9punkt - Die Debattenrundschau
Auf die Erde stürzen und verglühen
Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
11.07.2024. In der FAZ blickt Amir Hassan Cheheltan skeptisch auf den Wahlsieg des "Reformers" Massud Peseschkian im Iran. Die taz gratuliert der Nato nicht zum 75. Geburtstag, denn es gibt keinen Anlass zum Feiern, meint sie. In der Zeit warnt Clemens J. Setz vor Elon Musks neuen Starlink-Satelliten, die die Ozonschicht in kürzester Zeit zerstören könnten. Ebenfalls in der Zeit blickt die Autorin Anne Rabe zurück auf die Regierungszeit Angela Merkels.
Efeu - Die Kulturrundschau
vom
11.07.2024
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Politik
Der iranische Autor Amir Hassan Cheheltan blickt in der FAZ skeptisch auf den neuen iranischen Präsidenten Massud Peseschkian. Als "Reformer" wird er von seinen Unterstützern gefeiert, dabei wird übersehen, dass fünfzig Prozent der Bevölkerung den Urnen fern geblieben sind, weil sie grundlegende Veränderungen im Land für nicht umsetzbar halten. Versprechungen gab es von Seiten Peseschkians viele, Konkretes bisher kaum: Peseschkian "hat in seinem Wahlkampf kein Programm zur Diskussion gestellt, er hat keine Vorschläge für objektive greifbare Lösungsmöglichkeiten unterbreitet. Doch er muss wissen, dass schnell eine Zeit kommen wird, in der er Antworten auf das geben muss, was die Menschen fordern. Er hat versprochen, die Klassenunterschiede im Land zu verringern, aber kein Wort dazu verloren, wie er das bewerkstelligen will. Seine Wahlkampfparolen, etwa 'Die Schmerzen der Leidenden lindern!', gingen über populistische Allgemeinplätze nicht hinaus, und auch Sätze wie 'Ich bin die Erde unter den Füßen des Volkes' klangen anbiedernd und entbehrten jeder politischen Wirkung."
Zum anstehenden 70. Geburtstag Angela Merkels blickt die Schriftstellerin Anne Rabe zurück auf die Kanzlerschaft Merkels. Eine Karriere wie die ihre, vor allem als Frau, ist in jedem Fall bemerkenswert, so Rabe. Aber es gebe auch Fehler, die bis heute nachwirken, wie der Umgang mit rechtsextremen Jugendlichen nach den Anschlägen von Rostock-Lichtenhagen: "Man eröffnete Jugendclubs für rechte Jugendliche. Dort sollte ihnen unvoreingenommen begegnet werden. Das Konzept hieß 'akzeptierende Jugendarbeit'. Die politischen Einstellungen der jungen Rechtsextremen sollten nicht diskutiert werden. Man würde sie über sinnvolle Freizeitbeschäftigung zurück in die demokratische Gesellschaft führen. Ein Trugschluss, der auf der noch heute weitverbreiteten Annahme fußt, dass die Ursachen für Rassismus und Gewalt in Armut und dem Gefühl des Abgehängtseins liegen. Die Traditionslinien rassistischer, nationalistischer und autoritärer Einstellungen aber sind viel tiefgreifender."
Frank Habineza tritt bei den Präsidentschaftswahlen in Ruanda für die dortigen Grünen an. Im taz-Interview mit Simone Schlindwein erklärt er, warum das Land, das seit dem Völkermord 1994 durchgehend von Paul Kagame regiert wurde, einen neuen Präsidenten braucht und welche Änderungen seine Partei anstrebt: "Nummer eins ist ein stärkerer Fokus auf Demokratie. In Ruanda gibt es noch Probleme mit der Meinungsfreiheit. Die Leute fühlen sich nicht frei, über Politik zu reden. Sie reden mehr über Fußball. Von Politik schrecken sie zurück. Wir haben nichts gegen die Gesetze, aber wenn man über den Präsidenten redet, machen die Leute nicht den Mund auf. Wir möchten mehr Meinungsfreiheit. Die meisten lokalen Medien haben kein Geld. So viele Radiosender haben dichtgemacht, weil die meiste Werbung an die öffentlichen Sender geht. Wir fordern deswegen einen Medienfonds."
Die Nato wird 75 - Glückwünsche will Emran Feroz in der taz allerdings nicht aussprechen: Der überstürzte Rückzug aus Afghanistan vor drei Jahren markierte für ihn einen absoluten Tiefpunkt in der Geschichte des Militärbündnisses. Bis heute habe die Nato es versäumt, ihre Fehler aufzuarbeiten und es werde nicht besser: "Zuletzt wurde bekannt, dass die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) sich aus Afghanistan zurückzieht und fragwürdige Sicherheitsverfahren das Aufnahmeprogramm (für Afghanen) zusätzlich erschweren. Außerdem spielen immer mehr Politiker, einschließlich des Bundeskanzlers, mit dem Gedanken, Geflüchtete ins Taliban-Emirat abzuschieben. Und ja, es geht in diesen Debatten meist um Straftäter..." Aber, es sei wahrscheinlich, "dass auch zahlreiche unbehelligte Menschen aus Afghanistan abgeschoben würden, sobald die Büchse der Pandora geöffnet ist".
Zum anstehenden 70. Geburtstag Angela Merkels blickt die Schriftstellerin Anne Rabe zurück auf die Kanzlerschaft Merkels. Eine Karriere wie die ihre, vor allem als Frau, ist in jedem Fall bemerkenswert, so Rabe. Aber es gebe auch Fehler, die bis heute nachwirken, wie der Umgang mit rechtsextremen Jugendlichen nach den Anschlägen von Rostock-Lichtenhagen: "Man eröffnete Jugendclubs für rechte Jugendliche. Dort sollte ihnen unvoreingenommen begegnet werden. Das Konzept hieß 'akzeptierende Jugendarbeit'. Die politischen Einstellungen der jungen Rechtsextremen sollten nicht diskutiert werden. Man würde sie über sinnvolle Freizeitbeschäftigung zurück in die demokratische Gesellschaft führen. Ein Trugschluss, der auf der noch heute weitverbreiteten Annahme fußt, dass die Ursachen für Rassismus und Gewalt in Armut und dem Gefühl des Abgehängtseins liegen. Die Traditionslinien rassistischer, nationalistischer und autoritärer Einstellungen aber sind viel tiefgreifender."
Frank Habineza tritt bei den Präsidentschaftswahlen in Ruanda für die dortigen Grünen an. Im taz-Interview mit Simone Schlindwein erklärt er, warum das Land, das seit dem Völkermord 1994 durchgehend von Paul Kagame regiert wurde, einen neuen Präsidenten braucht und welche Änderungen seine Partei anstrebt: "Nummer eins ist ein stärkerer Fokus auf Demokratie. In Ruanda gibt es noch Probleme mit der Meinungsfreiheit. Die Leute fühlen sich nicht frei, über Politik zu reden. Sie reden mehr über Fußball. Von Politik schrecken sie zurück. Wir haben nichts gegen die Gesetze, aber wenn man über den Präsidenten redet, machen die Leute nicht den Mund auf. Wir möchten mehr Meinungsfreiheit. Die meisten lokalen Medien haben kein Geld. So viele Radiosender haben dichtgemacht, weil die meiste Werbung an die öffentlichen Sender geht. Wir fordern deswegen einen Medienfonds."
Die Nato wird 75 - Glückwünsche will Emran Feroz in der taz allerdings nicht aussprechen: Der überstürzte Rückzug aus Afghanistan vor drei Jahren markierte für ihn einen absoluten Tiefpunkt in der Geschichte des Militärbündnisses. Bis heute habe die Nato es versäumt, ihre Fehler aufzuarbeiten und es werde nicht besser: "Zuletzt wurde bekannt, dass die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) sich aus Afghanistan zurückzieht und fragwürdige Sicherheitsverfahren das Aufnahmeprogramm (für Afghanen) zusätzlich erschweren. Außerdem spielen immer mehr Politiker, einschließlich des Bundeskanzlers, mit dem Gedanken, Geflüchtete ins Taliban-Emirat abzuschieben. Und ja, es geht in diesen Debatten meist um Straftäter..." Aber, es sei wahrscheinlich, "dass auch zahlreiche unbehelligte Menschen aus Afghanistan abgeschoben würden, sobald die Büchse der Pandora geöffnet ist".
Europa
In Russland wird der Sold von Soldaten auf den Stand von amerikanischen GIs gebracht - genau wie das Grabesgeld, das die aufkeimende Bewegung der Soldatenmütter, die gegen Putin demonstrieren, ruhigstellen soll, schreibt die russisch-deutsche Schriftstellerin Sonja Margolina entsetzt in der NZZ. Margolina nennt das "Todesnomik", in Anlehnung an den russischen Ökonomen Wladislaw Inosemzew. "Russische Machteliten hätten in hohem Tempo ein System errichtet, in dem das Leben als bloßes Dahinvegetieren keine optimale ökonomische Wahl mehr darstelle. 'Man hatte das Land an die Tode gewöhnt und deren wirtschaftliche Attraktivität vor Augen geführt.' Im Fernsehkanal Rossija 1 wurden vor kurzem die Eltern eines gefallenen Soldaten vor ihrem neuen, mit dem Grabesgeld ihres Sohnes gekauften Lada vorgeführt. Der Tod in der ukrainischen 'Sonderoperation' lohnt sich, war die Botschaft. Das neue russische Auto, das in Wirklichkeit aus China stammt, wartet auf dein Grabesgeld!"
Russische Staatsmedien wollen mehr von den positiven Seiten des Krieges hören und sprechen vom "posttraumatischen Wachstum", schreibt Karina Pronina für People of Baikal (Meduza übernimmt den Text in englischer Übersetzung). "Der russische Psychologe Michail Reschetnikow fordert People of Baikal auf, sich auf 'positive' Beispiele ehemaliger russischer Soldaten zu konzentrieren und nicht auf diejenigen, die Symptome einer PTBS aufweisen. Er behauptet, dass die Gefahren eines Schlachtfeldtraumas stark übertrieben werden, und argumentiert, dass 'was dich nicht umbringt, dich stärker macht'. 'Der Krieg traumatisiert die Menschen nicht nur, er heilt sie auch', erklärt Vasily Langovoy, ein weiterer russischer Psychologe, gegenüber People of Baikal. Er fährt fort, etwa zehn Minuten lang die 'positiven persönlichen Veränderungen' aufzuzählen, die Soldaten nach einem Kriegseinsatz erfahren können, darunter Entschlusskraft, bessere Leistungen am Arbeitsplatz, schnellere Reaktionszeiten, Kontrolle über ihre Ängste, gesteigertes sexuelles Verlangen nach ihren Frauen und mehr."
Russische Staatsmedien wollen mehr von den positiven Seiten des Krieges hören und sprechen vom "posttraumatischen Wachstum", schreibt Karina Pronina für People of Baikal (Meduza übernimmt den Text in englischer Übersetzung). "Der russische Psychologe Michail Reschetnikow fordert People of Baikal auf, sich auf 'positive' Beispiele ehemaliger russischer Soldaten zu konzentrieren und nicht auf diejenigen, die Symptome einer PTBS aufweisen. Er behauptet, dass die Gefahren eines Schlachtfeldtraumas stark übertrieben werden, und argumentiert, dass 'was dich nicht umbringt, dich stärker macht'. 'Der Krieg traumatisiert die Menschen nicht nur, er heilt sie auch', erklärt Vasily Langovoy, ein weiterer russischer Psychologe, gegenüber People of Baikal. Er fährt fort, etwa zehn Minuten lang die 'positiven persönlichen Veränderungen' aufzuzählen, die Soldaten nach einem Kriegseinsatz erfahren können, darunter Entschlusskraft, bessere Leistungen am Arbeitsplatz, schnellere Reaktionszeiten, Kontrolle über ihre Ängste, gesteigertes sexuelles Verlangen nach ihren Frauen und mehr."
Wissenschaft
Die Zeit hat die ehemalige Staatssekretärin und Philosophin Sabine Döring zur "Fördergeld-Affäre" (unser Resümee) interviewt, obwohl klar ist, dass sie zum Ablauf der Ereignisse konkret wenig sagen kann. Das verbietet ihr eine Schweigepflichtverordnung, gegen die sie nun geklagt hat. Das entscheidende Kriterium für staatliche Förderung muss die wissenschaftliche Exzellenz sein, meint sie. Die Wissenschaftsfreiheit hört für sie aber da auf, wo die Freiheit des anderen eingeschränkt wird, was auch durch eine anti-israelische Position der Fall sein kann: Wie könne "ein jüdischer Forscher mit jemandem zusammenarbeiten, der das Massaker der Hamas an seinesgleichen als berechtigten Widerstand glorifiziert?" Die Wissenschaftsfreiheit schütze nicht jede Meinung "das setzt voraus, dass wir einen Begriff davon haben, welche Meinungen wissenschaftliche sind - und welche nicht. Wenn ich etwas tue, was nicht dem Zweck dient, Erkenntnisse zu gewinnen, dann ist es nicht mehr Wissenschaft und deswegen nicht mehr durch die Wissenschaftsfreiheit geschützt. Aktivismus fängt dann an, wenn Wahrheitssuche nicht mehr das primäre Ziel ist. Wenn ich Wissenschaft betreibe, muss ich offen sein für Gegenargumente, die mir politisch oder moralisch nicht passen."
Außerdem: In der FAZ erklärt der in Heidelberg lehrende Rechtswissenschaftler Ekkehart Reimer streng juristisch den Unterschied zwischen Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit. Und die Zeit unterhält sich mit dem Philosophen Charles Taylor über "Cosmic Connections", wie der Titel von Taylors neuem Buch lautet.
Außerdem: In der FAZ erklärt der in Heidelberg lehrende Rechtswissenschaftler Ekkehart Reimer streng juristisch den Unterschied zwischen Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit. Und die Zeit unterhält sich mit dem Philosophen Charles Taylor über "Cosmic Connections", wie der Titel von Taylors neuem Buch lautet.
Kulturpolitik
In der Welt greift der Historiker Julien Reitzenstein die Debatte um Claudia Roths Konzept einer neuen Erinnerungskultur (unsere Resümees) und die von Roth aufgelösten "Beratenden Kommission NS-Raubgut" (unsere Resümees) auf, die nun in ein Schiedsgericht umgewandelt werden soll, das Betroffene anrufen können. "Die Kulturpolitikerin Claudia Roth will die Gedenkkultur neu konzeptionieren, zu deren zentralen Elementen bisher das NS-Unrecht gezählt hat. Doch mit den zahlreichen vom NS-Regime geraubten Kulturgütern, die heute noch in öffentlicher Hand sind und ihren Eigentümern noch nicht zurückgegeben wurden, ist der Kultursektor der einzige Bereich, in dem NS-Unrecht bis heute anhält." Die Bundesregierung solle endlich ihre Beauftrage anweisen, den Koalitionsvertrag umsetzen und NS-Raubgut zurückgeben, fordert Reitzenstein.
Gesellschaft
Der Schriftsteller Clemens J. Setz erklärt in der Zeit, wie die von Elon Musks Firma Space X geplanten "Starlink"-Satelliten die Ozonschicht in kürzester Zeit massiv schädigen könnten. Die Satelliten sollen "unvorstellbare Riesenschwärme bilden", zum Beispiel um schnelleres Internet zu gewährleisten. "Damit es aber dort oben nicht zu eng wird, muss jeder alt gewordene Starlink-Satellit, also jeder mit einem Alter über fünf Jahren, zurück auf die Erde stürzen und verglühen. Dabei hinterlässt er in der Stratosphäre eine bestimmte Substanz: Aluminiumoxid. ... Das Problem mit den Auswirkungen des Verglühungsnebenprodukts Aluminiumoxid auf die Ozonschicht ist allerdings, dass die Effekte hier viel rascher sichtbar würden. Das jahrzehntelang genau dokumentierte Zuheilen der Ozonlöcher hätte auf jeden Fall ein Ende. Neue Löcher würden bald wieder entstehen, so wie damals, in meiner frühen Kindheit. Ein einzelner Satellit hinterlässt beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre etwa dreißig Kilogramm, und alle im Jahr 2022 verglühten Satelliten hinterließen zusammengerechnet etwa siebzehn Tonnen Aluminiumoxid."
Die Zeit bringt zwei Debattenbeiträge zum Verbot des Wolfsgruß (unsere Resümee). Pro Verbot ist Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland. Die Türkei sei bei der EM schon mal rausgeflogen, "dass der Wolfsgruß zum Massenphänomen wird, beruhigt mich nicht. Die Grauen Wölfe sind mit gut 12.000 Anhängern in Deutschland eine unserer größten rechtsextremen Gruppierungen. In Frankreich gilt ein Verbot der Grauen Wölfe. In Österreich ist der Wolfsgruß verboten. Wann zieht Deutschland endlich nach?" Gegen ein Verbot ist Nurhan Soykan, Vorstandsmitglied im Zentralrat der Muslime: "Der Wolfsgruß der Fans war eine Rebellion gegen den Assimilierungsdruck. Deshalb wäre auch ein Verbot falsch. (...) Der Wolfsgruß ist aber nicht eindeutig und keiner verbotenen Organisation zurechenbar. Sein Verbot würde als staatliche Repression gewertet und die Integration Jugendlicher behindern."
Die Zeit bringt zwei Debattenbeiträge zum Verbot des Wolfsgruß (unsere Resümee). Pro Verbot ist Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland. Die Türkei sei bei der EM schon mal rausgeflogen, "dass der Wolfsgruß zum Massenphänomen wird, beruhigt mich nicht. Die Grauen Wölfe sind mit gut 12.000 Anhängern in Deutschland eine unserer größten rechtsextremen Gruppierungen. In Frankreich gilt ein Verbot der Grauen Wölfe. In Österreich ist der Wolfsgruß verboten. Wann zieht Deutschland endlich nach?" Gegen ein Verbot ist Nurhan Soykan, Vorstandsmitglied im Zentralrat der Muslime: "Der Wolfsgruß der Fans war eine Rebellion gegen den Assimilierungsdruck. Deshalb wäre auch ein Verbot falsch. (...) Der Wolfsgruß ist aber nicht eindeutig und keiner verbotenen Organisation zurechenbar. Sein Verbot würde als staatliche Repression gewertet und die Integration Jugendlicher behindern."
Ideen
Bernd Rheinberg beschreibt bei den Salonkolumnisten die Strategien des linken Antisemitismus, der über Instrumente wie die "Jerusalemer Erklärung" oder die Initiative Weltoffenheit GG 5.3 immer weiter legitimiert und sozusagen als unbedenklich zertifiziert wurde. Eine davon ist "die Attributierung, mit dem man den Antisemitismus vorgeblich differenzierend erklärt, aber eigentlich relativiert. Da gibt es dann die Unterscheidung in einen 'ontologischen' und einen 'kontextuellen' Antisemitismus. Den ontologischen schreibt man allein den Rechtsextremen zu, den kontextuellen den Linken, die das Leid der palästinensischen Bevölkerung nicht ertragen." (Mehr dazu hier.)
Die SZ druckt die Rede des Historikers Dieter Langewiesche zur Verleihung des Lion-Feuchtwanger-Preises der Akademie der Künste ab, in der sich Langewiesche mit der Frage auseinandersetzt, ob Wissenschaft oder Dichtung die bessere Art der Geschichtsvermittlung sei. "Historische Prosa - ist sie wissenschaftlich oder literarisch? Das sind strenge Alternativen. Ich spitze sie scharf zu: Wissenschaft, Forschung ist darauf angelegt, überholt zu werden, Literatur nicht."
Die SZ druckt die Rede des Historikers Dieter Langewiesche zur Verleihung des Lion-Feuchtwanger-Preises der Akademie der Künste ab, in der sich Langewiesche mit der Frage auseinandersetzt, ob Wissenschaft oder Dichtung die bessere Art der Geschichtsvermittlung sei. "Historische Prosa - ist sie wissenschaftlich oder literarisch? Das sind strenge Alternativen. Ich spitze sie scharf zu: Wissenschaft, Forschung ist darauf angelegt, überholt zu werden, Literatur nicht."
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