Matt Beynon Rees

Der Verräter von Bethlehem

Omar Jussufs erster Fall
Cover: Der Verräter von Bethlehem
C. H. Beck Verlag, München 2008
ISBN 9783406570353
Gebunden, 326 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sigrid Landhäuser. Omar Jussuf ist Geschichtslehrer für muslimische und christliche Kinder in Bethlehem, ein aufgeklärter, aber auch streitbarer Mann, den seine Vorgesetzten lieber heute als morgen im Ruhestand sehen möchten. Die christliche Minderheit schmilzt immer mehr zusammen, und gerade als Omar Jussuf sich dazu durchgerungen hat, mehr Abstand von der Schule zu gewinnen, wird einer seiner ehemaligen Lieblingsschüler verhaftet. George Saba, ein Christ, soll als Kollaborateur an einem Attentat auf einen führenden palästinensischen Widerstandskämpfer beteiligt gewesen sein. Jussuf kann nicht glauben, dass Saba "der Verräter von Bethlehem" sein soll. Als niemand das geringste Interesse daran zeigt, die Wahrheit ans Licht zu bringen, beginnt der Lehrer auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei ist er alles andere als ein Held, ihn plagen Rückenschmerzen, ihm zittern die Hände, und besonders waghalsig war er noch nie. Die Morde aber gehen weiter, und Jussuf kämpft mit aller Kraft, damit kein Unschuldiger verurteilt wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2008

Mut attestiert Martin Halter dem Autor Matt Beynon Rees. Immerhin gibt es in Bethlehem genug offene Gewalt, als dass gewöhnlicher Mord an diesem Schauplatz noch von Interesse wäre. Doch Halter stellt schnell fest: Keinen gewöhnlichen Krimi, keinen normalen Ermittler hat Rees hier in die Welt gesetzt, sondern sozusagen bloß einen Vorwand, um dem "wohl eher westlichen Leser" unterhaltsam die Hintergründe des Nahostkonflikts zu vermitteln. Für Halter geht das in Ordnung. Rees lobt er als einen Kenner des Milieus, der dem Leser viel über die schwierige religiöse Gemengelage und das Leben mit dem Terror in und um Bethlehem beizubringen vermag. Ordnung in dieses Chaos zu bringen, bedeutet für Halter in diesem Falle allerdings auch, schwarzweiß zu malen, Figuren und Moral betreffend. Dies und der Umstand, dass dem Autor darüber die Handlung und Logik seines Whodunnits aus dem Blick geraten, lassen Halter schließlich doch Zweifel hegen an der Güte des Romans.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de