Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
14.06.2001.

NZZ, 14.06.2001

Christoph Fellmann bespricht die neuen Platten der britischen Bands Radiohead und Travis, die für ihn das alte Problem der Antistars haben: "Im Dilemma, in der inszenierten Wirklichkeit des Showbusiness so etwas wie Authentizität darstellen, von der Bühne herab vor Tausenden Bodenhaftung und Bescheidenheit markieren zu müssen, stehen damit die Bands selber. Die Folge ist ihr Versuch, sich hinter der Musik zu verflüchtigen, und davon handeln die aktuellen Platten sowohl von Travis wie auch von Radiohead."

Besprochen weden außerdem die Ausstellung "Let's Entertain" in Wolfsburg", die neue Platte von Manu Chao, ein Konzert der Sängerin Fairuz beim Festival "Musik der Welt" und einige Bücher, darunter Aleksandar Tismas "Ohne einen Schrei" und Michael Schneiders Roman "Der Traum der Vernunft". (Siehe unsere Bücherschau ab 14 Uhr.)

TAZ, 14.06.2001

Hanns Zischler schwärmt Szene für Sene von Edward Yangs Familienpanorama "Yi Yi": "In einer einzigen Szene schließlich löst Yang sich mühelos wie ein Vogel vom Realismus seiner Geschichten und lässt durch einen winzigen Spalt die jenseitige Welt - welche ja auch immer die des Kinos ist - hereinscheinen. Ting-Ting kauert an der Seite der Großmutter. Diese ist aus dem Koma erwacht und gänzlich wiederhergestellt. Sie gibt der Enkelin einen Papierschmetterling. Kurz darauf stirbt die alte Frau - und es hat den Anschein, als sei sie nie aus dem Koma erwacht; Ting-Ting aber hält den Papierschmetterling in der Hand."

Thomas Winkler bespricht den Film "Wie Feuer und Flamme", der in der DDR-Punkszene der achtziger Jahre spielt, und interviewt die Filmemacherin Connie Walther. Erste Frage: "Welche Frage wollen Sie nie wieder hören?" Antwort: "Die Frage, wie man als Regisseurin aus dem Westen dazu kommt, einen Film über die DDR zu machen."

Weitere Artikel: Thomas Girst schreibt zum Ende von Thread Waxing Space, einer der wenigen Non-Profit-Galerien in New York. Und Jörn Ahrens bespricht Thorsten Bonackers Buch "Die normative Kraft der Kontingenz". Auf der Internetseite erzählt Niklaus Hablützels neues über den Konkurrenzkampf zwischen AOL und Microsoft.

Schließlich Tom.
Stichwörter: DDR, Hanns Zischler, Microsoft