9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Medien

765 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 77
Zurück | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | Vor

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.04.2017 - Medien

Es gibt immer mehr freie Mitarbeiter, die von den öffentlich-rechtlichen Sendern kleingehalten werden, damit das so knappe jährliche Budget von 8 Milliarden Euro wenigstens den Festangestellten auskömmliche Lebensbedingungen beschert, berichtet Thomas Klatt in der taz. Die Freien versuchen sich zu organisieren, so Klatt: "Während ihre Interessen beispielsweise im SWR, WDR oder Radio Bremen immerhin vom Personalrat wahrgenommen werden, dürfen die Freien beim RBB nur eine separate Freienvertretung wählen. Die hat aber so gut wie keine Mitbestimmungsrechte. Im NDR gibt es gleich überhaupt keine offizielle Vertretung für die Freien." Nun hat sich ein ARD-Freienrat gegründet.

Die europäischen Fernsehsender sehen gegenüber Streamingdiensten wie Amazon Prime und Netflix zusehends alt aus, meint David Pfeifer in der SZ: "Geld und Kreativität sind sich im Kino danach nie wieder so nah gewesen wie derzeit beim Streaming, allein Amazon will in diesem Jahr 4,5 Milliarden Dollar in Filme und Serien investieren. Auch deswegen wird gerade in der EU eine Richtlinie erarbeitet, die in einer Art Quote münden soll, um europäische Produktionen zu fördern. Wer mal in die deutsche Amazon-Serie 'You are wanted' reingesehen hat, ahnt, dass das keine gute Idee ist."

(Via turi2) In der Schweiz gründet der prominente Journalist Constantin Seibt per Crowdfunding das neue Internetmagazin republik.ch. Das Schweizer Publikum zieht mit, wie die Website stolz verkündet: "Heute morgen sind wir als freie Menschen aufgestanden. Und jetzt, seit 15 Uhr, haben wir über 3000 Verlegerinnen und Verleger. Die Republik wird gegründet! Wir danken Ihnen für Ihren Mut, für Ihr Geld, für Ihre Schnelligkeit, für Ihr Vertrauen! Und heißen Sie als unsere neuen Arbeitgeber willkommen!"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 22.04.2017 - Medien

Der Guardian zieht sich aus den direkt auf der Plattform publizierten "Instant Articles" von Facebook und aus den Apple-News zurück, berichtet Jessica Davies bei Digiday.com, vielleicht ein erster Schritt, um die übergroße Macht von Facebook anzukratzen: "Der Guardian ist nicht das einzige Medium, dessen Verhältnis zu Instant articles abgekühlt ist. Verschiedene Medien bringen sehr viel weniger Artikel in diesem Format. BBC News, National Geographic und das Wall Street Journal scheinen fast ganz darauf zu verzichten. Die New York Times hat sich ganz daraus zurückgezogen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.04.2017 - Medien

Der russische Journalist Nikolai Andruschtschenko, Gründer der Zeitung Novy Petersburg, ist nach einer Prügelattacke gestorben, berichtet unter anderem Radio Free Europe (mehr auch bei Spiegel online). "Denis Usow von Novy Petersburg verbindet den Angriff mit den Artikeln der Zeitung über Korruption in der Stadt. Diese Artikel legten vor allem die Liäson zwischen Stadtoberen und kriminellen Syndikaten offen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.04.2017 - Medien

Oh je, Correctiv.org macht einen "Faktencheck" zu den Ansichten der AfD über die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Und natürlich kommt in Anastasiya Polubotkos Artikel am Ende heraus, dass die AfD mit ihrer Kritik an den Anstalten ganz falsch liegt und wir in Wirklichkeit in der besten aller möglichen Welten leben: "Wissenschaftliche Erhebungen zeigen deutliche Unterschiede zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern. Das Online-Angebot der Öffentlich-Rechtlichen wird zudem streng kontrolliert - und korrigiert, sollte dadurch der Wettbewerb gefährdet werden. Auch für die Behauptung, dass das vielfältige Medienangebot in Deutschland 'zu Lasten der Meinungsfreiheit' geht, gibt es keinen Beleg."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.04.2017 - Medien

Rainer Erlinger fragt in der SZ, warum sich eigentlich niemand mehr darum schert, was im Reality-TV los ist.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.04.2017 - Medien

Ob man Fake News tatsächlich mit ganzseitigen Anzeigen in Zeitungen bekämpfen kann - wie heute zum Beispiel in der SZ? Glücklich macht man damit allenfalls die Anzeigenchefs der Zeitungen - und lenkt zugleich von der Tatsache ab, dass Google und Facebook heutzutage den allergrößten Teil des Online-Werbemarkts abgreifen!
Stichwörter: Fake News

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.04.2017 - Medien

Will Google Inhalte sanktionieren? Martin Kaul berichtet im taz-Blog, dass die Zeitung vom Anzeigenprogramm Google AdSense einen Brief erhielt, der auf einen offenbar missliebigen Artikel über Google verwies: "Darin bemängelt Google konkret diese taz-URL und schreibt: 'Nehmen Sie umgehend Änderungen an Ihrer Website vor, so dass sie wieder den AdSense-Programmrichtlinien entspricht.' In der offenbar maschinell erstellten Mail heißt es: 'Im Fall von weiteren Verstößen ist es möglich, dass wir die Anzeigenschaltung auf der oben genannten Website deaktivieren. Nehmen Sie sich daher umgehend Zeit dafür, Ihren Content zu überprüfen und sicherzustellen, dass er unseren Richtlinien entspricht.'"
Stichwörter: Google, Internetwerbung

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.04.2017 - Medien

Das Medienkonsortium, das die "Panama Papers" veröffentlichte, zu dem prominent die SZ gehört, hat einen Pulitzer-Preis gewonnen - wir gratulieren! Der Guardian würdigt auch die Storm Lake Times, eine familienbetriebene Kleinstadtzeitung aus Iowa, die für ihre unnachgiebige Berichterstattung über große Agrarkonzerne ausgezeichnet wurde. Hier die Liste aller Gewinner.
Stichwörter: Pulitzerpreis

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.04.2017 - Medien

Der Tagesspiegel bringt laut turi2 eine Recherche über die Abhängigkeit der Kommunen von Microsoft, und stellt ausgerechnet diese Recherche, die doch für open source plädieren müsste (und von der stiftungsfinanzierten Journalistengruppe Investigate Europe betreut wurde), in den Zahlbereich. Eine Zusammenfassung findet sich in bei futurezone.at.
Stichwörter: Microsoft

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.04.2017 - Medien

taz-Redakteur Klaus Raab stellt (unter Verweis auf eine Kolumne von Jan Fleischhauer bei Spiegel online) eine unheimliche Frage, die am Ende seines Artikels unheimlich bleibt, weil seine Antwort nicht überzeugt. Die Frage ist: Auch die taz trat einmal gegen ein "Medienkartell" an und wollte es mit "Gegenöffentlichkeit" bekämpfen, so wie es heute rechtspopulistische Medien für sich beanspruchen. "Was ist dran an dem Vergleich? Was sagt das über die linken Ziele von damals und die rechten Strategien von heute?" Raabs Antwort: "Ein entscheidender Unterschied ist: Ziel von linker Gegenöffentlichkeit war es, die bestehenden Medien zu ergänzen, ihnen Stimmen hinzuzufügen. Meinungsmonopole zu verhindern. Zwar behaupten Medien der Neuen Rechten genau das heute auch von sich. Aber man sieht in Staaten wie Polen und Ungarn, wohin es führen kann, wenn die Autoritären mit ihren Strategien durchkommen: zu Meinungsmonopolen." Und das sollte einer Linken an der Macht nicht passieren können?
Stichwörter: Gegenöffentlichkeit
Zurück | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | Vor