Kulturpolitisch hat Donald Trump kein Glück. Nun ist das "
John F. Kennedy Center for the Performing Arts" in Washington angeblich aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Eigentlich wollte er es in "Donald J. Trump Center" umbenennen lassen und hatte eigene Leute dort in der Führung installiert. Jetzt ist offenbar erstmal ganz tote Hose,
berichtet Julian Weber in der
taz: "Die Liste von Künstlern und Institutionen, die inzwischen ihre Unterstützung für das Kennedy-Kulturzentrum eingestellt haben und dort nicht mehr ausstellen, Gastspiele abhalten oder Werke zur Ur-Aufführung bringen, ist lang: Die National Opera Washington, der Komponist Philip Glass, die Sopranistin Renée Fleming, Country-Superstar Rhiannon Giddens, die Martha-Graham-Ballett-Compagnie..." Und dann sind auch noch "Ticketverkauf und Spenden für das Kennedy Center
radikal eingebrochen sind, seit Trump und seine Leute dort das Zepter schwingen und wahllos gestiftete Kunstwerke entfernen lassen."
Ob das Haus wirklich geschlossen werden musste, ist allerdings fraglich,
meint Susanna Petrin in der
NZZ. Vielleicht hofft Trump, so doch noch seinen Willen durchzusetzen: "Es sieht immer schlechter aus für das Kennedy Center. Trump und seine Anwälte drohten jüngst
mit dem Abriss: Ohne Sanierung werde das Gebäude weiter verfallen, bis es schließlich nicht mehr von ihm zu retten sein werde. Er verlange einzig
etwas mehr Dankbarkeit für seine guten Dienste." In der
SZ berichtet Peter Burghardt.
Eine Gruppe von drei Wissenschaftlern hat die Bundesregierung
aufgerufen, ihre
Eigentumsansprüche an hunderttausenden kostbaren alten Büchern und Handschriften - darunter
Originalpartituren von Bach, Beethoven und Mozart - aufzugeben. Die Bücher waren im Zweiten Weltkrieg zum Schutz aus Berlin nach Schlesien ausgelagert worden und fielen dann bei Kriegsende den Polen quasi zufällig in die Hände, berichtet Jörg Häntzschel in der
SZ. "Sie argumentieren, dass die Schätze - anders als die von den Sowjets in Deutschland geplünderten Kulturgüter - von den Polen
nicht geraubt wurden, sondern dem Land 'ohne polnisches Zutun' durch die neu gezogenen Grenzen zufielen. Außerdem verpflichte der Vernichtungskrieg Deutschlands gegen Polen 'uns Nachfahren zu fortwährender Verantwortung für
eine Versöhnung'." Die Bücher waren "in Polen lange regelrecht versteckt" worden, "wohl aus Sorge, Deutschland könne Rückgabeforderungen erheben".