9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 25.05.2018 - Medien

Klaus Ott bringt die Leser der SZ auf den neuesten Stand in den juristischen Auseinandersetzungen um das Institut für Rundfunktechnik, das den Öffentlich-Rechtlichen gehört und sich durch Nachlässigkeit um glatte 200 Millionen Euro betrogen sieht - 140 Millionen wären durch Prozesse noch einzutreiben. Ott endet mit einem frommen Wunsch: "Was die Anstalten dort sparen, wird ihnen dann aber wohl beim Rundfunkbeitrag der Bürger abgezogen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 24.05.2018 - Medien

Die Verlage DuMont und Madsack gründen eine gemeinsame Hauptstadtredaktion, berichtet Anne Fromm in der taz. Für die ehemals eigenständigen Redaktionen von Berliner Zeitung und Kurier, die 2016 unter großen Personalverlusten zusammengelegt wurden, bedeutet das weitere Stellenstreichungen.

Sehr scharf kritisiert Uwe Vorkötter, ehemals Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, diese Fusion bei Horizont: "Es gibt Fusionen auf Augenhöhe. Es gibt Partnerschaften. Es gibt Beteiligungen. Im Falle DuMont trifft all das nicht zu. Im Fall DuMont werden wir Zeugen einer Kapitulation. Das einstmals stolze und erfolgreiche Medienhaus gibt auf."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 22.05.2018 - Medien

Die Kommentierung der royalen Hochzeit durch das ZDF war offenbar leicht grenzwertig, schreibt taz-Blogger Frederik Schindler - man wurde nicht müde, darauf hinzuweisen, dass Meghan Markle eine schwarze Mutter hat. Schindler zitiert: "'Ist die Queen da so großzügig und sagt: 'Die beiden werden ja niemals König und Königin, da können wir uns auch mal so ein exotisches Paar leisten', ich sag es mal so salopp', begann der Moderator Norbert Lehmann. William und Kate dürften sich als Garanten der Zukunft der Monarchie 'nicht so viele Extravaganzen erlauben', antwortet die Adelsexpertin Julia Melchior. 'Jetzt halt dieses bunt gemischte Paar, das ist ein großer Zugewinn'."

Außerdem: Die Obamas werden Shows und Filme für Netflix produzieren, meldet unter anderem die New York Times.

Stichwörter: ZDF, Netflix

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.05.2018 - Medien

Das Neue Deutschland hat zwar nur noch 25.000 und Angst vor der Insolvenz, sitzt aber auch in einer sehr wertvollen Immobilie in der Nähe des Berliner Ostbahnhofs, die in komplexer Verschachtelung sowohl der Linkspartei als auch der Zeitung gehört - und die Partei scheint zur Beunruhigung der Zeitungsbelegschaft interessiert, dieses Grundstück ganz zu bekommen, schreibt Anne Fromm in der taz.
Stichwörter: Neues Deutschland

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.05.2018 - Medien

Das von den Zeitungen lobbyistisch durchgesetzte Leistungsschutzrecht für Presseverlage war dann wohl doch eher ein Flop, schreibt die Grünen-Politikerin Tabea Rößner auf ihrer Website und bezieht sich auf Zahlen der VG Media: "Demnach hat man im vergangenen Jahr durch das Leistungsschutzrecht lediglich Einnahmen in Höhe von 30.000 Euro erzielt - allerdings ganze 2.250.099,06 Euro für die Rechtsdurchsetzung ausgegeben. Auch hier droht Übel: Wenn der EuGH das Gesetz für unzulässig erklärt, könnten die Verlage am Ende fast 10 Millionen Euro Ausgaben für das Leistungsschutzrecht in den Sand gesetzt haben."

Das Bundesverfassungsgericht bewertet derzeit die Rechtmäßigkeit der pauschalen Rundfunkabgabe. Auf Zeit online berichtet Heinrich Wefing vom ersten Tag und stellt erstaunt fest, dass doch "überraschend grundsätzliche Fragen" gestellt wurden. Weniger erstaunlich findet er die Reaktionen der anwesenden Intendanten: "Sie ergingen sich vornehmlich in Selbstlob, mitunter hart am Rande des Erträglichen."

In der SZ findet Claudia Tieschky die Verhandlung überfällig, denn: "Ins Extrem gedacht, erlaubt die Zwangsabgabe die größtmögliche Brüskierung des Publikums: Theoretisch muss es diesen Rundfunk nicht einmal mehr kümmern, wenn ihn sein Publikum nicht mag, es kann ihn ja nicht abbestellen. Dabei leben TV, Radio und Web, auch wenn sie demokratisch wertvoll sind, eben nicht von Zwang. Sondern von der Gunst des Publikums."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.05.2018 - Medien

Es ist interessant zu sehen, wie die FAZ auf Michael Angeles Porträt über den ehemaligen FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher reagiert. In der SZ gab's bereits einen forciert wirkenden Verriss. Und manches in dem Buch - etwa das Kapitel über Schirrmachers sehr aktive Rolle in der Wulff-Affäre - dürfte manchen in der FAZ-Redaktion nicht so genehm sein. Aber man reagiert elegant und druckt schlicht ein Kapitel vorab (Erscheinungstermin des Buches ist am Freitag). Das Kapitel erzählt von Schirrmachers früher Stefan-George-Begeisterung, die ihn zum Post-George-Kreis um Wolfgang Frommel in Amsterdam führte und ihn eine Zeitlang zu einem verzückten Jünger werden ließ: "Über Blicke wird in den Briefen, die Schirrmacher an Frommel schickt, geschwiegen. Immerhin, Schirrmacher ist von der ersten Begegnung mit Frommel so gebannt, dass er ein Gedicht im Stile Stefan Georges schreibt, es trägt den Titel 'Liebe zum Meister' und beschwört Täter und Geschick, Seelen und Sein."

Recep Tayyip Erdogan hasst die Medien seit Beginn seiner politischen Karriere, schreibt Bülent Mümay in seiner FAZ-Kolumne. Nun kontrolliert er über 90 Prozent der Medien und lässt der Opposition im Wahlkampf keine Chance auf Berichterstattung: "Als kürzlich CHP-Kandidat Muharrem Ince eine seiner größten Kundgebungen abhielt, was glauben Sie, wurde da live auf CNN Türk, dem Kanal, der auf Regierungswunsch hin den Besitzer wechselte, gesendet? Irgendein Erdogan, den man gerade zu fassen bekam. Der Staatspräsident absolvierte gerade kein Programm, aber das von seinem Sohn Bilal Erdogan ausgerichtete Bogenschützen-Festival wurde live auf CNN Türk übertragen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.05.2018 - Medien

Seit einigen Tagen macht eine Aktion des ZDF-Satirikers Jan Böhmermann von sich reden - "Reconquista Internet" soll eine satirische Nachahmung eines rechtsextremen Troll-Netzwerks namens "Reconquista Germanica" sein. Im Rahmen der Aktion ließ Böhmermann auch Listen von "Rechten" zirkulieren, die man blockieren soll, auf denen sich auch Namen wie Roland Tichy finden. Stefan Niggemeier kritisierte die Aktion zuerst in seinen Übermedien. Jochen Bittner schrieb dann auf Zeit online: "Twitter-Accounts wie die von, sagen wir, Emma Richter, Dushan Wegner oder Roland Tichy sind .. hochgradig diskursiv; sie sind provokant, bisweilen emotional und pauschalierend, aber sie verstoßen gegen keine Gesetze. Niemand muss sie mögen. Nur: Ihre Freiheit, sich zu äußern, die muss man in einem von Kant und Grundgesetz geprägten Land halt, ja, lieben. Wer, wenn nicht Jan 'Be Deutsch' Böhmermann wüsste das." Die Meedia-Redaktion resümiert die Debatte mit vielen Links und Videos. Auf Twitter kam's zum direkten Schlagabtausch zwischen Böhmermann und Bittner.

Weiteres: Im NZZ-Interview mit Florian Sturm gibt die amerikanische Medienwissenschaftlerin Andie Tucher den Kampf gegen Fake News fast schon verloren: "Die Leute neigen dazu, dem zu vertrauen, was sie sehen. Doch Videos können nun in bisher nicht gekanntem Ausmaß verändert werden. Das sollte nicht nur die Journalisten, sondern auch die gesamte demokratische Gesellschaft in Alarmbereitschaft versetzen." Der Betriebswirtschaftler Jochen Zimmermann fordert in der FAZ mehr Ökonomie für die Öffentlich-Rechtlichen: "Der Wettbewerb um die Mittel der Mediennutzer verbessert die Qualität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und macht ihn den Nutzern unmittelbar verantwortlich."

Die Welt bringt einen Vorabdruck aus Michael Angeles Buch "Schirrmacher. Ein Porträt". Darin verteidigt Angele den einstigen FAZ-Herausgeber sehr überzeugend gegen einige gängige Verdikte: "Lässt  sich  Schirrmacher  auf  die  Figur  des Machtmenschen reduzieren? Nein, meint ein Beobachter:  'Der richtige Machtmensch geht nur nach Macht, er will den anderen nicht bezaubern und ihm gefallen. Schirrmacher war ein Rauschmensch, und wenn es eine Cola war, Zigaretten, Koffein, alles, was hochriss."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.05.2018 - Medien

Die Einnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender sind durch die neue Art der Eintreibung der Gebühren zwar gestiegen, aber die Sender sagen, sie können nicht sparen. Eigentlich müssten nun die Länder agieren, schreibt Michael Hanfeld in der FAZ: "Sie stehen sogar unter Zugzwang, ihnen läuft die Zeit davon, wollten sie die Erhöhung des Rundfunkbeitrags 2021 verhindern, müssten sie schon in den nächsten Wochen Pläne fassen. Dabei liegen die Vorstellungen der Landesregierungen über das Wie und Was des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weit auseinander."

Die Sender waren von den Bundesländern aufgefordert worden, weitere Sparvorschläge vozulegen. Im Interview mit Joachim Huber vom Tagesspiegel äußert sich Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Medienpolitiker in Sachsen-Anhalt, "konsterniert" über die schnippische Auskunft der Sender, "die kaum Spielraum erkennen lässt, doch noch in einen konstruktiven Dialog zurückzufinden".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.05.2018 - Medien

Mark Zuckerberg hat letzte Woche - hierzulande fast unbemerkt - Verantwortung für die Lage der Presse von sich gewiesen und vorgeschlagen, dass Presse Subventionen erhält. Heute ist das Thema fast tabu, aber im 19. Jahrhundert war es eine Selbstverständlichkeit, dass die amerikanische Presse subventioniert war, so problematisch sich das - etwa in der Abhängigkeit von Regierungsanzeigen - im Detail darstellen konnte, schreibt Will Meyer in der Columbia Journalism Review. Die Finanzierung von Zeitungen über Verkauf und Anzeigen wurde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts zum Standardmodell. Die amerikanische Regierung subventionierte vor allem die Versandkosten - eine Subvention, die auch in Deutschland bis heute praktiziert wird. Zu den subventionierten Medien zählt Meyer aber nicht nur die Subventionierung von Printmedien in einzelnen Ländern, sondern auch die Staats- oder öffentlich-rechtlichen Sender in Europa. "Heute liegen die USA bei der Unterstützung von Medien weit hinter vielen industrialisierten Ländern. Sie geben weniger als 1,50 Dollar für öffentliche Sender aus. Dies schließt eine Teilsubvention für Dienste wie NPR und PBS ein, die oft von Budgetkürzungen bedroht sind. Im Gegensatz dazu geben Länder wie Dänemark und Finnland 100 Dollar pro Bürger für öffentlich unterstützte Medien aus. Das Vereinigte Königreich, auf das Zuckerberg letzte Woche anspielte, gibt mehr als 80 Dollar pro Kopf für Medien aus."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.05.2018 - Medien

Noch ist der Skandal um das Das Institut für Rundfunktechnik (IRT) nicht ausgestanden, schreibt Axel Weidemann in der FAZ. Dem Institut, das den öffentlich-rechtlichen Sendern untersteht, wird vorgeworfen, dass es fahrlässig auf Patenteinnahmen in Höhe von Hunderten von Millionen Euro verzichtet habe. Es hat gegen gegen einen Patentanwalt geklagt, der ihm 60 von 200 Millionen Euro zurückzahlte. Aber da ist noch die italienische Firma Sisvel, mit der das Institut kooperierte und das sich wehrt. Weidemann insistiert, dass das Institut weit früher als behauptet von den Millioneneinnahmen wusste: "In welchem Umfang der Münchner Patentanwalt und Sisvel von den IRT-Patenten profitierten, hätte, Dokumenten zufolge, die dieser Zeitung vorliegen, seit dem Jahr 2002 im Institut und beim Bayerischen Rundfunk bekannt sein müssen. Diesbezüglicher Schriftverkehr lag im Übrigen 2002 auch einer Justitiarin des WDR vor."
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