen "Sverigedemokraterna". "Ich weiß nicht, was Wallander sagen würde. Ich weiß nur, dass ich überrascht bin, dass so viele Leute überrascht sind. Diese Entwicklung war in den letzten fünf bis zehn Jahren abzusehen. Die etablierten Parteien haben die Sverigedemokraterna ignoriert und versucht sie totzuschweigen. Das war ein schwerer Fehler, vor allem von den regierenden Sozialdemokraten. Das hätte Wallander übrigens auch so gesehen."

Weiteres: Uwe Rada beschreibt das ungezügelte demografische, verkehrstechnische und kriminelle Wachstum der bulgarischen Hauptstadt Sofia, die ab 1. Januar innerhalb der EU liegt. Dirk Baecker weist darauf hin, was für ein erstaunlicher sozialer und kommunikativer Vorgang ein Opernbesuch ist. In der zweiten taz raten gleich zwei Redakteure vom Erwerb der Autobiografie "Das Politische ist privat" von Claudia Roth ab.

Besprochen werden eine Ausstellung mit Werken von William Pope in der Kunsthalle Wien sowie drei CDs zu den Themen Gefängnis, Istanbul und Bösewichte.

Und Tom.

SZ, 29.09.2006

Der Historiker Ulrich Herbert preist "Die Jahre der Vernichtung", Saul Friedländers Gesamtdarstellung des Holocaust, als Meilenstein der Geschichtswissenschaft. "Dieses Buch ist eines der wenigen, vielleicht das erste aus der Hand eines Historikers, das für die Beschreibung und Analyse der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden eine angemessene Form findet: durch die Vielzahl der Schauplätze und Perspektiven, durch die erzählerische Kraft und den zurückhaltenden, klaren Stil des Autors, und dadurch, dass Friedländer immer wieder diejenigen in den Mittelpunkt stellt, die litten und starben. Es sind die Stimmen der Opfer, die alle Versuche, die Geschichte des Holocaust über einen Leisten zu schlagen, scheitern lassen. Nur auf diese Weise, so betont Friedländer mehrfach, könne die Geschichtsschreibung der Gefahr der 'domestizierten Erinnerung' an dieses beispiellose Geschehen entkommen."

Im Interview mit der Online-Ausgabe hält der ehemalige Kulturstaatsbeauftragte Julian Nida-Rümelin seine Hand über Kirsten Harms. "Mich wundert, dass alle auf der Intendantin herumhacken und niemand auf dieser merkwürdigen durch Fakten offenbar nicht gestützen sogenannten 'Gefährdungsanalyse' des LKA." Hans Leyendecker glossiert die professionellen Terrorwarner in Politik und Polizei, die auf die potenzielle Gefährdung der "Idomeneo"-Inszenierung hinwiesen.

Weitere Artikel: Der Kunstsammler Heinz Berggruen erzählt Johannes Willms Anekdote um Anekdote. Klaus Podak trauert um das Frankfurter Institut für Sexualwissenschaft, das morgen mit der Emeritierung des Gründers Volkmar Sigusch geschlossen wird. Bernd Dörries meldet, dass beim geplanten Baden-Württemberger Handschriftenverkauf nun erst mal eine Kommission die entbehrlichen Stücke identifiziert. In seinem Indien-Tagebuch schildert Martin Mosebach die Rituale bei der Totenverbrennung. Im Medienteil führt Christopher Keil ein ganzseitiges Interview mit der Schauspielerin Iris Berben.

Besprochen werden Elmar Goerdens erster "Triumph" als Intendant und Regisseur in Bochum mit Ibsens "Rosmersholm", das für die Medien veranstaltete Berliner "Geheimkonzert" der amerikanischen Band "The Killers", die laut Dirk Peitz erfolgreich daran arbeiten die "U2" der Zukunft zu werden, das erste Solo-Album des italienischen Jazz-Pianisten Stefano Bollani, Rian Johnsons Debütfilm "Brick", Karsten Wiegands Inszenierung von Donizettis "Maria Stuarda" an der Berliner Staatsoper und als Buch Joochen Laabs Roman "Späte Reise" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

FAZ, 29.09.2006

Die FAZ hat heute Stoff für drei Feuilletonrundschauen.

Zunächst einmal eine neue Enthüllung über Günter Grass: Der Schriftsteller, der erst kürzlich seine SS-Mitgliedschaft in jüngsten Jahren bekannte, hat 1969 und 70 zwei Briefe an den SPD-Politiker Karl Schiller gechrieben, in denen er diesen aufforderte, freimütig seine SA-Mitgliedschaft zu gestehen: "Ich möchte Sie, lieber Karl Schiller, noch einmal an unser Gespräch erinnern und Sie unumwunden bitten, bei nächster Gelegenheit - und zwar in aller Öffentlichkeit - über Ihre politische Vergangenheit während der Zeit des Nationalsozialismus offen zu sprechen. Die Nachkriegsgeneration kennt nur Beschwichtigungen, unzulässige Verharmlosungen des Bundeskanzlers, zum Beispiel, er sei weder aus Überzeugung noch als Opportunist Mitglied der NSDAP gewesen. Ich hielte es für gut, wenn Sie sich offen zu Ihrem Irrtum bekennen wollten. Es wäre für Sie eine Erleichterung und gleichfalls für die Öffentlichkeit so etwas wie die Wohltat eines reinigenden Gewitters."

Wigbert Löer erzählt im Aufmacher, wie die FAZ an die zwei Briefe kam: Der junge Freiburger Politikwissenschaftler Torben Lütjen hat sie "bei Recherchen für seine Karl-Schiller-Biografie gefunden. Das Manuskript dazu hatte er schon abgeschlossen, als Grass seinen 'Irrtum' bekannte. Lütjen konnte nicht ahnen, dass ihm im Bundesarchiv in Koblenz ein ungewöhnlich intimes Beispiel für die Verdrängungskunst des Schriftstellers untergekommen war." Eine gekürzte Variante des Artikels ist online zugänglich.

Eine zweite sehr lesenswerte Seite ist der baden-württembergischen Handschriften-Affäre gewidmet. Gehören die mittelalterlichen Handschriften aus der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe, die das Land verkaufen will, um das Haus von Baden zu entschulden, tatsächlich den ehemaligen Markgrafen? Eindeutig nein, meint der Steuerrechtler Reinhard Mußgnug: "Es ist bei der banalen Tatsache anzusetzen, dass die Bestände der Landesbibliothek und der Museen nicht für das Privatleben des Großherzogs und seiner Familie bestimmt waren. Mit diesen Beständen hat sich nicht der Großherzog, sondern sein Großherzogtum geschmückt... Eigens deshalb standen die Bibliothek wie die Kunsthalle Karlsruhe dem Publikum offen; die Bibliothek verlieh ihre Bücher schon im 17. Jahrhundert gegen gedruckte Ausleihzettel." In einem zweiten Artikel stellt Rüdiger Soldt die Position der Landesregierung dar, die an den Eigentumsanspruch des Hauses Baden glaubt.

Weitere Artikel: Heinrich Wefing informiert über den Fortgang der "Idomeneo"-Affäre und begrüßt den "Konsens, Anfechtungen der Meinungsfreiheit, gleich welcher Art, nicht weichen zu wollen" (wie damals, als all unsere Zeitungen ihre Leser lieber nicht durch einen angemessen großen Abdruck der dänischen Karikaturen informierten). Ilja Trojanow schildert im Vorfeld der Buchmesse mit ihrem Gastland Indien sein Verhältnis zu dem Land. Jürg Altwegg meldet, dass der Pariser Verlag Gallimard ein Buch von militanten Heidegger-Verteidigern nun doch lieber nicht veröffentlichen will. Kerstin Holm berichtet über die Rückkehr der sterblichen Überreste Maria Fedorownas, der Mutter des letzten Zaren, nach Russland. Andreas Rossmann verfolgte eine Auktion der Brillen Brechts in Amsterdam.

Auf der Medienseite schildert Olaf Sundermeyer Auseinandersetzungen im polnischen Journalismus um die neuesten Enthüllungen über die Regierung Kaczynski. "Th" resümiert dänische Reaktionen zur "Idomeneo"-Absetzung. Jürg Altwegg meldet, dass der Eigentümer der Liberation Edouard de Rothschild einen Plan der letzten Chance für die Zeitung lanciert - dafür müssen noch einmal 300 Stellen gestrichen werden. Außerdem empfiehlt Heike Hupert den heute auf Arte laufenden Fernsehfilm "Die Mauer - Berlin 61", und Nina Rehfeld zeigt sich enttäuscht über die neue amerikanische Serie "Shark".

Auf der letzten Seite unterhält sich Joseph Hanimann mit dem algerischen Autor Yasmina Khadra, der in seinem letzten Roman den Weg einer palästinensischen Selbstmordattentäterin nachzeichnet und um Differenzierung zwischen gemäßigten und radikalen Terroristen bittet: "Die einen suchen mit den falschen Mitteln einen unabhängigen, theokratisch bestimmten, aber konfessionell offenen Staat zu schaffen, wie er in der arabisch-islamischen Welt Tradition hat. Die anderen sind bloß auf die religiös determinierte Totalherrschaft eines Kalifenstaats aus." Außerdem fasst Katja Gelinsky neue Diskussionen um die Richter des Supreme Courts in den USA zusammen. Und Robert von Lucius porträtiert den Magdeburger Mittelalterhistoriker und Kurator Matthias Puhle, der die Feierlichkeiten zu 500 Jahren Reformation im Jahr 2017 vorbereitet.

Besprochen werden Michel Gondrys Film "Science of Sleep", ein Konzert des Songwriters "Badly Drawn Boy" in Köln und Sachbücher darunter John R. Searles "Geist".