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Perlentaucher-Autor

Andre Glucksmann

Andre Glucksmann, 1937 als Sohn deutsch-jüdischer Emigranten in Boulogne-sur-Mer geboren, gehört mit Bernard-Henri Levy und Alain Finkielkraut zur "Neuen Philosophie" in Frankreich, deren Vertreter in ihrer Auseinandersetzung mit dem Marxismus eine dezidierte Kritik totalitaristischer Systeme entwarfen. Bekannt wurde er 1967 mit der Abhandlung "Le discours de la Guerre", die er am Centre National de la recherche Scientifique anfertigte. Glucksmann weist der Philosophie die Aufgabe zu, vehement gegen menschliche Unzulänglichkeit und Unmündigkeit vorzugehen ("La betise", 1985; Die Macht der Dummheit). Eine rein akademische, methodisch strenge Philosophie lehnt er deshalb ab. Das Denken muss sich nach praktischen Erwägungen unter sozialen Fragestellungen ausrichten und deshalb zwangsläufig politisch sein. Es hat die Aufgabe, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu wecken und ihr kritisches Bewusstsein zu schulen. Ziel ist vor allem die Aufdeckung allgemeiner Strukturen staatlicher Gewalt.
Bücher von Andre Glucksmann

15 Artikel

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Gemeinsam einsam: Havels Beispiel

Essay 29.12.2011 Der Dissident ist nicht tot. Vaclav Havel verkörperte diese Figur wie kein anderer. Er demonstrierte die Macht der Ohnmacht - und war siegreich. mehr lesen

Jerusalem ist nicht der Nabel der Welt

Essay 22.02.2011 Die Tunesier und die Ägypter sind zu Beginn des Jahres 2011 realistischer und klüger als die diplomierten Geopolitiker: Für die Revolutionäre des Tahrir-Platzes ist Jerusalem nicht das Zentrum der Welt. mehr lesen

Revolution ohne Gewähr

Essay 17.02.2011 Wer Revolution und Freiheit sagt, sagt nicht gleich Demokratie, Respekt für Minderheiten, Gleichberechtigung, gute Nachbarschaft. Das alles bleibt noch zu erringen. Begrüßen wir die arabischen Revolutionen und begleiten wir sie mit wachem Blick auf die Gefahren. mehr lesen

Ein erfrischendes Signal

Essay 29.06.2010 Während die Regierungen in den Kalküls der Tagespolitik versinken, zeigt die Begeisterung für Joachim Gauck, dass Europa sein Gedächtnis noch nicht verloren hat. mehr lesen

SOS Georgien? SOS Europa!

Essay 17.08.2008 Endet die kurze gemeinsame Geschichte Europas in der kaukasischen Olympiade des Grauens? mehr lesen

Untot: Der Geist des Mai

Essay 23.04.2008 Verraten wurde der Geist des Mai von der heutigen Linken, die ihn sich gern als Feder an den Hut steckt, und bei Korruption und Staatsverbrechen züchtig die Augen senkt. mehr lesen

Wieviele Divisionen hat Garri Kasparow?

Essay 03.05.2007 Putin, sein Öl, sein Gas. Gerhard Schröder steckt sich seine Dividenden ein. Anna Poltikowskaja ist schon vergessen. Die neuen Dissidenten um Garri Kasparow lassen unsere moralischen Autoritäten kalt. Habt Ihr nichts gelernt, Ihr Großen Europas? Von Andre Glucksmann mehr lesen

Gegen Terror und Einsamkeit

Essay 04.01.2007 Terrorismus kann man nur bekämpfen indem man die Abschottung aufsprengt, in der die Opfer der politischen und sozialen Pest von Terror und Einsamkeit gefangengehalten werden. Ein Plädoyer für das Projekt "Studieren ohne Grenzen", das einige Studenten von Tschetschenien nach Europa holte. mehr lesen

George Bush ist schuld

Essay 21.09.2006 In den Medien geriet das Gedenken zum 5. Jahrestag der Anschläge auf New York und Washington oftmals zu einer Art exorzistischen Sitzung, bei der George Bush als perfekter Sündenbock fungierte. Aber das magische Denken des Antiamerikanismus verstellt den Blick auf die Wirklichkeit. mehr lesen

Das Jerusalem-Syndrom

Essay 09.08.2006 Ein surreales Drehbuch geistert durch die Hirne des 21. Jahrhunderts. Es behauptet, dass alles sich an den Ufern des Jordan entscheidet. mehr lesen
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Archiv: Perlentaucher-Autoren

Archiv: Essay

Peter Mathews: Der wohlverstandene Islam

14.11.2014. Zwei Anmerkungen zu Katajun Amirpurs Kampf gegen den "Islamischen Staat" mit theologischen Mitteln - und zum offenen Brief konservativer Islamgelehrter an den selbsternannten Kalifen von Bagdad. Mehr lesen

Archiv: Virtualienmarkt

Rüdiger Wischenbart: Die Buchkultur und der leere Stuhl

21.08.2014. Der Streit um Amazon in den USA und Deutschland ist Symptom einer säkularen Veränderung der Buchbranche. Der Appell an den Staat gegen die Internetgiganten wird nicht weiterhelfen: Die Impulse müssen aus der Gesellschaft kommen. Manifest für eine soziale Marktwirtschaft im Buch-Business. Mehr lesen

Archiv: Post aus ...

Flirt mit dem chinesischen Modell

06.02.2014. In der Türkei hat das Parlament gestern Nacht ein Gesetz verabschiedet, das das Abschalten unliebsamer Webseiten erleichtert. Befürworter loben es als Schutz der Bevölkerung, Gegner sprechen von Zensur. Präsident Erdogan findet: Twitter ist der größte Unruhestifter in heutigen Gesellschaften. Mehr lesen