9punkt - Die Debattenrundschau
Konkreter Plan zur Destabilisierung
Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
24.10.2026. Heute ist wieder Demo in Paris. Aber es ist fraglich, ob es zur Revolution kommt - die Demoroute wurde laut Le Parisien an den Rand der Stadt verlegt. Handelt es sich um eine neue Art der Jugendproteste, fragt Eva Illouz in der SZ. Der Standard erklärt, was für Europa auf dem Spiel steht. Zeit online beleuchtet die geschickt agierende Marine Le Pen. In der taz hofft die Philosophin Nancy Fraser auf eine linke Gegenhegemonie.
Efeu - Die Kulturrundschau
vom
24.10.2026
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Europa
Heute ist wieder Demo in Paris. Aber es ist fraglich, ob es zur Revolution kommt. Denn die Präfektur von Paris hat eine neue Demoroute vorgeschrieben, meldet Le Parisien. Statt von der Bastille zur Place de la Nation, wie es sich gehört, muss sich die Demo parallel zum wenig attraktiven Boulevard périphérique bewegen. (Die Spannung ist auch deshalb erhöht, weil es in Trappes unweit von Paris ein rassistisches Attentat gegeben hat, mehr bei tagesschau.de.)
Eva Illouz geht in einem Essay in der SZ mehrere Interpretationsmöglichkeiten für die Proteste nicht nur in Frankreich durch - eine davon ist der Generationenkrieg. Illouz erinnert an die Jugendproteste in Nepal oder Indien. "Nicht eine einzige gemeinsame Ideologie eint diese Generation, sondern ein gemeinsames Medium - das Digitale: Proteste werden über Instagram und Tiktok mobilisiert, Bilder werden gefilmt und sofort verbreitet, die Bewegung hat keine Anführer, mit denen man verhandeln könnte. Das macht sie anfällig dafür, von denjenigen vereinnahmt zu werden, die die wirkungsvollsten Inhalte produzieren - seien es ultralinke Gruppen, islamistische Netzwerke oder ausländische Influencer."
Die Demos in Frankreich hatten ja ursprünglich ein Anliegen, das von den Gewaltexzessen überschattet wurde: Mängel im Bildungswesen, auf die Niklas Bender in der FAZ zurückkommt. Die Lage ist nicht ganz einfach. Einerseits gibt Frankreich proportional mehr für Bildung aus als Deutschland (während es bei den Pisa-Tests noch schlechter dasteht), so Bender. Aber "für Schüler in Paris wird mehr Geld ausgegeben als für die im armen Créteil; die 'écoles préparatoires', die auf die Eliteschulen vorbereiten, erhalten mehr als Universitäten und Berufsschulen. Und zweitens ist nicht nur die soziale Verteilung ungerecht, sondern auch die zwischen den Generationen: Die Renten sind inflationsindexiert; nach der gescheiterten Rentenreform steigen die Arbeitnehmer weiterhin früh aus dem Berufsleben aus; der Lebensstandard von Rentnern liegt über dem der restlichen Bevölkerung. Wenn Frankreich sich gegen Reformen sperrt, tut es das auf Kosten der Jugend."
Gestern hat die taz-Autorin Amira Klute deutschen Schülern zugerufen: "Nicht nur als Protestmittel, auch als Symptom eines gewaltvollen Spätkapitalismus ist Gewalt anzuwenden legitim." Auch der Autor Edouard Louis trat für Gewalt ein (unsere Resümees, Louis' gestern hier zitierter Libération-Artikel ist heute in der taz nachzulesen). "Deutsche Verlage haben sich schon für weniger von eigenen, vermeintlich 'rechten' Autoren abgewandt", kommentiert Salonkolumnist Bernd Rheinberg. "In diesem Fall allerdings: Schweigen. Der 'radical chic', den die linke Kultur-Bourgeoisie schon länger mit abgefeimter Selbstgerechtigkeit zur Schau stellt, ist kein Spiel, keine Pose mehr. Er bedroht Existenzen bei kleinen - oftmals und nicht zufälligerweise jüdischen - Geschäftsleuten, verursacht Opfer bei Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften oder bei Unbeteiligten, die sich nicht früh genug in Sicherheit bringen konnten; last but not least tritt er den Rechtsstaat in den Dreck."
Auch in Mailand gab es am letzten Wochenende heftige Ausschreitungen. Laut Karen Krüger in der FAS sind die Italiener immer noch am Grübeln, wo die eigentlich herkamen: "Ähnlich wie in Frankreich war der überwiegende Teil der Randalierer nach Aufrufen in sozialen Netzwerken wie Tiktok, Telegram und Instagram mit dem Zug und Bus aus den Vororten oder der Provinz in die Mailänder Innenstadt gefahren. Die Teenager formten Gruppen mit Leuten, die sie gerade erst kennenlernten. 'Gewalttätige und asoziale Akteure', die 'spontan' Teil 'eines konkreten Plans zur Destabilisierung der öffentlichen Ordnung' sind, heißt es im Beschluss eines Untersuchungsrichters, der die Untersuchungshaft für einige festgenommene Volljährige anordnete."
Was in Europa auf dem Spiel steht, benennt der Standard-Kolumnist Hans Rauscher: "Die Krawalle in Frankreich könnten zur Folge haben, dass Marine Le Pen im nächsten Frühsommer Präsidentin ist. Gleichzeitig ist die Chance relativ groß, dass in Deutschland die fragile Koalition aus CDU und SPD zerbricht, es entweder zu Neuwahlen mit einem Sieg der AfD kommt oder zu einer Minderheitsregierung der CDU mit Unterstützung der AfD. In beiden Fällen ist dann die Unterstützung der Ukraine durch die wichtigsten EU-Staaten extrem gefährdet. Le Pen hat bereits erklärt, dass sie nach sechs Monaten die Unterstützung einstellen würde; die AfD will dasselbe. Damit hätte Putin im Wesentlichen freie Hand, um die Ukraine zu einem Vasallen Russlands zu machen und den übrigen europäischen Kontinent ebenfalls in eine russische Einflusszone umzubauen."
Und wie geschickt Marine Le Pen agiert! Annika Joeres hält es auf Zeit online fest: "Während Macrons Regierung bislang nur ein paar Tausend Vertretungslehrer als Versöhnungsangebot einfielen - welcher Schüler träumt davon? -, versprach sie finanzielle Hilfe für den Kauf des ersten eigenen Wohneigentums, ein höheres Bildungsbudget und eine freiere Wahl des Studienorts. Sie wolle die unbeliebte Onlineplattform Parcoursup zur Verteilung von Abiturienten auf die Hochschulen des Landes grundlegend reformieren."
Auch in Serbien protestieren die Studenten. Aus den Protesten ist sogar eine Partei hervorgegangen, die bei den Wahlen Erfolg haben könnte. Leider sind die Studenten aber nicht einfach "die Guten", sagt der Schriftsteller Dejan Atanacković im Gespräch mit Michael Martens von der FAZ. Ihr Eintreten für die EU ist allein wirtschaftlich begründet. Zu den angekündigten Maßnahmen der Liste aber gehören insbesondere die "Neubewertung der internationalen Abkommen zwischen Serbien und dem Kosovo sowie der serbischen Kosovo-Politik insgesamt, verbunden mit der Weigerung, die Realität der Unabhängigkeit des Kosovos anzuerkennen. Ebenso fortgesetzt werden soll der serbische Widerstand gegen eine Mitgliedschaft des Kosovos in internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen, der Unesco oder Interpol. Hinzu kommt die ausdrückliche Haltung der Liste und der Studentenbewegung insgesamt gegen die Verhängung von Sanktionen gegen Russland, begründet mit der Aussage, die Bürger Serbiens wüssten eben, was es heißt, unter Sanktionen zu leben."
Voici le nouveau parcours imposé par la préfecture de police de Paris pour la manifestation du 24 octobre, après l'interdiction du parcours Bastille-Nation ➡️ https://t.co/tIOJhEt593 https://t.co/NifvhT3Rq6
- Le Parisien (@le_Parisien) October 23, 2026
Eva Illouz geht in einem Essay in der SZ mehrere Interpretationsmöglichkeiten für die Proteste nicht nur in Frankreich durch - eine davon ist der Generationenkrieg. Illouz erinnert an die Jugendproteste in Nepal oder Indien. "Nicht eine einzige gemeinsame Ideologie eint diese Generation, sondern ein gemeinsames Medium - das Digitale: Proteste werden über Instagram und Tiktok mobilisiert, Bilder werden gefilmt und sofort verbreitet, die Bewegung hat keine Anführer, mit denen man verhandeln könnte. Das macht sie anfällig dafür, von denjenigen vereinnahmt zu werden, die die wirkungsvollsten Inhalte produzieren - seien es ultralinke Gruppen, islamistische Netzwerke oder ausländische Influencer."
Die Demos in Frankreich hatten ja ursprünglich ein Anliegen, das von den Gewaltexzessen überschattet wurde: Mängel im Bildungswesen, auf die Niklas Bender in der FAZ zurückkommt. Die Lage ist nicht ganz einfach. Einerseits gibt Frankreich proportional mehr für Bildung aus als Deutschland (während es bei den Pisa-Tests noch schlechter dasteht), so Bender. Aber "für Schüler in Paris wird mehr Geld ausgegeben als für die im armen Créteil; die 'écoles préparatoires', die auf die Eliteschulen vorbereiten, erhalten mehr als Universitäten und Berufsschulen. Und zweitens ist nicht nur die soziale Verteilung ungerecht, sondern auch die zwischen den Generationen: Die Renten sind inflationsindexiert; nach der gescheiterten Rentenreform steigen die Arbeitnehmer weiterhin früh aus dem Berufsleben aus; der Lebensstandard von Rentnern liegt über dem der restlichen Bevölkerung. Wenn Frankreich sich gegen Reformen sperrt, tut es das auf Kosten der Jugend."
Gestern hat die taz-Autorin Amira Klute deutschen Schülern zugerufen: "Nicht nur als Protestmittel, auch als Symptom eines gewaltvollen Spätkapitalismus ist Gewalt anzuwenden legitim." Auch der Autor Edouard Louis trat für Gewalt ein (unsere Resümees, Louis' gestern hier zitierter Libération-Artikel ist heute in der taz nachzulesen). "Deutsche Verlage haben sich schon für weniger von eigenen, vermeintlich 'rechten' Autoren abgewandt", kommentiert Salonkolumnist Bernd Rheinberg. "In diesem Fall allerdings: Schweigen. Der 'radical chic', den die linke Kultur-Bourgeoisie schon länger mit abgefeimter Selbstgerechtigkeit zur Schau stellt, ist kein Spiel, keine Pose mehr. Er bedroht Existenzen bei kleinen - oftmals und nicht zufälligerweise jüdischen - Geschäftsleuten, verursacht Opfer bei Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften oder bei Unbeteiligten, die sich nicht früh genug in Sicherheit bringen konnten; last but not least tritt er den Rechtsstaat in den Dreck."
Auch in Mailand gab es am letzten Wochenende heftige Ausschreitungen. Laut Karen Krüger in der FAS sind die Italiener immer noch am Grübeln, wo die eigentlich herkamen: "Ähnlich wie in Frankreich war der überwiegende Teil der Randalierer nach Aufrufen in sozialen Netzwerken wie Tiktok, Telegram und Instagram mit dem Zug und Bus aus den Vororten oder der Provinz in die Mailänder Innenstadt gefahren. Die Teenager formten Gruppen mit Leuten, die sie gerade erst kennenlernten. 'Gewalttätige und asoziale Akteure', die 'spontan' Teil 'eines konkreten Plans zur Destabilisierung der öffentlichen Ordnung' sind, heißt es im Beschluss eines Untersuchungsrichters, der die Untersuchungshaft für einige festgenommene Volljährige anordnete."
Was in Europa auf dem Spiel steht, benennt der Standard-Kolumnist Hans Rauscher: "Die Krawalle in Frankreich könnten zur Folge haben, dass Marine Le Pen im nächsten Frühsommer Präsidentin ist. Gleichzeitig ist die Chance relativ groß, dass in Deutschland die fragile Koalition aus CDU und SPD zerbricht, es entweder zu Neuwahlen mit einem Sieg der AfD kommt oder zu einer Minderheitsregierung der CDU mit Unterstützung der AfD. In beiden Fällen ist dann die Unterstützung der Ukraine durch die wichtigsten EU-Staaten extrem gefährdet. Le Pen hat bereits erklärt, dass sie nach sechs Monaten die Unterstützung einstellen würde; die AfD will dasselbe. Damit hätte Putin im Wesentlichen freie Hand, um die Ukraine zu einem Vasallen Russlands zu machen und den übrigen europäischen Kontinent ebenfalls in eine russische Einflusszone umzubauen."
Und wie geschickt Marine Le Pen agiert! Annika Joeres hält es auf Zeit online fest: "Während Macrons Regierung bislang nur ein paar Tausend Vertretungslehrer als Versöhnungsangebot einfielen - welcher Schüler träumt davon? -, versprach sie finanzielle Hilfe für den Kauf des ersten eigenen Wohneigentums, ein höheres Bildungsbudget und eine freiere Wahl des Studienorts. Sie wolle die unbeliebte Onlineplattform Parcoursup zur Verteilung von Abiturienten auf die Hochschulen des Landes grundlegend reformieren."
Auch in Serbien protestieren die Studenten. Aus den Protesten ist sogar eine Partei hervorgegangen, die bei den Wahlen Erfolg haben könnte. Leider sind die Studenten aber nicht einfach "die Guten", sagt der Schriftsteller Dejan Atanacković im Gespräch mit Michael Martens von der FAZ. Ihr Eintreten für die EU ist allein wirtschaftlich begründet. Zu den angekündigten Maßnahmen der Liste aber gehören insbesondere die "Neubewertung der internationalen Abkommen zwischen Serbien und dem Kosovo sowie der serbischen Kosovo-Politik insgesamt, verbunden mit der Weigerung, die Realität der Unabhängigkeit des Kosovos anzuerkennen. Ebenso fortgesetzt werden soll der serbische Widerstand gegen eine Mitgliedschaft des Kosovos in internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen, der Unesco oder Interpol. Hinzu kommt die ausdrückliche Haltung der Liste und der Studentenbewegung insgesamt gegen die Verhängung von Sanktionen gegen Russland, begründet mit der Aussage, die Bürger Serbiens wüssten eben, was es heißt, unter Sanktionen zu leben."
Religion
Der Vorsitzende der Islamischen Gemeinde Marburg, Prof. Dr. Bilal Farouk El-Zayat, soll am 30. Oktober 2026 im historischen Saal des Marburger Rathauses das "Marburger Leuchtfeuer für soziale Bürgerrechte" erhalten, einen "Toleranzpreis". Überreichen soll ihm die Auszeichnung keine Geringere als die bekannte ehemalige EKD-Ratsvorsitzende und frühere Landesbischöfin von Hannover, Margot Käßmann. Nun schlägt Güner Balci in der Welt ein Gedankenexperiment vor. Man stelle sich vor, dieser Preis ginge an einen Pastor, der "gemeinsam mit seinem Bruder für eine Studentenvereinigung verantwortlich ist, die Bezüge zu einer extremistischen Organisation aufwies, deren Ziel die Errichtung eines Gottesstaates ist. Und er hätte gemeinsam mit seinem Vater eine Zeit lang über das Konto einer Organisation verfügt, die der Verfassungsschutz als größte und wichtigste deutsche Zweigstelle einer international agierenden extremistischen religiösen Vereinigung einstuft, weil sie langfristig das Ziel verfolgt, eine Gesellschafts- und Staatsordnung durchzusetzen, in der religiös begründete Normen Vorrang vor demokratischer Gesetzgebung und Volkssouveränität haben."
Gesellschaft
"Sehr wenig spricht dafür, dass die USA gerade eine Renaissance der Todesstrafe erleben. Eher schon ist es das letzte Aufbäumen einer kollektiven Lebenslüge", beobachtet Andreas Ross im Leitartikel der FAZ. Die misslungene Hinrichtung der Verurteilten Christa Pike war da sicher ein Baustein - auch Europa spielt in dieser Thematik eine Rolle: "Über die Rückkehr des elektrischen Stuhls wird hier und da diskutiert. Einige Staaten haben Gaskammern eingerichtet. Sie tun sich schwer, die jahrzehntelang erprobten Betäubungs- oder Schlafmittel zu bekommen. Die teilweise in Europa ansässigen Pharmakonzerne untersagen inzwischen deren Verwendung für Hinrichtungen, ob aus Überzeugung oder aus Angst vor Boykottkampagnen. Ärztekammern verbieten es medizinischem Personal, an Hinrichtungen mitzuwirken. Das Versagen des Staats Tennessee im Fall Christa Pike dürfte auf fehlende Erfahrung der Exekutoren mit der intravenösen Verabreichung des Wirkstoffs, vielleicht auch auf ein unsachgemäß gepanschtes Barbiturat zurückzuführen sein."
Politik
Hagai Dagan ist Dozent für Jüdische Philosophie an der Sapir-Hochschule in Sderot, lebt aber überwiegend in Berlin. In der taz schildert er seine Sicht auf die Wahlen in Israel an diesem Wochenende. Für ihn sind alle andern Schuld an den Problem Israels, also die arabischen Juden, die Nationalreligiösen, die Ultraorthodoxen und über allem schwebend natürlich Benjamin Netanjahu. Über die Mitte und die Linken sagt er wenig. "Die Linke, erschöpft von verlorenen Kämpfen, tritt mit letzter Kraft zu den Wahlen an. Zahlreiche Liberale haben das Land verlassen. Jetzt zahlen sie horrende Preise für Flugtickets, um an den Wahlen teilzunehmen. Schätzungen sprechen von 150.000 Israelis, die eigens aus dem Ausland anreisen, nicht wenige davon aus Deutschland. In der Gesamtrechnung ist das keine sehr bedeutende Zahl. Die demografischen Trends wirken konsequent gegen die liberale Öffentlichkeit."
Ideen
Trumps Anhänger wenden sich von der Maga-Bewegung ab, hofft die amerikanische Philosophin Nancy Fraser im Gespräch mit Tobias Bachmann in der taz. Zugleich setzt sie auf ein neu entstandenes gut ausgebildetes Prekariat, das eine linke Gegenbewegung aufbauen soll: "Viele Menschen, die sichere und gut bezahlte Karrieren im Journalismus, in der Wissenschaft, der Verwaltung, den Künsten oder der IT erwartet hatten, arbeiten heute als Uber-Fahrer oder in anderen prekären Jobs... Sie sind gut ausgebildet, haben viele Fähigkeiten, können sehr gut kommunizieren. Und sie wollen sich die ihnen verwehrten Träume jetzt politisch erkämpfen. In New York gelang es der Zohran-Mamdani-Koalition im vergangenen Jahr, sie mit anderen Teilen der Arbeiter*innenschaft, der riesigen Einwandererbevölkerung in Queens sowie den Latinos und Afroamerikaner*innen zu vereinen. So muss die Linke weiter vorgehen: Verschiedene gesellschaftliche Gruppen zusammenbringen - und eine Gegenhegemonie aufbauen."
Geschichte
Vor fünfzig Jahren fand die erste Demo gegen das damals noch geplante Atomkraftwerk Brokdorf statt, erinnert Reimar Paul in der taz. Inzwischen ist es längst abgeschaltet. Die Frage, wie sinnvoll das alles war, stellt sich Paul nicht - es liegt für ihn sicher auf der Hand. Aber man erfährt etwas über die Geschichte der Antiatombewegung: "In den Kämpfen um Brokdorf haben die damals starken 'K-Gruppen' ihre Liebe zur Anti-AKW-Bewegung entdeckt. Sie sehen in den überall neu entstehenden und wachsenden Initiativen ein ideales Propaganda- und Rekrutierungsfeld. Manch hart gesottener K-Grüppler etwa aus dem KBW oder der Abspaltung 'Gruppe Z' des Kommunistischen Bunds (KB) hält sich indes gar nicht lange in der Bewegung auf, sondern marschiert gleich weiter in die sich Ende der 1970er Jahre formierenden grünen und bunten Listen - die Vorläufer der Grünen. Am 28. Februar 1981 protestieren schließlich 100.000 Menschen in der Wilstermarsch gegen das Auslaufen des Baustopps. Ein gewaltiges Polizeiheer mit Hubschraubern und Wasserwerfern empfängt die Demonstranten."
Für die jüngeren unter den Perlentaucher-Leserinnen: Am Tag genau vor 25 Jahren stellte Steve Jobs das Ipod vor, das war ein damals revolutionäres Gerät zum Abspielen von Musik. Bis zu tausend Songs passten drauf! Lucia Grassi erinnert in der NZZ: "Für den Erfolg der iPods war die Software iTunes zentral. Anfangs ließen sich damit CD einlesen und auf dem Computer abspeichern. 2003 brachte Apple dann den iTunes Music Store auf den Markt - und wälzte damit die Musikindustrie um. Nun konnten Nutzerinnen und Nutzer einzelne Lieder für 99 Cent legal herunterladen, statt ganze Alben auf CD zu kaufen. Am Modell von iTunes gab es aber auch Kritik. Einige Musiker befürchteten, dass das Gesamtwerk eines Albums durch die Downloads einzelner Songs auseinandergerissen werde."
Außerdem: In der SZ sichtet Willi Winkler neues Material zum Adenauer-Berater und Ex-Nazi Hans Globke.
Für die jüngeren unter den Perlentaucher-Leserinnen: Am Tag genau vor 25 Jahren stellte Steve Jobs das Ipod vor, das war ein damals revolutionäres Gerät zum Abspielen von Musik. Bis zu tausend Songs passten drauf! Lucia Grassi erinnert in der NZZ: "Für den Erfolg der iPods war die Software iTunes zentral. Anfangs ließen sich damit CD einlesen und auf dem Computer abspeichern. 2003 brachte Apple dann den iTunes Music Store auf den Markt - und wälzte damit die Musikindustrie um. Nun konnten Nutzerinnen und Nutzer einzelne Lieder für 99 Cent legal herunterladen, statt ganze Alben auf CD zu kaufen. Am Modell von iTunes gab es aber auch Kritik. Einige Musiker befürchteten, dass das Gesamtwerk eines Albums durch die Downloads einzelner Songs auseinandergerissen werde."
Außerdem: In der SZ sichtet Willi Winkler neues Material zum Adenauer-Berater und Ex-Nazi Hans Globke.
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