Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

Erschreckende Neunmalklugheit

06.04.2009. In der NZZ fragt Necla Kelek: Wann wird die Türkei erwachsen? In der FR spricht die britische Psychoanalytikerin Susie Orbach über Körperkult und Körperhass. Die SZ zieht ein enttäuschtes Resümee der Bloggerkonferenz re:publica. Stefan Herheims Berliner "Lohengrin"-Inszenierung wird mal gefeiert, mal verrissen.

Auf einer einsamen Erfolgsinsel

04.04.2009. Im Titel-Magazin geißelt Wolfram Schütte die Knebelverträge der FAZ. In der SZ stellt John Mellencamp klar, dass das Elend der Musikindustrie nicht mit dem Internet begann, sondern mit dem Börsengang. In der FR untersucht Wolfgang Kraushaar die Krise der Globalisierungskritik. In der NZZ denkt Jan Philipp Reemtsma über Gewalt und Sinn nach. Die taz rechnet mit der Linken ab. Und alle bewundern das leichte Spiel von Botho Strauß - außer der Welt.

Zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkt

03.04.2009. Die NZZ ist nicht zufrieden mit einer Studie über den DuMont-Verlag in der Nazizeit. Peter Glaser erklärte auf der re:publica, in was für einer digitalen Welt er leben will. In der taz verweist Bahman Nirumand auf eine noch offene Rechnung des Irans aus dem Jahr 642. In der FR sucht Cees Nooteboom den Schatten. Die Welt feiert die Unzernuschelbarkeit alter Dylan-Songs. Und die Freischreiber präsentieren einen Vertrag, in dem die FAZ ihren Urhebern ein Nutzungsrecht gewährt.

Nicht bloß tapp, tapp, tapp

02.04.2009. Die Zeit verteidigt das Urheberrecht gegen das Copyright. Die NZZ lauscht dem Wiener Akzent der jetzt allerdings japanischen Klavierfirma Bösendorfer. Alle Feuilletons berichten über den Streit zwischen Youtube und der Gema. Auch zwischen FAZ-Verlag und Perlentaucher gab es einen Streit um Rechte, berichtet die Berliner Zeitung. In der FAZ hält der Londoner Bürgermeister Boris Johnson am Kapitalismus fest.

Die Vorstellung, dass Sie mein Flaschenhals sind

01.04.2009. In der taz schildert Ilija Trojanow den düsteren Einfluss der Mafia in Bulgarien. Die FR meditiert über die Muskelwerdung des Fleisches bei Caravaggio. Alle Zeitungen gratulieren Milan Kundera zum Achtzigsten, nur die Welt geht dabei nochmal näher auf die Kundera-Affäre ein. Die FAZ schreibt dem Perlentaucher einen Brief. Wir zitieren.

Mahlender blauer Schmerz

31.03.2009. Mit der Globalisierung ist es gar nicht so weit her, wie ihre Hohepriester meinen, stellt die FR fest. Der Tagesspiegel beleuchtet den Kulturkampf zwischen Bloggern und Journalisten. Nach dem Brockhaus gibt auch Microsoft seine Enzyklopädie Encarta auf, meldet techcrunch. Und in der FAZ stöhnt Urs Widmer: So einer wie Steinbrück ist in der Schweiz undenkbar.

Stenografen statt Watchdogs

30.03.2009. In der SZ erklärt die Bloggerin Arianna Huffington, warum das Internet dem Journalismus ganz gut tut. Carta fragt sich, was in den Musiklobbyisten Marek Lieberberg gefahren ist, der in der SZ den Perlentaucher attackierte. Im Perlentaucher antwortet Wolfgang Kraushaar auf Götz Aly. Und alle waren beim Symposion über den Jürgen Habermas der deutschen Lyrik.

Obwohl wir doch nur Tiere sind

28.03.2009. In der taz wendet sich der  Doch-Nicht-Verfassungsrichter Horst Dreier gegen die Dampfmichel in den Feuilletons und ihre Einstellung zur Selbstbestimmung. In der Berliner Zeitung warnt Timothy Garton Ash vor der roten Erika. In der Welt erklärt Rolando Villazon, warum er gerne auch mal einen Spitzenton von Händel singt. Die Blogs fragen sich, warum die Mainstreammedien nichts gegen die Internetzensur der Bundesregierung unternehmen. Die FR sucht nach Überbleibseln der DDR in der Literatur.

Mein Humus ist weg

27.03.2009. In Amerika schrumpfen nicht nur die Zeitungen, sondern auch die Vielfalt ihrer Themen, berichtet die NZZ. Die taz sucht nach Geschäftsmodellen, die Google moralisch überlegen sind. Die FAZ wirft einen sorgenvollen Blick auf den kommenden G 20-Gipfel. Der Streit um Open Access geht weiter. Der Verkauf von Holtzbrinck an Holtzbrinck führt zu erfreuten Reaktionen in den Zeitungen.

Bitte nehmen Sie Ihre Dose

26.03.2009. Die NZZ stieß in Brüssel auf ein Frauengebirge mit Brustwarzen, die sich öffnen lassen wie Gartentüren. Warum gibt's Horst Köhlers Rede nicht auf Youtube?, beschwert sich Carta. Die SZ hat herausgefunden, wie man mit Schwarzgeld der Kunst (oder zumindest ihren Auktionatoren) dienen kann. In der Zeit kritisiert Ai Weiwei die Ideologie der Freiheit, mit der die USA die Welt ins Verderben führt.