Einen völlig irrsinnigen Satz hat
SZ-Autor Stefan Niggemeier in der Debatte über
KI im Journalismus aufgeschnappt. Gelesen hat er ihn, wo sonst, in der
Berliner Zeitung des Putinisten Holger Friedrich. Der dortige Nachrichtenchef Harald Neuber machte sich über die Empörung lustig, dass
Mario Voigt sich seine Betroffenheit beim
Denken an den Holocaust von der KI hat formulieren lassen. Und dann weist Neuber "darauf hin, dass hinter den führenden KI-Unternehmen dieser Welt in entscheidenden Funktionen '
jüdische Gründer, Investoren und Forscher' steckten. 'Ist es wirklich so absurd zu fragen", fragt er, 'ob es nicht moralisch eher angemessener ist, Gedenkworte mit Hilfe von Modellen zu formulieren, die in Unternehmen entstanden sind, die von
Nachkommen der Opfer maßgeblich geprägt wurden, als sie ausschließlich von Nachkommen der Täter formulieren zu lassen?' Kurze Antwort:
Ja, das ist absurd."
Für Journalisten und Zeitungsverleger von heute ist
KI doch geradezu optimal,
spottet Ambros Waibel in der
taz. "In den knapp zwei Jahrzehnten, die ich im Journalismus bin, gab es jedes Jahr Fortbildungen, die dem Personal die
Phrasen und Klischees austreiben sollen. Erfolgsquote: null." Verleger wiederum "denken, dass ihr Publikum im Grunde nichts Neues, gar Verstörendes erfahren möchte, sondern
Bestätigung sucht, Faktenkollektionen, die zu vertrauten Thesen passen, in vertrauter Form. Und wer hätte die intensiver studiert als die KI, die eingeführte Muster bevorzugt und sprachliche wie gedankliche Abweichungen sanktioniert...?" Selbst im
Buchbereich sehe es kaum anders aus: "Hängt nicht der Buchmarkt aktuell von Genretexten ab, die in den Bereichen Krimi, New Adult, Fantasy genau dadurch reüssieren, dass sie
alte Motive neu arrangieren?"
Wenn Politiker ihre
Reden von KI schreiben lassen, ändert das die Realität oder vielmehr die Art und Weise, wie wir Realität wahrnehmen,
warnt Matthias Spielkamp von
Algorithm Watch in der
taz. KI-Tools beeinflussen auf die Dauer unsere Vorstellung von "guten" oder "relevanten" Informationen, meint er. "Dazu kommen der 'Automatisierungsbias' - das Phänomen, bei dem Menschen Antworten von Computersystemen allzu leicht akzeptieren - und die Gefahr, dass Menschen sich stark von KI darin beeinflussen lassen, wie sie
grundlegende Überzeugungen entwickeln. Diese Effekte können sich gegenseitig verstärken, insbesondere wenn Chatbots von mehreren Entscheidungsträgern innerhalb einer Organisation oder einer Behörde genutzt werden."
In der
Welt wirft der Islamwissenschaftler
Alfred Schlicht den öffentlich-rechtlichen Medien vor, konsequent den
Islam schönzureden, während das Christentum vorzugsweise mit Missbrauch, Kreuzzügen und Intoleranz in Verbindung gebracht werde: "Dass die Kreuzzüge die erste energische
Gegenreaktion des christlichen Westens waren nach
über 450 Jahren islamischer Aggression und nur Länder betrafen, die Muslime zuvor dem Christentum entrissen hatten, wird kaum angedeutet. Die 1.400 Jahre Angriffskrieg des Islam gegen das christliche Abendland wiegen weniger schwer als die Zeiten des Imperialismus, als im 19. und 20. Jahrhundert der Westen schließlich in die Gegenoffensive ging und die islamische Welt durch Gewalt und Betrug unterwarf und ausbeutete." Selbst im Kinderprogramm werde "der Islam wohlwollend präsentiert. Am 19. März 2026 zeigt die
ZDF-Sendung 'logo!' eine positive Darstellung des Islam zum Ende des Ramadans, diese wird einer sehr kritischen des Christentums gegenübergestellt.
Keine Diskriminierung der Frau im Islam,
keine Kalifatsdemonstrationen auf unseren Straßen - aber Pädophilie und dumpfes Mittelalter in christlichen Kirchen."