Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Manipulierte Depeschen

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

27.01.2009. Die NZZ liest neue japanische Romane von "extremer Frustration und Traurigkeit". Nicht Wilhelm II. war der eigentliche Kriegstreiber, sondern Moltke, sagt Wilhelms Biograf John C. G. Röhl in der Welt. Die taz empfiehlt die Palästina-Thriller des Briten Matt Beynon Rees. In der SZ klagt Assaf Gavron über Selbstgerechtigkeit und wachsende Intoleranz in Israel.

Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2009

Lisette Gebhardt stellt die neue Generation junger Schriftstellerinnen vor, die Japans konservative Kulturlandschaft mit Romanen "extremer Frustration und Traurigkeit" verstören: "Mit Gewalt pur konfrontiert uns die Autorin Akira Kuroda in 'Made in Japan'. Das Debüt der Kunststudentin aus Tokio ist ein literarisches Snuff-Movie und berührt hier Grenzen, die derzeit vielleicht nur die japanische Literatur ausreizt - die großen internationalen Verlage scheuen deshalb meist vor der Publikation einer Übersetzung zurück. Es geht um eine Gruppe von vier Jugendlichen, die, bedingt durch die Arbeit ihrer Väter, die der japanischen Firmenelite angehören, im Ausland aufgewachsen sind: Takashi (Deutschland/Schweiz), Satoru (Frankreich), Shin (Mexiko) sowie Shu, der Ich-Erzähler (Amerika). Die repatriierten Jugendlichen konsumieren Drogen, befassen sich mit Mode, Einkaufen und Videos. Eine Kassette zeigt die Tötung eines kleinen blonden Knaben. Das Filmmaterial wurde über deutsche Quellen bezogen. Es heißt dazu: 'Takashi kann auch Deutsch wegen des Jobs seines perversen Alten. Er wurde in Berlin geboren... Mit der deutschen Sprache kann man sonst in Japan überhaupt nichts anfangen, aber jetzt ist das für uns ganz praktisch.'"


Weiteres: Robert Nef, Stiftungsratspräsident des Liberalen Instituts, lotet die Chancen eines Korporatismus aus. Lilian Pfass begutachtet Renzo Pianos Neubau der California Academy of Science in San Francisco. Besprochen werden Michael Köhlmeiers Novelle "Idylle mit ertrinkendem Hund", Elif Shafaks Roman "Der Bonbonpalast" und die Gedichte "Steinzwitschern" von R. S. Thomas (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

nach oben

Berliner Zeitung, 27.01.2009

Nicolas Sarkozy hat einem Bailout-Plan für die französische Presse ausgeheckt, berichtet Johannes Wetzel: Er will "Zeitungen und Zeitschriften, wie es seine 'Pflicht' sei, über drei Jahre verteilt mit Fördermaßnahmen und Einnahmeverzicht in Höhe von 600 Millionen Euro unterstützen." Zu den spektakulärsten Maßnahmen gehört die Initiative "Bürger, greift zur Zeitung. Daher sollen alle Jugendlichen zu ihrer Volljährigkeit für ein Jahr ein Gratis-Abo bekommen. Die Kosten tragen die Verleger. Der Staat zahlt die Zustellung."

nach oben

Frankfurter Rundschau, 27.01.2009

Jörg Plath stattet Heinz Ludwig Arnold einen Besuch ab, der fünf Jahre lang an der Herausgabe des neuen Kindler Literatur Lexikon gearbeitet hat: "Es war dann doch wohl ein rechter Knochenjob." Prima amüsiert hat sich Daniel Kothenschulte bei der deutschen Fassung des Monty-Python-Musicals "Spamalot" in Köln. Zum 150. Geburtags von Kaiser Wilhelm schreibt Harry Nutt in Times mager. Aureliano Sorrento versucht - online - eine Bresche zu schlagen durch das Gewirr italienischer Linksparteien, die seit dem Mauerfall nicht mehr auf die Beine gekommen sind. Hans-Hermann Kotte stellt auf der Medienseite die Initiative "Neue Deutsche Medienmacher" vor, in der sich Journalisten migrantischer Herkunft zusammengeschlossen haben.


Besprochen werden Luk Percevals Bühnversion von Ingmar Bergmans Fernsehfilm "Nach der Probe" in Hannover, Christof Loys Inszenierung der "Arabella" an der Oper Frankfurt, eine Aufführung von Donizettis "Viva la Mamma" in Wiesbaden, Matthias Zschokkes Erzählung "Auf Reisen" und ein Band über jüdische Remigration.

nach oben

Aus den Blogs, 27.01.2009

Don Alphonso zitiert aus einer Mail des WAZ-Konzerns, der ja gerade das dpa-Abo gekündigt hat, an die Blogger von derwesten.de: "Liebe Bloggerinnen, liebe Blogger, liebe Westropolis-Kollegen, hiermit bitten wir Euch, dass Ihr umgehend alle dpa-Fotos und alle dpa-Texte aus Euren Blogs und aus Euren Beiträgen entfernt. Dies sollte bis zum kommenden Dienstag, den 27.1.2009, geschehen sein..."

nach oben

Die Welt, 27.01.2009

Nicht Wilhelm II. war der hauptsächliche Kriegstreiber 1914, sondern Moltke, erklärt Wilhelms Biograf John C. G. Röhl im Interview: "Vielmehr galt er bei den eigentlichen Leitern der deutschen Politik wie Generalstabschef von Moltke und Reichskanzler von Bethmann Hollweg als ein Unsicherheitsfaktor, der notfalls neutralisiert werden müsse. Auch dieses Motiv spielte bei der Entscheidung, den Kaiser auf die Nordlandreise zu schicken, eine Rolle. Nach seiner Rückkehr nach Potsdam und Berlin wurden dem hochgradig erregten Monarchen manipulierte Depeschen vorgelegt und seine Befehle stillschweigend übergangen. So unbesonnen, rassistisch und kriegslustig er sich auch in der Julikrise 1914 benahm, nicht Wilhelm II., sondern Moltke konnte sich später damit brüsten, den Großen Krieg 'vorbereitet und eingeleitet' zu haben."


Weitere Artikel: Ronald D. Gerste erzählt von der schweren Geburt Wilhelms II., bei der sein Arm verkrüppelt wurde. Sven F. Kellerhoff stellt kurz drei neue Biografien zu Wilhelm II. vor: von Christopher Clark, John C. G. Röhl und Eberhard Straub. Ute Baier wünscht sich differenziertere Beutekunstverhandlungen mit Russland. Hanns-Georg Rodek rechnet vor, wieviel Geld eine Oscarnominierung wert ist. Gerhard Knauck berichtet von der Entdeckung eines Massengrabes aus dem Zweiten Weltkrieg im polnischen Marienburg. Eckhard Fuhr war dabei, als die neuen Fellows in der American Academy begrüßt wurden.

Besprochen werden Luk Percevals Inszenierung von Ingmar Bergmans "Nach der Probe" in Hannover und Strauss' Oper "Arabella in der Frankfurter Inszenierung von Christof Loy.

nach oben

Die Tageszeitung, 27.01.2009

Andreas Fanizadeh hat Lob und Kritik für die zur Zeit viel besprochenen Palästina-Thriller des Briten Matt Beynon Rees: "Mit Omar Jussuf lernten die Leser ein widersprüchliches palästinensisches Bethlehem kennen und ein, wie es schien, halbwegs glaubwürdiges Mosaik von Politik und Verbrechen in der Westbank. Die Literatur des Europäers schien sich den eingefahrenen nationalistischen Erzählmustern zu widersetzen. Rees ließ seine Hauptfigur - einen Palästinenser - unter Palästinensern agieren und schälte so in 'Der Verräter von Bethlehem' eine Gesellschaft heraus, die viel differenzierter ist, als dies aus der Ferne zumeist wahrgenommen wird."


Weitere Artikel: Christian Bröcking besucht die Tonstudios des Jazzproduzenten Rudy Van Gelder in New Jersey. Heide Oestreich liest das aktuelle Heft der mittlerweile 25-jährigen Feministischen Studien (Website). Und Sascha Zastiral berichtet aus Neu Delhi über Proteste gegen Danny Boyles Film "Slumdog Millionaire".

Besprochen wird das Bühnenspektakel "60 years" über die Beziehung Deutschland/Israel der israelischen Regisseure Guy Weizman und Roni Havers.

Tom.

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2009

Christian Geyer erklärt wort- und zitatreich, warum es zum "Dschungelcamp" und "Wetten, dass..." wenig zu sagen gibt und warum trotzdem so viel gesagt wird. In der Glosse kommentiert Rose-Maria Gropp den Umstand, dass Charles Saatchi jetzt in der BBC eine Superstar-Sendung für junge (Möchtegern-)Künstler starten will. Über die durchaus auch selbstverschuldete Krisensituation im französischen Verlagswesen informiert Jürg Altwegg. Außerdem beschreibt er auch, wie (nicht nur) die französische Rechte von der französischen Theorie die manipulative Kunst des "Storytelling" lernte. Martin Kämpchen schildert recht geteilte indische Reaktionen auf den in Bombay spielenden britischen Film "Slumdog Millionaire" (mehr). Vom Leipziger Literaturfestival berichtet Alexander Cammann. Nicola von Lutterotti porträtiert den Mediziner Werner Hacke, dessen Aufsatz zum Thema Schlaganfall von Fachkollegen zum "Paper of the year 2008" gewählt wurde (hier gegen kostenlose Registrierung nachzulesen). Einen knappen Nachruf gibt es auf den im Alter von 102 Jahren verstorbenen Historiker Helmut Hirsch.


Besprochen werden eine von Christoph Loy inszenierte und von Sebastian Weigle dirigierte Aufführung von Richard Strauss' "Arabella" in Frankfurt, Theateraufführungen nach den Bergman-Filmen "Nach der Probe" in Hannover und "Persona" in Berlin, die Stadtkonzepte-Ausstellung "Multiple City" in München, zwei CDs mit Quartett-Kompositionen von Richard Wagner bis Jörg Widmann, und Bücher, darunter den von Melissa Müller und Monika Tatzkow herausgegebenen Band "Verlorene Bilder, verlorene Leben", der in fünfzehn Beispielen dem Schicksal jüdischer Kunstsammler nachgeht und Pia Reinachers Essays "Liebe, Lüge, Libertinage" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 27.01.2009

Der Sänger und Autor Assaf Gavron schickt einen traurigen Text aus Israel: "Was ich während des Gazakriegs als besonders niederschmetternd und verstörend empfand, war die wachsende Intoleranz auf israelischer Seite - nicht nur gegenüber dem Leid der Palästinenser, sondern gegenüber jedweder Meinung, die dem Chor des Mainstreams zuwiderlief, gegenüber jedem Argument, das die Operation in Frage stellte."


Eine ganze Seite ist dem "digitalen Leben" gewidmet. Dirk von Gehlen (hier sein Blog) wendet sich gegen kulturindustrielle Lobbyisten wie Dieter Gorny, der morgen bei der Bundesregierung vorstellig wird, um Musikfans vom Internet aussperren zu lassen, falls sie illegal Dateien tauschen: "Die Creative Commons-Szene und im Softwarebereich die Open-Source-Bewegung zeigen: Es gibt tragfähige Konzepte, die sich allerdings abseits dessen bewegen, was man immer schon gemacht hat." Und weiter: "Zum zweiten schafft die aktuelle Debatte eine auf vermeintliche Originale fixierte Atmosphäre der Angst: Kultur basiert von jeher auf dem Prinzip der Adaption, der Anspielung und der Kopie." (Fein! Dann schlagen wir also vor, dass die Süddeutsche die unsinnige Urheberrechtsklage gegen den Perlentaucher fallen lässt.)

Außerdem schreibt Georg Diez über Facebook, das sich zum Massenmedium für Sozialkontakte wandle. Und Christian Kortmann bespricht die Ausstellung "Bookmarks - Wissenswelten von der Keilschrift bis YouTube" in Hannover.

Weitere Artikel: Im Aufmacher erinnert Franziska Augstein an den fatalen Wilhelm, unseren letzten Kaiser, der vor 150 Jahren geboren wurde. Johann Schloemann meditiert über Franz Münteferings Lektüren - zuletzt das Nietzsche-Buch "Das entfesselte Wort" von Heinz Schlaffer. Jörg Häntzschel spekuliert über die künftige Kulturpolitik Obamas, der von den Künstlerlobbys unter Druck gesetzt wird, etwas vom gerade üppig fließenden Staatsgeld auch für die Künste abzuzweigen. In der Zwischenzeit erinnert Gustav Seibt an den Schriftsteller und Goethe-Biografen Wilhelm Bode, dem die Goethe-Forschung bis heute viel verdankt.

Besprochen werden der "Rosenkavalier" unter Christian Thielemann in Baden-Baden, die Ausstellung "Embedded Art - Kunst im Namen der Sicherheit" in der Berliner Akademie der Künste und Bücher, darunter Hans-Christoph Buchs neues Buch "Sansibar Blues"

Auf Seite 2 schreibt Elder Statesman Joschka Fischer über den Gazakrieg und seine Rezepte zur Lösung der Krise. Auf der Medienseite unterhält sich Hans Hoff mit dem Schauspieler Jürgen Vogel, der die Talkshow "Schillerstraße" bei Sat 1 moderieren wird.

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons