Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

Große Kaliber

28.12.2009. In der NZZ beschreibt Najem Wali den jüngsten Skandal um den arabischen Booker-Preis. In der SZ sieht sich Richard Powers nach Entschlüsselung seines Genoms zum Risikomanagement verpflichtet. Die FAZ fragt sich, warum der Bürgerrechtler Liu Xiaobo so still und heimlich verurteilt wurde. In der taz besucht Gabriele Goettle die Erfurter Tiertafel, und Ma Jian sieht seine Regierung einen gefährlichen Tiger reiten.

Ich muss jetzt erst einmal schlafen

24.12.2009. Der Prozess gegen Liu Xiaobo dient dem chinesischen Regime dazu, die Grenzen des Dissenses neu festzulegen, meint die New York Times. Die SZ bekräftigt ihre Minderheitenposition gegenüber der Achse des Guten. In der NZZ ruft Fatih Akin: keine Angst vor Freiheit! In der FR erinnert sich Arno Widmann an seine letzte Begegnung mit Rudi Dutschke vor dreißig Jahren. Suhrkamp kommt nach Berlin, weil dort die klugen Leute sind, sagt Ulla Berkewicz in der Berliner Zeitung. Die Welt bringt eine Weihnachtsgeschichte von Sibylle Lewitscharoff. Und damit wünscht auch der Perlentaucher: Frohe Weihnachten!

Das ist doch eine großartige Geschichte!

23.12.2009. Im Freitag beschwört Alexander Kluge die Entstehung des Netzes aus dem Geist der Quanten. Reuters berichtet, dass der Prozess gegen Liu Xiaobo begonnen hat. Laut CNN wird das Urteil für Freitag erwartet. In der FAZ beschreibt Ernest Wichner den Zustand Rumäniens zwanzig Jahre nach 89 als unberechenbar. Die FR studiert ein Killer-App für das Iphone. Die FAZ bringt außerdem nochmal eine ganze Seite zum Fall Hans Heinrich Eggebrecht.

Heute gibt es Hundesuppe

22.12.2009. Die Welt verliebt sich in schöne Schweine, keineswegs aber in architektonische Visionen der zugigen Mitte Berlins. In Carta plädiert der Schweizer Blogger Ronnie Grob für mehr direkte Demokratie - in Deutschland. In der Achse des Guten fordert Henryk Broder mehr Geld für ehemalige Zwangsarbeiter. In der SZ kritisiert Dirk von Gehlen den bloß kulturkonservativen Umgang mit dem Internet in Deutschland. Die Zeit baut Christoph Schlingensief einen grünen Hügel für sein Festspielhaus in Burkina Faso.

Etwas zum Herumhüpfen

21.12.2009. Die Welt ist entsetzt über die späten Enthüllungen zur Vergangenheit des Musikwissenschaftlers Hans Heinrich Eggebrecht. Die taz hat ein wunderbares Last-Minute-Weihnachtsgeschenk gefunden: Reportagen aus 2.500 Jahren. Aus Anlass des Demjanjuk-Prozesses erinnert der Tagesspiegel an den Aufstand von Sobibor. Ein Gutes hat das Scheitern des Klimagipfels doch, meint die Achse des Guten: Der Sudan bekommt keine Entschädigung für Maßnahmen gegen den Klimawandel. Die FAZ hört Bach. Ach, und Peter Sloterdijk fordert nach Kopenhagen ein konstruktiv diabolisches Denken.

Fünf Regale voll Lyrik! Dum derra dum!

19.12.2009. In der Welt prangert Juli Zeh unsere selbstgewählte intellektuelle Legasthenie an. Im Tagesspiegel erklärt Stepan Russ-Mohl den Zeitungen: Die Hölle im Netz sind die anderen. Die taz swingt in einem Buchladen in Venice Beach. Die SZ erklärt den Skyscraper Index, an dem sich der Stand einer Wirtschaftskrise ablesen lässt. Die FAZ kritisiert das geringe Interesse der Niederländer für die Massaker in ihren ehemaligen Kolonien.

Denn Ahnenkult ist der wichtigste Kult

18.12.2009. Ahmadinedschad (oder irgend so einer) hat Twitter gekapert. Techcrunch legt eine Nachtschicht ein und analysiert. Was ist, wenn Google auf die Idee kommt, sein Telefon zu verschenken?, fragt Gizmodo. Ilja Braun erklärt in irights.info, wie und warum die VG Wort im Netz eigentlich nicht so richtig funktioniert, außer für die Verlage. Die SZ lässt sich von einem wächsernen Pesttoten in Neapel über die Gegenwart informieren.

Mindestens ein Tag im sogenannten Spalier

17.12.2009. Die Zeit erzählt die haarsträubende Geschichte des einstigen Doyens der Musikwissenschaft Hans-Heinrich Eggebrecht - Jahre nach seinem Tod stellt sich heraus, dass er an der Ermordung von 14.000 Juden auf der Krim beteiligt war. In der Welt fordert Peter Sloterdijk eine Homöotechnik. Ars technica deckt die Kungeleien der Regierung Obama mit den Verwerterindustrien auf. In der NZZ ruft Brigitte Kronauer die Natur an. Die FAZ fragt: Wie antisemitisch ist Godard?

Wenn auch der Böseste nicht verloren ist

16.12.2009. Die SZ bringt eine chinesische Rede Martin Walsers mit einer Hommage auf den Kollegen Mo Yan. Die Welt erklärt Internet-Abstinenz zum Luxusgut. Die Blogs diskutieren über den Vorstoß einiger Springer-Zeitungen, die online nur noch im Bezahlabo zu lesen sind (oder durch die Google-Hintertür).  Die taz bringt ein Dossier zum Thema Vorratsdatenspeicherung. Die Kritiker sind beeindruckt von James Camerons 3D-Spektakel "Avatar". (Aktualisiert)

Perlt dabei so wunderschön

15.12.2009. Die FR erklärt die Dialektik heutiger Kapitalismuskritik in deutschen Stadttheatern. Man kann Klimaskeptiker sein und trotzdem kein Geld haben, antwortet Novo auf Attacken der FAZ. Im Iran sind zwölf Schwule zum Tode verurteilt worden - aber es entsteht auch eine Schwulenbewegung, melden die Gay City News. In der FAZ schreibt Andreas Maier eine Hommage auf Parastou Forouhar.