Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
30.06.2007. In der Welt berichtet Dan Diner von Bestrebungen, den Islam mit westlichen Gesetzen zu versöhnen. Die NZZ begleitet den russischen Schriftsteller Warlam Schalamow an den Kältepol der Grausamkeit. Götz Aly will in der Berliner Zeitung die Landesbibliothek im Flughafen Tempelhof unterbringen. Die tolerante FR gesteht der hessischen Kulturministerin schließlich zu, so dumm zu sein, wie sie will.

Welt, 30.06.2007

Das ist eine gehaltvolle Ausgabe heute. In der Literarischen Welt beschreibt Dan Diner muslimische Bestrebungen in Amerika und Europa, den Islam mittels einer "Fiqh al-Aqalliyyat", einer Jurisprudenz muslimischer Minderheiten in der Diaspora, mit den weltlichen Gesetzen des Westens kompatibel zu machen. Die Juden mussten sich im 19. Jahrhundert einer ähnlichen Aufgabe unterziehen. "Die Versöhnung zwischen den Anteilen des eigenen und jenen des fremden Gesetzes konnte im Judentum diasporischer Tradition durch den Grundsatz 'Dina de-Malchuta Dina' gelingen. Kann vom islamischen 'Fiqh al-Aqalliyyat' als einer Form des kollektiven 'Itschihad' eine ähnliche Wirkung ausgehen? Der interpretatorischen Tendenz nach sieht es ganz so aus."

Weitere Artikel: Vor zwei Wochen hatte Louis Begley in der Literarischen Welt den Antiamerikanismus als ein Missverständnis der Europäer beschrieben, die Amerika mit der Regierung Bush verwechselten. In der heutigen Ausgabe bezweifelt der Historiker Walter Laqueur, dass eine neue Regierung daran etwas ändern würde: Großmächte werden nunmal nicht geliebt. Bernadette Conrad spaziert mit Jonatham Lethem durch Brooklyn und seine Bücher. Hendrik Werner spricht mit Jan Costin Wagner über dessen Roman "Das Schweigen". Elmar Krekeler besucht eine Spezialistin für arabische Küche, die in Kairo aufgewachsene und heute in London lebende Jüdin Claudia Roden (Rezepte). Besprochen werden unter anderem Erik Lindners Familienbiografie "Die Reemtsmas" und Astrid Paprottas "meisterhafter" Krimi "Feuertod".

Im Feuilleton macht sich Matthias Heine Gedanken über 20 geköpfte Leichen, die vorgestern im Fluss Tigris trieben. Geköpft wurde zwar auch schon in anderen Ländern, aber im Islam habe die Sache eine gewisse Methode: "Dessen Geschichte ist arm an philosophisch-erbaulichen Bekehrungsgeschichten und reich an Eroberungszügen, bei denen die Besiegten schlicht vor die Wahl gestellt werden, sich der siegreichen Religion anzuschließen oder ihre Häupter zu büßen. Bezeichnenderweise führt ausgerechnet Saudi-Arabien, das Heimatland Bin Ladens und die unerschöpflich sprudelnde Geldquelle aller Hassprediger und Terroristen, das Schwert in seiner Landesflagge."

Weitere Artikel: Dankwart Guratzsch besucht das restaurierte Pfarrhaus von Johannes Bugenhagen in Wittenberg. Sven F. Kellerhoff berichtet von einem Streit zwischen Hubertus Knabe und Rainer Eppelmann über die Frage, ob die PDS-nahe Rosa-Luxemburg-Stiftung am Stipendienprogramm "Aufbruch 1989" mitwirken soll. Wieland Freund billigt in einem Kommentar die geplante Umstrukturierung der Münchner Zentrale des Goethe-Instituts: Der Schließung von Goethe-Instituten im Ausland sei ein Abbau der Verwaltung allemal vorzuziehen. Berthold Seewald versteht die Entscheidungen des Welterbe-Kommitees der Unesco nicht mehr. Elk. schickt Notizen aus Klagenfurt (16.55 Uhr: Auf der kasachischen Eisenbahn mit Lutz Seiler. Soll man Autoren wirklich reisen lassen?") Ulrich Weinzierl wandert auf den Spuren des Gesamtkunstwerkers Kolo Moser. Manuel Brug beschreibt die erfolgreiche Pendelei Kent Naganos zwischen Montreal, Berlin und München. Tilmann P. Gangloff plädiert dafür, die Altersfreigabe von Filmen zu überdenken. Und auf der Forumsseite macht sich der Autor Hans Arthur Marsiske Gedanken über das Auslaufmodell des technisch unverfälschten Menschen.

NZZ, 30.06.2007

In der Beilage Literatur und Kunst erinnert Ulrich M. Schmid an den russischen Schriftsteller Warlam Schalamow, der unglaubliche vierzehn Jahre im sibirischen Lager Kolyma verbingen musste. "Am Kältepol der Grausamkeit - mit diesem Ausdruck charakterisierte Alexander Solschenizyn die Kolyma-Lager - verflüchtigt sich nicht nur die Moral, sondern auch der Überlebenswille der Menschen. Alle geistigen Regungen weichen einer bleiernen Apathie, auch der Tod wird nur noch als letztes Glied einer langen Reihe von Erniedrigungen wahrgenommen. Schalamow reduziert die Erwartungen an Leben und Sterben auf das absolute Minimum: 'Es gab einen geheimen, leidenschaftlichen Wunsch, eine letzte Sturheit - den Wunsch, irgendwo im Krankenhaus zu sterben, auf der Pritsche, im Bett, wenn andere Menschen es sehen, und sei es dienstlich, aber nicht draußen, nicht in der Kälte, nicht unter den Stiefeln des Konvois, nicht in der Baracke unter Schimpfen, im Schmutz und in der völligen Gleichgültigkeit aller.'"

Weiteres: Gott ist in der Bibel nicht eindeutig männlich, referiert der emeritierte Theologe Othmar Keel und greift damit den Initiatoren der "Bibel in gerechter Sprache" unter die Arme. In seiner Rede für die Vernissage der neuen Zürcher Bibel skizziert der emeritierte Literaturwissenschaftler Alois M. Haas die Entstehungs- und Editionsgeschichte der Heiligen Schrift. Die Schriftstellerin Ilma Rakusa betrachtet Vittorio Carpaccios Bild "Traum der heiligen Ursula". Rainer Weiss erinnert an den Schriftsteller Jörg Fauser.

Im Feuilleton vermisst Claudia Schwartz bei David Chipperfields Entwurf für das gemeinsame Eingangsgebäude auf der Museumsinsel nicht die Moderne, aber die Vision. Angela Schader resümiert ein offenbar ein wenig zu wissenschaftliches Treffen von internationalen Vertretern der Judaistik und Islamistik auf Schloss Elmau. Wir reden zwar über Kinder, der Alltag mit ihnen wird nicht thematisiert, meint Sieglinde Geisel. Andrea Köhler war in New York bei Günter Grass und Norman Mailer.

Besprochen werden Bücher, darunter Boris Pasternaks Gedichtband "Definition der Poesie", Colson Whiteheads Roman "Apex" und ein Band mit "Psalmen" von Said.

Berliner Zeitung, 30.06.2007

Der Historiker Götz Aly erneuert den Vorschlag, im bald leer stehenden riesenhaften Flughafen Tempelhof die im Augenblick zerstreute Berliner Landesbibliothek unterzubringen. Drumherum könnte eine Kulturwerkstatt emporwachsen. "Geisteswissenschaftliche Zentren könnte dort ebenso ihren Ort finden wie Verlage und Medienunternehmen, Künstleragenturen und Architekturbüros. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sollte die Vorarbeiten für ihr im fernen Friedrichshagen geplantes Außenmagazin einstellen. Warum kann das nicht in Tempelhof untergebracht werden, mitten in der Stadt und öffentlich zugänglich, in einen schon vorhandenen, glänzend geeigneten Gebäude? Anders als in Berlin vorgesehen, lässt das Britische Museum gerade ein riesiges, für das interessierte Spezialistenpublikum leicht erreichbares Depot in der Londoner City errichten - auf sündhaft teurem Baugrund."
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SZ, 30.06.2007

Von einer beunruhigenden Tendenz weiß Alex Rühle zu berichten: Der Kreationismus - also die mit der buchstäblichen Bibelauslegung begründete Ablehnung der Evolutionstheorie - ist nicht länger nur ein amerikanisches Problem: "Hierzulande geht man von 1,3 Millionen Evangelikalen aus, die die Bibel wortwörtlich auslegen und folglich auch die wissenschaftliche Evolutionslehre ablehnen. Die Zahl der Schulverweigerer aus fundamentalistischen Gründen wächst. Neben der Sexualkunde und dem gemischt-geschlechtlichen Sportunterricht ist die Evolutionstheorie eines der Hauptargumente der Eltern, wenn sie ihre Kinder vom Unterricht abmelden. Bernhard Wolf, der Sektenbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, klagt darüber, dass sich allerorten kleine Zentren 'fundamentalistischer Extremisten' immer besser miteinander vernetzten, um eigene Schulen gründen zu können."

Eine ganze Seite ist den Münchner Opernfestspielen gewidmet. In erster Linie geht es um die Uraufführung von Unsuk Chins (mehr) Oper "Alice in Wonderland". Im Interview drückt die Komponistin ihre Unzufriedenheit mit Achim Freyers Inszenierung aus und erklärt, dass sie selten derart zugänglich komponiert habe: "Von C-Dur bis zu Geräuschen sind darin alle nur denkbaren klanglichen Materialien versammelt; die Musik spricht den Hörer sehr unmittelbar an." In weiteren Artikeln geht es um den von Chin ungeliebten Bühnenkünstler Achim Freyer und um eine von Diana Thater kuratierte Ausstellung zu "Alice in Wonderland". Außerdem freut sich Reinhard J. Brembeck über den schnellen Erfolg des neuen Staatsopernorchester-Leiters Kent Nagano.

Weitere Artikel: Über den Zustand der deutschen Popmusik nach dem Blumfeld-Abschied denkt Dirk Peitz nach. Christiane Schlötzer war beim von der UN veranstalteten "Friedensseminar" für Medienleute aus dem Nahen Osten in Tokio. Silvia Stammen berichtet von der Salzburger Sommerszene. Gottfried Knapp gratuliert dem Künstler Reiner Ruthenbeck zum Siebzigsten. Auf der Literaturseite informiert Johan Schloemann über den aktuellen Stand des Googleschen Bücher-Scan-Projekts: "Oxford ist bald fertig." Franz Kotteder freut sich - mit ganz München, wie es scheint - über den Abschied der Kulturdezernentin Lydia Hartl und auf den neuen Mann Hans-Georg Küppers.

Besprochen werden eine Ausstellung mit von Europa träumender deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts in der Münchner Neuen Pinakothek, William Friedkins beim Münchner Filmfest gezeigter neuer Film "Bug" und Bücher, nämlich Peter Webers Roman "Die melodielosen Jahre" und der Roman "Schattenfuchs" des isländischen Autors Sjon.

Im Aufmacher der SZ am Wochenende erinnert Willi Winkler an den schon lange verschollenen, vor einem Jahr verstorbenen Pink-Floyd-Gründer Syd Barrett. Helmut Schödel porträtiert die Wiener Polizeireporterin Alexandra Wehner. Tina Hüttl hat Dorothea Mehlis getroffen, die die DDR-Modezeitschrift Sibylle prägte. Auf der Historienseite geht es um Sultan Saladin. Abgedruckt wird die Erzählung "In der Alarmkurve" des Autors Thomas Glavinic. Im Interview spricht der Hip-Hop-Star 50 Cent über "Verantwortung" und die relative Harmlosigkeit von Hip-Hop: "Viele Leute beschweren sich, dass Hip-Hop so übermäßig aggressiv sei - aber die sollten sich mal das Fernsehprogramm reinziehen."

TAZ, 30.06.2007

Eva Behrendt zieht eine Bilanz des ersten Jahrs von Armin Petras' Intendanz am Maxim Gorki Theater: Eine Einladung zum Theatertreffen (Jan Bosses "Leiden des jungen Werthers", daneben "ziemlich viel Mittelmaß", aber immerhin war es im letzten Jahr das Berliner Theater "mit der höchsten Betriebstemperatur". Sonja Eismann porträtiert die "Queen of Cool" Beth Ditto, die demnächst mit ihrer Band Gossip zur Minitournee nach Deutschland kommt.

Im taz mag erzählt der Fotograf Bernd Hartung von einer Star-Operation eines afrikanischen Mädchens, die er für die Christoffel-Blindenmission fotografierte. Frank Sandmann hat die in der Nachkriegszeit erfolgreiche Schlagersängerin Leila Negra ("Mach nicht so traurige Augen, weil du ein Negerlein bist") getroffen. Unter der Seitenüberschrift "Bluff" schreibt Till Ehrlich über den katalanischen Koch-Revolutionär Ferran Adria. Friederike Graeff porträtiert Magda Mosiewicz, die Vorsitzende der polnischen Grünen.

Besprochen werden das Album "Attack Decay Sustain Release" von Simian Mobile Disco, die Hannoveraner Dreifach-Ausstellung "Made in Germany" und Curtis Hansons Film "Lucky You". Auf den Literaturseiten gibt es unter anderem Rezensionen zu Taric Ramadans bisher nur in englischer Sprache erschienenem Mohammed-Buch "In the Footsteps of the Prophet" und zu den Tagebüchern der argentinischen Dichterin Alejandra Pizarnik.

Und Tom.

FR, 30.06.2007

Ziemlich entsetzt ist Arno Widmann von Äußerungen der hessischen Kultusministerin Karin Wolff, die Bibel und Wissenschaft in Sachen Schöpfung in schöner Harmonie sieht: "Sie sieht, so erklärte sie in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, keinen Widerspruch zwischen der biologischen Evolution und der biblischen Erklärung für die Entstehung der Welt. Das ist ihr gutes Recht. In einer freien Gesellschaft darf jeder auch so dumm sein, wie er gerne möchte. Allerdings muss man sich fragen, ob das Kultusministerium der richtige Aufenthaltsort für Propagandisten solcher Überzeugungen ist, oder ob es nicht doch andere Anstalten für sie gibt."

Weitere Artikel: In der Serie, in der Schriftstellerinnen und Schriftsteller über die Jugend nachdenken, erinnert sich heute die 1974 geborene Autorin Antje Ravic Strubel "An die gelangweilten Körper in den Bänken, die schlaffen Antworten auf Lehrerfragen, die straff gestylten Haare, die engen Jeans, an Westturnschuhe, die verboten waren, was keinen aus dem Grüppchen interessierte, auch an Osmose, Integralen, Heine war das Desinteresse groß. Heine und Osmose interessierten mich. Aber ich stand in den Pausen abseits."

Weiteres: Harry Nutt kommentiert die geplanten Umstrukturierungen in den Goethe-Instituten. Über neue Welterbe-Stätten, zu denen Heidelberg wiederum nicht gehört, informiert Christian Thomas. Besprochen wird eine Ausstellung zu neuer amerikanischer Architektur im Deutschen Architektur-Museum Frankfurt.

FAZ, 30.06.2007

Richard Kämmerlings rekapituliert die Diskussion, die junge deutsche Lyriker auf den Seiten der Sonderausgabe der Literaturzeitschrift Bella triste um ihre Profession führen. Jürgen Kaube wundert sich über die nun wiederholte Einschätzung von Hessens Kulturministerin Karin Wolff, dass Schöpfung und Evolution ja gar kein Widerspruch sind. Bernard Andrea bestaunt die Statue der Hadrian-Gattin Vibia Sabina in Tivoli. Gemeldet wird, dass in Frankfurt das vierte spanische Cervantes-Institut in Deutschland entsteht. Hausgourmet Jürgen Dollase plädiert für "aromatische Abrüstung". Patrick Bahners resümiert das Treffen der Proust-Gesellschaft in Münster, auf dem es um die Briefe und den Menschen hinter dem Autor ging. Wiebke Hüster verfolgt das Tanzfestival Montpellier Danse. Angela Heinick zeigt sich entzückt von der Renovierung des Spiegelsaals in Versailles.

Die Schallplatten- und Phonoseite wartet mit Darbietungen von Schubert-Liedern der Band Franui und Barbara Sukowa auf, präsentiert Roger Chapmans Album "One More Time for Peace" und einige Zarzuela-Arien in neuer Fassung. Auf der Medienseite berichtet Jürg Altwegg von der Führungskrise bei Le Monde. Nina Rehfeld kolportiert die forschen Äußerungen Rupert Murdochs zur Zukunft des Wall Street Journals unter seiner Ägide und Seite-Drei-Mädchen mit Universitätsabschluss..

Besprochen werden die Retrospektive "Looking for Alfred" zum Filmkünstler Johan Grimonprez in der Münchner Pinakothek der Moderne, eine Aufnahme mit Gesprächen von Hubert Fichte und Lil Picard in New York 1975/76, Arnold Stadlers Roman "Komm, wir gehen" und Gedichte von Eugen Gomringer.

In der Wochenendbeilage Bilder und Zeiten wird Silvia Bovenschens (mehr) Dankesrede für den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik abgedruckt. "Die hohe Ehre, die dieser Preis beinhaltet, wird mich auf diesem Gestühl nicht so besonnen können - wie sie es vielleicht, ohne das Flügelwachs zu schmelzen, täte -, stünde ich jetzt vor Ihnen. Das habe ich früher auch nicht gewusst, dass die Empfindung von Ruhm und Ehre weitgehend gebunden ist an körperliche Präsenz. Man muss, um sie wahrnehmen zu können, von Balkonen winken, Treppen hinunterschreiten oder an einem Pult stehen und Dankesreden halten. Das ist mir nicht mehr möglich. Trotzdem, glauben Sie mir, ich freue mich sehr über diese Ehrung."

Desweiteren spricht Frank Schirrmacher mit Richard von Weizsäcker über die Rettung der Heilandskirche in Sacrow. Und Tilmann Lahme überlegt, was aus dem Nachlass von Schriftstellern in Zeiten von E-Mail und SMS wird.

In der Anthologie präsentiert Joachim Sartorius Gertrud Kolmars Gedicht "Aus Westend".

"Der Morgen war so hell und froh -
Ein Wagen kam von ferne
Und brachte eine Ladung Stroh
gemächlich zur Kaserne..."