Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Ganz funktionell und auch ein wenig obszön

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

30.10.2009. Laut FR rät Jeff Jarvis deutschen Medien zu einer chinesischen Selbstkritik. In der Welt macht Alaa al-Aswany das "Regime von Kriechern und Claqueuren" in Ägypten für den katastrophalen Braindrain im Lande verantwortlich. Außerdem lässt sich die Welt von der Tuba fönen. Im Standard konstatiert Daniel Goldhagen: "Die UNO ist mehr ein Ermöglicher von Völkermord als ein Verhinderer." Und in der FAZ schildert Viktor Jerofejew die russische Intelligenzija in der Krise: verwirrt und verloren.

Frankfurter Rundschau, 30.10.2009

Arno Widmann besichtigt euphorisch einen lange ignorierten "Schatz" von Sammlungsobjekten aus der ganzen Welt im Frankfurter Museum der Weltkulturen. In der Ausstellung "Being Object. Being Art" sieht er auch Geschlechterverhältnisse diskutiert, so bei einer Mastgabel aus Melanesien: "Man erkennt einen Frauenunterkörper mit Scham und Klitoris. Die Taue wurden über diese Klitoris geführt. Der Teil der Gabel, der in den Segelbaum eingelassen wurde, hat die Form eines Penis. Sodass das ganze Objekt, wie es jetzt - gewissermaßen auf den Kopf gestellt - in der Ausstellung zu sehen ist, ein Doppelgeschlechtswesen ist, eine Figur, in der Männliches und Weibliches ganz funktionell und auch ein wenig obszön zusammengebracht wurden."


Weiteres: Daland Segler berichtet von Jeff Jarvis' Auftritt bei den Münchner Medientagen, zu der er per Skype zugeschaltet wurde. Neben dem Rat, sich ein Beispiel an Google zu nehmen und mehr in Richtung "Link-Wirtschaft" zu denken, gab er noch weitere Tipps für die deutschen Medienschaffenden: "Auf Thomsens Frage, was die Podiumsteilnehmer denn nun diskutieren sollten, riet Jarvis zu einer 'sehr ehrlichen chinesischen Selbstkritik'." In Times Mager gönnt Harry Nutt Herta Müller ein Privatleben. Peter Michalzik besucht die "schiefe, sehr unregelmäßige" Alte Synagoge in Erfurt, das ansonsten vor allem "ratskellert" und "coffeeshopt". Judith von Sternburg war bei einer schwungvollen Lesung von Mircea Cartarescu im Literaturhaus Frankfurt. Ninette Krüger stellt den neuen ZDF-Kanal für die unter Fünfzigjährigen "Neo" vor. Ulrike Simon meldet den Wechsel von Wolfram Weimer, Chefredakteur und Herausgeber des Cicero, zu Focus.

Besprochen werden ein Konzert des Jazzsaxophonisten Jan Garbarek in der Alten Oper in Frankfurt, das neue Album "Origin:Orphan" der Band Hidden Cameras sowie Max Goldts neues Werk "Buch namens Zimbo" (mehr in der Bücherschau ab 14 Uhr).

nach oben

Berliner Zeitung, 30.10.2009

Ulrike Simone trifft Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer, dessen Zeitung auf Tabloid-Format schrumpft und jetzt 2,10 Euro kostet: "In zwei, drei Jahren, kann ich mir vorstellen, dass wir drei Euro kosten".

nach oben

Die Welt, 30.10.2009

Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall wirft Michael Pilz einen Rückblick auf die Popularisierung des Balkan-Pops, die von Berlin und Wien ausging: "Balkan statt Ballermann, das Leben ist eine Bauernhochzeit. Da fühlt sich der durchschnittliche Hedonist wieder als Mensch. Ein fröhlicher Schlawiner, der sich die Frisur gern von der Tuba fönen lässt, der weiß, wo seine Urgroßmutter her kam und wo er zu Hause sein will. Abwirtschaften kann der Westen sich auch ohne ihn."


Hanns-Georg Rodek hat Birgit Schulz' Dokumentarfilm über "Die Anwälte" Schily, Ströbele und Mahler gesehen, die einst Sozii eines Anwaltskollektivs waren, das Terroristen raushaute, bis Mahler selber einer wurde, aber der Film scheint nicht an die drei heranzukommen: "Die meiste Zeit wird man .. den Eindruck nicht los, als habe der Anwalt in Ströbele, Schily und Mahler seinem Mandanten den dringenden Ratschlag gegeben, bloß nicht mehr zu erzählen als das, was sowieso schon bekannt und belegt ist."

Weitere Artikel: Manuel Brug spekuliert über die Zukunft der Salzburger Osterfestspiele und die Rolle der Berliner Philharmoniker darin. Von Brug wird auch ein Interview mit dem frankosizilianischen Tenor Roberto Alagna veröffentlicht, das in einer Biografie des Sängers erscheint. Gernot Facius fragt, was aus der vor zehn Jahren formulierten "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" der katholischen und evangelischen Kirchen wurde. Von der Reporterin Jennifer Wilton wird eine etwas pathetische Hommage auf "den" Journalisten abgedruckt, die einen Journalistenpreis erhielt. Gemeldet wird, dass Cicero-Gründer Wolfram Weimer Chefredakteur des Focus wird.

Auf der Forumsseite geißelt der ägyptische Autor Alaa al-Aswany ("Der Jakubijan-Bau") die allgegenwärtige Korruption in seinem Land, die zu einem katastrophalen Braindrain führt: "Die Maschinerie des ägyptischen Regimes schließt Menschen mit Kompetenz und Talent gewohnheitsmäßig aus und öffnet Kriechern und Claqueuren Tür und Tor."

nach oben

Die Tageszeitung, 30.10.2009

In der tazzwei versucht Hermannus Pfeiffer vor dem sechzigsten Geburtstag der FAZ noch einmal, die Kapitalgeber ihrer finanzkräftigen Stiftung zu ergründen. Joachim Lottmann begrüßt den Verteigungsbaron.


Besprochen werden im Kulturteil das neue Album "Embryonic" der Flaming Lips (das laut Ulrich Rüdenauer jede Menge "luxuriös verschleuderte Geistesblitze" aufzuweisen hat), die CD "The Angst and the Money" der Wiener Diskursrockband Ja, Panik und ein Sammelband "Krise der SPD".

Und Tom.

nach oben

Neue Zürcher Zeitung, 30.10.2009

Brigite Kramer berichtet aus Spanien über die heftig diskutierte Hebung des Grabs von Federico Garcia Lorca. Thomas Maissen schreibt zum Tod des Schweizer Wirtschaftshistorikers und Präsidenten der Unabhängigen Expertenkommission zur Schweiz im Zweiten Weltkrieg, Jean-Francois Bergier.


Besprochen werden eine Gehry-Schau in Mailand, eine Ausstellung der Schweizer Künstlerin Silvie Defraoui im Centre culturel suisse de Paris und auf der Plattenseite das Album "Este Mundo" von Rupa & the April Fishes (vor deren Sängerin Rupa Marya Knut Henkel auf die Knie geht) sowie der Michael-Jackson-Film "This Is It".

nach oben

Der Standard, 30.10.2009

Im Interview mit Eric Frey im Standard erklärt Daniel Goldhagen, warum er eine Intervention demokratischer Staaten gegen genozidale Regimes immer noch für gerechtfertigt hält: "Was wir ändern können, ist, die Kosten-Nutzen-Rechnung von potenziellen Völkermördern zu verändern. Diese Leute sind nicht verrückt, sonst wären sie nicht dort, wo sie sind, sondern sie kalkulieren kühl. Sie müssen wissen, dass sich eine eliminatorische Politik nicht auszahlt, dass sie einen hohen Preis bezahlen werden." Kritik äußert Goldhagen an der UNO: "Die Uno ist mehr ein Ermöglicher von Völkermord als ein Verhinderer."

nach oben

Aus den Blogs, 30.10.2009

Netzpolitik bringt Neues über das klaffende Datenleck bei libri.de: "Das Datenleck bei Libri.de war größer als gestern berichtet. Wir hatten gestern Zugang zu vielen der über 1000 Shops, die im Libri.de-Marktplatz existieren. Darin fanden sich sämtliche digitalen Daten der jeweiligen Online-Vertriebs-Geschichte!"

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 30.10.2009

Andreas Zielcke stellt den Fall Polanski in eine historische Perspektive und erinnert daran, dass es in früheren Zeiten sehr wohl etwas wie Rechtsprivilegien für große Künstler gegeben hat. (Im Fall Polanski selbst hat er massive Zweifel an den Maßstäben des US-Rechts.) Johannes Willms berichtet aus Frankreich, wo gerade über den Sinn oder Unsinn einer nationalen Identitätsdebatte diskutiert wird. Jörg Häntzschel war dabei, als in New York die großen Geister Judith Butler, Charles Taylor und Jürgen Habermas über "Säkularkonzepte" sprachen. Vom Leipziger Dokumentarfilmfestival berichtet Martina Knoben. Sehr freut sich Johan Schloemann über den Ankauf zweier "prächtiger Dokumente aus der Familiengeschichte der Fugger" durch die Bayerische Staatsbibliothek. Thomas Speckmann liest einen Aufsatz über europäische Schwierigkeiten beim Staatenbauen. Auf der Medienseite kommentiert Hans-Jürgen Jacobs die Übergabe der Focus-Chefredaktion an den bisherigen Cicero-Chef Wolfram Weimer.


Besprochen werden die Nan-Goldin-Ausstellung "Poste restante" bei c/o Berlin, Maurizio Pollinis CD-Einspielung des 1. Bandes des Wohltemperierten Klaviers von Johann Sebastian Bach ("eine der beeindruckendsten Klavierplatten überhaupt", schwärmt Reinhard J. Brembeck), Sung-Hyung Chos Dokumentarfilm "Endstation der Sehnsüchte" (mehr) und Bücher, darunter die nunmehr auf Deutsch erschienene Korrespondenz zwischen Michel Houellebecq und Bernard-Henri Levy und Gerhard Roths Wien-Studien "Die Stadt" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2009

Der Schriftsteller Viktor Jerofejew erklärt, warum der Kapitalismus in Russland nie wirklich ankommen wird. Und warum deshalb auch die Reaktionen auf die Finanzkrise nicht wirklich angemessen sind. Und wer schon gar nicht hilft, das ist die russische Intelligenzija: "Kehren wir zurück zur russischen Intelligenzija. Zwischen Sozialismus und Kapitalismus bewahrt sie eine distanzierte Neutralität, aber ihre Meinung interessiert ohnehin kaum jemanden; sie ist verloren und verwirrt, sie spürt ihre historische Rolle nicht. Außerdem hat die gesamte aufgeklärte russische Gesellschaft - besagte Intelligenzija, die Mittelschicht, Studenten, ein Teil der reichen Unternehmer - mit Einsetzen der Krise begonnen, über die ewigen Fragen des Seins nachzudenken."


Weitere Artikel: Marcus Jauer berichtet, dass im ehemaligen Stasi-Knast in Hohenschönhausen nun unterm Deckmantel der Kunst Stasi-Knast nachgespielt wird: "Das Projekt besteht darin, dass sich ein ehemaliger Häftling eine Woche lang in eine Zelle einsperren lassen und dabei rund um die Uhr von einer Kamera beobachten lassen will. Das Ganze wird ins Internet übertragen." Angela Merkel wird am 11. November in Paris zu den Feiern des "Waffenstillstandstags" - somit Feiern zum Ende des Ersten Weltkriegs - anreisen: Gar nichts hält Lorenz Jäger von dieser "erinnerungspolitischen Gymnastik", bei der Deutschland sich "als der Besiegte den Siegern" zugesellt. In der Glosse geht es themenverwandt auch um Angela Merkel in Paris - nämlich die Art, wie ihr beim Blitzbesuch dort die Geschenke in aller Öffentlichkeit übergeben wurden. Joseph Croitoru erinnert daran, dass die Meteorologie mitten im Kalten Krieg schon global und blockübergreifend forschte. Enrico Santifaller erfreut sich am Neubau des Frankfurter Ordnungsamts. Auf der Medienseite erläutert Werner Hahn, Justitiar des NDR, warum seiner privaten Auffassung nach der Staatsvertrag des ZDF mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist.

Besprochen werden die Pariser Ausstellung "Asterix au Musee de Cluny" (in der Andreas Platthaus einen Beweis findet, dass die Römer eigentliche die Deutschen sind), die Ausstellung "Dichter am Apparat" im Zürcher Museum Strauhof, der Michael-Jackson-Film "This Is It" und Bücher, darunter Imke Elliesen-Kliefoths Band mit Künstler-Gesprächen "Bergauf beschleunigen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons