Debatte
ERZÄHLUNGEN
21.05.2013. Marseille, Kulturhauptstadt 2013. Mit ihrem hohen Migrantenanteil ist die Mittelmeermetropole ein Vorreiter der Integration. Fünfzig Jahre später haben sich die Hoffnungen zerschlagen, die Segregation ist in vollem Gang. Die Vereinten Progressiven Territorien sichern ihre Sektorengrenzen mit aller Macht ... Eine Erzählung
Von
Sascha Josuweit.
ESSAY

17.05.2013. Die Frage ist nicht, ob der Monotheismus die Welt grausamer gemacht hat, sondern ob er neue Argumente geliefert hat, Gewalt und Grausamkeit zu legitimieren. Für die Humanisierung gewaltlegitimierender Texte könnte die jüdische Auslegungstradition ein Vorbild sein.
Von
Jan Assmann.
ESSAY
07.05.2013. Die Fernsehmoderatorin Vanessa Blumhagen feiert große Erfolge mit ihrem Buch über die Hashimoto-Krankheit - aber sie liegt wahrscheinlich falsch. Trotzdem offenbart ihre Geschichte viel über das erodierende Arzt-Patient-Verhältnis und über die Segnungen des Netzes. Reflexion am eigenen Beispiel
Von
Ralf Bönt.
ESSAY

02.05.2013. The idea that one should look to Judaic monotheism for the root of anti-Semitism (or other violence) is a key confusion in this discussion, especially since Jan Assmann has no intention to blame Jews. Some ways out of an unproductive circle.
Von
Marcia Pally.
ESSAY

11.04.2013. Ein historischer Rundblick zeigt, dass es keine "mosaische Unterscheidung" brauchte, um im Namen einer Religion die eigenen Leute und andere zu massakrieren: eine Widerlegung der Assmann-Sloterdijk-Hypothese.
Von
Micha Brumlik.
IM ENTENTEICH
11.04.2013. Das Problem des Spiegels ist keines der Chefredaktion. Es kann im Grunde nur dann in Angriff genommen werden, wenn die Printleute aus der Mitarbeiter-KG die Online-Leute (und auch TV) integrieren. Von Thierry Chervel
ESSAY

09.04.2013. Die wirkliche Sensation der Sinaierzählung besteht in der Transformation eines Königskults in eine Volksreligion, im Bundesschluss zwischen Gott und seinem Volk - ohne Vermittlung durch einen König. Nach der von Jan Assmann lancierten Debatte wäre eine erinnerungsgeschichtliche Rekonstruktion der Mosefigur als internationales Projekt anzuregen.
Von
Rolf Schieder.
IM ENTENTEICH
03.04.2013. Berliner Zeitung und FR publizierten online eine Kritik am Verleger Alfred Neven DuMont. Nach ersten öffentlichen Reaktionen entfernten die Redaktionen den Text eilends wieder. Die Kritik am Verleger entspreche nicht den journalistischen Standards des Hauses. Von Thierry Chervel
IM ENTENTEICH
04.04.2013. Die Berliner Zeitung hat eine kritische Passage über den Verleger Alfred neven DuMont nachträglich unterdrückt. Aber was hat Widmann eigentlich gesagt?
IM ENTENTEICH
04.04.2014. Die Serie "Unsere Mütter Unsere Väter" stellt polnische Partisanen als notorische Antisemiten dar. Eine Relativierung von Nazi-Verbrechen. Von Adam Krzeminski
ESSAY
02.04.2013. Die verzagte Europa-Rede des Bundespräsidenten Joachim Gauck zeigte, dass sich die europäische Idee ihrer eigenen Geschichte nicht bewusst ist. Aber die bis zum Überdruss wiederholte Formel vom "fehlenden Gründungsmythos" ist falsch. Europa muss sich nur trauen - und an das "Junge Europa" erinnern.
Von
Peter Mathews.
ESSAY

18.03.2013. Die Fernsehserie "Borgen" beansprucht, einen präzisen Blick in die dänische Politik zu werfen: Aber das Thema, das Dänemark traumatisierte wie kein anderes, kommt in ihr nicht vor: Der Karikaturenstreit und die Islam-Debatte. Es gibt aber eine andere dänische Serie zum Thema: "Cellen", gedreht Regisseur und Komiker Omar Marzouk. Nur will sie keiner senden!
Von
Jens-Martin Eriksen , Frederik Stjernfelt.
VIRTUALIENMARKT

11.03.2013. Die Entwicklungen der letzten Monate haben nun gewissermaßen offiziell deutlich gemacht, dass nicht Google der eigentlich unheimliche Faktor für die Buchbranche ist.
Von
Rüdiger Wischenbart.
ESSAY

07.03.2013. Als nicht revolutionär, sondern evolutionär beschreibt Markus Witte die israelitische Religionsgeschichte. Doch der Widerspruch zwischen einer evolutionären Entwicklung und den revolutionären Ideen von Bruch und Stiftung findet in der Bibel selbst statt und beschreibt eine innerbiblische Spannung und Dynamik.
Von
Jan Assmann.
ESSAY

04.03.2013. Die bisherige Debatte über den biblischen Monotheismus ist zu sehr auf die Figur des Mose und die Exodus-Überlieferung fixiert. Ein ganz anderes Bild des altisraelitischen Eingott-Glaubens ergibt sich, wenn man die anderen Bücher der Bibel, insbesondere die Weisheitsliteratur, heranzieht.
Von
Markus Witte.
ESSAY

21.02.2013. Die Erzählung vom Bundesbruch durch den Tanz um das Goldene Kalb und die darauf durch Mose entfesselte Schlächterei ist grundlegend für das Judentum, aber auch für Christentum, Islam und säkulare Religionen. Dieses "Sinai-Schema" konfrontiert Gläubige mit der Forderung, Vertrauen in Gottes Gnade zu fassen, da er sie sonst gnadenlos vernichten wird. Wie umgehen mit den Intoleranz-Resten von Religion?
Von
Peter Sloterdijk.
ESSAY

11.02.2013. Es geht Jan Assmann nicht primär um die Gewalthaltigkeit des Monotheismus, sondern um das Projekt der Aufklärung, das "wahr/falsch" der mosaischen Unterscheidung in einem höheren "Sowohl - als auch" aufzuheben. Dies stellt aber keine Gegenposition zur christlichen Theologie dar, sondern bildet einen in ihr seit je präsenten Tiefenstrom.
Von
Klaus Müller.
ESSAY

06.02.2013. Ist es überhaupt sinnvoll, von einer "mosaischen Unterscheidung" zu sprechen? Nur die Lektüre der Bibel gibt hierüber Aufschluss. Ein Beitrag zur Monotheismus-Debatte.
Von
Bernhard Lang.
ESSAY

31.01.2013. Poly- und Monotheismus lösen sich nicht nur ab in der Religionsgeschichte; in komplexen Gesellschaften existieren sie auch als Perspektiven unterschiedlicher Trägerkreise nebeneinander. Die Gewaltneigung der monotheistischen Perspektive ergibt sich aus der spannungsreichen Grenzsituation zum Polytheismus und anderen Monotheismen.
Von
Bernhard Giesen.
ESSAY

29.01.2013. Mit dem Monotheismus entstand die Unterscheidung von wahr und falsch in der Religion - und damit eine spezifische Form der Gewalt. Erzählt wird von ihr in der Geschichte vom Exodus aus Ägypten. Und es bleibt dabei: Der "mosaischen Unterscheidung" können nur die Religionen selbst begegnen - mit einem "Sowohl als auch". Eine Antwort auf Rolf Schieder
Von
Jan Assmann.
IM ENTENTEICH

29.01.2013. Wie kommt die Gewalt in die Religion - ist sie den Monotheismen inhärent? Editorial zu der von Jan Assmann eröffneten Debatte im Perlentaucher
IM ENTENTEICH
12.12.2012. Den deutschen Medien erwächst im Netz eine Konkurrenz, die sie auch durch Leistungsschutzrechte nicht abwehren können. Und mehr zum Medienwandel im neuen Neunetzcast mit Marcel Weiß und Thierry Chervel
VIRTUALIENMARKT
27.11.2012. Nicht "Gratiskultur" und linker Hedonismus schaden dem traditionellen Qualitätsjournalismus, sondern eine Reihe von Großkonzernen. Sie heißen Reed Elsevier, ThomsonReuters oder Wolters Kluwer.
Von
Rüdiger Wischenbart.
IM ENTENTEICH
11.01.2013. Der Spiegel wird nur überleben, wenn Print und Online verschmelzen, nicht nur redaktionell, sondern auch organisatorisch. Von Thierry Chervel
IM ENTENTEICH
04.12.2012. Die Idee der öffentlich-rechtlichen Information lässt sich nur retten, wenn wir sie von den Anstalten befreien. Alle Akteure auf dem Markt sollten daran teilhaben können. Von Thierry Chervel
VIRTUALIENMARKT
30.10.2012. Kampf mit den Elefanten: Mit dem Zusammenschluss von Random House und Penguin entsteht der größte Buchverlag der Welt. Allerdings ist der Umsatz von Amazon fünfzehnmal größer als der des neuen Konzerns. Dennoch ist der Schritt der beiden Verlage ein symbolischer Moment in der Geschichte des Buchs.
Von
Rüdiger Wischenbart.
MELDUNGEN
12.10.2012. Der Friedensnobelpreis 2012 geht an das sanfte Monster Brüssel.
MELDUNGEN

11.10.2012. Der Nobelpreis für Literatur wurde dem chinesischen Schriftsteller Mo Yan verliehen, der "mit halluzinatorischem Realismus Volkssagen, Geschichte und die Gegenwart verbindet", wie es in der Begründung heißt.
LITERARISCHER RETTUNGSSCHIRM FÜR EUROPA

02.10.2012. Die hier versammelten 19 Texte sind in der Reihe "Europe now: Ein literarischer Rettungsschirm für Europa" erschienen, die das Internationale Literaturfestival Berlin organisiert hatte. Hier alle Texte im Überblick.
VIRTUALIENMARKT
08.10.2012. Das deutsche Buchgewerbe macht einen Hauptteil seines Umsatzes mit gebundenen Büchern. Aber dieser große Kuchen wird von vielen Seiten angefressen. Dabei wehrte sich die Branche lange gegen den falschen Gegner: Nicht Google, sondern Amazon heißt die Herausforderung.
Von
Rüdiger Wischenbart.
ESSAY
27.09.2012. Wir treten ein in die Boom-Zeit der Literatur. Und wer jetzt die Augen zumacht und behauptet, das alles sei flach, sei nur technische Spielerei, der ist taub. Wie der Text zum Flow wird, lässt sich noch nicht absehen. Die Litflow in Berlin erlaubt morgen und übermorgen, neues Denken über das Schreiben zu tanken.
Von
Stephan Porombka.
VIRTUALIENMARKT
20.09.2012. Weder ein amerikanischer Präsident noch die Kanzlerin sollen sich einmischen, wenn irgendjemand irgendwo einen Film macht oder eine Karikatur zeichnet. Abwiegelung ist keine Technik der Deeskalation und die Kunstfreiheit wichtiger als Tagespolitik.
Von
Rüdiger Wischenbart.
ESSAY
10.08.2012. Nicht die Frommen, sondern die Rationalen zeigen Demut vor der Schöpfung. Und in der Debatte um Beschneidung sind sie es, die sich mit Gegenargumenten auseinander setzen.
Von
Ralf Bönt.
IM ENTENTEICH
09.08.2012. Die Kritiker der Aufklärung würden die Debatte über Beschneidung gern unterdrücken. Aber Angstmachen gilt nicht. Eine Antwort auf Matthias Küntzel. Von Thierry Chervel
ESSAY
08.08.2012. Uralt-Ängste, Ressentiments und Projektionen im deutschen Beschneidungsdiskurs. Anmerkungen zu einer laufenden Diskussion
Von
Matthias Küntzel.
ESSAY

07.08.2012. Kohlköpfe, Salate und Unkraut: Wo beginnt die Kunst? Die Documenta der Kuratorin Carolyn Christov-Bakargiev stellt die Frage nach der Grenze zwischen Natur und Zivilisation neu. Und sie hat, ob wir das mögen oder nicht, die Autorität wieder vom Kurator in die Kunst selbst zurückverlagert.
Von
Marie Luise Knott.
ESSAY
17.07.2012. Begründen grüne Spitzenpolitiker und JuristInnen jetzt ihre Positionen zu Religion, Familie und Minderheiten mit wortwörtlichen Zitaten aus heiligen Büchern?
Von
Eva Quistorp.
ESSAY

10.07.2012. Beim "Internationale Literaturfestival Leukerbad" streiten Jürg Laederach und Franz Schuh über die Schweiz und Österreich und über die Frage, ob Graz die Rettung der deutschen Literatur ist. Sibylle Lewitscharoffs Löwe aus "Blumenberg" spaziert in weitere Lesungen, beißt aber nicht.
Von
Marie Luise Knott.
VIRTUALIENMARKT

09.07.2012. Was macht der Konzern Weltbild, den die Bischöfe aus Keuschheitsgründen verkaufen wollten und dann doch in eine Stiftung einbrachten, mit den leider pornografischen, aber dummerweise sehr erfolgreichen "50 Shades of Grey"? Und andere Streifzüge durch die Debatten ums Ebook.
Von
Rüdiger Wischenbart.
ESSAY

14.06.2012. Das eine herausragende Werk, das es nach Ansicht der Berichterstatter auf der documenta13 nicht gibt, gibt es doch: Mika Taanilas Videoinstallation über die Arbeiten am Kernkraftwerk Olkiluoto 3 in Finnland. Das also war sie, unsere moderne, elektrifizierte Zivilisation.
Von
Daniele Dell'Agli.
DOKUMENTATION
06.06.2012. Wie alle großen Romane der Moderne demontieren Péter Nádas' "Parallelgeschichten" das bürgerliche Subjekt. Es wird perforiert und entdeckt in sich unbekannte Gefühle, Gedanken, Gewalten. Es sieht "Im Zauberspiegel sich selbst". Laudatio auf Péter Nádas und die Übersetzerin Christina Viragh, die gestern den Brücke Berlin Preis erhielten.
Von
Jörg Plath.
ESSAY
21.05.2012. Den Begriff "Geistiges Eigentum" halte ich für tendenziös und wenig fruchtbar. Meine Fragen sind andere, mich interessieren weniger meine Befürchtungen als die Hoffnungen und Freuden, die sich mit dem Netz für mich verknüpfen. Über das Schreiben im digitalen Zeitalter.
Von
Katharina Hacker.
IM ENTENTEICH

Wie JLG das ZDF benutzte, um Waffen gegen Israel zu finanzieren. Von Thierry Chervel
IM ENTENTEICH
Die Rechte der Urheber sollten gestärkt werden, die der Allgemeinheit erst recht. Aber ganz bestimmt nicht die Monopolisierungstendenzen eines entstehenden medial-infrastrukturellen Komplexes. Eine Antwort auf Rainer Hank. Von Thierry Chervel
ESSAY
09.04.2012. Wer im Namen des "guten Lebens" Verzicht predigt, ist ein Heuchler. Es ist nicht die Aufgabe der Ökologie, die Annehmlichkeiten des Fortschritts in Frage zu stellen oder sie anderen nicht zu gönnen, sondern sie mit Respekt für den Planeten zu vereinbaren. Der totalitären Versuchung eines ökologischen Diskurses, der sich in die intimsten Aspekte und Daseins einmischt, darf Europa ebenso wenig nachgeben wie den Einflüsterungen des Finanzkapitals oder der religiösen Intoleranz. Plädoyer für ein solidarisches Europa, das seine Energie aus den Ideen der Aufklärung zieht.
Von
Pascal Bruckner.
IM ENTENTEICH
15.03.2012. Die Debatte um Christian Kracht hat die Literaturkritiker aufgescheucht. Nun stellen sie sogar wieder ein paar grundsätzlichere Fragen. Ein kleines Linkdossier pünktlich zur Leipziger Buchmesse von Paul Knittel.
IM ENTENTEICH
04.04.2013. Die Berliner Zeitung hat eine kritische Passage über den Verleger Alfred neven DuMont nachträglich unterdrückt. Aber was hat Widmann eigentlich gesagt?
IM ENTENTEICH
20.02.2012. Berliner Zeitung und FR publizierten einen Artikel mit harscher Kritik am Verlgaspatriarchen Alfred Neven DuMont. Nach öffentlichen Reaktionen wird der Artikel ohne Erklärung eilends wieder entfernt. Die Kritik am Verleger "entspreche nciht den journalistischen Standards des Hauses. Von Thierry Chervel