Nicht erst seit Trump sich in den Sozialen Medien als neuer Jesus darstellt, stellt sich
Papst Leo XIV gegen den Irrsinn des amerikanischen Präsidenten (
unsere Resümees). Claudius Seidl ist in der
SZ froh, dass sich jemand Mutiges gegen Trump positioniert. Anhaben kann ihm der Präsident ohnehin nicht viel: "Spätestens seit dieser Woche ist Leo der
Anti-Trump, ob er das will oder nicht: Er fürchte sich nicht vor Trump und seiner Regierung, hat der Papst vor ein paar Tagen gesagt. Und schon gar nicht davor, die Botschaft des Evangeliums zu verkünden: 'Selig sind, die Frieden stiften.' Josef Stalin höhnte vor neunzig Jahren: 'Der Papst? Wie viele Divisionen hat der denn?' Und ließ den Vatikan dann doch in Ruhe. Donald Trump droht den Unfolgsamen mit Zöllen und unterlassener Hilfeleistung. Womit er Leo nicht beeindrucken kann. Der Vatikan, so hat vor ein paar Tagen die
FAZ gespottet, braucht keinen atomaren Schutzschild, er wird von
höheren Mächten behütet. Und höhere Zölle für ein paar Sonderbriefmarken und Gedenkmünzen, die man in die Vereinigten Staaten exportiert, würde der Vatikan wohl auch verkraften."
In der
FAS vollzieht Matthias Rüb nochmal die
Eskalationsstufen des Streits zwischen Trump und der Kirche nach. Er findet, der Papst hätte in seinen Mahnungen an die USA auch mal die Mullahs ansprechen können: "Das war alles erkennbar an Washington und an Trump, vielleicht auch an Jerusalem und an Netanjahu, aber eher nicht an Teheran gerichtet. Trumps Drohung im Streit um die Blockade der Straße von Hormus, er werde die gesamte iranische Zivilisation auslöschen und das Land in die Steinzeit zurückbomben, wies Leo als 'wirklich inakzeptabel' zurück. Mit seiner scharfen Verurteilung Trumps verband der Papst jedoch nicht eine Ermahnung Teherans, doch auch einmal die
Drohung mit der Auslöschung Israels zurückzunehmen. Aus der Sicht von Trump und Vizepräsident Vance ist Papst Leo mit seiner einseitigen Kritik an Washington und der Schonung Teherans für die Eskalation des Konflikts zwischen Weltkirche und Weltmacht verantwortlich. Die Katholiken in den USA, namentlich die amerikanischen Bischöfe, sehen das anders: Einhellig haben sich Liberale und Konservative um Leo XIV. geschart und Präsident Trump für dessen geschmacklose bis blasphemische Erlöseranmaßung gegeißelt."