Heute in den Feuilletons - Archiv

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

Februar 2012

Pralinenschachtel aus Titan und Juwelen

29.02.2012. In der FR erzählt Götz Aly, was nach Beate Klarsfelds Kiesinger-Ohrfeige geschah. In der taz erklärt Ilija Trojanow, warum ihm vor der wachsenden Überwachungsindustrie graut. In der SZ sieht Gustav Seibt Joachim Gauck sehr wohl als Bürgerrechtler. In der NZZ erklärt Bahman Nirumand, warum die Wahlen im Iran mehr… Mehr lesen

Rechtfertigung des Wegschauens

28.02.2012. Laut Martin Walser im European bleibt uns schon aus ästhetischen Gründen nichts übrig als an Gott zu glauben. Das Niemanlab feiert den "noblen Hyperlink" und ermuntert Journalisten, ihn auch zu setzen. Hamed Abdel-Samad bleibt im Publik Forum trotz allem optimistisch in bezug auf die weiteren Aussichten des arabischen Frühlings.… Mehr lesen

Eigenständige Kopfmodernisierung

27.02.2012. Retromanie in Hollywood: Die Oscars gehen an eine französische Hommage an den amerikanischen Stummfilm, an eine amerikanische Hommage an Lumière und Mélies und an die eiserne Lady. Die Welt erklärt, was Westalgie ist. Die FAZ lässt sich vom Vegetarismus nicht überzeugen. In der taz porträtiert Gabriele Goettle den Soziologen… Mehr lesen

Erhöhte Plastizität aller Dinge

25.02.2012. Irights.info informiert, dass die Zeitungsverleger jetzt doch keinen gerechten Anteil von Google mehr wollen. In der Welt erzählt William Boyd, wie ihm in seinem Wien die Idee zu einem Roman kam. In der NZZ verteidigt der Städtebauhistoriker Vittorio Magnago Lampugnani die europäische Altstadt. Die SZ macht Lebenszeichen in der… Mehr lesen

Schnee weht durch zerschossene Fenster

24.02.2012. Spiegel Online bringt die letzte Reportage der in Syrien getöten britischen Reporterin Marie Colvin. In der NZZ erklärt der serbische Autor Dragan Velikic, warum manche Kräfte in seinem Land gar nicht an einem EU-Eintritt Serbiens interessiert sind. In der Welt erzählt der Schriftsteller Michal Hvorecky von den größten Demonstrationen… Mehr lesen

Und fette Drums

23.02.2012. Die taz ordnet das Cinema of Transgression avantgardehistorisch ein. In der FR erklärt die Pasionaria der Londoner Riots, Speech Debelle, welche Musik sie wirklich gerne hört. Die Welt erklärt, warum Anna Netrebko und Valery Gergiev und andere Künstler für Putin sind. Die SZ fordert den EUGh auf, Acta abzuservieren.… Mehr lesen

Pressestellenhafte Hauptsatzrealität

22.02.2012. Die Spanier bekommen in der Krise langsam Angst und zwar echte Angst, konstatiert der Schriftsteller Antonio Orejudo in der NZZ. Im Tagesspiegel erklärt der Autor Nikos Dimou, warum es ein Unglück ist, Grieche zu sein. Welt und FAZ sind begeistert vom erweiterten Städel-Museum in Frankfurt. Die SZ findet, es… Mehr lesen

Im literarischen Straflager

21.02.2012. Joachim Gauck ist der Mann der Stunde, auch in den Feuilletons. Die FAZ erklärt seinen Freiheitsbegriff. Er sei der erste von den Medien gekürte Bundespräsident, gibt die Welt skeptisch zu bedenken. Die taz nörgelt. Die NZZ findet es richtig, dass der Suhrkamp Verlag Robert Service' Trotzki-Biografie veröffentlicht. SZ und… Mehr lesen

Die Leistung der freien Presse

20.02.2012. Die FR ist sehr zufrieden mit der Rolle der Medien in der Causa Wulff. Die NZZ sieht das von außen ganz anders und fand die deutschen Zeitungen abstoßend selbstgerecht. In der Welt fürchtet der ungarische Regisseur Bence Fliegauf, dass sich Europa auf den chinesischen Weg macht: "Das wäre der… Mehr lesen

Gut gemacht

18.02.2012. 17 Autoren werfen dem Spiegel in einem Offenen Brief vor, Georg Diez' Artikel über Christian Krachts Roman "Imperium" überschreite die Grenze zur Denunziation. In der taz wirft der syrische Journalist Ali al-Atassi dem Westen Tatenlosigkeit vor. Der Friedenspreis hat Boualem Sansal beim algerischen Regime nicht beliebter gemacht, berichtet der… Mehr lesen

Nur Spiel, nur Stil, nur Attitüde

17.02.2012. In der FR spricht Peter Nadas über seine "Parallelgeschichten" und über die aktuelle Lage in Ungarn. In der NZZ fürchtet der schottische Autor John Burnside die schottische Unabhängigkeit - aus Angst vor dem Feudalismus. Techdirt zählt mal zusammen, wie oft in den USA in den letzten Jahren Copyright-Verschärfungen beschlossen… Mehr lesen

Das werden die Brüder bitter bereuen

16.02.2012. 25.000 Freunden auf Facebook gefällt die Idee, Hamsa Kaschgari hinzurichten, meldet Spiegel Online (und anders als mit Mohammed-Zeichnungen scheint Facebook hiermit kein Problem zu haben). Deutsche Feuilletons interessieren sich aber viel mehr für den Krach um Kracht. Er hat jetzt eine Lesung in Berlin abgesagt, weil der Spiegel ihn… Mehr lesen

Das Klavier, das Murmeln, das Sich-Setzen

15.02.2012. Düster sind Bernard-Henri Lévys Visionen in der Griechenland-Krise in der Welt. Noch immer nicht so richtig in Gang kommen will die vom Spiegel lancierte Debatte über die Frage, ob Christian Kracht mit rechtsextremem Gedankengut kokettiert. Die taz diagnostiziert jedenfalls eher auf "spleenige Leere". In der FAZ feiert Domink Graf… Mehr lesen

Neugierde ist der Modus Operandi

14.02.2012. Die taz fragt: Warum ist in Deutschland eigentlich nur Alexander Kluge modern? In der Welt erzählt Kluge, was er mit Adorno gemein hat. UN Watch begrüßt die neuen Repräsentanten Libyens in der UN, wo sie gleich einen deutlichen Standpunkt in der Schwulenfrage vertraten. Die FAZ singt eine Hymne auf Dagmar… Mehr lesen

Da war aber vor allem: die Stimme

13.02.2012. Christian Petzolds "Barbara" stößt auf die Begeisterung sämtlicher Filmkritiker. Überhaupt, so die Welt, ist die Bilanz des Berlinale-Wettbewerbs in den ersten Tagen erstaunlich positiv. Im Tagesspiegel denkt der bald achtzigjärige Alexander Kluge über Lebensläufe nach. In der taz erklärt Friedrich Küppersbusch, wie teuer es werden kann, sich selbst zu… Mehr lesen

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon… Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in… Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ… Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in… Mehr lesen

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem… Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf… Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt… Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf… Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist… Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls… Mehr lesen