Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

Schluffig den Hintern hinab

02.07.2009. In der SZ erklärt der Professor Robert Stockhammer, warum er demnächst eine Rechtsschutzversicherung fürs Lehren braucht. In der NZZ informiert David Albahari über die Schwierigkeiten eines serbischen Autors.  Die Blogs sind entsetzt über Hubert Burda und erwägen einen Verzicht auf seine kalten Buffets beim DLD-Kongress.Und Don Alphonso benennt in seinem FAZ-Blog einige Urheberrechtsverstöße im Internet (begangen durch Mainstreammedien).

Gras-Matsch-Pferd

01.07.2009. Der Tod Pina Bauschs bestürzt alle Feuilletons: Sie war die international einflussreichste Choreografin, schreibt die Welt. Sie bewegte, was die Menschen bewegt, meint die NZZ. Die FR erzählt, wie Ai Weiwei die automatische Porno-Detektion der chinesischen Internetzensoren außer Funktion setzt. Marcel Weiss äußert sich in Netzwertig recht skeptisch über die Idee einer Kulturflatrate. In Le Monde antwortet Google (sozusagen) auf Hubert Burda.

Verstörte Labelmitarbeiter

30.06.2009. Irgendwie geht's heute überall um die Kulturindustrien und die Kämpfe ums Copyright. Die FR macht pragmatische Vorschläge für eine Durchsetzung des E-Books, die dem physischen Buch nicht schadet. Außerdem berichtet sie über eine Petition gegen die Gema. In Carta ruft Popproduzent Tim Renner eine Alternative zur Popkomm aus. Der Tagesspiegel  beschreibt die Kultur des Mash Up, die der Musikindustrie mehr Kopfzerbrechen bereiten sollte als Raubkopien. In der FAZ fordert Hubert Burda ein Leistungsschutzrecht. Und eine Gewinnbeteiligung an Google. Und eine Überwachung von Geschäftsmodellen. Und Transparenz. Die NZZ entlässt die Filmredaktion.

Verlagspiraten

29.06.2009. Die Enttäuschung war einhellig: Die Literatur des Bachmann-Wettbewerbs war allzu kompatibel. Fehlervermeidung war die Devise, meint die NZZ, und jung war die Literatur auch nicht, sekundiert die SZ. In der FAZ sieht Diedrich Diederichsen Michael Jackson als Inbild spätkapitalistischer Selbstdisziplinierungszwänge. Die Blogs greifen den Casus Heidenreich auf. Wer enteignet die Autoren?

Das Koks war versalzen

27.06.2009. Die Deutschen sollten endlich begreifen, dass die Finanzkrise auch sie trifft, meint Niall Ferguson in der Welt. In der nachtkritik antwortet Christoph Schlingensief auf Kritik an seinem Plan, ein Opernhaus in Burkina Faso zu bauen. Ansonsten widmen sich die Feuilletons ausgiebig dem verstorbenen Michael Jackson.

Two things to say about him

26.06.2009. Michael Jackson ist tot. Wir bringen erste Reaktionen aus amerikanischen Blogs und der New York Times und ein wunderschönes altes Video. Außerdem: In der FR erklärt die iranisch-deutsche Filmemacherin und Autorin Siba Shakib ihre Erleichterung darüber, dass Hussein Mussawi nicht einfach an die Macht gekommen ist. Die taz erklärt, was die Isländer mit "Aldrei for eg sudur" meinen. Die SZ hat schon Stefan Krohmers "Dutschke"-Film gesehen.

Die Ursache liegt in der Zukunft

25.06.2009. Navid Kermani ist in den Iran gereist und berichtet für die Zeit als Augenzeuge. Auch der Autor Mahmud Doulatabadi äußert sich in der Zeit. In der FR bringt Kader Abdolah eine Hommage auf die Jugend seines Landes dar. In der SZ kritisiert Tony Judt die israelische Siedlungspolitik. Die Welt berichtet über die Festnahme des chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo. Ebenfalls in der Welt klagt der Büchner-Preisträger Josef Winkler über Klagenfurt - die einzige Großstadt in Mitteleuropa, die sich keine Stadtbibliothek leistet.

Einen Polizisten neben jede Zwiebel

24.06.2009. In der taz erklärt der Filmemacher Mohsen Makhmalbaf, warum sich die iranischen Unruhen nicht mehr hauptsächlich gegen Achmadinedschad, sondern gegen Khamenei richten. Die Welt fragt, was eine Neuregelung der Honorare für Übersetzer diesen und der Literatur bringen wird. John Scalzi erklärt in seinem Blog, warum Debütautoren selten unter dreißig sind. Die FR liest Monika Marons neues Buch als Therapieversuch gegen den ostdeutschen Selbsthass.

Die Bilder suchen sich gerade neue Herren

23.06.2009. Die FR berichtet über Reaktionen iranischer Filmemacher auf die Ereignisse im Iran. Auch der Neda-Film beschäftigt die Feuilletons. Für Anne Applebaum findet im Iran keine Twitter Revolution statt, sondern eine der Menschenrechtler, wie sie bei Slate betont. Die SZ warnt vor dem neuesten Streich der Pirate Bay, einer Anonymisierungssoftware namens Ipredator, die fünf Euro monatlich kosten soll. Die NZZ fragt, warum in Ägypten auf einmal so viele israelische Bücher übesetzt werden. Laut Welt ist Jazz noch nicht tot.

Die Lage kann sich verbessern

22.06.2009. Die New York Times schildert, wie Twitter in den letzten Tagen die Medien auf Trab hielt. Und in der britischen Times schildert Blogger Andrew Sullivan sein durch Twitter vermitteltes Gefühl der Verbundenheit mit den Aufständischen von Teheran. Der Freitag erhebt Vorwürfe gegen den serbischen Dienst der Deutschen Welle, der mit Milosevic-Medien kooperiert haben soll. FAZ, Welt und SZ sind beeindruckt vom Akropolismuseum in Athen.