Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
12.01.2013. In der Welt entschuldigt sich Henryk Broder bei Jakob Augstein dafür, dass er ihn einen "kleinen Streicher" genannt hat, hält seine Vorwürfe aber aufrecht. In der FR betrachtet Dirk Baecker das BER-Debakel aus systemtheoretischer Sicht. In der NZZ feiert der Romanist Karlheinz Stierle Roberto Calassos großes Baudelaire-Buch. Die taz hat nichts gegen die antirassistische Bereinigung von Kinderbüchern. Die SZ geht das Böse an Barlach suchen. In der FAZ erinnert sich Edna Brocke an ihre Großtante Hannah Arendt.
11.01.2013. Die SZ erkundet die Tücken der türkischen Zensurgesetzgebung. Die Welt betreibt Animal Studies. Die NZZ schildert die Lage der Frauen in Indien. Die FAZ schildert den Medienkrieg um Gaza. Die taz versucht herauszufinden, was die Suhrkamp-Kultur eigentlich war. In der FR schildert Uli Lommel die Unendlichkeit, die ihm Angst macht. Und Gema und Youtube haben sich mal wieder nicht geeinigt.
10.01.2013. Die Welt zitiert die Äußerungen des Viertel-Cherokees Quentin Tarantino über amerikanische Menschheitsverbrechen. Und stellt das Ubuweb vor, das Kunstwerke zum Download feilhält und sich nicht ums Copyright schert - zur Freude der Künstler. Im Freitag stellt sich heraus, dass Musiker im Internet durchaus Geld verdienen können. Die NZZ feiert die Vergangenheit des Futurismus. Richard Herzinger hofft in seinem Blog auf einen Liberalismus jenseits der FDP. Die Debatte um Jakob Augstein ebbt nicht ab. Und die FAZ will politisch inkorrektes Vokabular in alten Kinderbüchern nicht streichen.
09.01.2013. Die NZZ sieht Italien den Bach hinuntergehen. Außerdem bringt sie Hintergründe zum Fall eines saudischen Intellektuellen Turki al-Hamad , der wegen ein paar Tweets im Gefängnis landete. Die FAZ besucht das einzige Café in Berlin, wo man Kuchen operieren kann. In der Welt erklärt Henryk Broder den modernen Antisemitismus. Und David Bowie fragt: "Where are We Now?"
08.01.2013. Die neue Antisemitismus-Debatte geht immer noch weiter. In der SZ erinnert Abraham Cooper vom Wiesenthal-Zentrum an die Durban-Konferenz 2001, wo sich der neue Antisemitismus für ihn erstmals massiv manifestierte. Im Interview mit dem Schwarzwälder Boten erklärt Henryk Broder, warum er glaubt, dass Jakob Augstein "propagandistisch die nächste Endlösung der Judenfrage" vorbereitet. In der zehntausendsten taz-Ausgabe erinnern sich Ehemalige an vergangene Zeiten. Und in der Welt erklärt der montenegrinische Gitarrist Miloš Karadaglić, warum er mit dem Fuß auf dem Gitarrenkoffer spielt.
07.01.2013. Die FAZ stellt nach einer Europa-Reise fest: Die "Zauberflöte" funktioniert überall. In der FR will der Wissenschaftshistoriker Werner Plumpe die weit verbreitete Kritik am Kapitalismus nicht teilen. Die SZ hört 68 CDs von und mit Murray Perahia und bleibt staunend zurück. Die Welt konstatiert, dass in Frankreich der Streit zwischen Sartre- und Camus-Anhängern nach wie vor schwelt. Es wird weiter über Jakob Augstein diskutiert. Unter anderem mahnt Michael Wolffsohn im Deutschlandfunk zur Mäßigung. Und die NZZ empfiehlt nach einer Jordanien-Reise ein liebliches Lammragout mit zauberhaft stinkiger Note.
05.01.2013. Jakob Augstein ein Weltklasseantisemit? Zu viel der Ehre, findet der Kölner Stadt-Anzeiger. Augstein hat so wenig Ahnung von Israel wie das Simon-Wiesenthal-Center von deutschen Publizisten, meint Salomon Korn in der FAZ. Im Tagesspiegel sorgt sich Johnny Haeusler um die Freiheit des Netzes. Kein Wunder, dass man die Banker nicht versteht: sie verstehen sich ja nicht einmal untereinander, berichtet Andres Veiel der taz. Die Welt bedauert, dass Brieffreundschaften heutzutage nur noch mit dem Finanzamt gepflegt werden. SZ bedauert, dass HipHop-Lifestyle nur noch als Handy-Spiel existiert.
04.01.2013. Im Tagesspiegel erklärt Michal Hvorecký, warum es gut war, dass die Slowakei abstürzte. Die FR erzählt, wie Programmkinos in Frankreich und Belgien das Internet nutzen. Die NZZ wirft einen deprimierenden Blick auf Eritrea. In der Welt kritisiert Wolfgang Petersen die Risikoscheu Hollywoods. Die Debatte um Jakob Augstein und den Unterschied zwischen Israelkritik und Antisemitismus geht weiter.
03.01.2013. Gar nicht so leicht, eine Bresche durch die Streitigkeiten des Tages zu schlagen. Drei Themen dominieren. Blogs fragen: Ist die Haushaltsgebühr für die Öffentlich-Rechtlichen eine Demokratie-Abgabe? Und listen die Dutzenden von Schmonzetten auf, die damit finanziert wurden. Während ein Dienst wie filmz schließen muss. Zeitungen fragen: Ist Jakob Augstein Antisemit? Und: Ist Suhrkamp-Kultur versunkene Kultur? Außerdem bringt die NZZ neue Erkenntnisse über Eginald Schlattners Kooperation mit der Securitate. Die Zeit erklärt, was Big Data ist. Und wer Wagner wirklich waga.Mit Ergänzung.
02.01.2013. Frohes Neues Jahr allen Perlentaucher-Lesern! Der Feuilletonisten-Streit um Suhrkamp geht weiter. In der Welt verteidigt sich Richard Kämmerlings gegen die letzten Attacken von Frank Schirrmacher. In der SZ kritisiert Gustav Seibt die Empörungsrhetorik der Suhrkamp-Autoren. In der taz stöhnen zwei Fernsehmacher über die Angsthasen in den Redaktionen. Stefan Niggemeier fragt, was aus der "Informationsoffensive" der ARD geworden ist. Petra von Cronenburg protokolliert ihre durch den Ebook-Reader veränderten Lesegewohnheiten. Die FAZ verteidigt Jakob Augstein gegen den Vorwurf des Antisemitismus.