9punkt - Die Debattenrundschau

Immer noch manche Perle

Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
11.08.2015. Google lernt das Alphabet, unter anderem mit Sundar Pichai. Mashable stellt ihn vor. Die NZZ beschreibt, wie syrische Flüchtlinge die Kulturszene von Istanbul bereichern. Die taz besucht die jüdische Gemeinde in Dnipropetrowsk, die ukrainisch bleiben will. In der FAZ macht Thomas Frickel von der AG Dok einen Vorschlag für ein öffentlich-rechtliches Modell jenseits der Anstalten. Der Streit um das Kulturgutschutzgesetz zeigt vor allem eines, meint die taz: In Deutschland gibt es keine Mäzene, die diesen Namen verdienen.
Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.08.2015 finden Sie hier

Internet

Die große Meldung des Tages ist der Umbau von Google zu Alphabet, einer Holding, der Google und andere Firmenteile künftig untergeordnet sind. Ken Auletta deutet im New Yorker den Rücktritt von Larry Page als Google-Chef als Überdruss an seiner Rolle als Oberbürokrat.

Chris Taylor porträtiert unterdessen in Mashable den neuen Chef von Google, Sundar Pichai. Geboren 1972 als Pichai Sundararajan "in Tamul Nadu, der Region gegenüber von Sri Lanka, ist er als Sohn eines Elektroingenieurs aufgewachsen. Die Karriere seines Vaters und elekronische Geräte faszinierten ihn, auch wenn die Pichais nicht viele davon in ihrer Zweizimmerwohnung hatten. Als Kapitän seiner Schul-Cricket-Mannschaft brachte er sein Team zum Sieg in den Tamil Nadu Finals, keine geringe Leistung, wenn man bedenkt, dass diese Region 70 Millionen Einwohner hat. Seine Leistungen brachten ihm Ehrungen des Indian Institute of Technology ein, wo er seinen Bachelor als Ingeneur machten und wo ihn die Lehrer als "wohlerzogen" und "gehorsam" lobten."

Josh Constine kommentiert in Techcrunch: "Google war größer geworden als ihm gut tat. Jeden Angestellten von der Suchmaschine über den Roboterbereich bis zu Lebensverlängerungstechnologien in eine Firmenhierarchie zu stecken, schuf zu viele Managerposten. Intelligente Leute hassen solche lähmende Bürokratie. Darum könnte das Aufbrechen der Firma unter dem neuen Dach Google vor sich selbst retten."
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