Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
02.03.2009. In der taz beklagt der Islamwissenschaftler Jamal Malik die Islamisierung der Muslime - durch die Deutschen. Die FR wünscht dem Dramatiker Albert Ostermaier einen Lektor an den Hals. Pop ist Mist, behauptet Helge Schneider in der Berliner Zeitung. In der NZZ warnt Emir Kusturica vor dem reinen Gift Hollywoods. In der FAZ verteidigt der Anwalt Gunnar Schnabel das Recht jüdischer Erben, alle Rechtsmittel auszuschöpfen, um geraubte Kunst zurückzuerhalten.
28.02.2009. In der Welt geißelt Markus Lüpertz diese Halbseidenheit von Fotografie, und der Philosoph Volker Gerhardt will die Krise nicht als Chance sehen. Die NZZ fürchtet mit Michael Schindhelm um die zahllosen Kulturprojekte in Dubai. In der FAZ erklärt Marcel Reich-Ranicki, warum die Achtzigjährigen heute so populär sind.
27.02.2009. Die Welt hält die indische Empörung über den Film "Slumdog Millionaire" für heuchlerisch. In Achgut fragt Richard Wagner angesichts der polnisch-deutschen Debatte, ob eine europäische Geschichte überhaupt möglich ist. Golem hat das Lesegerät von Sony getestet und ist enttäuscht. In der FR sucht Wilhelm Genazino in Marbach nach einem Hauch Vitalität. Die SZ resümiert die albanische Debatte über Skanderbeg. Die FAZ bringt Ausschnitte aus dem Briefwechsel zwischen Hacks und Enzensberger.
26.02.2009. Die Zeit porträtiert einen jungen Pianisten, der sein Haupt auf Eiswürfeln bettet, damit sein Hirn nicht explodiert. Die NZZ feiert die subversiven Pfusch-Imitationen der "shanzhai" in China. Die FAZ erlebte zwei Minuten kompletten Wahnsinn mit Edita Gruberova. Die SZ beschreibt, wie die polnische Debatte in die Patriotismus-Falle tappt. Und sie staunt über das Selbstbewusstein der Systemlinge in den öffentlich-rechtlichen Anstalten.Die Welt findet dagegen: Roland Koch hat recht.
25.02.2009. Im Tagesspiegel beklagt Sibylle Lewitscharoff die Verrottung Bulgariens. Die NZZ sucht ein Denkmal für Sousa Mendes. Die FR erzählt, dass nicht mal die Amerikaner deutschen Politikern den Wert der Pressefreiheit beibringen konnten. In der FAZ erklärt Roland Koch: ZDF-Chefredakteur Brender soll gehen, weil seine Zuschauerzahlen sinken. Die SZ stellt die Flüchtlingssuchmaschine der Brüder Mikkelsen vor.
24.02.2009. Welcher unheimliche Täter verfolgt Veit Heinichen mit finsteren anonymen Briefen, ohne DNA-Spuren oder Fingerabdrücke zu hinterlassen? Die Zeitungen rätseln. Wir verlinken auf Heinichens Artikel in Il Piccolo. Die Welt schildert, wie der deutsche Oscar-Preisträger Jochen Alexander Freydank zuvor an sämtlichen deutschen Institutionen scheiterte. Die NZZ macht sich Sorgen um Egon Eiermanns Taschentuchweberei in Blumberg.
23.02.2009. In der FR geht Franzobel ganz allgemein das Lukullisch-Sexuell-Religiöse ab. Die NZZ hat sich schon mal den Kindler angeguckt, der im September erscheint. Im Tagesspiegel macht Jean Ziegler den Kapitalismus für den Hunger in der Welt verantwortlich. Die FAZ sucht nach der Meinungsfreiheit in Venezuela, findet sie aber nicht. Die Welt bewundert Händel im Kerzenschein. Gawker feiert die Gayest Oscars Ever.
21.02.2009. In der NZZ erzählt Peter Nadas, was passieren kann, wenn man in Ljubljana auf Kroatisch nach dem Weg fragt. In der Welt erinnert sich Uwe Tellkamp an den 9. November 1989. Wie die VG Wort zu ihren Autorenrechten kommt, fragt der Tagesspiegel. Die FR ruft: Das Theater muss raus! In der FAZ plädiert Hans Küng für eine Entkriminalisierung der Sterbehilfe.
20.02.2009. Alle Zeitungen loten die hundertjährige Vergangenheit des futuristischen Manifests aus. In der Welt schreibt Burkhard Spinnen über die Vergangenheit der Marken. In der taz muss Grandmaster Flash feststellen, dass die Schallplatte Vergangenheit ist. In der FAZ bedauert Andrew Keen die Demokratisierung der Kultur durch das Internet. Die NZZ betrachtet mit Sorge den brüchigen Religionsfrieden zwischen Gläubigen und Ungläubigen in Großbritannien. Die SZ besingt den Mut der Geschworenen im Politkowskaja-Prozess.
19.02.2009. In der FR erklärt Herbert Rosendorfer, was ein Unsittenstrolch ist. In der Welt plädiert Wolfgang Sofsky für Untreue in Zeiten der Krise. Die FAZ ist böse. Conde Nast-Verleger Newhouse hat sie belogen, die deutsche Vanity Fair macht zu, und schuld sind mal wieder die Amerikaner. In der Zeit will sich Juri Andruchowytsch aber noch nicht ganz von Amerika verabschieden. In der SZ kritisiert der Theologe Friedrich Wilhelm Graf die Position der Kirchen zur Patientenverfügung.