Bücherschau der Woche
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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael

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- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
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- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
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- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
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- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Die Onkels des deutschen Literaturbetriebs
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
26.01.2009. In der taz fordert die Autorin Jagoda Marinic: Autoren und -innen: emanzipiert euch von den Verlegern (aber auch -innen?) Die FR schildert, wie ein Interview mit Claude Lanzmann fast nicht zustande kam. In der NZZ rechnet Ernst-Wilhelm Händler mit den ökonomischen Kontrollillusionen der Unternehmerschaft ab. Die FAZ fordert akkurate Rekonstruktionen nicht mehr existierender Gebäude.
Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Die Welt | Aus den Blogs | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Die Tageszeitung, 26.01.2009
"Verleger in die Fresse!" ruft die Schriftstellerin Jagoda Marinic hübsch angriffslustig in einer Polemik gegen den Verleger als fürsorglich-väterliche Gestalt, die Autoren, nicht Geld mit Büchern mache: "Diese erzählte Väterlichkeit hat Folgen: Wo ein Vater, da auch ein Kind. Die Kinderrolle übernehmen Autoren dankbar. Und die Onkels gleich dazu. Die Onkels des deutschen Literaturbetriebs sind die Lektoren. Und ich musste tatsächlich erst wieder auf eine ausländische Autorin und ihre Sicht auf Lektoren treffen, um mir der hierzulande vorherrschenden bewusst zu werden. Nein, der Lektor ist nicht der bessere Autor deines Buches. Und nein, er schützt dich nicht vor dir selbst, er schützt nur sich und seinen Verlag vor dem deutschen Feuilleton. Sie hatte recht."
Auch im neuen Jahr gehen die Proteste in Griechenland weiter. Der griechische Schriftsteller Petros Markaris sieht die Ursache darin, dass sich die griechische Gesellschaft nach dem EU-Beitritt von der "armen, aber solidarischen Gesellschaft eines Balkanlandes" in eine partikulierten Gesellschaft entwickelt hat, in der jede Zelle nur ihre eigenen Interessen vertritt. "Die ganze Bevölkerung ist seit Jahren empört. Die jungen Leute verkörpern diese Empörung viel radikaler, weil sie Angst haben und total verunsichert sind. Sie sehen den Albtraum von Arbeitslosigkeit vor sich und wissen, dass sie sich bestenfalls mit 500-Euro-Gelegenheitsjobs werden begnügen müssen, die zu ihrem jahrelangen Studium in keinerlei Beziehung stehen. Die jungen Leute und vor allem die Studenten sind aber nicht so ganz unschuldig. Sie haben sich jahrelang jedem Ansatz von Reformen im Bildungssystem vehement widersetzt und dafür gekämpft, dass alles beim Alten bleibt. Was ist das aber für ein Aufstand, der für den Status quo kämpft?"
Weiteres: Reiner Wandler berichtet von dem angeblichen Fund baskischer Keramiken, mit denen sich Spaniens Archäologen blamiert haben. Besprochen werden die Inszenierung der "Bettleroper" in Freiburg und James Marshs Dokumentation über den Artisten Philippe Petit, der einst über ein Drahtseil zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers spazierte.
Und noch Tom.
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Frankfurter Rundschau, 26.01.2009
Wenig Glück hat Carsten Hueck beim Versuch, Claude Lanzmann zu interviewen, "der König des Dokumentarfilms mag nicht". Und so endet die Sache nach 45 Minuten: "Pourquoi Israel?' 'Auch Pourquoi Israel ist wichtig. Ich liebe diesen Film.' Was für ein Wort. Vielleicht hätten wir mehr über Liebe reden sollen. Über die Kollegin vom Hörfunk, die nebenan wartet. Der ein Interview im Hotelzimmer angeboten worden war. Die freundlich abgelehnt hatte. Zuviel der Ehre, und um Mitternacht könne sie nicht. Nun ist sie da. Claude Lanzmann aber steht auf. Deutet an, dass er Hunger habe. Dass er erwarte, von ihr eingeladen zu werden. Dann könne man weitersehen. Um ihr Interview zu retten, nickt sie und folgt ihm zum Lunch. Monaden, schrieb Leibniz, seien immer tätig und wechselten mechanisch von einer Wahrnehmung zur anderen. Diese Bewegung nannte er 'Appetitus'."
Arno Widmann schlägt vor, bei der Bewältigung der Finanzkrise noch mal ganz von vorn anzufangen: "Als vor inzwischen mehr als einem Monat die Politik die Rettung der Hypo Real Estate als ihre vordringliche Aufgabe bezeichnete, da war das entscheidende Argument, die Bank sei systemrelevant. Inzwischen ist das Unternehmen an der Börse noch 400 Millionen Euro wert. Der Staat garantiert allein bei dieser Bank inzwischen für 42 Milliarden Euro. Dazu kommen die 50 Milliarden Euro, die der Staat vergangenen Herbst dem Unternehmen überwies. Wenn Hypo Real Estate systemrelevant ist, dann ist etwas faul am System. Am stabilsten ist das System, das ganz auf systemrelevante Teile verzichten kann."
Besprochen werden Urs Trollers Inszenierung des "Kirschgartens" am Frankfurter Schauspiel und die Ausstellung "Embedded Art" in der Berliner Akademie der Künste.
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Neue Zürcher Zeitung, 26.01.2009
Der Schriftsteller und Unternehmer Ernst-Wilhelm Händler erinnert sich daran, wie sein Vater seine Firma durch die Ölkrise manövrierte, und stellt für die jetzige Finanzkrise fest: "Die kurzfristige Gewinnmaximierung ist weniger eine Frage der Gier als vielmehr eine Form der ökonomischen Kontrollillusion. Das Gewinnziel ist ein überlegenes Planungsinstrument, weil es zugleich umfassend und detailfähig ist. Aber das gilt lediglich für die kurze Frist. Die Akteure meinen, sie könnten längere Zeiträume planen, indem sie kurze Zeiträume aneinanderstückeln. Funktioniert das nicht, geben sie sich überrascht, und sie sprechen von Strukturbrüchen."
Der Autor Martin Pollack hat mit Entsetzen festgestellt, dass er bei Ebay Fotografien ersteigern konnte, die deutsche Soldaten während des Zweiten Krieges machten: "Neben Sehenswürdigkeiten und Kameraden, Kriegsgerät und Kriegsschauplätzen knipsten die Landser auch Verbrechen, Szenen der Gewalt und Erniedrigung von Menschen, die sie als 'Gegner' betrachteten, voran Juden und Zigeunern. Gerade solche Bilder wurden lange Zeit weggesperrt. Doch nun werden sie hervorgeholt aus Schachteln und Schubladen, werden aus Alben gelöst und zu Geld gemacht. Von den Kindern und Enkelkindern, die keine Strafe mehr befürchten müssen. Und die offenbar auch keine Scham mehr empfinden."
Christoph Egger beendet die Solothurner Filmtage. Besprochen wird die Uraufführung von Philippe Boesmans' "Yvonne" an der Pariser Oper.
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Die Welt, 26.01.2009
Sven Felix Kellerhoff erinnert an eines der größten Fernsehereignisse in Deutschland, die TV-Serie "Holocaust", die vor genau 30 Jahren in den zusammengeschalteten Dritten Programmen lief. In der Leitglosse mokiert sich Thomas Lindemann über einen Lehrer, der den Film "American Beauty" aus moralischen Erwägungen aus dem Abiturprogramm für das Fach Englisch entfernen will. Eckhard Fuhr bespricht ein sechsteiliges Hörbuch mit Tierlauten aus allen Kontinenten. Auf der DVD-Seite unterhält sich Hanns-Georg Rodek mit Tom Tykwer, dessen Lebenswerk schon im Alter von 43 Jahren als DVD-Box erscheint.
Besprochen werden ein "Holländer" in der Regie von Philipp Stölzl in Basel, "Maß für Maß" in der Inszenierung Stefan Puchers in München und einige DVDs.
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Aus den Blogs, 26.01.2009
Via Boing Boing. Funfever stellt ein Restaurant in Riga vor, Hospitalis. Und so sieht es auch aus: wie ein Krankenhaus. Das Essen wird auf Operationstischen serviert, die Sitzbänke sehen aus wie umgebaute Krankenhausbetten, und die Bedienung trägt Schwesterntracht.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.01.2009
Den Fall des seiner Wiederauferstehung entgegengehenden Potsdamer Stadtschlosses nimmt Dieter Bartetzko zum Anlass, über gedankenlose Reproduktionen und sorgfältige Rekonstruktionen in der Baukunst nachzudenken: "Nicht die exakte, sondern die ungefähre, auf Grobreize beschränkte Reproduktion setzt sich durch. Ihr ist das Original nur Verfügungsmasse, aus der sie bedarfsweise auswählt, verkürzt, vergrößert oder zerstückelt. Wer käme auf die Idee, beim Kopieren der Mona Lisa deren Haaransatz zu verändern, die Wangen zu verschmälern oder die lächelnden Lippen üppiger zu malen? "
Weitere Artikel: Lorenz Jäger meldet erfreut, dass Papst Benedikt die Exkommunikation der erzkonservativen Lefebvristen aufgehoben hat und findet allenfalls die muntere Leugnung des Holocaust durch Marcel Lefebvres ebenfalls ex-ex-kommunizierten Schützling Richard Williamson "taktlos". (Hier ein aktuelles Interview mit dem schwedischen Fensehen, in dem Williamson an seiner Leugnung festhält.) Außerdem ist Jäger in seiner Sternzeichen-Serie beim Wassermann angelangt. Jan Brachmann berichtet vom Eröffnungswochenende des Berliner Ultraschall-Festivals, dessen Schwerpunkt in diesem Jahr auf der Neuen Musik in der DDR liegt. Die Geburtstagsglückwünsche der Woche gehen an die feministische Literaturwissenschaftlerin Germaine Greer (70), den Physik-Nobelpreisträger Rudolf Mößbauer (80, hier als gabunesisches Briefmarkenmotiv), den Archäologen Nikolaus Himmelmann (80), den Künstler Claes Oldenburg (80) und die Schauspielerin Jean Simmons (80). Knapp schreibt Gerhard Stadelmaier zum Tod des Schauspielers Manfred Steffen.
Besprochen werden die von Luc Bondy inszenierte Pariser Uraufführung von Philippe Boesmans' Gombrowicz-Oper "Yvonne, princesse de Bourgogne", die Osnabrücker Uraufführung von Rebekka Kricheldorfs neuem Stück "Kopf des Biographen", die Hermann-Burger-Ausstellung "Nachlass zu Todeszeiten" in Zürich, der Disney-Animationsfilm "Bolt", und Bücher, darunter Franz Schuhs nicht ganz bei ihrer Genrebehauptung zu nehmende "Memoiren" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 26.01.2009
Im Aufmacher erklärt Marc Felix Serrao, warum er das bayerische Verbot einer Zeitschrift mit Zeitungsfaksimiles aus der Nazizeit für unsinnig hält. In den "Nachrichten aus dem Netz" erzählt Jean-Michel Berg, wie Microsoft die Surfer hat anstehen lassen, um eine kostenlose Testversion des Betriebssystems Windows 7 herunterzuladen. Helmut Mauro unterhält sich mit dem Pianisten Pianist Evgeny Kissin, der am Mittwoch in München gastiert. Gottfried Knapp gratuliert dem Karikaturisten Ivan Steiger zum Siebzigsten. Auf der Literaturseite berichtet Verena Mayer, dass nach dem Erfolg der "Feuchtgebiete" Mädchensexbücher in Mode kommen - so will zum Beispiel der Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf eine Reihe namens "Anais" herausbringen.
Besprochen werden Marcia Haydees "Schwanensee"-Choreografie in Antwerpen, eine Ausstellung des Fotografen Paul Graham in Essen, eine von Philippe Boesmans und Luc Bondy verantwortete Oper nach Witold Gombrowicz' "Yvonne, Prinzessin von Burgund" in Paris, ein Film von Dror Zahavi über einen Palästinenser, der die Liebe dem Tod vorzieht (er läuft zur Zeit auf der Palästina/Israel Filmwoche in München).
Auf der Medienseite schreibt Angelika Slavik über den Niedergang des ORF unter seinem Chef Alexander Wrabetz. Und Wolfgang Koydl berichtet über die umstrittene Entscheidung der BBC, einen Spendenaufruf für die Bewohner des Gaza-Streifens nicht auszustrahlen.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





