Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
09.10.2008. Die NZZ stellt bei der chinesischen Diskussion über den Milchskandal eine neue Offenheit fest. In der Zeit fordert Slavoj Zizek angesichts der Finanzkrise unser aller kalte Entschlossenheit. Die Berliner Zeitung notiert, dass Bernd Eichingers RAF-Film an den Kinokassen zu floppen scheint: Der Entmythologisierungs-Mythos verpufft.
08.10.2008. Auf welt.de erzählt Corinna Ponto, wie sie die Ermordung ihres Vaters in der "Beckmann"-Talkshow erlebte. Und Stephan Krawczyk schreibt über das Nachleben der DDR. Für die NZZ ist Volker Perthes nach Tschetschenien gereist. In der FAZ reagiert Gerhard Schulze auf Hans-Ulrich Wehlers Gesellschaftsgeschichte: Gleiche Chancen für alle bedeuten noch nicht Glück.
07.10.2008. In der Welt erzählt Hans Christoph Buch, warum Daniel Ortega seinen Revolutionsdichter Ernesto Cardenal verfolgen lässt. In der NZZ erzählt Ulf Erdmann Ziegler von einem Video-Vampir. Die FR würdigt den türkischen Dichter Nazim Hikmet. Zuckerfest ist nicht religionsfeindlich, erklärt die taz AKP-Chef Erdogan. Die SZ prostet Violetta auf Gleis 9 zu.
06.10.2008. Die NZZ will es nicht recht glauben: Michel Houellebecq und Bernard-Henri Levy sollen Verfemte sein? In der Welt erzählt ein anonymer Banker über die persönlichen Vorzüge seines Jobs. In der FR antwortet Necla Kelek auf Seyla Benhabib: Die Frage ist nicht, wo Frauen in der Türkei mit Kopftuch, sondern wo sie ohne hindürfen. Die SZ zeichnet italienische Debatten über Faschismus und Widerstand nach.
04.10.2008. Für die Welt unternimmt Necla Kelek einen Streizug durch den türkischen Bücherbasar und entdeckt religiöse Erbauungsschriften neben dem Sprengstoff der Aufklärung. Die FR fragt anlässlich der großen Berliner Retro: Ist Beuys nicht vielleicht doch ein "ewiger Hitlerjunge"? Die taz bringt ein Porträt der britischen Dramatikers Simon Stephens. Die FAZ steht vor dem Trümmerhaufen ihrer von George W. Bush ruinierten Ideale.
02.10.2008. In der FR beschreibt Seyla Benhabib den Weg der Türkei in eine post-nationalistische demokratische Gesellschaft. Die NZZ staunt über den Dünkel von Horace Engdahl. Rechtskonservativ findet Peter Weibel in der Welt den Kult um Künstler. Felix Schwenzel staunt in Wirres.net über die völlige Ahnungslosigkeit bei einer Podiumsdiskussion über Google. Die SZ denkt über Roman-Adaptionen auf deutschen Bühnen nach.
01.10.2008. In der taz sucht die Historikerin Brigitte Hamann nach Erklärungen für den Rechtsruck in Österreich: War es das Absenken des Wahlalters auf 16 Jahre? PD Smith erzählt in 3quarksdaily von einem "Faust" mit Niels Bohr, Wolfgang Pauli und Paul Ehrenfest in den Hauptrollen. Die SZ bewundert einen philosophischen diable de l'amour bei Arte. Ebenfalls in der SZ verkündet der britische Philosoph John Gray: Die Ära der amerikanischen Führung ist vorbei.
30.09.2008. Zum siebzigsten Jahrestag des Münchner Abkommens findet Ian Buruma in Project Syndicate strenge Worte für den "seltsam machtlosen" Westen - vor allem nach der georgischen Erfahrung. Auch die taz und die SZ beziehen den Jahrestag des Abkommens auf Georgien. Die NZZ berichtet über die Kontroverse um den rumänischen Germanisten Andrei Corbea-Hoisie. In der New York Times sagt Tom Wolfe das Armageddon der Hedge Funds für das heutige Datum an. Die FAZ bestaunt die Würde der Pflanzen in der Schweiz.
29.09.2008. Nicht nur die FAZ verzweifelt: Die Welt wird jetzt ohne Paul Newman auskommen müssen. In der FAZ erinnert sich auch Michael Ballhaus an den großen Schauspieler. Und die taz seufzt: "Raindrops Keep Falling On Our Head". Während Newman, so die SZ, nun an der Pforte des Paradieses steht. In der NZZ zweifelt Cora Stephan an der Freiheit der befreiten Frau.
27.09.2008. Die NZZ wirft mit Napoleon einen Blick auf das Dekollete von Madame de Stael. In der Welt geißelt Uwe Tellkamp die Bevorzugung des Temperierten in der Kunst. In der FR warnt der Althistoriker Christoph Ulf vor dem Missbrauch Homers. Die taz gratuliert sich zum Dreißigsten. Die FAZ ist heute gay and gray. Die SZ feiert Andreas Kriegenburgs Inszenierung von Kafkas "Prozess". Die Berliner Zeitung reist nach Omsk.