Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

Klassische Warenobjekte auf neue Weise verdealt

14.07.2009. Die SZ hat eine Fatwa des reformerischen Ayatollah Montaseri übersetzt. Außerdem findet sie, dass der Mord an Marwa al-Sherbini irgendwie nichts mit Deutschland zu tun hat. Wenn die Gema refomiert wird, könnte das Totenglöcklein für die Neue Musik läuten, fürchtet die Welt. Die FR hat den Online-Kindler ausprobiert und findet ihn teuer. Die FAZ wirft einen Blick auf die kommende Theatersaison. Die NZZ freut sich über eine Besserung der Lage der Homosexuellen auf Kuba. Achgut inspiziert das neue heute-Studio: Kann das Internet jetzt einpacken? 

Vorher kam der Wind aus Osten

13.07.2009. In der FR sind sich Abdourahman A. Waberi und Wole Soyinka einig: Obama hat sich für seine erste Afrika-Reise genau den richtigen Ort ausgewählt. Die NZZ erinnert an die Machenschaften der Schweizer Stasi. In Italien haben Bücher und Blogs die Funktion der kritischen Öffentlichkeit übernommen, berichtet die SZ. Die neue ZDF-Literatursendung "Die Vorleser" ist allgemein nicht so doll angekommen.

Grundlose Helle

11.07.2009. In der Welt erzählt der chinesische Schriftsteller Yu Hua, wann menschliche Wärme schneller und weiter trägt als das Licht. Die SZ erkennt in der Harmonie die chinesische Form der Gleichschaltung. In der taz fragt die Iranerin Alham Abrahimnejad, wo sie jetzt leben kann. In der NZZ spricht Adolf Muschg über Schuld und Gnade. Die FR nimmt Menschenaffen in den Verein der Kulturträger auf. Und in der FAZ steigt Richard Thaler von Müsli auf Croissants um. Der Fall Marwa S. wird im Guardian, in Qantara und in Reader's Edition diskutiert. 

Wenn meine Stimme zählte

10.07.2009. War der Mord an Marwa E. der "Mord an einer Muslimin, weil sie Muslimin war"? Die FR meint eindeutig: ja, ein Fall von Islamophobie. In der SZ misst der ägyptische Autor Alaa Al-Aswani  Marwa an Neda. Die NZZ schildert norwegische Schwierigkeiten mit dem Gedenken an den großen Autor und großen Hitler-Fan Knut Hamsun. In der taz sagt die Soziologin Amir Sheikhzadegan: Die Grünen im Iran sind eine Graswurzelbewegung. Das Blog Bewegliche Lettern erinnert daran, dass Schreiben für Geld schon vor dem Internet selten war.

So gut, so gescheit und gütig

09.07.2009. Für die Welt ist mit Michael Jackson nicht nur der King of Pop, sondern der Pop selbst zu Grabe getragen worden. In der NZZ ruft der Politologe Jan-Werner Müller zu einer Stärkung der Parlamente auf. Spiegel Online fragt, warum Google es interessant findet, den Nutzern ein kostenloses Betriebssystem zu geben. Die taz berichtet, dass auch das iranische Kino nach den Wahlen zum Erliegen kam. In der Zeit appelliert Navid Kermani an die westlichen Regierungen, die Wahlen im Iran nicht anzuerkennen. Ebendort erliegt Martin Walser den Reizen Angela Merkels, aber er will auch was von ihr...

Sie hat sie einfach abgehängt

08.07.2009. In der NZZ erklärt der Historiker Oliver Jens Schmitt Identitätsbildung auf dem Balkan. Die Welt besichtigt das künftige Humboldt-Forum. In der FAZ erklärt uns Ex-ARD-Chefredakteur Hartmann von der Tann, was einen öffentlich-rechtlichen Journalisten heute nur noch selten auszeichnet. Aufmacher ist in fast allen Zeitungen Sacha Baron Cohens Film "Brüno".

Das sind keine italienischen Prinzessinnen

07.07.2009. In der Welt erklärt Gottfried Honnefelder, warum es richtig war, China als Gastland der Frankfurter Buchmesse einzuladen. Frauen ermorden bringt einem Musiker noch lange keine schlechte Presse, erkennt die taz. Die NZZ hüpft in Montreux. Die FAZ berichtet über die chinesische Berichterstattung über Xinjiang. Fast alle besprechen den Münchner "Lohengrin". Und Loudon Wainwright III hat das Lied zur Krise komponiert: Den Paul Krugman Blues.

Viele freiwillige Polizisten

06.07.2009. In der FR nimmt Arno Widmann die Titelzeile des neuen Spiegel auseinander:  "Warum auf den Ersten Weltkrieg ein zweiter folgen musste". Die Welt erklärt, was Urban Fantasy ist. In der NZZ erklärt die Übersetzerin Wei Zhang, wie Zensur in China funktioniert. In der SZ erklärt der Internetkritiker David Golumbia, warum er die Begeisterung über die Rolle von Twitter bei den iranischen Unruhen für fatal hält.

Das Altfränkische, diese Butzenscheiben

04.07.2009. Der Streit um das Urheberrecht ist nur eine Marginalie im weltweiten Existenzkampf um das Wissen, ruft der Konzertagent Berthold Seliger in der Berliner Zeitung. In der FAZ erinnert Rainer Hank an den Wirtschaftstheoretiker Karl Polanyi, der zum Mentor aller Kapitalismuskritiker werden könnte, die sich nicht an den Sozialismus heranwagen. Was ist übrig geblieben vom bürgerschaftlichen Engagement?, fragt der Tagesspiegel aus Anlass der jüngsten Stadtschlossdebatten. Die taz porträtiert den französischen Comic-Künstler Guy Delisle.

Das Wunder seines Daseins

03.07.2009. In der NZZ erklärt der irakische Autor Najem Wali, warum es nicht naiv ist, an die israelischen Ideale zu glauben. In der Berliner Zeitung erklärt der ägyptische Autor Gamal Al Ghitani, warum er nicht nach Israel fährt. Die taz sieht eine neue Krise der Männlichkeit heraufziehen - schuld ist der Ölpreis.