Bücher der Saison
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- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
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- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Lüstern im paradiesischen Gras
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
31.10.2009. Die Welt präsentiert die New Yiddishists. Als Ausweg aus der deutschen Fernsehfilmmisere kann sich die SZ nur eine Lösung vorstellen: die komplette Zerschlagung der Produktionskonglomerate. Die taz begreift dank Robert Crumbs endlich die Bibel. In der NZZ erinnert sich Volker Braun an eine Zeit des Handelns der Künste. FR, Welt und FAZ kommentieren den Verkauf des Suhrkamp Archivs nach Marbach.
Die Tageszeitung | Die Welt | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Tageszeitung, 31.10.2009
Für ziemlich kongenial hält Thomas von Steinaecker die Comic-Version der "Genesis" von Robert Crumb: "Spätestens wenn sich Adam und Eva zum ersten Mal lüstern im paradiesischen Gras wälzen, beginnt deutlich zu werden, worum es Crumb geht: Nicht um die Bibel als Quelle des Spirituellen, sondern als Kraftwerk des Erzählerischen, das als Menschen-, nicht als Gotteswerk vor allem von eben solchen, von Menschen handelt. Diesen Charakter des Irdischen betont Crumb subtil durch das Fleischliche seiner Figuren. Seine Frauen sind kurvig, vom Leben gezeichnet seine faltigen Greise. Bezeichnend hierfür ist, dass Crumb die endlosen Namensaufzählungen des Stammes Abrahams nicht überspringt, sondern jedem einzelnen Familienmitglied ein eigenes individuelles Gesicht gibt."
Weitere Artikel: Katrin Bettina Müller hat den erfolgreichen Jungdramatiker Dirk Laucke getroffen und stellt ihn vor. Cristina Nord porträtiert den israelischen Filmregisseur Avi Mograbi, der den Konrad-Wolf-Preis erhält. In der "Leuchten der Menschheit"-Kolumne schüttelt Doris Akrap über linksdogmatische Israelfeinde in Hamburg den Kopf. Sabine am Orde unterhält sich mit dem nordrhein-westfälischen Integrationsminister Armin Laschet über sein Buch "Die Aufsteigerrepublik".
Besprochen werden ein Jack-Smith-Festival in Berlin, und Bücher, darunter Gerhard Henschels nicht unautobiografisches neues Werk "Jugendroman" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Und Tom.
Die Tageszeitung | Die Welt | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Welt, 31.10.2009
David Sacks stellt einige Autoren vor, die zu den New Yiddishists gehören - das sind amerikanisch-jüdische Autoren wie Dana Horn, Nathan Englander, Michael Chabon, Nicole Krauss oder Jonathan Safran Foer, die in ihren Büchern ihr Jüdischsein gewissermaßen als Coolnessfaktor behandeln, der ihrem Amerikanischsein eine schärfere Identität verleiht. Das hat seine Tücken, denn als "jüdische Autoren" möchten sie sich auch wieder nicht beschrieben wissen, so Sacks: "Man hat Angst vor einer Selbst-Ghettoisierung, davor, den Blick so sehr nach innen zu richten, dass Perspektive und ein breiteres Publikum verloren gehen. 'Ich lehne das aus vollem Herzen ab', sagt Nathan Englander, wenn man ihn fragt, ob er sich für einen 'jüdischen Schriftsteller' halte. Warum, das erklärt Englander, der in einer orthodoxen Gemeinde aufgewachsen ist, heute aber ein großteils säkulares Leben führt, so: 'Es ist die Idee des Anderen. Nach Lesungen kommen Juden zu mir und fragen: Kann ich ihr Buch meinen nicht-jüdischen Freunden geben? Ich meine, das würde man doch nie über John Updike oder Alice Munro sagen: Was für nicht-jüdische Bücher soll ich kaufen? Es ist doch keine Genreliteratur. Ich finde das einfach total beleidigend.'"
Außerdem: Tilman Krause besucht Hanns-Josef Ortheil im Westerwald (für dessen Reize er unempfänglich bleibt: "wenn schon Landschaft, dann bitte spektakulär!"). Uwe Wittstock erinnert an den Schriftsteller Franz Fühmann. Andrea Neuhaus schickt einen Essay über die Sehnsucht nach der Langsamkeit. Besprochen werden unter anderem William Boyds Roman "Einfache Gewitter", Hugo Loetschers Erinnerungen, einige Bücher zum Fall der Mauer und Ulrich Ritzels Krimi "Beifang".
Im Feuilleton hält Uwe Wittstock fest, dass in der Meldung über den Verkauf des Suhrkamp-Archivs an Marbach eine Kleinigkeit fehlt: "Joachim Unseld, der als Mitgesellschafter zwanzig Prozent des Suhrkamp-Verlags hält, hat zu dem geplanten Geschäft seine Zustimmung nicht gegeben."
Besprochen werden die Aufführung von Schillers "Der Parasit oder die Kunst, sein Glück zu machen" am Berliner Ensemble und zwei Berliner Ausstellungen über die Kunst der Renaissance unter den Hohenzollern, im Schloss Charlottenburg und in der Marienkirche (mehr hier).
Die Tageszeitung | Die Welt | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Süddeutsche Zeitung, 31.10.2009
Der Fall Doris Heinze hat für Tobias Kniebe in aller Deutlichkeit vor Augen geführt: Die deutsche Film- und/als Fernsehfilmlandschaft liegt im Argen. Was aber hülfe? "Was wir also bräuchten in Deutschland ... wären vor allem große Produzentenfiguren. Menschen, die echte Visionen mit echtem finanziellen Geschick verbinden und dabei niemanden mehr, vor allem keine staatlichen Fördergremien, um Erlaubnis fragen müssen. ... Damit es solche Produzenten wirklich geben könnte, müssten die großen deutschen Film- und Fernseh-Konglomerate erst einmal komplett zerschlagen werden. Die Ufa müsste mit der Kettensäge von RTL getrennt, Bavaria und Studio Hamburg dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen entrissen, die Degeto am besten aufgelöst werden. Dann gäbe es einen freien Markt. Es wäre wunderbar. Aber: Es wird ungefähr dann passieren, wenn die Hölle einfriert." Vorderhand fordert Kniebe deshalb erst einmal mehr Entscheidungsbefugnis, mehr Sichtbarkeit für mutige Fernsehredakteure.
Weitere Artikel: Für durchaus konsequent, auch in der Absetzungsbewegung von Frankfurt, hält Lothar Müller den Verkauf der Suhrkamp-Archive an das Marbacher Literaturarchiv. Warum im Namen der Kunst in Pulheim nach Gold gegraben wird, weiß Holger Liebs. Von einem Kriegskindertreffen und dort vorgetragenen Forderungen nach Archiveinsicht und Staatsbürgerschaftsanerkennung berichtet Jeanne Rubner. In Russland wird, wie Sonja Zekri informiert, gerade wieder über die Todesstrafe diskutiert. Joachim Kaiser liest das Opernmagazin Max Joseph, in dem ihm zu viel spekuliert wird. Geburtstagsglückwünsche gehen an die Fotografin Herlinde Koelbl zum Siebzigsten und den Schauspieler Bud Spencer zum Achtzigsten.
Im Aufmacher der SZ am Wochenende denkt Hilmar Klute über Provokationen und die Reaktionen der Gesellschaft darauf nach - unter anderem am Beispiel des Schriftstellers Eckhard Henscheid, der sich jüngst weniger mit einer wüsten Anti-Merkel-Polemik unmöglich machte als damit, dass er sie in der rechten Jungen Freiheit veröffentlichte. Wolfgang Koydl gratuliert dem britischen Geheimdienst MI6 mit einem Porträt zum Hundertsten. In einem doppelseitigen Special geht es um die Bahn und was aus ihr wird. Auf der Historienseite erinnert sich ein Augenzeuge an die Verteidigung Großbritanniens gegen die Nazis durch die Royal Air Force. Im Interview spricht Kristin Rübsamen mit Richard Gere allen Ernstes vor allem über Hunde.
Besprochen werden das Dokumentartheaterstück "Der dritte Weg" von Nina Gühlstorff und Dorothea Schroeder, das in Jena uraufgeführt wurde, die Leipziger Aufführung von Arvo Pärts dem inhaftierten russischen Oligarchen Chodorkowskij gewidmeter vierter Sinfonie, die Comic-Ausstellung "Sexties. Ceprax/Cuvelier/Forest/Peellaert" in Brüssel, und Bücher, darunter Armin Thurnhers Roman "Der Übergänger" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Die Tageszeitung | Die Welt | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankfurter Rundschau, 31.10.2009
Lokalpatriotismus hin oder her, nüchtern betrachtet kann man, findet Ina Hartwig, gegen die Suhrkamp-Entscheidung, die Archive nach Marbach zu geben, wenig Stichhaltiges einwenden: "Verlässt man die gewissermaßen persönlich-regionale Sphäre, verlässt man die Psychologie des Scheiden-tut-weh, sieht man den Suhrkamp Verlag und seine Archivbestände als Angelegenheit überregionalen Interesses, dann kann man die Lösung, die Marbach mit seinem Know-How, den knapp 200 Mitarbeitern, den beiden Museen - Schillermuseum und Literaturmuseum der Moderne - bietet, vernünftigerweise gar nicht ablehnen."
Weitere Artikel: Julia Kospach unterhält sich mit dem diesjährigen Büchner-Preisträger Walter Kappacher. In einer Times Mager berichtet Harry Nutt, was der Historiker Timothy Garton Ash und der Schriftsteller Cees Noteboom bei einer Berliner Veranstaltung über die Wiedervereinigung zu sagen hatten. In ihrer US-Kolumne beschäftigt sich Marcia Pally diesmal mit den Community Colleges. Arno Widmann macht sich Gedanken zum 60. Geburtstag des Konkurrenzblatts FAZ. Der Verleger Egon Ammann schreibt zum Tod des Übersetzers Fritz Vogelgsang.
Besprochen werden eine Inszenierung von Yasmina Rezas "Der Gott des Gemetzels" am Frankfurter Gallus-Theter, eine Ausstellung mit Möbelkunst von Andre Charles Boulle im Frankfurter Museum für angewandte Kunst (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Die Tageszeitung | Die Welt | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Neue Zürcher Zeitung, 31.10.2009
Der Schriftsteller Volker Braun erinnert sich an den Zusammenbruch der DDR und schreibt: "Das war eine Zeit des Handelns der Künste, der Arbeit auf eine Wende zu, die lange vorher als Ernüchterungsarbeit begann. Ihr einsamer Prolog war Hermlins Gedicht von 1947, 'Die Zeit der Wunder ist vorbei', ihre größte Wirkung hatte sie in jenem an Wundern reichen Jahr 1989. Handeln hieß: in die Widersprüche zu dringen und nicht nur die Symptome zu zeigen, sondern das Verhängnis, das die Gesellschaft zerreisst. Wir haben uns vielleicht vorzuwerfen, nicht das Gute an ihr gewürdigt, nicht für sie gutgesprochen zu haben."
Weiteres: Autorin Sibylle Lewitscharoff erklärt ihren Stil. Besprochen werden eine große Aussstellung zu Louis XIV in Versailles und Bücher, darunter Andrej Kurkows Roman "Der Milchmann in der Nacht", Peter Roseis Roman "Das große Töten" und Alois Hotschnigs Erzählungen "Im Sitzen läuft es sich besser davon" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
In Literatur und Kunst porträtiert Karl-Markus Gauss den Schriftsteller Walter Kappacher, dem heute der Büchnerpreis verliehen wird: "Ein Mann, den man sich in einer literarischen Fernseh-Soiree schlichtweg nicht vorstellen kann, dem man ansieht, welche inneren Widerstände er überwinden muss, wenn es nur darum geht, seine eigenen Texte in der Öffentlichkeit vorzutragen, und der, kaum dass zehn Leute beisammenstehen, sich immer wie ein freundlicher Fremdling unter ihnen ausnehmen wird. Kurz, Walter Kappacher ist ein herrlich unzeitgemäßer Schriftsteller."
Hans Ulrich Gumbrecht fragt, was die Geisteswissenschaften in Zeiten der Krise helfen können. Uwe Justus Wenzel erkundet das Geheimnis der Philosophie.
Die Tageszeitung | Die Welt | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2009
"Nie standen die Sterne höher und heller über unserem Haus", freut sich Ulrich Raulff, Leiter des Literaturachivs, über die Entscheidung des Suhrkamp Verlags, sein Archiv nach Marbach zu verkaufen, wie Felicitas von Lovenberg berichtet. Eigentlich geht die Entscheidung für sie in Ordnung. "Besorgnis erregt aber der Umstand, wie offen die Geldnot des Verlags inzwischen zutage tritt. Dem Vernehmen nach wird im Kunsthandel bereits nach neuen Besitzern für einige verlagseigene Kunstwerke gesucht, zu denen unter anderem der berühmte Goethe von Warhol zählen soll. Währenddessen ist Uwe Tellkamps 'Turm', der sich als Gewinner des Deutschen Buchpreises im vergangenen Jahr eine halbe Millionen Mal verkauft hat, jetzt bei Weltbild als Softcover in einer Art Clubausgabe zu Weihnachten für 14,95 Euro zu haben."
Außerdem im arg zusammengestampften Samstagfeuilleton: Wiebke Hüster berichtet mit recht gedämpfter Begeisterung vom Holland Dance Festival. Jürgen Dollase isst in der Trattoria dell'Alba in Piadena. In der Randglosse hätte Patrick Bahners gern klare Worte von der neuen EKD-Chefin Margot Käßmann zur Sterbehilfe. Und die Anne-Dore Kohn erinnert sich an ihre Schulfreundin aus dem Osten.
Bilder und Zeiten bringt einen Auszug aus Helmut Kohls Erinnerungen an Mauerfall und Wiedervereinigung: "Es war der Triumph der Freiheit." Jan Noeventhien erzählt von seiner Jugendfahrt in die DDR im Herbst 1989. Kerstin Holm berichtet von der Moskauer Millionärsmesse, auf der in diesem Jahr eine Nummer kleiner geprasst wurde. Irene Bazinger unterhält sich mit dem Linzer Komponisten und Lärmverächter Peter Androsch.
Besprochen werden Einspielungen von Beethovens und Haydns Volksliedbearbeitungen, Richard Hawleys Album "Truelove's Gutter" und Rammsteins neue CD "Liebe ist für alle da", Orhan Pamuks Roman "Das stille Haus", Thomas von Steinaeckers "Schutzgebiet" und Kinderbücher zum Mauerfall (siehe auch unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
In der Frankfurter Anthologie stellt Rüdiger Theodor Storms Gedicht "Das ist der Herbst" vor:
"Das ist der Herbst; die Blätter fliegen,
Durch nackte Zweige fährt der Wind..."
Archiv: Heute in den Feuilletons
Zurück in die Münzfernsprecher-Epoche
19.03.2010. In der FR erkennt Verena Auffermann in der Diskussion um Helene Hegemann die Angst vor der digitalen Zukunft. In der Welt bestätigt dies eine Studie und nennt auch eine Zahl: über 70 Prozent der Deutschen sind nie in der digitalen Gesellschaft angekommen. In der taz ist Liao Yiwu froh, dass seine Bücher illegal kopiert werden, sonst könnte sie niemand lesen. Die SZ porträtiert den künftigen tschetschenischen Nobelpreisträger Kanta Ibragimow, der seinen jüngsten Roman nur dank eines geschmuggelten USB-Sticks veröffentlichen konnte. In der FAZ rauft sich Constanze Kurz die Haare: Sendezeiten im Internet? Wo leben unsere Landespolitiker? Mehr lesen
Arrondierte Männergruppen
18.03.2010. Die FR spekuliert über die Frage,ob Günter Grass von westlichen Geheimdiensten ausspioniert wurde. Im Welt-Interview mit Julia Kristeva stellt sich heraus, das es der Poststrukturalismus mit dem Tod des Subjekts gar nicht so gemeint hat. In der Presse erklärt Andre Müller, warum es für sein Metier von Vorteil ist, ohne Vater aufgewachsen zu sein. In der FAZ warnt der Internetskeptiker Evgeny Morozov vor Twitter und Co. Der Zeit ist eins klar: Wenn Männer Männer missbrauchen, sind auf jeden Fall schon mal Männer schuld. Mehr lesen
Dinge zusammenzuleimen ist sehr einfach
17.03.2010. Die "Leipziger Erklärung" entfacht die Hegemann-Debatte neu. Die Welt erklärt, warum Christa Wolf Literatur ist, obwohl sie Sätze von Faulkner ohne Dank und Tüttel übernommen hat. Die SZ erklärt, warum Peter Esterhazy Literatur ist, obwohl er ganze Kapitel anderer Autoren abschrieb. In der SZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie von Mashups nichts hält. In der Welt erklärt Claude Lanzmann, warum die Juden nicht gerettet werden konnten. Auch die Debatten um die Abgründe der Reformpädagogik und des Katholizismus gehen weiter: Hans Küng fordert in der SZ ein Mea Culpa des obersten Vertuschers. Mehr lesen
Ein Mann wie Winnetou
16.03.2010. Der Tagesspiegel bringt eine Petition deutscher Großschriftsteller von Grass bis Wolf gegen einen möglichen Leipziger Buchpreis für Helene Hegemann. Gerhard Amendt belehrt in der Welt Josef Haslinger, dass er in seinem Text über pädophile Priester an einem kindlichen Zustand der seelischen Ohnmacht festhalte. Micha Brumlik findet für die taz von Anfang an homoerotische Aspekte in der deutschen Reformpädagogik. In der FAZ kritisiert Necla Kelek die islamischen Verbände in Deutschland. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert
15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen
Ich war verstört
13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas. Mehr lesen
Zeitung lebt
12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen
Damals war die Zukunft heute
11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen
Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen
10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter, meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen
Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel
09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen
Schwirren und fliegen und sausen
08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen
Denken Sie an Klaviersaitendraht
06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen
Antipathie gegen Beton und Stahl
05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen
Ein Fingernagel in ihrer Suppe
04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen. Mehr lesen
Ein Trost am Rand meines Grabes
03.03.2010. Liao Yiwu schickt seinen deutschen Lesern einen Trauergesang für die Dongxiao - die taz bringt ihn. Philip Gourevitch trägt außerdem im New Yorker einige sehr interessante Links zu Liao bei. Der NZZ geht das Urteil zur Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug: Sie fragt, was aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung geworden ist. In Sachen Leistungsschutzrechte spielt die Bundesjustizminsterin im Magazin promedia auf Zeit.In der FR schreibt der chilenische Autor Ariel Dorfman über das Erdbeben. Mehr lesen



