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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Lüstern im paradiesischen Gras
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
31.10.2009. Die Welt präsentiert die New Yiddishists. Als Ausweg aus der deutschen Fernsehfilmmisere kann sich die SZ nur eine Lösung vorstellen: die komplette Zerschlagung der Produktionskonglomerate. Die taz begreift dank Robert Crumbs endlich die Bibel. In der NZZ erinnert sich Volker Braun an eine Zeit des Handelns der Künste. FR, Welt und FAZ kommentieren den Verkauf des Suhrkamp Archivs nach Marbach.
Die Tageszeitung | Die Welt | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Tageszeitung, 31.10.2009
Für ziemlich kongenial hält Thomas von Steinaecker die Comic-Version der "Genesis" von Robert Crumb: "Spätestens wenn sich Adam und Eva zum ersten Mal lüstern im paradiesischen Gras wälzen, beginnt deutlich zu werden, worum es Crumb geht: Nicht um die Bibel als Quelle des Spirituellen, sondern als Kraftwerk des Erzählerischen, das als Menschen-, nicht als Gotteswerk vor allem von eben solchen, von Menschen handelt. Diesen Charakter des Irdischen betont Crumb subtil durch das Fleischliche seiner Figuren. Seine Frauen sind kurvig, vom Leben gezeichnet seine faltigen Greise. Bezeichnend hierfür ist, dass Crumb die endlosen Namensaufzählungen des Stammes Abrahams nicht überspringt, sondern jedem einzelnen Familienmitglied ein eigenes individuelles Gesicht gibt."
Weitere Artikel: Katrin Bettina Müller hat den erfolgreichen Jungdramatiker Dirk Laucke getroffen und stellt ihn vor. Cristina Nord porträtiert den israelischen Filmregisseur Avi Mograbi, der den Konrad-Wolf-Preis erhält. In der "Leuchten der Menschheit"-Kolumne schüttelt Doris Akrap über linksdogmatische Israelfeinde in Hamburg den Kopf. Sabine am Orde unterhält sich mit dem nordrhein-westfälischen Integrationsminister Armin Laschet über sein Buch "Die Aufsteigerrepublik".
Besprochen werden ein Jack-Smith-Festival in Berlin, und Bücher, darunter Gerhard Henschels nicht unautobiografisches neues Werk "Jugendroman" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Und Tom.
Die Tageszeitung | Die Welt | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Welt, 31.10.2009
David Sacks stellt einige Autoren vor, die zu den New Yiddishists gehören - das sind amerikanisch-jüdische Autoren wie Dana Horn, Nathan Englander, Michael Chabon, Nicole Krauss oder Jonathan Safran Foer, die in ihren Büchern ihr Jüdischsein gewissermaßen als Coolnessfaktor behandeln, der ihrem Amerikanischsein eine schärfere Identität verleiht. Das hat seine Tücken, denn als "jüdische Autoren" möchten sie sich auch wieder nicht beschrieben wissen, so Sacks: "Man hat Angst vor einer Selbst-Ghettoisierung, davor, den Blick so sehr nach innen zu richten, dass Perspektive und ein breiteres Publikum verloren gehen. 'Ich lehne das aus vollem Herzen ab', sagt Nathan Englander, wenn man ihn fragt, ob er sich für einen 'jüdischen Schriftsteller' halte. Warum, das erklärt Englander, der in einer orthodoxen Gemeinde aufgewachsen ist, heute aber ein großteils säkulares Leben führt, so: 'Es ist die Idee des Anderen. Nach Lesungen kommen Juden zu mir und fragen: Kann ich ihr Buch meinen nicht-jüdischen Freunden geben? Ich meine, das würde man doch nie über John Updike oder Alice Munro sagen: Was für nicht-jüdische Bücher soll ich kaufen? Es ist doch keine Genreliteratur. Ich finde das einfach total beleidigend.'"
Außerdem: Tilman Krause besucht Hanns-Josef Ortheil im Westerwald (für dessen Reize er unempfänglich bleibt: "wenn schon Landschaft, dann bitte spektakulär!"). Uwe Wittstock erinnert an den Schriftsteller Franz Fühmann. Andrea Neuhaus schickt einen Essay über die Sehnsucht nach der Langsamkeit. Besprochen werden unter anderem William Boyds Roman "Einfache Gewitter", Hugo Loetschers Erinnerungen, einige Bücher zum Fall der Mauer und Ulrich Ritzels Krimi "Beifang".
Im Feuilleton hält Uwe Wittstock fest, dass in der Meldung über den Verkauf des Suhrkamp-Archivs an Marbach eine Kleinigkeit fehlt: "Joachim Unseld, der als Mitgesellschafter zwanzig Prozent des Suhrkamp-Verlags hält, hat zu dem geplanten Geschäft seine Zustimmung nicht gegeben."
Besprochen werden die Aufführung von Schillers "Der Parasit oder die Kunst, sein Glück zu machen" am Berliner Ensemble und zwei Berliner Ausstellungen über die Kunst der Renaissance unter den Hohenzollern, im Schloss Charlottenburg und in der Marienkirche (mehr hier).
Die Tageszeitung | Die Welt | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Süddeutsche Zeitung, 31.10.2009
Der Fall Doris Heinze hat für Tobias Kniebe in aller Deutlichkeit vor Augen geführt: Die deutsche Film- und/als Fernsehfilmlandschaft liegt im Argen. Was aber hülfe? "Was wir also bräuchten in Deutschland ... wären vor allem große Produzentenfiguren. Menschen, die echte Visionen mit echtem finanziellen Geschick verbinden und dabei niemanden mehr, vor allem keine staatlichen Fördergremien, um Erlaubnis fragen müssen. ... Damit es solche Produzenten wirklich geben könnte, müssten die großen deutschen Film- und Fernseh-Konglomerate erst einmal komplett zerschlagen werden. Die Ufa müsste mit der Kettensäge von RTL getrennt, Bavaria und Studio Hamburg dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen entrissen, die Degeto am besten aufgelöst werden. Dann gäbe es einen freien Markt. Es wäre wunderbar. Aber: Es wird ungefähr dann passieren, wenn die Hölle einfriert." Vorderhand fordert Kniebe deshalb erst einmal mehr Entscheidungsbefugnis, mehr Sichtbarkeit für mutige Fernsehredakteure.
Weitere Artikel: Für durchaus konsequent, auch in der Absetzungsbewegung von Frankfurt, hält Lothar Müller den Verkauf der Suhrkamp-Archive an das Marbacher Literaturarchiv. Warum im Namen der Kunst in Pulheim nach Gold gegraben wird, weiß Holger Liebs. Von einem Kriegskindertreffen und dort vorgetragenen Forderungen nach Archiveinsicht und Staatsbürgerschaftsanerkennung berichtet Jeanne Rubner. In Russland wird, wie Sonja Zekri informiert, gerade wieder über die Todesstrafe diskutiert. Joachim Kaiser liest das Opernmagazin Max Joseph, in dem ihm zu viel spekuliert wird. Geburtstagsglückwünsche gehen an die Fotografin Herlinde Koelbl zum Siebzigsten und den Schauspieler Bud Spencer zum Achtzigsten.
Im Aufmacher der SZ am Wochenende denkt Hilmar Klute über Provokationen und die Reaktionen der Gesellschaft darauf nach - unter anderem am Beispiel des Schriftstellers Eckhard Henscheid, der sich jüngst weniger mit einer wüsten Anti-Merkel-Polemik unmöglich machte als damit, dass er sie in der rechten Jungen Freiheit veröffentlichte. Wolfgang Koydl gratuliert dem britischen Geheimdienst MI6 mit einem Porträt zum Hundertsten. In einem doppelseitigen Special geht es um die Bahn und was aus ihr wird. Auf der Historienseite erinnert sich ein Augenzeuge an die Verteidigung Großbritanniens gegen die Nazis durch die Royal Air Force. Im Interview spricht Kristin Rübsamen mit Richard Gere allen Ernstes vor allem über Hunde.
Besprochen werden das Dokumentartheaterstück "Der dritte Weg" von Nina Gühlstorff und Dorothea Schroeder, das in Jena uraufgeführt wurde, die Leipziger Aufführung von Arvo Pärts dem inhaftierten russischen Oligarchen Chodorkowskij gewidmeter vierter Sinfonie, die Comic-Ausstellung "Sexties. Ceprax/Cuvelier/Forest/Peellaert" in Brüssel, und Bücher, darunter Armin Thurnhers Roman "Der Übergänger" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Frankfurter Rundschau, 31.10.2009
Lokalpatriotismus hin oder her, nüchtern betrachtet kann man, findet Ina Hartwig, gegen die Suhrkamp-Entscheidung, die Archive nach Marbach zu geben, wenig Stichhaltiges einwenden: "Verlässt man die gewissermaßen persönlich-regionale Sphäre, verlässt man die Psychologie des Scheiden-tut-weh, sieht man den Suhrkamp Verlag und seine Archivbestände als Angelegenheit überregionalen Interesses, dann kann man die Lösung, die Marbach mit seinem Know-How, den knapp 200 Mitarbeitern, den beiden Museen - Schillermuseum und Literaturmuseum der Moderne - bietet, vernünftigerweise gar nicht ablehnen."
Weitere Artikel: Julia Kospach unterhält sich mit dem diesjährigen Büchner-Preisträger Walter Kappacher. In einer Times Mager berichtet Harry Nutt, was der Historiker Timothy Garton Ash und der Schriftsteller Cees Noteboom bei einer Berliner Veranstaltung über die Wiedervereinigung zu sagen hatten. In ihrer US-Kolumne beschäftigt sich Marcia Pally diesmal mit den Community Colleges. Arno Widmann macht sich Gedanken zum 60. Geburtstag des Konkurrenzblatts FAZ. Der Verleger Egon Ammann schreibt zum Tod des Übersetzers Fritz Vogelgsang.
Besprochen werden eine Inszenierung von Yasmina Rezas "Der Gott des Gemetzels" am Frankfurter Gallus-Theter, eine Ausstellung mit Möbelkunst von Andre Charles Boulle im Frankfurter Museum für angewandte Kunst (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Neue Zürcher Zeitung, 31.10.2009
Der Schriftsteller Volker Braun erinnert sich an den Zusammenbruch der DDR und schreibt: "Das war eine Zeit des Handelns der Künste, der Arbeit auf eine Wende zu, die lange vorher als Ernüchterungsarbeit begann. Ihr einsamer Prolog war Hermlins Gedicht von 1947, 'Die Zeit der Wunder ist vorbei', ihre größte Wirkung hatte sie in jenem an Wundern reichen Jahr 1989. Handeln hieß: in die Widersprüche zu dringen und nicht nur die Symptome zu zeigen, sondern das Verhängnis, das die Gesellschaft zerreisst. Wir haben uns vielleicht vorzuwerfen, nicht das Gute an ihr gewürdigt, nicht für sie gutgesprochen zu haben."
Weiteres: Autorin Sibylle Lewitscharoff erklärt ihren Stil. Besprochen werden eine große Aussstellung zu Louis XIV in Versailles und Bücher, darunter Andrej Kurkows Roman "Der Milchmann in der Nacht", Peter Roseis Roman "Das große Töten" und Alois Hotschnigs Erzählungen "Im Sitzen läuft es sich besser davon" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
In Literatur und Kunst porträtiert Karl-Markus Gauss den Schriftsteller Walter Kappacher, dem heute der Büchnerpreis verliehen wird: "Ein Mann, den man sich in einer literarischen Fernseh-Soiree schlichtweg nicht vorstellen kann, dem man ansieht, welche inneren Widerstände er überwinden muss, wenn es nur darum geht, seine eigenen Texte in der Öffentlichkeit vorzutragen, und der, kaum dass zehn Leute beisammenstehen, sich immer wie ein freundlicher Fremdling unter ihnen ausnehmen wird. Kurz, Walter Kappacher ist ein herrlich unzeitgemäßer Schriftsteller."
Hans Ulrich Gumbrecht fragt, was die Geisteswissenschaften in Zeiten der Krise helfen können. Uwe Justus Wenzel erkundet das Geheimnis der Philosophie.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2009
"Nie standen die Sterne höher und heller über unserem Haus", freut sich Ulrich Raulff, Leiter des Literaturachivs, über die Entscheidung des Suhrkamp Verlags, sein Archiv nach Marbach zu verkaufen, wie Felicitas von Lovenberg berichtet. Eigentlich geht die Entscheidung für sie in Ordnung. "Besorgnis erregt aber der Umstand, wie offen die Geldnot des Verlags inzwischen zutage tritt. Dem Vernehmen nach wird im Kunsthandel bereits nach neuen Besitzern für einige verlagseigene Kunstwerke gesucht, zu denen unter anderem der berühmte Goethe von Warhol zählen soll. Währenddessen ist Uwe Tellkamps 'Turm', der sich als Gewinner des Deutschen Buchpreises im vergangenen Jahr eine halbe Millionen Mal verkauft hat, jetzt bei Weltbild als Softcover in einer Art Clubausgabe zu Weihnachten für 14,95 Euro zu haben."
Außerdem im arg zusammengestampften Samstagfeuilleton: Wiebke Hüster berichtet mit recht gedämpfter Begeisterung vom Holland Dance Festival. Jürgen Dollase isst in der Trattoria dell'Alba in Piadena. In der Randglosse hätte Patrick Bahners gern klare Worte von der neuen EKD-Chefin Margot Käßmann zur Sterbehilfe. Und die Anne-Dore Kohn erinnert sich an ihre Schulfreundin aus dem Osten.
Bilder und Zeiten bringt einen Auszug aus Helmut Kohls Erinnerungen an Mauerfall und Wiedervereinigung: "Es war der Triumph der Freiheit." Jan Noeventhien erzählt von seiner Jugendfahrt in die DDR im Herbst 1989. Kerstin Holm berichtet von der Moskauer Millionärsmesse, auf der in diesem Jahr eine Nummer kleiner geprasst wurde. Irene Bazinger unterhält sich mit dem Linzer Komponisten und Lärmverächter Peter Androsch.
Besprochen werden Einspielungen von Beethovens und Haydns Volksliedbearbeitungen, Richard Hawleys Album "Truelove's Gutter" und Rammsteins neue CD "Liebe ist für alle da", Orhan Pamuks Roman "Das stille Haus", Thomas von Steinaeckers "Schutzgebiet" und Kinderbücher zum Mauerfall (siehe auch unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
In der Frankfurter Anthologie stellt Rüdiger Theodor Storms Gedicht "Das ist der Herbst" vor:
"Das ist der Herbst; die Blätter fliegen,
Durch nackte Zweige fährt der Wind..."
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





